Montag, 2. Mai 2016

Wenn ein Wachholder, eine Reise tut ...


Endlich ist er angekommen. Aber es hat drei Fuhren gedauert, 
 sich bei uns in Hannover auf dem Hof versammelt hatte. Doch 
glücklicherweise gibt es inzwischen auch genug alte stabile
blaue Transporttaschen sowie diverse flexible Plastikkörbe 
in denen das Häckselgut zwischengelagert werden konnte. 
Denn eigentlich sollten die Wachholderfuhren gleich nach 
ihrer Ankunft auf unserem verhopften Wirtschaftweg hinter 
dem Wäldchen an der Südgrenze verteilt werden, um das
wuchsfreudige Efeu und den alles überwuchernden Hopfen 
zumindest etwas am Auswandern zum Nachbarn zu hindern. 
Aber weder Wetter, Kondition noch Lust waren für diese 
Unternehmung in letzter Zeit förderlich.Und ich gebe zu, 
dass die Aussicht auf diverse Begegnungen mit Zecken 
uns das Aufraffen nicht gerade erleicherte. Denn selbst an 
einem heißen Sommertag im vorletzten Jahr versammelten 
sich binnen weniger Minuten im dem Grenzbereich einige 
Zeckenweibchen an der auf dem Boden liegenden großen
Sammeltasche für den Strauchrückschnitt 

Aber gestern am frühen Nachmittag war es endlich so weit, 
dass wir uns gut eingenebelt und verhüllt den Weg durch 
die Wiese zum südlichen Zaun freischnitten. Denn der kleine
verschlungene Pfad durchs Wäldchen ins Grenzgebiet ist 
inzwischen schon so verwachsen, dass der Materialtransport 
dorthin ziemlich schwierig geworden wäre. Und da wir 
zukünftig das Efeu daran hindern wollen die unverputzte 
Schuppenwand unserer Nachbarn zu erklimmen, gab es 
nun lieber einen Arbeits-Trampelpfad durch die Wiese. 
Zunächst mussten dann noch ein Taxus und ein Kirsch-
lorbeer weichen, die aber später etwas versetzt dort 
wieder einen Platz bekommen sollen. Und dann machten 
wir uns ans Werk das Efeu aus der Wand zu entfernen, 
die Reste vom inzwischen morschen Mäuse-Reisgbündel 
an den Ilexstamm zu versetzen und mit Efeu & Hopfen 
im Untergrund zu kämpfen. Hätte ich den Grenzstreifen 
im Laufe der Jahre nicht immer mal wieder gemulcht, 
hätte ich kaum die Efeuranken und die meterlangen 
stark verzweigten zähen Hopfenstränge aus dem Boden 
ziehen können. Das wurzelverseuchte Material von dem 
ca. 50cm breiten Wirtschaftsweg entlang der Grenze
kam auf den Hochwald-'Kompost'. Und anschließend 
wurde der Bereich vom toten Fichtenstamm bis zu der 
Korkenzieherweide ca. 10cm hoch mit Wachholderschnitt 
gemulcht. Es ist schon erstaunlich wie problemlos sich 
anschließend die 3 Fuhren Hächselgut auf ca. 8m Länge 
verteilen ließen. Und noch erstaunlicher war, dass uns 
bei dieser schweißtreibenden Wühlerei am Unterholz
keine einzige Zecken begegnete.

Zum Abschluß unseres Tageswerkes lehnte Wolfgang 
noch kurz vor der Dämmerung unsere 3 rostigen Gitter 
provisorisch an die Wand. Und heute früh sah der Blick 
zur Schuppenwand dann so aus:

Nun sind diverse Fuhren Betonplatten ranzukarren und 
in den Garten zu schleppen. Denn lange wird es bestimmt 
nicht dauern, bis Efeu und Hopfen sich aus dem Untergrund 
wieder vorarbeiten. Daher ist es hoffentlich auf Dauer die 
pflegeleichteste und etwas zeckensichere Variante dort 
Betonplatten als 50cm breiten Wirtschaftsweg zu verlegen. 
So wie unsere Nachbarn ihre Grenze bereits vor über 20 Jahren 
vor der übermäßigen Verkrautung schützten. Und wenn wir 
dann endlich hier unter der Weide mit dem Verlegen der 
Betonplatten angekommen sind, dann werden irgendwann
die 3 rostigen Spaliere als Paravent vor der Mauer aufgestellt.

Foto: S.Schneider


Keine Kommentare: