Freitag, 29. Mai 2015

Lenzrose etwas erfrischt



den Knoblauchsrauken links des Lenzrosenweges bekommt 
nur bis zum frühen Nachmittag Sonne. Aber das reicht ihr, 
um in letzter Zeit ziemlich oft schlapp am Boden zu liegen. 
Daher gehört sie auch zu den bevorzugten Pflanzen, die 
in trockenen Zeiten häufiger von unserem spülmittelfreien 
Küchen-Vorspülwasser gemischt mit dem Kaffeesatz der 
Pressfilterkanne profitieren. Doch oftmals reichte das im Mai 
nicht aus. Nur heute früh, nach einer feuchten Nacht sieht 
sie mal wieder etwas erholter aus. Aber auch allen anderen 
Stauden um sie herum sieht man an, dass wir dringend mal 
etwas mehr Regen benötigen …

Natürlich könnte ich jetzt auch noch viel mehr Wasser mittels 
Gießkannen in den Garten befördern. Oder auch - wie früher 
üblich, häufiger mal die Grundwasserpumpe anschmeißen, um 
alle Flächen ausgiebig mit dem Bewässerungssystem oder dem 
Gartenschlauch zu wässern. Nur dieses feucht-warme Garten-
klima zusammen mit dem gut gemulchten Boden hat wahr-
scheinlich in den Anfangsjahren nicht nur unseren Pflanzen 
sondern auch den Schnecken & Zecken richtig ideale Lebens-
bedingungen geboten. So konnten sich die Nacktschnecken 
nahezu unbemerkt bis zum August 2002 vermehren. Und die 
ersten Zecken fielen uns erst um 2006 herum an Igeln und 
noch recht selten an unseren Katzen auf. 

Es hat dann noch einige Jahre gedauert, bis ich mich dazu 
durchringen konnte die Pflanzen nicht weiter mit Wasser 
zu verwöhnen. Und besonders die Stauden und einige Rosen 
unter den immer dichter werdenden Sträuchern und immer-
grünen Gehölzen litten zeitweilig extrem oder gaben dann 
teilweise leider auch irgendwann auf. Denn unsere vielfältige 
Bepflanzung der Anfangsjahre - auch in schattigen Bereichen, 
war nur mit einer üppigen Wasserversorgung möglich. Und 
so trafen ab 2010 langanhaltende Trockenzeiten oder sehr 
frostige Tage nach milden Wintertagen dann immer mehr 
eine Auslese. Und nur die Harten blieben im Garten 

Aber diese Maßnahme scheint unsere Probleme mit den 
unerwünschten Gästen etwas einzudämmen. Und daher 
sieht die Beinwell- & Farnfläche unter den Obstbäumen 
in dieser eigentlich frisch-grünen Jahreszeit nun schon 
recht trostlos aus. Nur hier links und rechts am Lenz-
rosenweg mag ich diesen durstigen bzw. vertrockneten 
Anblick jetzt noch nicht ertragen und helfe punktuell 
mit etwas Wasser nach.

Foto: S.Schneider


Kommentare:

majorahn hat gesagt…

Liebe Schneider-Hein
Ich hoffe doch sehr, dass du am vergangenen WE ein bisschen Regen abbekommen hast. Bei uns sah es ähnlich aus.
Aber dass die Trockenheit auch die Zeckenplage etwas eindämmt ist mir neu. Ich wünsche dir, dass du Herrin über diese Viecher wirst!
Liebe Grüße Anne

SchneiderHein hat gesagt…

@ Anne
Der Regen reichte natürlich nicht aus. Ich war gestern früh wirklich erschrocken, dass sich beim Schneefelberich schon die Blattspitzen aufrollen, die Walderdbeeren fast vertrocknet am Rand liegen, und hinter dem Hochwald der Beinwell schon total vertrocknet ist. Selbst dem Efeu im alten Apfelbaum sieht man schon an, dass es sich bald von den neuen Blättern trennen wird. Und erste Rosenknospen werden braun.

Langfristig gesehen hilft dieses radikale Nicht-Wässern schon etwas gegen Zecken & Schnecken. Denn dadurch verkürzen sich die Zeiten zumindest etwas in denen sie nicht ganz so aktiv sind (Obwohl mir ja inzwischen sogar schon bei 0°C eine Nymphe auf dem gemulchten Weg im Wäldchen begegnet ist). Und idealerweise erreichen sie dann nicht ganz so schnell ihr nächstes Stadium, um sich fortpflanzen zu können bzw. durchqueren etwas langsamer den Garten um einen Partner zu finden.
Denn das Hauptproblem bei beiden ist ja nicht das einzelne Tier, sondern die Gelege mit 200 Eiern bei den roten Nacktschnecken und bis 3.000 Eier bei Zeckennestern. Und wenn ich diesen kleinen geschlüpften Tierchen dann auch noch die Umgebung schon gemütlich feucht bei warmer Witterung mache, dann haben die Zeckenlarven noch schneller ihren Wirt erreicht. Denn die Viecher sitzen leider wirklich nicht nur dumm rum und warten. Die bewegen sich je nach Klima auch ziemlich fix in Bereiche wo sich potenzielle Wirte aufhalten.
Allerdings befürchte ich inzwischen, dass sich eine vollgesogene Zecke sogar an strategisch günstigen Stellen fallen lässt, so dass ihre Nachkommen gleich nach dem Schlüpfen einen guten Startplatz haben um den Mäusebus, das Katzentaxi etc. zu nehmen. Aber wenn ich weiterhin so bewässern würde, wie ich das früher nichtsahnend getan habe, würde ich das Problem auf jeden Fall weiterhin beschleunigen.
So hoffen wir, dass dieses Vorgehen zusammen mit dem Absammeln der Zecken von den Wiesenhalmen, dem Auslegen der Zeckenrollen, und dem zeitweiligen Frontlineschutz unserer Katzen das Problem zumindest nicht noch schlimmer werden lassen. Ich meinte damit ganz bestimmt nicht, dass wir die vorhandenen Tierchen damit aus dem Garten vertreiben könnten - so wie das oftmals in den Medien suggeriert wird ...

Sisah vom Fließtal hat gesagt…

Da kann ich dir vollendes folgen, sicherlich hat die erhöhte Feuchtigkeit dabei mitgeholfen die Vermehrungsrate der Zecken anzuheizen.Trockenheit ist wirklich ihr Feind.
Und bei mir wird nicht viel gegossen, mein Hochbeet mit dem Gemüse natürlich. Aber man kann Pflanzen auch verwöhnen, indem man ständig wässert. Ich mach es wie du, ich gieße bestimmte Pflanzen, wenn es wirklich trocken ist, ansonsten müssen sie das aushalten. Glücklicherweise ist der Grundwasserspiegel im Fließtal relativ hoch, so dass Rosen und bestimmte andere Gehölze ihre Wurzeln halt ein bißchen stärker wachsen lassen müssen.
Und der Schneefelberich hält die karge Behandlung gut aus, er wächst zwar nicht so wild wie ich das an der Stelle möchte, aber der erholt sich wieder. Und Efeu wurde noch nie gegosssen, der schmeißt bei Trockenheit aber jede Menge Blätter ab, genau auf den Weg.
LG
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah
Ich hatte gestern lange mit Wolfgang mal wieder über das Thema diskutiert. Auch mal eine Art Urlaub zu machen … ;-( Er sieht es anders, und bis zu einem gewissen Grad hat er sicherlich auch recht. Denn die rasante Vermehrung bei Zecken hängt wohl doch eher von der Verfügbarkeit / Erreichbarkeit der Wirte ab. Bei den Überlegungen hatte ich meinen Test (die vollgesogenen Zecke im Filmröhrchen auf dem Küchentisch, die dort im sehr trockenen Klima sogar unter Sonneneinstrahlung Eier legte, und aus denen dann Larven schlüpften) vollkommen außer acht gelassen. Auch sind die Überlegungen, warum Zecken aus dem Süden immer weiter gen Norden wandern nicht verkehrt. Dort sind die Sommer doch eigentlich früher heißer und trockener gewesen …

Und nachdem ich noch etwas im www unterwegs war, musste ich feststellen, dass es die sehr informative Seite 'Zecke.de' in der Form leider nicht mehr gibt :-( Jetzt ist Pfizer und nicht mehr Baxter der Herausgeber der HP, und nun steht die FSME-Impfung im Vordergrund. All' die interessanten Informationen über die zähen Zecken sind verschwunden.
Allerdings habe ich den Tester und seine Ergebnisse - die früher auf 'Zecke.de' veröffentlicht waren, zum Glück ausfindig machen können: http://www.jagderleben.de/zecken-waschgang. Und dort gibt es noch so einige Erlebnisberichte, die mir sehr vertraut vorkommen. Daher ist es wohl leider fast egal, ob es nun feucht-warm oder trocken und heiß ist. Denn notfalls warten sie unter den Stauden bis es Nacht wird, und dann kommt sicherlich ein Mäuschen oder Igel vorbei …

Allerdings wäre es auch fatal wegen des ohnehin vorhanden Schneckenaufkommens jetzt zu wässern. Ich werde also lieber den spätsommerlichen Anblick ertragen und notfalls schon in den nächsten Wochen die Staudenflächen runterschneiden, das Material auf den Flächen liegenlassen und alles mit dem ohnehin dringend erforderlichen Gehölzschnitt mulchen. Vielleicht wird es ja dann mal im August/September ein ganz anderer spätsommerlicher Anblick. Das ist dann eine andere Art von gärtnern mit der Natur ;-)
Denn im Gegensatz zu Deinen Erfahrungen ist mir der Schneefelberich in den letzten 2 Jahren zur Blütezeit fast immer vertrocknet.
Im Moment wirft das Efeu noch reichlich altes Laub ab. Und da wir zur Zeit ständig heftigen Wind haben, lohnt es sich nicht zu fegen. Wässern werde ich dort auch nicht. Aber bei uns sieht es unter dem Baum jetzt wirklich herbstlich aus. Denn auch die Scheinakaze wirft schon Knospen anstatt Blüten ab. Und bei der Korkenzieherweide am Haus ist es noch schlimmer. Wir haben ja Glücklicherweise den Grundwasserspiegel etwa in 4 bis 5m Tiefe, aber da reichen wohl nicht viele Bäume und Sträucher dran dran.

Sisah vom Fließtal hat gesagt…

In der Populationsbiologie der Lebewesen ist nie ein Faktor Ursache für die Vermehrungsrate des zur Massenvermehrung neigenden Individuums. Ich habe nie behauptet, dass du durch vermindertes Gießen das Zeckenproblem in den Griff bekommst.
Faktor 1 ist sicherlich das Vorhandensein von Wirtstieren in deinem Garten, die ja die Nahrungsgrundlage der Zecken sind. Da hast du ja etliche:Mäuse, Vögel, Igel, Katzen..und Mensch
Diesen Tieren bietest du in deinem Garten Lebensraum...sprich alter Baumbestand für die Vögel, enge Bepflanzung unter den Bäumen bietet Raum für Mäuse, Igel und co.
Faktor 2: Feuchtigkeit: Nicht nur zusätzliches Gießen ist Ursache für eine Zunahme der Feuchtigkeit im Garten. Die enge Bepflanzung trägt auch dazu bei, Pflanzen transpirieren ständig über ihre Blattoberfläche.
Faktor 3: Es gibt globale Veränderungen durch den Klimawandel. Dabei meine ich nicht die Temperaturveränderungen, denn die Temperaturen im Winter haben nicht unbedingt einen besonderen Einfluss
auf die Zeckenpopulationen. Kalte Winter stören Zecken nicht.
Ich vermute eher dass es eine globale Veränderung der Luftfeuchtigkeit gibt. Die Luftfeuchtigkeit in Bodennähe ist in den vergangenen drei Jahrzehnten weltweit um 2,2 Prozent gestiegen. Vielleicht ist das ja auch ein wichtiger 'Standortfaktor' für Zecken.
beste Grüße
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah
Fazit, was ich allerdings nicht beherzigen mag: Betonieren, dann alle Tiere aussperren, um im engmaschigen Käfig nur zusammen mit unseren Katzen mit vorher streng kontrollierten Pflanzen im 'Garten' zu leben ;-))

Allerdings wäre es vielleicht wirklich eine Alternative noch mehr Flächen fugenlos zu pflastern und die Natur zurückzudrängen. Denn schon die kleinste Fuge mit Gras scheint Zecken dazu zu animieren auf unsere Katzendame Allegra mitten auf der Betonfläche zu warten. Wir hatten es ja schon häufiger erlebt, dass sie an einem sonnig heißen Sommertag aus einen besonnten Beet ca. 1m über die Betonfläche liefen, den Sessel in Windeseile hinaufkletterten und uns 'besuchten'.
Ich bin mal gespannt, was bei der Folgestudie in diesem Jahr über Zecken im Garten irgendwann herauskommt.

Ich hatte mich in den letzten Tagen wegen der Trockenheit relativ sicher gefühlt. Aber da ich in unserer Blog-Statistik jetzt wieder häufiger die Suchabfrage nach 'Zeckennester bekämpfen' sehe. Haben unsere Katzen vorgestern sicherheitshalber mal wieder Frontline erhalten. Und prompt hatten wir gestern ein von den Katzen angeschlepptes Zeckenmännchen im Bett. Und ich hatte 2 Nymphen in der Haut.
Sonst hätte ich sie mir nur beim kurzzeitigen Knoblauchsrauke-ziehen am Wegesrand einfangen können. Und da war es wirklich überall verdammt trocken.
Erwachsene Zecken sehe ich zur Zeit kaum noch. Nur Nymphen sind anscheinend doch unterwegs. Meine Mutter hatte sich in den letzten Tagen auch 3 eingefangen. Und im sonnigen Rosenbeet hatte ich binnen 2 Minuten beim Pflanzen einer Staude bei ihr im Garten auch eine Nymphe auf dem Schuh.

Ich befürchte, sie werden sich bei uns noch besser ausbreiten können als in südlicheren Ländern, da es hier im Jahresmittel wesentlich feuchter - also noch gemütlicher ist.
Das mit den kalten Wintern ist mir schon klar, dass die ihnen kaum schaden können. So ganz habe ich jedoch noch nicht herausgefunden, wie so ein Winter aussehen muss, der sie eventuell mal etwas dezimieren kann ...