Sonntag, 24. Mai 2015

Wartebänkchen



So hatte ich mir mein Gartenjahr eigentlich nicht vorgestellt, 
als mich Ende Februar plötzlich doch wieder die Staudenlust 
bzw. Unvernunft packte. Inzwischen haben es von meiner 
am 20. März gelieferten Bestellung nur Helleborus multifidus 
rechte Seite ins Beet geschafft. H. dumetorum ziert weiterhin 
nur ein Blatt und H. viridis besitzt zwar mehr Blätter, aber 
die sehen nicht so gesund & kraftvoll aus. Das ist keine gute 
Voraussetzung, um sie ins Beet zu entlassen.

Die Buschwindröschen auf dem Tablett sind inzwischen zwar 
verblüht, aber wer da noch immer an den Blättern der hellgelben 
Anemone x intermedia knabbert, das habe ich bisher noch nicht 
herausgefunden. Jedenfalls waren die gelieferten Buschwind-
röschen in diesem Frühjahr alle so schneckengefährdet, dass ich 
ernsthaft überlege, ob ich sie nicht auch lieber bis zur nächsten 
Blüte im Topf lasse. Zumal es doch einige Unterschiede zwischen 
meiner Bestellung und der Lieferung gibt. So entpuppte sich 
'Royal Blue' tatsächlich als Astilbe. Eine 'Multiplicity' blühte 
ganz anders als abgebildet, während der zweite Topf ein mir 
vollkommen unbekanntes Blatt hervorbrachte. Und 'Bracteata 
Pleniflora' wollte in diesem Jahr noch gar nicht blühen. Also 
benötige ich wohl nicht nur für meine kleine Schneeglöckchen-
Sammlung sondern auch für die Buschwindröschen einen 
nicht zu sonnigen und möglichst erhöhten Platz. Denn mir 
scheint, dass mir mit den kleinen Staudentöpfen im Frühjahr 
leider auch einige Schneckeneier mitgeliefert wurden ...

Auch die Hoffnung auf drei verschiedene blaue Beinwell-
Varianten erfüllte sich leider nicht. Denn Symphytum 
grandiflorum 'Blaue Glocken' outete sich als 'Hidcote Blue',
den ich ja zur Genüge habe. So wanderte das Pflänzchen 
zu meiner Mutter, wo es binnen weniger Tage von ihren 
Nacktschnecken zwischen Iris sibirica, Bärlauch und Gänse-
kresse als willkommene Abwechslung niedergemacht wurde. 
Ob es sich bei den beiden anderen Beinwell-Töpfen nun 
um Symphytum caucasicum oder azureum handelt, habe ich 
noch nicht herausgefunden. Auf jeden Fall konnte ich keine 
Unterschiede zwischen den beiden Stauden feststellen. Und 
Jahren hinter dem Hochwald steht, der blüht noch nicht ...

Auch bei den 3 bestellten Elfenblumen gibt es Probleme, 
denn nach einigen Wochen waren es plötzlich 4 Töpfe 
mit Epimedium-Blättern. In einem der Töpf sollte sich 
eigentlich ein weißes Weidenröschen befinden. Und das 
weiße Epimedium x youngianum 'Niveum' blühte dafür 
plötzlich zartrosa - 'Roseum', und zog daher ebenfalls 
in den Garten meiner Mutter um. Die anderen 3 Töpfe 
wollten ihre Blütenfarbe in diesem Jahr noch nicht 
preisgeben und bleiben also auch bis zum nächsten Blüh-
saison im Topf. Hoffentlich sind bei den drei Pflanzen 

Bei den 3 Sonnenröschen, die zur Zeit auch noch den Tisch 
bevölkern, besteht jedoch Hoffnung, dass ich die Blütenfarbe 
in diesem Jahr noch erfahre, so dass sie schon bald an den 
sehr sonnigen Anfang des Lenzrosenweges unter Snow Balett 
gepflanzt werden können. Denn alle 3 Varianten haben 
Knospen angesetzt. Nur ist es fraglich, ob sich nun wirklich 
die weiße 'Snow Queen' sowie 'Eisbär' und 'The Bridge' 
in den Staudentöpfen befinden …

Bei den Storchschnäbeln bin ich bisher angenehm überrascht, 
zeigten sich recht früh in strahlendem Weiß. Und inzwischen 
präsentieren sich auch der sehr zierliche G. pyrenaicum
Varianten. Der Storchschnabel magnificum blitzt schon blau-
violett. Und die noch nicht blühende hellblaue Storchschnabel-
'Mrs Kendall Clark' sind noch bei meiner Mutter auf dem 
sonnig-heißen Südhof schneckensicherer untergebracht.

Bei meiner Mutter sind außerdem noch der weiße Wasserdost - 
der Ageratum-Dost, ausgelagert. Denn beide Töpfe zeigten 
bei der Lieferung im März kein einziges Blatt, so dass ihnen 
Wärme und Wasser sicherlich eher auf die Sprünge helfen …

Ganz gespannt bin ich nun auch auf die Wiesenrauten 

Noch dazu stehen auf dem Gartentisch zur Zeit das hellblaue 
Lungenkraut - Pulmonaria saccharata 'Opal', das seit dem 
frühen Frühjahr mehrmals von den Schnecken attackiert 
wurde und daher jetzt viel zu schwach für den Wildwuchs 
an den Beeträndern ist. Dazu gesellen sich noch die 6 Töpfe 
mit Galanthus woronowii, dessen Moos-Abdeckung und die 
feuchte Erde jetzt ständig die bauwütigen Drosseln auf den 
Glastisch lockt. Und 3 schutzbedürftige Töpfe mit Kindern 
aus dem 'Günstig gärtnern'-Garten sowie den Vexiernelken-
Sämlingen von 'Monika's Hügeltraum'-Garten stehen ebenfalls 
mit auf dem Tisch. 

Also insgesamt 38 kleine und etwas größere Stauden-Töpfe, 
die vor den gefräßigen Nacktschnecken geschützt werden 
müssen bzw. auf dessen Blüte ich sicherheitshalber noch 
weiter warte, bevor sie einen falschen Platz im Garten 
erhalten. Jedenfalls lohnte es sich auch in diesem Jahr mal 
wieder nicht den Gartentisch und die Stühle zu Pfingsten 
gründlich zu säubern, denn an dem Tisch werden wir vorerst 
nicht sitzen können …

Fotos: S. Schneider


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