Montag, 10. August 2015

auf und nieder ...



Morgens um 11 Uhr ist die Welt hier fast noch in Ordnung. 
Doch schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Beinwell-Feld 
heute Nachmittag wieder sehr durstig ist. Zwar hat sich 
diese Fläche nach der einmaligen Bewässerung Ende Juni 
erstaunlich gut erholt. Und selbst ein paar zeitweilig total 
vertrocknete Farne unter der Zwetschge haben seitdem 
noch einige zaghafte Versuche unternommen. Aber all' 
die herrlich frischen Frühjahrspflanzen sind von dem 
ständigen Auf und Ab in diesem stressigen Sommer 
inzwischen total erschöpft ...

Und ich stelle mir inzwischen ernsthaft die Frage, ob 
dieser Bereich zwischen den Obstbäumen als zusätzliche 
gepflasterte Betonfläche auf Dauer nicht pflegeleichter 
und in solch trockenen Sommern auch ansehnlicher wäre. 
Efeu-Apfelbaum ließe sich leichter entfernen. Und die 
leidendende Strauchmix an der Nordgrenze würde sich 
wesentlich bequemer bewässern lassen ohne dabei das 
Beinwell-Feld ständig platt zu trampeln. Denn selbst mit 
diesem inzwischen wieder verwachsenen Wirtschaftsweg 
entlang der Nordgrenze war das Bewässern immer eine 
sehr mühsame Angelegenheit. Und die dort eventuell 
lauernden Zecken haben mich auch nicht selten 
davon abgehalten … 

des Wäldchen würde es sicherlich nicht schaden, wenn nun 
etwa 20qm gepflasterte Fläche zwischen Efeu-Apfelbaum, 
Mirabelle und Zwetschge hinzukämen. Außerdem hätten wir 
einen weiteren eventuell zeckenfreieren Bereich, in dem 
wir uns etwas sicherer aufhalten könnten. Und ein Teil der 
Stauden von Beinwell & Co würde dann in die vom Regen 
etwas besser bewässerte schattige Problemecke unter den 
toten Apfelbäumen verpflanzt. Allerdings würde so eine 
Umgestaltung auch bedeuten der Natur in unserem Garten 
üppige Vielfalt und Insektennahrung zu rauben …

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Berta hat gesagt…

Ach, bitte keine versiegelte Fläche. Natur ist nie pflegeleicht.

Sisah vom Fließtal hat gesagt…

Liebe Sylke,
gibt es einen Zusammenhang zwischen deiner Abwesenheit in der Blogosphäre und deinen hier angesprochenen Umbauplänen? Ich bin gespannt, ob du deine Überlegungen in die Tat umsgestzt hast oder gerade dabei bist.. Es gibt sicher auch andere Möglichkeiten als die Versiegelung des Bodens, manchmal muss die Gärterin auch eingreifen, um etwas Neues zu schaffen...
LG
Sisah

Anonym hat gesagt…

Du kennst meine Meinung dazu - uns blieb auch nichts anderes übrig. Bei euch ist noch genug Natur übrig und Eure Lebensqualität sollte ja nicht unter der ganzen Natur bzw. unter den Schädlingen leiden, oder ?
Wir befestigen immer mehr und für die Natur machen wir nicht mehr so viel, denn die Schädlinge werden leider mit unserer Gutmütigkeit auch immer mehr !!! DAS ist NICHT Sinn der Sache. Ich wünsche Euch eine Ecke, in welcher ihr alle Sorgen um Zeckenbefall außen vor lassen könnt !!!
GLG, Christine

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Lange nichts mehr von Dir gelesen, liebe Silke. Bin ja gespannt, wie Ihr Euch entscheidet bezüglich der gepflasterten Fläche. Ich denke aber, man als Mensch muß sich in seinem Garten wohlfühlen und für die Tierchen bleibt schon noch genug im restlichen Garten.

Liebe Grüße
Sara

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Na, da bin ich auch gespannt, ob sich bei Euch im größeren Stil gerade etwas verändert. Du wirst es uns ja sicher wissen lassen.
Mit der Natur ist es leider so eine Sache. Sie ist nicht nur "gut" und läßt man sie ausufern oder "füttert sie zu gut", tanzt sie einem auf dem Kopf herum. Ich hoffe, Du weißt, wie es gemeint ist. Mir täte es auch leid, größere Teile des Gartens kaum mehr betreten zu können oder nur noch zu ganz bestimmten Zeiten, womöglich im Winter (wo ich eigentlich nichts von Garten wissen will ...)

Liebe Grüße, wo immer Du auch gerade bist
Sara

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Lange nichts gelesen von Dir, liebe Silke. Bin gespannt, wie es bei Euch weitergeht oder auch nicht und alles beim Alten blieb?

Ich hoffe, es geht Dir gut.

Liebe Grüße
Sara

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Das letzte Mal im August also ...
tja und eben schaute ich nach Lebensbaum bei Dir - solltet Ihr tatsächlich keinen im Garten haben - eigentlich kaum zu glauben ??? Ich dachte, bei Dir von Thuja schon gelesen zu haben, finde in der Suchfunktion aber nichts. Weil ich den passenden für unseren Garten suche, eher in Säulenform. Vielleicht hast Du da einen Tippo?

Liebe Grüße nochmal
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Berta
Wenn handelt es sich höchstens um eine weitere 4x4m Fläche, die zu den fast 50qm im hinteren Teil des Gartens hinzukommen würden - insgesamt hat der Garten eine Fläche von 630qm. Gut, den Wege von der Betonfläche unter der Scheinakazie möchte ich auch noch von 30cm auf 50cm verbreitern, um etwas zeckensicherer in die hintere Ecke des Gartens zu gelangen. Verwildert hat zwar auch Vorteile, aber wenn darunter die Gartenlust & Pflege leidet bringt das doch auch nichts. Denn auch in diesen Tagen habe ich schon wieder festgestellt, dass ich bei den frühlingshaften Temperaturen mich wieder etwas vorsichtiger im Garten bewege ... Wir haben seit Samstagnacht Tauwetter und seit Samstag singen die Vögel wie verrückt. Schon als es noch bitterkalt war, bedrängte ein Amselmann seine Angebetete und hinderte sie am Fressen. Hier stehen die Zeichen im Moment ziemlich extrem auf Frühling - also auch bereits auf Zeckenzeit :-(

Und eine richtig versiegelte Fläche wäre es ohnehin nicht: In den Fugen toben die Ameisen und Feuerwanzen. Und viele Sämlinge, die im Beet von Schnecken einfach abgefressen werden, haben dort eine Überlebenschance - siehe z.b das niedrige Ehrenpreis. Der Beinwell, Scilla & Co dieser Fläche würde dann auch nicht ausgerottet, sondern würden im Randbereich erhalten bleiben.

Doch inzwischen hat sich der Garten hinter dem Hochwald auch extrem verändert: Der erste tote schräge Apfelbaum ist leicht umgekippt - gegen den Efeu-Apfelbaum. Der dahinter befindliche später abgestorbene Apfelbaum mit Hopfen, Efeu & wilder Waldrebe hat nun schon fast alle Äste abgeworfen. Von der riesigen Kiefer im nördlichen Nachbargarten sind auch reichlich Äste in den vergangenen Jahren abgebrochen und ein ca. 5m langer Ast hängt seit dem Herbst am seidenen Faden - ist aber erstaunlicherweise noch immer grün und lebt. Es sieht zur Zeit zwar dort in dem Bereich zur Nordgrenze ziemlich wüst mit all' dem vom Hopfen überwachsenen Totholz aus, aber diese Fläche bekommt nun endlich nach vielen Jahrzehnten wieder mehr Licht & Regenwasser ab. Wir werden nun wohl auch noch unsere Kiefer mit ihren bis zu 5m langen Ästen im unteren Bereich etwas einkürzen, damit das 'Beet' noch freier wird.
Bäume sollen dort jedenfalls nicht wieder angepflanzt werden. Aber jetzt könnte es ein idealer Platz für Wildrosen werden, die ohnehin schon in Kübeln bereitstehen, und für die mir bisher eigentlich ein geeigneter Platz fehlte. Und wenn ich zuvor den ohnehin mit Quecke total durchseuchten Boden dort hochnehmen würde, um ihn im Hochwald zu entsorgen, hätte ich an der Stelle idealere Bedingungen für die hier gezeigten Pflanzen. Zumal ich den Bereich hinter dem Hochwald nie zeckenfrei bekommen kann, da dort Mäuse & Igel wohnen.
Und durch das Umsiedeln von etwa 4qm Beinwell & Co unter den Bäumen hätte ich gleichzeitig eine etwas ausgehobene Fläche, die ohne viel zusätzlichen Aufwand zu pflastern wäre. Je mehr ich darüber nachdenke, umso symphatischer finde ich die Idee. Aber das ist so ein Mammut-Projekt, das gut geplant werden muss, damit die Pflanzen und der Garten nicht zu sehr darunter leiden. Also frühestens zwischen November und Februar - aber ganz bestimmt nicht in diesem Jahr ;-)
Da müssen wir zunächst mal das Totholz umschichten, den Steg sanieren und wieder mit viel Gefühl einige Bäume & Sträucher in Form bringen - so es die gemeinsame Zeit zulässt. Ein vor 20 Jahren angelegter Garten erfordert nun mal ab und an einige Erhaltungsmaßnahmen. Aber es bleibt ganz bestimmt noch viel Raum, in dem die Natur sich noch selbst überlassen wird ….

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah
Nein, die Blogpause hatte ihre Hauptursache mal wieder in 'die Frau vom Chef' = Firmenbelange, die mir auf den Magen, die Gartenlust & Bloglaune schlugen und noch immer nachwirken. Daher bin ich meist noch immer etwas halbherzig im Bloggerland unterwegs. Ich habe zwar endlich wieder Pläne, befürchte aber, dass sich wenn überhaupt, nur ein Bruchteil davon in den nächsten Monaten in die Tat umsetzen lässt.
Was den Garten anbelangt, hat sich durch das einfach 'wachsen' lassen soeben eine interessante Perspektive ergeben, die ich mit Wolfgang sogleich durchsprechen konnte - siehe @ Berta. Nur es ist wirklich unrealistisch nach einem geschäftlich arbeitsintensiven Sommer/Herbst 2016 Wolfgang dann zum Jahresende zu so einem Projekt verdonnern zu wollen. Da sind kleinere Erhaltungsmaßnahmen und Formschnitte sinnvoller. Wir werden ja auch nicht jünger ;-((
Aber ich bin zuversichtlich, dass wir langfristig gesehen den Garten für mich wieder etwas pflegeleichter gestalten können. Und wir Bereiche schaffen, in denen ich mich das ganze Jahr trotz der Zecken wohl doch wieder etwas unbeschwerter - und ohne ein komplettes Zeckenschutz-Programm, bewegen kann. Ich stelle jedes Jahr wieder fest, dass ich mich instinktiv in den kalten Wintermonaten viel freier und zufriedener im Garten bewege. Von daher hätte diese zusätzliche Wirtschaftsfläche in der meist matschigen Jahreszeit auch noch zusätzliche Vorteile. Denn meist bin ich dann mit dicken Socken und Latschen unterwegs. Gummistiefel trage ich eigentlich nur zur Gartenarbeit ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Christine
In den Kommentaren @ Berta und @ Sisah habe ich nun eigentlich schon alles dazu geschrieben. Und ich stimme Dir größtenteils zu. Langfristig gesehen habe ich jetzt wieder Hoffnung, dass, wenn wir diese Überlegungen im Laufe der Jahre in die Tat umsetzen, unser Garten weiterhin wild-romantisch bleibt und wir uns mit den Zecken arrangieren können. Schließlich bleibt uns ja auch nichts anderes übrig. Denn, dass die Gartenpflanzen wegen Vernachlässigung darunter leiden oder gar eingehen, weil sie nicht ausreichend von mir gegossen werden, ist schon tragisch. Aber oftmals kann ich mich nicht aufraffen ständig in Ecken mit eventuellem Zeckenbefall zu gehen. Da wäre es sinnvoll, wenn ich fast alle Beiche bequem und vor allem ganz gezielt von der Betonfläche aus bewässern könnte und nicht 'meilenweit' irgendwo mit dem Schlauch umherspritze. Außerdem müsste das Beinwellfeld hinter dem Hochwald wohl weitaus weniger bewässert werden, da es dort mehr Regen abbekäme. Und die Blüten der Scilla hätten an diesem sonnigeren Standort vielleicht auch eher Chancen nicht als Schneckenfutter zu enden …
Mal schauen, was aus Plan & Wirklichkeit wird ;-)

Schade, dass Du nicht mehr postest. Ich würde gern mal mehr über Deine Gartenveränderungen und Erfahrungen lesen und sehen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Zu dem Thema ist in den 3 Kommentaren von mir nun wirklich schon alles geschrieben. Und wenn das Wetter, Gesundheit & Zeit mitspielen, beginnen zunächst mal die Aufräumarbeiten, von denen es hier reichlich gibt …
Gestern habe ich das milde Wetter aber zunächst genutzt, um mal wieder umzutopfen. Ach, war das herrlich. Selbst der am späten Nachmittag einsetzende Nieselregen konnte mich nicht dazu veranlassen reinzugehen.

Hat sich das Thema Lebensbaum nun schon gelöst? Denn dazu bin ich ohnehin keine gute Ratgeberin. Der größte Teil des immergrünen Grünzeugs war nämlich schon vor uns da. Und unser immergrünes Füllmaterial, das ab 1996 in den Garten kam, hatte auch kaum Namen sondern wurde nur nach der Farbe Blau-grau gekauft - und eventuell noch nach der Wuchsform. Und dann gab es da noch reichlich kleine günstige Containerware mit der die Grenzen nachverdichtet wurden.

Für Deinen Fall würde ich mich mal in einer Baumschule beraten lassen ...

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Guten Morgen, liebe Silke,
ein Lebensbaum wird dann wohl im Frühling einziehen, nachdem ich es im milden Winter nicht mehr geschafft hatte. Mir sind die Immergrünen doch sehr wichtig, weil es mir immer noch zu frei ist in unserem Garten.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Einige Tipps habe ich jedoch, die beim Kauf Beachtung finden sollten: Das immergrüne Gehölz sollte stabil wachsen, gut schnittverträglich sein und logischerweise eine entsprechende Winterhärte haben. Ich habe in BS und H so manches immergrünes Exemplar, dass innen zu sehr bräunt und daher nach dem Schnitt lange hässlich aussieht. Im Winter neigen manche Säulen dazu - die aus mehreren Stämmen oder vielen aufrechten Trieben bestehen, auseinanderzubrechen oder sich zu sehr nach außen biegen. Unser Säulen-Taxus am Steg würde z.B. ohne Drähte, die ihn auf 4 Höhen zusammenhalten nicht so dicht wachsen und bestimmt 1 1/2x so breit sein - ebenso der in BS auf dem Hof. Aber solche Wuchstendenzen kann man ja meist schon beim Kauf erkennen ...