Montag, 4. Mai 2015

Das Angebot stimmt ...



Tomate und grüner Spargel

Zwiebel, Kiwi, Möhren und Porree

Fenchel und Radieschenblätter

Den Schnecken scheint das Buffet auf dem Hochwald-Kompost 
offensichtlich zu gefallen, und es lädt wohl auch noch etwas 
zum Verweilen ein. Denn drum herum sind die Flächen durch 
recht beschwerlich ist …

Ob sich nun hier Tigerschnegel, Mäuschen & Co an den wohl 
inzwischen etwa 300 meist winzig kleinen gesammelten Nackt-
schnecken gütlich tun, ist natürlich nicht nachvollziehbar. 
Aber im Moment sehe ich trotz der angeknabberten Baum-
päonienblüte und dem geschundenen Wiesenrand noch keine 
Notwendigkeit wieder mit dem Töten der rot-braunen 
Schleimer zu beginnen.

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Freitag, 9. Mai 2015:
So schnell kann die Gartenstimmung kippen. Als ich diesen Post 
auf dem Blog 'Neulich im Garten' sah und wenig später diesen 
'Schneckenhorror' in 'Achimsgarten' las, hatte ich wirklich Mitleid, 
und dachte: 'Schade, dass nun auch Andere diese Erfahrungen 
machen müssen, die mich damals im August 2002 wirklich zur 
Verzweiflung trieben, und mir die Gartenlust raubten'. Allerdings 
führte es bei mir zu dem Zeitpunkt nur noch dazu - nach den 
schon lange nicht mehr praktizierten Gemüseanbau-Versuchen, 
nur auf noch mehr Staudenvielfalt zu verzichten. Und ab dem 
Frühjahr 2004 versuchten wir es dann lieber mit dem Sommerflor 
in Form von Rosen. Denn nur die sehr frühen Zwiebelblumen 
und Stauden hatten danach bei uns eventuell noch eine Chance.

Doch seit gestern am frühen Abend, als es grau und recht feucht-
warm war, kam auch bei mir der altvertraute Gartenfrust zurück. 
neben dem Steg im Wäldchen nicht ganz so schneckenbesetzt, 
wie am 27. April das inzwischen komplett abgefressene Schnee-
glöckchen neben dem Steg-Podest. Aber auch dort hatten die 
Schnecken anscheinend sehr erfolgreich viele Gelege in der 
Mulchschicht versteckt. Weder Akelei noch Hopfen und selbst 
Gras sind vor den gefräßigen Schleimern zur Zeit sicher 
und werden systematisch abgeweidet. 

Und nun kommt noch zusätzlich das Problem hinzu, dass es 
wegen der eventuell bestehenden Zeckengefahr mehr als 
unvernüftig wäre, bei diesem feucht-warmen Wetter in den
20 bis 50cm hohen dicht bewachsenen Wald- & Wiesenrand-
bereichen auf Schneckenjagd zu gehen. Auch Leih-Laufenten 
oder Hühner wären im Moment keine gute Idee, und würden 
durch ihren Einsatz nur neue Zecken-Probleme schaffen.

Schneckenkorn, ob nun im ökologischen Landbau erlaubt 
oder nicht, kommen für uns weiterhin nicht in Frage. Von 
solchen Maßnahmen wären dann auch Tigerschnegel und 
Weinbergschnecken betroffen, die uns anscheinend in 
den letzten Jahren 12 Jahren beim Kampf gegen die rot-
braunen Schleimer unterstützt haben 

Und mit speziellen Nematoden scheint man den Allesfressern 


Kommentare:

Mein Elfenrosengarten hat gesagt…

Liebe Silke,
langsam mag ich die ollen Schnecken nicht mehr!
Bin schon echt am Überlegen - Bierfallen aufzustellen.
Bis jetzt hab ich einfach immer nur abgesammelt.
Aber irgendwie kommts mir so vor -
für jede Abgesammelte kommen 3 Neue!!!
Ganz viele hoffentliche sonnige Maigrüße
sendet dir die Urte :-)
PS: Hier kommt gerade ne Regenhusche durch! :-)

Edith Wenning hat gesagt…

Wo auch immer man mit Pflanzenfreunden spricht, liebe Silke, geht es um die Schneckenplage. Und genauso ist es auch in meinem Garten. Mit Bierfallen lockt man sich zusätzlich zu denen im eigenen Garten auch noch die aus einem Umkreis von 100 m an. Absammeln am frühen Morgen oder späten Abend und nach starkem Regen halte ich für das beste Mittel. Mein Schneckenkorn ist schon 3 bis 4 Jahre alt. Ich habe Skrupel, es anzuwenden. LG Edith

SchneiderHein hat gesagt…

@ Urte
Mögen Deine beiden Gartenhelfer ihr Taschengeld nicht mehr aufbessern - oder wird es Dir in diesem Jahr zu teuer ;-)

Bierfallen hatte ich ganz im Anfang auch mal versucht, da von früheren Gartenfeiern immer reichlich überlagerte Bierflaschen übrig blieben. Aber dahinein haben sich eigentlich kaum Tiere verirrt.

Eigentlich müsstest Du doch in dem recht abgeschlossenen Bereich noch gut Erfolge erzielen können. Oder ist es Dir auch wie mir damals passiert, dass Du Dir die Tierchen mit neuen Pflanzen eingeschleppt hast?
Ich hoffe ja nicht, dass ich Dir einige exportiert habe, da die Töpfe einige Zeit am Haus standen …

@ Edith
Da Du diesen Blog sicherlich nicht in all' seinen Details kennen kannst: Ich habe im August 2002 an einem Regentag 900 Schnecken gesammelt. Und dann von August bis Oktober insgesamt über 6.000 Tiere getötet und entsorgt. Im Jahr 2003 waren es nochmals vom Frühjahr bis Ende Oktober über 3.000 Tiere. Danach hatte ich keine Lust mehr zum Töten und habe mich durch den Verzicht auf viele Pflanzen mit dem Umstand arrangiert. Daher auch die Blog-Unterzeile …
Nun zeichnet sich wohl ein ähnlich schwieriges Jahr ab. Nur, dass wir inzwischen im Jahr 2004 ein Zeckennest unter dem Gartentisch hatten, was wir aber erst im Sommer 2011 als solches im Nachhinein identifizieren konnten. Seitdem haben sich diese Tierchen munter vermehrt. Und die Maßnahmen - wie z.B Rasen kurz halten, ein möglichst ständig besonnter Garten, die die Medien neben dem Schutz der eigenen Person vorschlagen, sind nahezu nutzlos, wenn sich die Tierchen schon über Jahre im Garten und der Nachbarschaft etabliert haben. Denn im Vergleich zu den roten Schleimern mit Gelegen bis zu 400 Eiern, legen Zecken bis zu 3.000 Eier, die sie auch noch mit einer Schutzschicht gegen Hitze überziehen. Außerdem schlüpfen die Zeckenlarven auch noch zeitlich versetzt. Und da ich im Sommer 2011 schon eine schicke Wanderröte hatte und die Antibiotika-'Kur' gegen Ende schon heftige Nebenwirkungen mit sich brachte, beschränke ich mich lieber nur auf das gezielte Absammeln der Zecken an den Wegrändern. Das hat anscheinend im letzten Jahr neben dem Einsatz der Zeckenrollen etwas geholfen. Aber das Risiko mich jetzt wegen der Schnecken kopfüber in die Beete zu begeben, ist mir einfach zu groß.

Dieses Jahr scheint in Bezug auf Schädlinge ohnehin ein Kampf gegen Windmühlen zu werden: Blattrollwespe, Rosenblattfresser, Erdbererblütenstecher, Blattläuse und Dickmaulrüssler teilen den Garten schon unter sich auf. Zwar sind die Meisen & Co im ganzen Garten gut beschäftigt. Aber Florfliegen und Marienkäfer lassen noch auf sich warten. Gut, dass wir so viele immergrüne Gehölze haben!

Edith Wenning hat gesagt…

Wenn ich das lese, liebe Silke, bin ich ja noch gut dran. Hunderte von Schnecken ja, aber Tausende glaube ich nicht. Wenn die Schneckenplage solche Ausmaße annimmt, wird aus Gartenlust schnell Gartenfrust. Dazu fällt mir auch nichts mehr ein. Gibt es Kammerjäger für Gärten? LG Edith

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Mit den Schnecken hatte ich früher einmal ein Problem in L. - aber als ich mit ihnen Frieden schloss und eigens für sie ein Beet mit "Leckereien" anlege, hörte die Plage komischerweise allmählich auf. Sicher gabs noch Schnecken, aber doch nicht mehr in dem Ausmaß, denn ich sammelte im Dunkeln auch Hunderte Schnecken, das reichte mir an einem Abend - mal 300, mal 300, 500 oder mehr. Ein paar Male hab' ich das auch gemacht und richtig, Bierfallen brachten auch nicht viel, soweit ich mich erinnere. Außerdem fand ich es eklig und unschön. Danach trug ich sie zum naheliegenden Wald und irgendwann änderte ich meine Einstellung und das Gartenverhalten und dann konnten wir miteinander leben.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Edith
Och nö, nicht schon wieder das Thema Kammerjäger! Als Gartenbesitzer gibt es irgendwann mal die grundsätzliche Entscheidung mulchen ja oder nein. Nachdem ich mir jahrelang die Ödnis im Garten meiner Großmutter anschauen konnte, wie über Unkraut gejammert und deswegen ständig gehackt wurde, dann nach dem Regen die Erde recht schnell rissig war, und im Herbst die letzten Blätter schnell vom Baum gezupft wurden, damit für den Winter alles ordentlich war, war mir schnell klar so einen Garten mag ich nicht.
Aber mulchen bringt nun mal andere Probleme mit sich. Selbst wenn ich irgendwann bereit sein sollte chemische Mittel zu verwenden, müsste vorher auf fast 600qm die Mulchschicht im Garten entfernt und entsorgt werden. Und danach wäre das nicht mehr die Art von Garten, die uns Spass macht. Da könnten wir auch auf einem sonnigen Dachgarten mit Kübelpflanzen hocken …

@ Sara
Eben deswegen haben wir ja auch nach der Sammelaktion von August 2002 bis Herbst 2003 Kräuter, noch mehr Stauden und einige Zwiebelblumen von der Gartenliste gestrichen. Nur leider waren manche Rosen dann auch nur einige Jahre hilfreich, da sie zu empfindlich für unsere Gartenstandorte waren.
auf die Idee sie zu sammeln, um sie einem eventuell noch intakteren Ökosystem aufzuhalsen wäre ich allerdings nicht gekommen ...