Montag, 3. August 2015

Katz und Maus



Eigentlich ja Maus mit Maus. Gegen 20:30 Uhr ertönte im Haus 
mal wieder der typische Ruf 'Ich habe mir Spielzeug mitgebracht!' 
Aber zum Glück hatte unsere kleine Graukatze ihr Spielzeug 
dann doch wieder zurück in den Garten vor das Treppenhaus 
getragen. Und das Mäuschen hatte es schon bald hinter sich. 
Einerseits tut es uns um jede Maus leid, die so ihr Leben lassen 
muss. Doch andererseits dürfen sich die Mäuse in unserem 
Garten auch nicht zu stark vermehren … 

Es ist wohl wirklich eine Gradwanderung wie viele Mäuse 
ein Garten verträgt. Denn auf der einen Seite werden sie 
als Hauptwirte der Zecken-Larven und Nymphen verschrien, 
doch wenn die Zeckenrollen wirklich mit Hilfe des Mause-
fells als Waffe gegen Zecken eingesetzt werden können, 
sind sie bis zu einem gewissen Grad ja auch Nützlinge. 

Allerdings stelle ich mir seit einiger Zeit die Frage, wie 
wirksam das Zeckenrollen-System ist. Denn der darin 
enthaltene Wirkstoff Permethrin wird durch Sonnenlicht 
beruhigt werden. Allerdings wird dort nur von nachtaktiven 
Mäusen ausgegangen, die das Sonnenlicht meiden. Doch erst 
vor einigen Tagen bestätigte sich wieder meine Vermutung, 
dass Mäuse nicht nur nachtaktiv sind. Denn auf der Strecke 
zwischen Hannover und Braunschweig begegneten mir an 
einem sonnig-heißen Sommertag mittags zwei sehr aktive 
Mäuse, die beim Feldwechsel die Landstraße überquerten. 
Wären diese Mäuse mit Permethrin behandelt, würde bei 
ihnen wohl nur die Mauseunterseite zur Zeckenbekämpfung 
beitragen, wenn der Wirkstoff unter Sonnenlicht recht 
schnell zerfällt ...

Und auf der Seite Zeckenrollen.de scheint man lieber sehr 
vorsichtig mit dem Begriff Permethrin umzugehen. Denn in 
den Texten zum Produkt wird meist nur von 'Watte aus Baum-
wolle, die mit einer zecken-tötenden Substanz imprägniert 
wurde' geschrieben. Erst in der kleinen Broschüre, die mit 
den Rollen geliefert wird, wird der Wirkstoff etwas häufiger 
genannt. Allerdings heißt es dort zum Thema Haustiere im 
Garten: 'Ich habe Hund und Katzen, die sich im Freien auf-
halten. Kann ich Ixogon Zeckenrollen trotzdem verwenden? 
 Ja. Der Wirkstoff Permethrin wird allgemein gegen Flöhe 
und Zecken verwendet, so auch für örtliche Anwendungen, 
Flohhalsbänder, Insektensprays und Mückenstecker. Für 
gewöhnlich werden die Zeckenrollen von Katzen und Hunden 
ignoriert.' Und auf der HP bei Fragen und Antworten heißt es 
unter Punkt 9: 'Besteht für meine Katze eine Gefahr, wenn sie 
die Mäuse frisst, die mit den Zeckenrollen Kontakt hatten?  
Nein. Fängt / frisst ihre Katze eine Maus die mit dem Wirkstoff 
in Kontakt gekommen ist, stellt dies keine Gefahr für die Katze 
dar. Theoretisch müsste eine 4,5 kg schwere Katze mehrere 
Hundert (= mehr als 613) Mäuse am Tag fressen damit schädliche 
Nebenwirkungen auftreten könnten.' Doch laut Wikipedia heißt 
es zu Permethrin: 'Anders als bei Hunden dürfen permethrin-
haltige Produkte keinesfalls bei Katzen verwendet werden. 
Auf Katzen wirken sie sehr viel stärker toxisch, da diesen 
Tieren ein zum Abbau des Stoffes notwendiges Enzym fehlt. 
Typische Vergiftungssymptome durch Permethrin bei Katzen 
sind zentralnervöse Symptome wie Zittern, starker Speichel-
fluss, Krämpfe, Atemnot, aber auch Erbrechen, Durchfall 
sowie Fieber oder Untertemperatur.'

Die genauen Ursachen warum sich unsere Maus ab und an 
nach einem Mausesnack mal erbricht, bisweilen erhöhte 
Temperatur hat, oder in den letzten Jahren einige Male 
ganz unvermittelt 1 oder 2 Minuten ziemlich heftige 
Atemwegsprobleme hatte, könnten also eventuell auf 
eine mit Permethrin behandelte Maus zurückzuführen 

Eine optimale Lösung zur Zeckenbekämpfung im Garten 
ist wohl leider noch lange nicht in Sicht. Aber einige 
Mäuse und unsere Maus halten das Problem zumindest 
etwas in Schach.

Foto: W.Hein


Kommentare:

Meriseimorion Mosaike hat gesagt…

Liebe Silke,
wir haben leider keine Katzen,
da zwei meiner Männer eine Katzenhaar-Allergie haben.
Doch würde ich mir ein ganzes Rudel Katzen wünschen,
denn ich verzweifle gerade an den Wühlmäusen im Garten.
Alle Beete sind inzwischen befallen,
vieles hab ich schon ausprobiert, ohne Erfolg.
Auf Gift möchte ich natürlich in unserem Garten verzichten.
Selbst die Nachbarskatze hält sich von den dicken Schermäusen fern.
Ja und Zecken haben wir auch genug.
Das sind so die Schattenseiten im wunderschönen Garten.
Ich wünsche euch und euren Katzen ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße
Kerstin

SchneiderHein hat gesagt…

@ Kerstin
Mit der Wühlmaus auf dem Hochbeet hatte ich mich vielleicht doch im Frühjahr vertan. Oder es war ein anderes Buddeltier. Und ob Katzen wirklich Wühlmäuse fernhalten, das möchte ich auch bezweifeln. Vermutlich trauen sich da nur ganz bestimmte Kampfkatzenan sie ran …

Schade, dass das bei Euch mit den Zecken nun wohl auch zugenommen hat. Ich meine mich zu erinnern, dass Du früher weniger Probleme damit hattest. Aber bei uns war es ja auch ein schleichender Prozess - seit 2004, der fast unbemerkt im Garten ablief. Und wer weiß, wie viel schlimmer es bei uns geworden wäre, wenn wir nicht im Sommer 2011 das Zeckennest am Haus entdeckt hätten. Denn im lezten Jahr musste ich am Wiesenrand in 2 Monaten über 100 erwachsene Tiere absammeln. Und erstaunlicherweise fand ich in diesem Jahr dort kaum ein erwachsenes Tier. Aber wer weiß, welche Gartenecke sie nun vielleicht bevölkert haben ...