Sonntag, 14. Februar 2016

Wo bleibt der Futterservice?



In den letzten Tagen - als es häufiger feucht-kaltes Wetter gab, 
waren die beiden Futterschalen im kleinen Metall-Häuschen auf 
dem Steg meistens schon mittags von den Vögeln geleert. Daran 
hat allerdings der Eichelhäher einen nicht unerheblichen Anteil. 
Denn seit einigen Tagen können wir beobachten, wie er sich 
zum Futterhaus traut und sich wieder den Kropf mit Erdnuß-
hälften füllt. Und auch die 3 Meisenknödel in der Hedi Grimm 
neben dem Steg haben in letzter Zeit deutlich an Form verloren. 
Es besteht also nicht nur bei Schnee und Eis Futterbedarf, auch 
wenn es im Garten noch einige Hagebutten und reichlich Efeu-
beeren gibt. Auch die Insektenversorgung hat sich anscheinend 
schon verbessert. Denn am Freitag sah ich gegen Mittag die 
erste Biene an den Lenzrosenblüten auf Nahrungssuche. Und 
beim Entfernen der Lenzrosenblätter am späten Nachmittag
 hatte ich die erste Zeckennymphe auf der Hand. Der Vorfrühling 
steht also trotz diesem leichten Schneefall in den Starlöchern.

Doch die Paarfindung führten uns die Amseln bereits Ende 
Dezember in der Wiese vor. Damals war der Drosselmann kurz 
vor dem ersten Wintereinbruch so sehr mit der Brautwerbung 
beschäftigt, dass seine Auserwählte kaum zum Fressen kam. 
Seitdem sind auch die Revierkämpfe der schwarzen Herren 
häufiger zu beobachten. Und so ist es kein Wunder, dass sich 
einer der Amselmänner zur Revierverteidigung und Stärkung 
meist in der Nähe des Futterplatzes aufhält 

Heute früh machte mich allerdings der Eichelhäher 
darauf aufmerksam, dass die Futterschalen leer sind.

Es hatte zwar einige Tage gedauert, bis er sich endlich vom 
früheren Futtertisch zum kleinen Haus auf dem Steg traute, 
aber Hunger vertreibt anscheinend Furcht. Oder waren all' 
die 'gehamsterten' Erdnüsse vielleicht kleine Liebesbeweise 

Als der Eichelhäher krächzend davonflog, und auch 
der Amselmann kurzzeitig nicht zu sehen war, füllte 
ich schnell das Futterhaus auf, prüfte den Stand der 
Erdnußsäule für die Meisen und warf noch 2 alte Äpfel 
für die Drosseln in die Wiese.

Wieder im Haus angekommen, erschien zunächst 
eine Frau Drossel auf dem Steg. Doch bevor sie sich 
überhaupt den Schnabel füllen konnte, vertrieb 
der schwarze Wachmann das hungrige weibliche Tier.

Aber auch ein Amselmann hat schlechte Karten, wenn 
ein Eichelhäher nebst Partnerin am Futterhaus erscheint.

Und während ihr Partner das Umfeld sicherheitshalber 
genau im Auge behielt, machte sie dem aufdringlichen 
Schwarzrock klar, dass er mehr Abstand halten sollte 

Fotos: S.Schneider


Fütterung nur bei Frost & geschlossener Schneedecke, 
Winterfütterung oder doch die Ganzjahres-Fütterung? 
Zu dem Thema gibt es noch immer ganz unterschiedliche 
Meinungen. Der Nabu zeigt das Für und Wider der Vogel-
fütterung auf, und plädiert für einen vogelfreundlicheren 
Ganz anders sieht es jedoch der Vogelexperte Peter Berthold 
vom Max-Planck-Insitut für Ornithologie im Spiegel-Artikel 
vom 20. Januar 2014. Und dieser Gastartikel zur 'Wildvogel-
fütterung' von Miriam Shahd, den ich vor einiger Zeit auf 
dem Blog 'Der Garteninspektorfand, deckt sich zum größten 
Teil mit den Beobachtungen in unserem Wildwuchsgarten 
und im Garten meiner Mutter.


Kommentare:

LiSa hat gesagt…

Guten Morgen!
Das Füttern der Vögel in unserem Garten hat seit kurzem mein Mann übernommen und von Oktober bis ??? wird ihnen angeboten, was sie haben wollen.
Auch Eichelhäher kommen ab und zu vorbei, meistens trinken sie dabei aber nur Wasser aus dem Teich. Leider kann ich von den vielen Blau-, Kohl-, Waldmeisen, Sperlingen, Rotkehlchen etc. keine Fotos machen, denn unsere Fenster sind an dieser Seite mit Fliegengittern gesichert. Drum erfreu ich mich jetzt an deinen Bildern und wünsche dir eine schöne Woche.
LG
Sabine

kleine-creative-Welt hat gesagt…

Liebe Silke,
seit wir unsere Bäume fällen mussten und die große Tanne dem Sturm zum Opfer fiel,
sehen wir nur noch wenige Vögel in unserem Garten - hauptsächlich Amseln, Drosseln,
Meisen und ein paar Spatzen - das ist so schade - vor einigen Jahren besuchten uns
ein Eichelhäher, ein Buntspecht, Finken, Kleiber, Dompfaffen, Rotkehlchen und und...
aber bei meiner Mutter auf der Terrasse kann ich die alle wieder bewundern -
seufz -

liebe Grüße - Ruth

jahreszeitenbriefe hat gesagt…

schön..., ich krieg das mit Fotos nicht hin... Seit beim Nachbarn drei Bäume gefällt wurden, haben wir den Sperber zu Gast..., allerdings auf der Jagd nach Vögeln... Ich gehe auch zur Ganzjahresfütterung über, habe die Erfahrung gemacht, dass die Vögel auch, wenn mal ein paar Tage nicht gefüttert werden kann (weil ich weg bin), die Futterplätze wieder annehmen. Im neuen JahreBuch hat auch Gisela Deckert (Biologin und Vogelforscherin seit Jahrzehnten) einen Artikel zur Ganzjahrsfütterung und die Ursachen, weshalb das die Vögel heute brauchen, geschrieben: http://www.nabu-dahmeland.de/upload/Dokumente/Jahrebuch/2016/Deckert_Gisela_Wir_fttern_unsere_Gartenvgel.pdf Liebe Grüße Ghislana

Edith Wenning hat gesagt…

Wieso habe ich diesen Post auf meiner Blog-Liste übersehen? Komisch. Rein zufällig fiel mein Blick auf das Bild, das ich noch nicht kannte. Aber nun bin ich ja hier und habe Spaß gehabt. Wenn man sooo viel und interessanten Besuch im Garten hat, kommt keine Langeweile auf. Auch zu mir kommt seit Jahren ein Amselpärchen und noch einige andere Vögel. Aber ein Eichelhäher war sicher noch nicht dabei. Das ist das Schöne: man lernt immer dazu. Einen schönen Tag, liebe Silke, und liebe Grüße, Edith

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Na sowas, diese "Herrschaften" fordern also auch schon, ähnlich wie die kecken Rotkehlchen. ;-)

Zu uns verirrt sich dieser Schöne nur, wenn es wirklich lange und bitterkalt ist.

Ich sehe das aber auch so wie der NaBU - wir füttern hauptsächlich wenige Arten von Vögeln, die sich mit den Mäusen, Ratten etc. überdurchschittlich vermehren. Für die Wildvögel ist in den Futtermischungen oft auch nicht das Passende enthalten. Und sie kommen meist nicht einmal so nahe an die Behausungen. Das tun sie nur bei starken und lang anhaltenden Minusgraden lt. meiner Beobachtung.
Womöglich passen sich die Eichelhäher durch die Fütterung da genauso wie die Drosseln an die menschliche Umgebung an. Ich bin zwar keinswegs Darwinist, glaube jedoch auch an die natürliche Auslese in diesem Falle. Ob wir den Vögeln tatsächlich etwas Gutes mit unserem Verhalten tun, glaube ich so ganz nicht. Natürlich ist es hübsch, sie unmittelbar am Haus beobachten zu können.
Ganzjährig füttere ich aber auf gar keinen Fall. Bei uns waren jetzt sogar im Winter nicht mehr viele Vögel. Ich muß dazu sagen, daß sich hier aber auch manches in der Landwirtschaft tut, wie Lerchenfenster und zusätzliche Blühstreifen! Und so sehr kalt war es auch nicht, da ist ein gutes Ankommen an Kerbtiere oder Beeren gibt es noch etliche, die bei zusätzlicher Fütterung einfach hängenbleiben.

Was ich aber auch noch beobachte sind die Raubvögel, die stark zugenommen haben und sich immer mehr in die Wohngebiete der Menschen wagen. Meine Beobachten decken sich mit diesen - demn die Raubvögel werden zur reinsten Plage - wenn das nicht teilweise mit an unserer Fütterug liegt, außerdem kommen gerade sie ständig in unsere Gärten und lauern da wiederum den Singvögeln auf.

Der Sperber kommt fast jeden Tag in unseren Garten an die Terrasse sogar und saß da kürzlich fast zutraulich auf einem Pfosten. Schade, daß ich so schnell keine Kamera holen konnte.

http://www.tippler-club-deutschland.de/raubvogelplage/

Ich habe natürlich auch diese Artikel gelesen ...

https://nrw.nabu.de/natur-und-landschaft/landnutzung/jagd/jagdbare-arten/greifvoegel/

Meiner Meinung nach müßte sich eben dringend in der Landwirtschaft wie überhaupt der Landschaft etwas ändern. Nur Füttern alleine bringt es nicht, wenn das auch eine lieb gewordene Gewohnheit der Menschen geworden ist. Denn die Landwirtschaft von heute schadet nicht nur den Vögeln, wie wir alle wissen ... und da geht was, wenn man nur wollte!

Liebe Grüße
Sara

jahreszeitenbriefe hat gesagt…

Es kann sein, dass die Gärten neben den Naturschutzgebieten die letzten Refugien sind bzw. sein können, und auch da gibt es ja soviel Armut an Biodiversität. Mein im o. g. Kommentar verlinkter Beitrag ist übrigens von einem langjährigen NABU-Mitglied und in einem NABU-Kalender. Denn auch im NABU ändert sich die Haltung zur Ganzjahresfütterung. Vielleicht könnten Gärten mit Biodiversität an Pflanzen und Tieren ein Übergang sein, bis sich die Landwirtschaft besinnt. Aber da sind in erster Linie ihre Kunden gefragt, sonst wird sich in Größenordnungen nichts ändern. Lieben Gruß, Sara! Ghislana (auch NABU)

Elke Schwarzer hat gesagt…

Hallo Silke,
als ich Ganzjahresfütterung betrieben habe, kamen deutlich mehr Individuen und auch Arten in den Garten. Auch seltenere wie Feldsperlinge waren dabei. Dann hatten wir leider eine ziemliche Rattenplage, die sich von den heruntergefallenen Kernen ernährt haben und auch nachher im Kompost hockten. Daher habe ich die Fütterung erst mal eingestellt. Der Kompost ist jetzt seit einem Jahr rattensicher - vielleicht sollte ich jetzt mal wieder füttern?
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sabine
Und bei mir behindern das meist ungünstige Licht an matschig-grauen Tagen und die nicht geputzten Scheiben oftmals die Bildqualität. Außerdem sind bis auf den Amselmann und einige Meisen alle anderen Tiere noch recht scheu. Da war der Blick zum Gartentisch mit etwas mehr Entfernung wesentlich günstiger. Aber das mit dem Futtertisch klappt hoffentlich wieder im nächsten Jahr, wenn der Steg begehbar ist. Dann freuen sich auch die Eichhörnchen. Die kommen jetzt meist ziemlich fassungslos am Tisch oder am Wachholder vorbei und suchen ihre Nüsse & Sonnenblumenkerne…

Es gibt viele Faktoren für und gegen das Füttern. Doch wenn wir nicht einen bei Jungvögeln noch recht erfolgreichen Nachbarskater hätten, dann würde ich auch in unserem Garten durchfüttern - bzw. die Fütterung nur einstellen, wenn sich die Piepmätze so gut wie nicht mehr am Futter bedienen. Das sind im Garten meiner Mutter bisher aber nur sehr wenige Tage im Jahr. Und seitdem sie durchfüttert sind Blattläuse und anderes Geziefer wesentlich seltener ein Problem. Denn die Vögel bevorzugen fast alle abwechslungsreiche Mischkost.

Letzte Woche, an einem frostigen Tag, war deswegen wahrscheinlich mal wieder das Rotkehlchen bei uns im Treppenhaus. Denn nach dem Vogelfutter und den Meisenknödeln hoffte es wohl auf ein paar Insekten in den Spinnweben oder in dem alten Deko-Apfelzweig. Die wissen schon ziemlich genau was gut für sie ist ;-)
Bei all' den Fotos der letzten Tage weiß ich mal wieder nicht, was ich nun zuerst posten sollte. Aber vielleicht den Rotkehlchen-Hausbesuch. Denn der Zaunkönig ist etwas pfiffiger und findet nach der Insektensuche wieder zur Tür schneller hinaus. Ihn konnte ich nur 1x vor einigen Jahren dabei mit der Kamera erwischen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ruth
Im Nachbargarten und bei uns ist für viele Tierchen inzwischen leider ein echtes letztes Biotop. Erst am letzten Wochenende wurde schräg gegenüber von uns wieder ein über-Haus-hohes Nadelgehölz in einem Vorgarten gefällt. Und mehrmals im Jahr fragt mich eine Gassigängerin, ob es uns mit all den Gehölzen im Vorgarten nicht viel zu dunkel im Haus ist. Dafür brüten bei uns Vögel im Dickicht am Haus. Und im Winter fällt mir so manches alte Nest auf. Und das trotz Katzen, Raben, Elstern, Eichelhäher und Mäusebussard. Den Specht höre ich meist nur klopfen, da die Meisenknödel in diesem Jahr zu ungünstig für ihn hängen. Aber dafür bieten wir ihm auch reichlich Totholz zum Abklopfen an. Den Kleiber habe ich auch noch nicht gesehen. Aber ab und an kam auch er zum Futtertisch. Ebenso das Dompfaff-Paar nebst Konkurrentin, und Herr & Frau Möchsgrasmücke schauten so ab Februar/März häufiger vorbei. Idealerweise haben wir hier mitten in der Siedlung noch einige recht standorttreue Vögel, die aber durch immer mehr pflegeleichte Gärten, den immer aufgeräumteren Stadtfriedhof, reichlich Neubaugebiete auf den früheren Feldern sowie eine jetzt gerade im Bau befindliche Umgehungsstraße jetzt wohl immer häufiger in der Nähe unserer wilderen Grundstücke aufhalten. Und auch wenn wir für reichlich natürliches Futter an Sträuchern & Co sorgen, so reicht das wohl wirklich nicht mehr aus. Heute ist nach langer Zeit mal der erste Tag, an dem die Schälchen nicht schon mittags leer sind ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ghislana
So, nachdem ich mich schon früher über Deinen Kommentar gefreut habe, habe ich jetzt endlich den Text vom Link gelesen. Mir war auch so, dass ich noch andere Texte vom Nabu kannte, die sich auch nicht mehr so strikt gegen die Ganzjahresfütterung aussprachen …

Ich vermute, es ist von Fall zu Fall ganz unterschiedlich. Und dementsprechend macht die Winter- oder Ganzjahresfütterung Sinn, oder ist vielleicht auch nur fast rausgeworfenes Geld bzw. bringt andere Probleme mit sich. So freute sich der Nachbarskater Cäsar im Frühsommer 2014 über den täglichen Meisenbraten im Wäldchen, so dass wir ganz fix die Fütterung einstellen mussten. Die Eltern hatten keine Angst vor dem schwarzen Kater. Nur als die Kinder nach dem teilweise verfütterten Erdnussbruch dann selbst auf Futtersuche gingen, waren sie plötzlich in extremer Gefahr.

Und das Problem mit Ratten, was Elke hier ansprach, hatten wir im letzten Herbst/Winter wohl im Hochwald. Zwar kam zu der Zeit auf unseren 'Kompost' nur Grünschnitt, aber das waren anscheinend Rattenlöcher, die ich dann mehrmals unter Wasser setzte. Daher habe ich in diesem Jahr auch erst bei einsetzendem Frost mit der Vogelfütterung begonnen. Die standorttreuen Vögel waren erstaunlich schnell wieder da - da funktioniert der Flurfunk ;-) Und nach 14 Uhr fülle ich die Schalen auf dem Steg lieber nicht mehr nach. Ein paar Mäuse scheinen sich da dann auch wieder zu bedienen, aber das ist ok. Da sorgen Katzen und anderes Getier schon dafür, dass sie nicht überhand nehmen. Doch ich bin froh, wenn der Futterplatz sich in der nächsten Saison wieder auf dem Gartentisch in der Wiese befindet …

Bei uns ist es wohl ein Mäusebussard, der die Zahl der Amselmänner erheblich dezimiert. Aber nicht am Futterplatz sondern wohl in anderen wesentlich freieren Gärten auf den Rasenflächen. Nur finde ich oftmals bei uns an der Brombeerhecke schwarze gerupfte Federn und blutige Knochenreste. Doch trotzdem scheinen wir hier eine recht stabile Vogelpopulation zu haben. Ohne Fütterung vielleicht auch, aber bisher habe ich hier noch keinen fetten Vogel gesehen, der sich den ganzen Tag den Bauch nur am Futterhaus vollschlägt und sonst träge in der Ecke sitzt ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Edith
Weil ich diesen Post erst früh morgens am 16. Februar geschrieben und gegen 7 Uhr endlich veröffentlicht habe ;-) Man kann bei Blogger nämlich vor- bzw. nachposten - also minutengenau einstellen wann der Post veröffentlicht wird oder 'wurde'. Denn bis auf ganz wenige Ausnahmen nehme ich das mit dem Tagebuch sehr genau. So lassen sich Wetter und Naturerscheinungen besser in Zusammenhang bringen. Und im Laufe der Blogjahre finde ich es immer spannender zu vergleichen was in Abhängigkeit zum Wetter in welchem Jahr wann blühte, wann die Schnecken schon wieder knabberten,oder ob die Zecken bei uns überhaupt noch eine kurze Winterpause einlegen …

Noch schöner war es, als uns die stolzen Eichelhäher-Eltern im Spätsommer ihr Junges vorführten - bzw. ihrem Jungen zeigten wo es eine Notversorgung für ihn gab. Der Kleine hatte anfangs echte Probleme mit dem Landeanflug. Das war herrlich ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Bei uns kommt das Rotkelchen wie auch Meisen und Zaunkönig wegen der Insekten an frostigen Tagen lieber in den Selbstbedienungsladen = Treppenhaus. Daher habe ich mir jetzt wieder angewöhnt die Gartentür zum Treppenhaus trotz Schmuddelwetter weit zu öffnen. Denn sonst kommen die Tiere auf Nahrungssuche durch den schmalen Katzenspalt zwar ins Haus geflogen, haben aber fast alle danach Mühe den Ausgang zu finden. Wenn es das Wetter zulässt bevorzugen sie nun mal Insekten. Daher sehe ich fast keine Probleme eine Ganzjahresfütterung anzubieten, wenn sie denn angenommen wird. Allerdings muss ich aus anderen Gründen - siehe @ Ghislana manchmal die Fütterung einstellen, da sie unserem kleinen Biotop dann eher schadet als nützt. Aber das entscheide ich von Fall zu Fall. Denn so wie es fürs Gärtnern bei uns eigentlich kaum noch starre Regeln oder bestimmte Monate für Tätigkeiten gibt, handhabe ich das auch mit der Vogelfütterung je nach Bedarf ganz unterschiedlich.

Bei uns in der Siedlung nimmt der Lebensraum für Vögel immer mehr ab - siehe @ Ruth. Daher erachte ich die Zufütterung zumindest in sich immer mehr verändernden sterileren Siedlungen durchaus als sinnvoll. Aber das sollte jeder selbst entscheiden ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Das haben wir bis zu den Meisenkindern Jahrgang 2014 in unserem Garten auch freudig festgestellt ...

Und auch im Garten meiner Mutter gab es plötzlich Spatzenfamilien und andere Vögel die wir Jahre zuvor kaum noch im Garten sahen. Und das trotz einem jagdfreudigen Nachbarskater, der häufig zwischen Futterplatz am Apfelbaum und Teichlandschaft herumlungerte. Aber er hält dafür wohl auch die Mäusepopulation in Schach. Und Ratten finden die Anwesenheit von jagdaktiven Katzen wahrscheinlich auch nicht so angenehm. Daher macht die Ganzjahresfütterung bei meiner Mutter Sinn.

Bei uns gab oder gibt es wohl trotz Grünschnitt-'Kompost' ein Rattenproblem im Hochwald. Ob das mehrmalige Unterwassersetzen kurz vor dem Frost geholfen hatte? Jedenfalls hoffe ich da auf den Nachbarskater Cäsar und unsere Maus, die ihnen das Leben zumindest unbequem machen. Aber wahrscheinlich finden sie im Herbst unser Fallobst auch äußerst bequem. Doch bisher habe ich noch keine im Garten gesehen. Und auch wenn ich einige genackte Sonnenblumenkerne am Steg entdecke, so sind die Mäuse im Moment noch sehr vorsichtig. Viel Futter finden sie in der Nacht jedenfalls nicht mehr, denn meist sind die Schalen vor Einbruch der Dunkelheit schon ganz leer. Es gibt also gerade bei diesem Mischmaschwetter reichlich Bedarf ...

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Sowas ginge bei uns nicht, nicht nur wegen der Mäuse, die unlängt am Haus waren. Wir wohnen direkt an einer Dorf-Durchfahrt - zudem von vielen - auch fremden - Passanten durch einen Bus, der den Ort frequentiert, regelmäßig "beglückt" - hier finden viele Einbrüche statt und ich kann nicht, nur weil unten die Terrassentür geöffnet wäre, solange unten im Haus verharren, wenn oben andere Arbeit wartet. Da wäre es ein Leichtes für jemand, reinzukommen und mal eben was mitgehen zu lassen. Wir haben zwar keine Reichtümer im Haus, aber es ist auch ärgerlich, wenn mal eben die Kamera verschwindet, das so als Beispiel. - Unser Zaun ist auch nicht sehr hoch, den überklettere ich sogar spielend. Und das war auch schon mal vorgekommen, daß da jemand einfach rübergeklettert kam in den Garten. So weit geht denn meine Tierliebe doch nicht, daß ich dieses Risiko eingehen wollte. Und ich bin gewiß nicht ängstlich, was Einbrecher betrifft - da wüßte ich mich recht gut zu wehren.
Bei Euch scheint das in der Hinsicht ja beschaulicher zu sein oder Du kannst Dich in dem Bereich unten im Haus vermutlich mehr/länger aufhalten.
Und Ratten wie auch Mäuse möchte ich auch nicht züchten. Dazu die Raubvögel, die die Vögel hier eh wegholen. Da nützt die ganze Fütterei dann auch nichts, wenn ein Ungleichgewicht in der Natur herrscht. Denn durch Elstern und Sperber bleiben die Vögel inzwischen weitgehend fort.
Im Sommer sollen die Meisen die Insekten eliminieren und die Amseln finden so schon immer genug, der ganze Garten ist bei uns voller Regenwürmer und anderem Getier. Das ist immer eine Freude, mitanzusehen, wie mir die guten Tierchen ihre fette Beute präsentieren. Wir hatten aber auch schon Gärten mit sehr armen Böden, da fanden sie nicht so viel zu futtern.

Was hohe Bäume betrifft, ist es in unserem Ort ja nicht anders. Niemand will noch sehr hohe Bäume oder ein Dickicht ums Haus, auch weils gefährlicher ist. Die Einbrüche nehmen, wie gesagt, stetig zu - war erst letztens wieder ein Artikel in der BZ - da ist ein voll einsehbares Haus natürlich von Vorteil. Und auch wegen der Pflegeleichtigkeit, weil die meisten Frauen inzwischen schließlich auch außer Haus arbeiten gehen. Wer will sich dann noch nach Feierabend diese "Zwangs"arbeit aufladen? Wenn es nur "mal" wäre - doch ein Garten fordert ja ständig. Dafür habe ich auch vollstes Verständnis, denn in den Jahren, als ich außer Haus arbeiten ging, hatte ich abends oder an den Wochenenden auch keine Neigung mehr für Gartenarbeit. ;-) Denn Arbeit - im Haus und mit den Kindern - lag wahrhaftig mehr als genug an - da will man dann auch mal ohne Arbeit entspannen, das geht aber nicht, wenn der Garten völlig verunkrautet ist und die Brombeeren überall sprießen und an den Wochenenden - zumindest bei einem Leben mit Kindern - liegt ja noch so viel mehr an ...

Nur gibt es in unserer Umgebung noch gewisse Biotope, wohin die Vögel sich zurückziehen können. Das wird sicher anders als bei Euch in H. sein. Wo der nächste Wald oder Teich mit wildem Bewuchs weit weg ist.

Die Tendenz zu kahlen Gärten finde ich auch bedenklich, aber wie gesagt, kann ich die Leute auch irgendwo verstehen. Die Energie ist nur begrenzt und Gartenarbeit muß eben doch getan werden, wenn man sich wohlfühlen oder nicht im Clinch mit seinen Nachbarn liegen will. Dazu noch die "ungeschriebenen" Gesetze wie bei uns auf'm Dorf ... was da alles zu sein hat oder nicht ...

Unsere Vögel lassen das Futter jedenfalls jetzt schon seit Tagen liegen und daher habe ich jetzt schon die Fütterung eingestellt. Vielleicht hat der Sperber - aufgrund er hohen Tanne, die ein prima Versteck für ihn darstellt - gerade unsere gesamte Vogelpopulation gekillt ... denn so wie dieses Jahr war es sonst noch nie, solange wir hier wohnen und ich habe wirklich reichlich gefüttert in diesem Jahr und zeitig begonnen mit dem unterschiedlichsten Futterangebot!

Liebe Grüße
Sara

Sisah vom Fließtal hat gesagt…

Hallo Silke,
Winterfütterung-Ganzjahresfütterung..das ist so ein Thema was ähnlich intensiv wie Schnecken im Garten diskutiert wird. Gibt es da irgendwelche neuen Erkenntnisse? Ich meine sie inzwischen alle gelesen zu haben, habe mich einfach entschieden mit meiner Winterfütterung dann aufzuhören, wenn keine Wintergäste in den Garten kommen, weil sie in ihre Brutgebiete weiter ziehen. Mit Wintergästen meine ich all die Teilzieher, die ich hier an der Futterstelle beobachten kann...also Zeisige, Stieglitze, Rotkehlchen, Bergfinken,Grünfinken oder auch die Amseln. Möglich, dass auch meine Lieblingsmeisen- Schwanzmeisen- Teilzieher sind. Ein wichtiges Argument nicht über das ganze Jahr zu füttern ist die Tatsache, dass bei den höheren Temperaturen, die dann draußen herrschen über Futterstellen Krankheitserreger besser ausbreiten...was ja beispielsweise auch zum Grünfinkensterben geführt haben soll.
Übrigens...die Amseln hier sind noch so gar nicht in Balzstimmung, die Weibchen sind immer die Sieger an der eingerichteten Futterstelle ;-)
Und ich füttere, obwohl ich hier diverse Nährgehölze für Vögel im Garten habe. Allerdings sind beispielsweise Aronia, Pfaffenhütchen und Vogelbeere schon meistens im Herbst leergefressen... und an manche Angebote gehen die Vögel gar nicht ran ( Zierapfel, bestimmte Hagebutten meiner Wildrosen)
LG
Sisah
LG
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ich habe im Laufe der Jahre schon mitbekommen, dass ihr Euch jetzt bei diesem Garten und der Terrasse viel mehr auf dem Präsentierteller befindet. Daher kannst Du Deine Wohn- & Gartensituation auch nicht mit unserer vergleichen.
Deine Mäusepost habe ich übrigens auch gelesen, aber dazu mag ich hier wirklich nichts schreiben.
Und im Gegensatz zu Deinen Erfahrungen habe ich schon oft beobachtet, wie die Drosseln an trockenen Tagen verzweifelt die Erde nach Würmern absuchten, um ihre Jungen durchzubringen und sich deswegen nicht selten am Fischfutter oder gar an den Molchen im Teich vergriffen.
Aber wie ich schon oftmals schrieb, jeder Garten ist anders …
Den Mäusebussard höre ich zwar häufiger, aber im Garten habe ich ihn noch nicht gesehen. Der wildert anscheinend in anderen Gärten, die übersichtlicher sind. Zu uns zieht er sich dann allerdings wohl gern zum rupfen zurück. Einen Sperber - ich vermute, es war einer, hatten wir nur 1x vor langer Zeit morgens im Garten, als er in der Wiese eine Taube verspeiste. Außerdem kommen bei uns die Vögel nicht in großen Gruppen zum Futterplatz sondern vereinzelt über den Tag verteilt. Und außerdem ist der Bereich für einen Greifvogel wohl zu bewachsen, so dass er Anflugschwierigkeiten hat.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah
Nein, neue Erkenntnisse sind es sicherlich nicht. Aber so habe ich die verschiedenen Artikel und Sichtweisen zu dem Thema jetzt in einem Post griffbereit. Denn trotz verschiedener Labels suche ich mich manchmal dumm und dusselig, wenn ich selbst noch einmal etwas nachlesen möchte. Und der Post auf dem Blog der Garteninspektor hat mir halt wirklich gut gefallen. Auch wenn ich so manchen Tipp nicht beherzige, oder sich unsere Gartenvögel wohl teilweise anders verhalten. Denn die suchten an kalten Tagen ganz bewusst den ehemaligen Futterplatz auf dem Gartentisch ab, obwohl ich im letzten Jahr beim Erscheinen der Jungmeisen die Fütterung komplett einstellte.

Mit der Krankheitsgefahr an heißen Tagen hast Du recht. Daher kommt bei mir das Futter auch nur in Schalen ins Futterhaus, die ich häufig und bequem reinigen kann. Und da das alte Holzhaus vom Gartentisch zum ersten Wintereinbruch nicht richtig sauber war, steht nun das Metallhaus auf dem Steg. Es stimmt schon, dass man im Sommer noch viel mehr auf Hygiene achten sollte.

Teilzieher haben wir hier nur in den ganz strengen Wintern, oder wenn das Frühjahr sehr frostig ist und die Natur kaum noch Nahrung bereit hält. Grünfinken hätten wir vielleicht einige, wenn ich die Futtersäule am Wäldchen aufgehängt hätte. Aber da ich mich nur noch sehr selten über den morschen Steg traue, und beim Gang durch die Wiese die Krokusse platt trampeln würde, müssen die sich in diesem Jahr mal anderweitig versorgen. So sehe ich zur Zeit meist Amseln, einige Blau- & Kohlmeisen, das Rotkehlchen, einen Zaunkönig, eventuell schon eine Braunelle, das Eichelhäherpaar, manchmal einen Specht und heute früh zum ersten Mal wieder eine Elster. Die scheinen aber alle hier in der näheren Umgebung auch zu brüten. Daher besteht gerade zur Paarungs- & Brutzeit hier dann erhöhter Futterbedarf.

So ähnlich ist es auch bei meiner Mutter im Garten. Wald, Felder & Naturschutzgebiet befinden sich auch bei ih am Rand der Siedlung ca. 1 bis 2km vom Grundstück entfernt. Und rund herum werden die alten Obst-& Laubbäume sowie Nadelgehölze gefällt oder gehen nach 60 bis 70 Jahren ein. So werden dann viele der Gärten wesentlich übersichtlicher und pflegeleichter - aber auch immer nahrungsärmer. Es war schon erstaunlich, dass im Sommer bei ihr in den 2 alten Apfelbäumen teilweise 3 Sommerknödel pro Woche nicht ausreichten, während im Spätherbst die Knödel plötzlich mal 2 bis 3 Wochen fast unbeachtet hängen blieben. Da waren dann auch wesentlich weniger Spatzen & Meisen im Garten, denn die Natur hatte wahrscheinlich den Tisch abwechslungsreich gedeckt …

Ich habe auch einige Rosen, an denen die Hagebutten noch hängen. Wenn ich mich richtig erinnere, waren das aber auch die Grünfinken, die sie von der Hedi Grimm naschten. Und die Drosseln mögen zur Zeut wohl lieber Efeubeeren als Hagebutten der Rosa multiflora. Doch es gab auch Jahre, da war wirklich alles abgeerntet. Daher richte ich mich bei der Fütterung lieber nach dem Verhalten der Tiere und nicht nach irgendwelchen scheinbar allgemeingültigen Regeln.

SchneiderHein hat gesagt…

… und natürlich haben wir auch ständig 2 bis 3 Tauben zu Besuch. Da beklagte sich eben im Regen der Eichelhäher bitterlich, als sie ihm den Zugang zum Futterhaus versperrten ;-)

Kathinka hat gesagt…

Das ist ein seltener Anblick für mich. Eichelhäher habe ich hier noch keine gesehen. Amseln habe wir allerdings reichlich... und Elstern auch, die sind schon fast eine Plage!
LG kathinka

SchneiderHein hat gesagt…

@ Kathinka
Ein oder zwei Elstern tauchen hier jetzt auch wieder auf. Und der Rabe wird sicherlich auch bald wieder mit seiner Braut erscheinen. Bei den Amseln gibt es bei uns mal wieder Probleme, denn der Mäusebussard scheint sich vorzugsweise die Amselmännchen zu fangen. Aber ansonsten haben wir ziemlich standorttreue Vögel. Und dazu gehört auch schon seit einigen Jahren ein Eichelhäherpaar. Zunächst war es recht schwierig sie zu fotografieren, aber nach einigen Tagen fordern sie morgens & mittags schon lauthals Nachschub, wenn das Erdnußschälchen leer ist. Die Meisen & Drosseln meckern eben auch schon. Ich muss raus zum Auffüllen ...