Samstag, 7. Januar 2017

Aus dem Winterschlaf erwacht


Hätte ich nicht zufällig gestern auf dem Blog Meriseimorion 
in diesem winterlich-warmen Deko-Post den Hinweis über 
'die Stunde der Wintervögel' des Nabu entdeckt, hätte es hier 
wahrscheinlich noch immer keinen neuen Post gegeben.

Doch als sich heute früh bei eisiger Kälte das Rotkehlchen 
während der Futtersuche ziemlich dicht am Haus aufhielt, 

Allerdings konnte ich den Vögeln nur Haferflocken, Erdnüsse 
sowie warmes Wasser anbieten. Doch das Angebot war trotzdem
wohl so verlockend, dass der hagebutten-fressende Amselmann 

… schon bald seinen Futterplatz hoch oben im Wäldchen verließ,

… um das Rotkehlchen vom Gartentisch zu vertreiben.

Und auch nach der langen Fütterungspause verteidigte der 
schwarze Herr sofort seinen Platz an der Futterbar gegen 
den wieder etwas zurückhaltenderen Eichelhäher und eine 
erstaunlich scheue Taube 


Doch der 'Flurfunk' war erstaunlich schnell: Zur Zählstunde 
der Wintervögel von 12 - 13 Uhr bei grauem Himmel und ca. -3°C
erschienen neben dem Rotkehlchen, einem Drosselweibchen, 
der Taube und dem Eichelhäher plötzlich auch 4 Kohlmeisen 
sowie die Heckenbraunelle. Und erst nach der Zählzeit gesellte 
sich kurz noch eine zweite Taube hinzu.

Fotos: S.Schneider


Erst bei der Nachbearbeitung der recht trostlosen grauen Fotos 
bemerkten wir, dass heute vor genau 10 Jahren unserer erster 
gemeinsamer Post auf diesem Blog erschien. Doch davon ist heute 
nichts mehr zu sehen, denn damals begannen wir mit einem 
Rückblick auf das Gartenjahr 2006. Einige Monate später lernten 
wir dann zufällig die Funktion des Rückdatierens kennen, so 
wurden die ersten Bilder nachträglich chronologisch geordnet. 
Und der allererste Post vom 7. Januar 2007 ist verschwunden.


Nachtrag Sonntag, 8. Januar 2017:
Heute erhielt ich vom Nabu eine Mail mit einem Zwischenstand
 zur 'Stunde der Wintervögel'. 28700 Vogelfreunde hatten bis 
zum Samstagabend ihre Beobachtungen gemeldet. Doch die Zahl 
der je Garten beobachteten Vögel nahm im Vergleich zu 2016 
spürbar ab. Auch bei uns waren es im Vergleich zum Vorjahr 
weniger Tiere, die sich am Futterplatz aufhielten. Allerdings 
muss man auch berücksichtigen, dass wir erst am Morgen nach 
über 7 Monaten wieder mit der Fütterung begonnen hatten. 
Auch das Angebot war im Vergleich zu früher mit Haferflocken 
und ganzen Erdnüssen eher mager. Denn Wintervogelfutter, 
Weichfutter & Sonnenblumenkerne gehörten gestern nicht 
zum Sortiment auf dem Futtertisch. Was welche Gartenvögel
 im Winter normalerweise bevorzugen, hat der Nabu sehr 
anschaulich unter dem Titel winterliche Snackbar aufgeführt. 
Und über unterschiedliche Strategien im Umgang mit knappem 
Nahrungsangebot wird hier berichtet. Ganz spannend ist für mich 
dann noch der Artikel 'Angsthasen, Kämpfer und Hausbesetzer
der darüber berichtet, wie sich Vögel am Futterhaus verhalten ...



Nachtrag Sonntag 5. Februar 2017:
Gestern bemerkte ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder 
2 Drosseldamen im Konkurrenzkampf. Zuvor war es wohl nur 
eine Amseldame, die zwischenzeitlich versuchte ans Futterhaus 
zu gelangen. Aber der schwarze Herr verteidigt weiterhin 'seine' 
nun besser bestückte Futterbar im kleinen Metallhaus.

Es war interessant an frostigen Tagen zu beobachten, dass 
die Vögel den angebotenen Futtermix gerne annahmen. 
Und alle typischen Gartenvögel wie Amsel, Rotkehlchen, 
Braunelle, Kohl- & Blaumeisen, der Eichelhäher und die 
drei Tauben regelmäßig im Laufe eines Tages erschienen,
und es kaum Konkurrenzkampf gab. Aber noch spannender 
war es für mich, wer sich bereits am frühen Morgen zum 
Trinken am kleinen Metallschälchen einfand. Denn bei uns 
gab es kaum Schnee. Und das abgekochte, warme Wasser 
war bei den Vögeln heiß begehrt, bevor es wieder erstarrte.

Inzwischen sind die Warnhinweise zur Vogelgrippe an 
den Straßenrändern unserer Region wohl alle abgebaut. 
Und soweit mir bekannt ist, dauerte die Beobachtungszeit 
mit Stallpflicht bis Ende Januar. Ob die Gefahr nun vorerst 
gebannt ist? Nachdenklich stimmte mich vor einigen Tagen
dieser Post mit dem Thema Vogelgrippe und Katzen 

Doch da die Natur jetzt immer mehr aus der Winterstarre 
erwacht, und auch bei uns jetzt endlich an etwas sonnigeren 
Stellen einige Schneeglöckchen - Galanthus elwesii blühen,
 bevorratete ich mich am Freitag mit reichlich Erdnußbruch, 
Sonnenblumenkernen und Fettfutter. Und sofort entbrannte 
an der Kasse bei Rossmann eine heiße Diskussion über Sinn 
oder Unsinn der Frühjahrsfütterung.

Zwar hängen noch einige Hagebutten an den Rosen, 
an den Efeubeeren wird noch nicht genascht, und die Drosseln 
scharren überall im Laub & Mulch nach Nahrung. Aber je nach 
Wetter ist meiner Meinung nach das Zufüttern besonders zur 
Paarungszeit und während der Jungenaufzucht eine sinnvolle
Unterstützung. Denn bisher konnte ich noch keinen Vogel 
beobachten, der sich am Futterhaus einfach nur kugelrund 
gefressen hat. Doch mir scheint, dass das Angebot im letzten 
sehr trockenen Frühjahr dem Amselvater etwas geholfen hat 
seine 3 Sprößlige großzuziehen. Und die Meiseneltern waren 
dank Futtertisch auch etwas weniger im Stress ...

 Zur 'Stunde der Sommervögel' wird sich zeigen, ob eventuell 
auch das extrem trockene Wetter im letzten Frühjahr zu Brut-
verlusten geführt hatte, und somit vielleicht auch einen Einfluß 
auf die rückläufigen Zählergebnissen des Nabu zur 'Stunde 
der Wintervögel' hatte.