Montag, 22. Juni 2015

Ein fast vertrocknetes Trauerspiel ...



Hier kommen nun mal die echten Schattenseiten des Gartens, 
die durch die extreme Trockenheit der vergangenen Wochen 
jetzt wirklich sehr unansehnlich geworden sind. Das war einmal 
Efeu-Apfelbaum links, sowie der Zwetschge und Mirabelle auf 
der rechten Seite. Hier erfreuten mich im Frühjahr die große 
Und am 5. Juni lag der Beinwell platt am Boden. Bald darauf 
wurden die Farnwedel braun. Und der Efeu-Apfelbaum trennte 
sich von immer mehr Blättern ...

Früher hatte ich ab und an im Hochsommer in dieser Fläche 
ganz selbstverständlich einen Rasensprenger für die Erdbeer-
pflanzen aufgestellt, da es unter dem dichten Blätterdach 
der Obstbäume zeitweilig zu trocken wurde. Aber weder den 
Schnecken noch den Zecken möchte ich es dort nun weiterhin 
so gemütlich machen. Daher mussten auch diese Pflanzen 
lange Zeit unter den extremen Wetterbedingungen leiden. 
Doch als ich am vergangenen Donnerstag dann endlich zum 
Schlauch griff, bekam auch der besonnte Teil des Beinwell-
Feldes eine leichte Erfrischung. Sonst sähe es hier wohl 
sogar noch trostloser aus.

Bei der Multiflora-Hybride 'Schneeweißchen ohne Rosenrot
am alten Buchsbaum an der Nordgrenze bin ich nun wirklich 
sehr besorgt. Am Donnerstag hat sie 30 Liter aus der Gießkanne 
bekommen, aber an ihr sind jetzt kaum noch grüne Triebe 
vorhanden - fast alle Zweige sind vertrocknet. Daher bin ich 
immer wieder erstaunt, wie sich Multifloras im vollsonnigen 
Straßengrün zwischen all' den Gehölzen emporkämpfen können 
und dort anscheinend kaum Probleme mit der Trockenheit 
und die anderen Hybriden reagieren oftmals sehr schnell 
mit absterbenden Trieben auf längere Trockenzeiten.

Aber selbst an der Mirabelle sterben in den letzten Jahren 
immer mehr Zweige und Äste ab. Oder ist sie nun einfach 
schon zu alt und würde ohnehin demnächst eingehen? Doch 
vielleicht sind auch die Baumpilze daran schuld, die sich 
seit einiger Zeit an manchen absterbenden Ästen zeigen. 

Und so sehen inzwischen Lykkefund und Rosa longicuspis 
am Stamm der Mirabelle aus. Ich hoffe, dass die 2x 30 Liter 
sie nun daran hindern noch mehr Blätter abzuwerfen. Und 
erstaunlicherweise scheint die immergrüne Heckenkirsche 
am Fuße der Rosen noch nicht unter dem Wetter zu leiden.

Zu Bobbie James - dort hinten unter dem Mirabellenast, bin ich 
leider am Donnerstag zum Gießen nicht vorgedrungen. Denn 
ihre Wurzel befindet sich mitten in der Ligusterhecke noch etwas 
weiter Richtung Nordgrenze hinter dem Stamm der Mirabelle. 
Ich hoffe, dass sie nach 9 Standjahren tief genug verwurzelt ist, 
um auch noch dieses schwierige Gartenjahr zu überstehen 

Das Wurzel-Ablegerkind von Hedi Grimm aus der Wiese 
sieht zur Zeit zwar noch ziemlich gelblich aus. Aber sie 
und die Zwetschge haben dank unserer leistungsstarken 
Grundwasserpumpe bei der Gießaktion wahrscheinlich 
um die 100 Liter erhalten. Denn meine Gartenschläuche 
reichten glücklicherweise gerade so noch bis zum Stamm
 der Zwetschge

Die 3er Buchsbumgruppe im Vordergrund erhielt dann auch 
gleich noch eine kleine Erfrischung. Und sehr erstaunt 
bin ich über den dahinter liegenden Teil der Ligusterhecke. 
geschossen und blüht zur Zeit wunderschön. Es gibt also 
trotzdem immer noch einige Lichtblicke im Schattengarten.

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Samstag, 18. Juli 2015:
Die Pflanzen konnten sich dank der einmaligen Bewässerung 
und dem daran anschließenden grau-feuchten Wetter erstaunlich 
schnell erholen. Doch ohne diese Erholungsphase hätten sie 
die darauf folgende Hitzewelle wohl kaum so gut überstanden 


Kommentare:

LiSa hat gesagt…

Auwei...das sieht wirklich nicht mehr gut aus. Aber auch in unserem Garten tun sich jetzt, trotz ausreichendem Regen unschöne Flächen auf.
Ich wünsche dir trotzdem ein schönes WE
Sabine

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sabine
Heute ist es auch bedeckt und heute früh gab es etwas Gewittergrollen, aber es kam noch nichts runter. Ich habe eben mal gerade Vergleichsfotos von den Stellen gemacht und bin selbst erstaunt, wie sich in 3 Wochen der Garten doch wieder erholt hat.
Zwar sind an der Multiflora viele Triebe abgestorben, aber sie hat schon nachgetrieben. Und auch wenn sich dann gleich an den neuen Triebspitzen Mehltau breit machte, so bin ich doch zuversichtlich, dass sie überlebt.
Lykkefund hat sich erholt und Rosa longicuspis hat zum ersten Mal seit dem Umpflanzen unter die Mirabelle wieder geblüht. Wir bekommen also sogar ein paar Hagebutten.
Auch das Kind von Hedi Grimm an der Zwetschge hat wohl nur darauf gewartet, dass es mal eine Extraportion Wasser für sie gab. Denn ein paar Tage später begann sie mit der Blüte.
Farne und Beinwell treiben nach, begraben das Efeulaub unter sich und begrünen die Fläche.
Nur ob sich alles so gut und schnell erholt hätte, wenn ich nicht das eine Mal zu Schlauch gegriffen hätte? Ich bin jedenfalls froh, dass ich doch schwach geworden bin und auch dort gewässert hatte.

Allerdings waren gestern bei über 30° gegen 17 Uhr im Garten bei meiner Mutter die Zecken immer noch aktiv. Ich hatte nur ganz schnell einen Schönmalvenkübel am Beetrand umgestellt und hatte sofort ein ganz fixes Zeckenweibchen in 1m Höhe an mir entdeckt.
Und die Schnecken ließen sich auch schon um die Zeit mit Melonenschalen im Halbschatten aus den Beeten locken ...

Mein Elfenrosengarten hat gesagt…

Liebe Silke,
ja diese Trockenheit wütet überall.
Hier hat es nun zwar geregnet - aber unter
den Bäumen war alles knochentrocken und ich musste
trotzdem gießen!
Ganz viele liebe Sommergrüße
sendet dir die Urte :-)

Elke Schwarzer hat gesagt…

Hallo Silke,
schön, dass du den Bereich retten konntest.
Hier war es ja auch ziemlich trocken, momentan geht es sogar mal.
Hast du vielleicht den Gelben Scheinmohn (Meconopsis cambrica) in deinem Topf? Das kann gut sein, den habe ich im Garten und der versamt sich gut.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Urte
Die Langzeitschäden werden sich ja erst später zeigen, aber im Moment hat sich fast alles scheinbar gut erholt. Nur traue ich mich zur Zeit noch nicht zu sehr mit Schere & Säge durch den Garten zu gehen, da das wohl zu viele Wunden und zusätzlichen Stress für die Pflanzen bedeuten würde. Obwohl es der Begehbarkeit unseres Gartens wirklich gut tun würde ….

@ Elke
Danke für den Tipp, aber leider falsch ;-) Na ja, wenn ich zu lange brauche, bis ich mit den Posts bei dem gelben Blümchen ankomme, schicke ich Dir mal ein Foto. Leider hat sie nur die eine Blüte gezeigt. Bei meiner Mutter machte der Topf am Teich jedenfalls eine gute Figur. Vielleicht samt es sich dort auch aus. Und bevor der restliche Topfinhalt dann wieder zu mir in den Garten reist, werden wir schon noch herausbekommen was das ist und welcher Standort dem Pflänzchen zusagen könnte …

Ich hoffe auch, dass wir die schlimmste Trockenphase überstanden haben. Und da ich ja vorgestern bei meiner Mutter im Garten feststellen musste, dass die Hitze über 30° im Schatten weder die Aktivität der braunen Schleimer und auch nicht die der Zecken großartig einschränkt, kann ich nun auch guten Gewissens wieder gezielt wässern. Ich hatte ja die Hoffnung, dass ich das Problem damit etwas eindämmen könnte. Aber die dann entstehende Wüstenei steht nicht im Verhältnis zum Nutzen :-(