Samstag, 18. April 2015

Die Sache mit dem Bauchgefühl ...


Hat es nun wirklich mit selbsterfüllender Prophezeihung 
zu tun, oder habe ich inzwischen nur ein verdammt gutes 
'Bauchgefühl' für die Natur in unserem Garten entwickelt?

Seit dem 13. März, als mir die erste Zecke dieses Gartenjahres 
begegnete, hielt sich unser Problem noch in Grenzen. Auch 
wenn ich es mehr als erschreckend finde, dass am 20. März - 
bei leichtem Frost gegen 7 Uhr morgens, eine Nymphe auf 
dem gemulchten Weg im Wäldchen wartete. Und vor allem, 
dass sie trotz der eisigen Kälte in der Lage war meinen Schuh 
zu erklimmen. Letztendlich bedeutet das, dass man inzwischen 
in unserem Garten fast das ganze Jahr über mit Zecken rechnen 
muss. Denn richtig frostige Tage sind bei uns äußerst selten ...

Die nächste weibliche Zecke erwischte erwartungsgemäß 
Allegra beim Grasen auf dem runtergeschnittenen Hochbecken 
um den 20. März herum. Denn das Tierchen hatte sich trotz 
Frontline-Schutz, den wir unseren grauen Damen am 5. März 
verabreicht hatten, anscheinend schon einige Tage unter 
ihrem Kinn verköstigt.

Am 4. April, als wir den Nachbarskater Cäsar einige Tage 
in Pflege hatten, hatte er ebenfalls eine Zecke am Kinn. 
Und seit dem 8. April häufen sich nun die unangenehmen 
Begegnungen mit den Krabbeltieren. Denn nachmittags 
lief mir ein Weibchen beim Begutachten meiner Stauden-
töpfe direkt vor der Glasfassade über die Hand. Am 11. und 
13. April entdeckten wir bei unserer sehr erfolgreichen 
Mausefängerin ein Weibchen unter dem Kinn bzw. danach 
am Hals. Und heute geht es nun wohl richtig los:

Um 14:40 Uhr entdeckte ich diese 2 Weibchen hintereinander.


Sie saßen ganz oben in der Spitze eines Liguster-Sämlings.


Und natürlich ziemlich dicht am Steg, 


 dort wo sich zuvor der Nachbarskater Cäsar 
längere Zeit in der Sonne aufhielt.

Und während ich die beiden Zeckendamen fotografierte, 
kam unsere kleine Maus aus dem Wäldchen geschlendert.


Mit einem Katzensprung gelangte sie auf den Futtertisch 


und kratzte sich ungewöhnlich oft am Kopf.
Dabei war sie recht ruhelos. 


Und mit zwei großen Sprüngen durchquerte sie ganz schnell 
die Grünfläche bis zum Haus. Meist ist das ein untrügliches 
Zeichen für Zeckenaktivitäten im Wiesenbereich. 

Aber bis jetzt scheinen sich die Tiere im Schatten wohl noch 
in Bodennähe aufzuhalten. Denn bisher konnte ich an keinem 
der Grashalme, der Zwiebelblätter oder an den Stauden die 
winzig kleine Nymphen bzw. Männchen oder Weibchen 
ausfindig machen.

Doch unsere kleine graue Maus hatte trotzdem genug vom Garten.


 Und wie ich richtig vermutete, gab es schon wieder eine Zecke  
an ihrem Hals, die bereits mit der Blutmahlzeit begonnen hatte. 
Wenig später, als sie sich entnervt auf ihre Kuscheldecke auf 
dem Bett verzog


krabbelte recht fix ein Weibchen über unsere Bettdecke. 
Denn auch wenn der Frontline-Schutz unserer Katzen 
inzwischen nahezu wirkungslos ist, so schien unser Bett 
doch recht vielversprechend zu sein. Obwohl ich erst 
am Donnerstag das Bett frisch bezogen hatte und dabei 
sogar die Steppdecke gewaschen wurde …

Es ist also wieder Zeckenzeit, und wir haben daher 
unsere Ausstattung sicherheitshalber nochmals optimiert:

Dieses Modell Tick 1 von der Nitab AB aus Schweden, hat uns 
unser Nachbar empfohlen. Er hatte es bei Manufactum entdeckt, 
und bekommt damit auch die winzigen kleinen Nymphen endlich 
besser heraus. Und gerade rechtzeitig zur neuen Zeckensaison 
liegt nun neben diversen Zeckenhaken auch dieses Werkzeug 
bei uns bereit. 

Doch, wie ich eben im www feststellte, gibt es davon auch eine 
wesentlich günstigere Kunststoff-Version - Tick 2

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Sonntag, 19. April 2015:
Nachdem ich mich nun seit gestern Nachmittag wieder mehr 
mit dem Zeckenthema befasse, habe ich auch endlich die Presse-
mitteilung zur Studie von Frau Prof. Dr. Ute Mackenstedt der 
Uni Hohenheim vom 25.3.2015 über Zecken im Garten gefunden. 
Fazit der Studie aus 60 Gärten im Raum Stuttgart im Jahr 2014: 
'Ob hochgepflegt oder naturnah: Zecken gibt es in fast allen Gärten'

Uni Hohenheim: Warum eine Gartenstudie?


Kommentare:

Lebenszeit hat gesagt…

Du meine Güte, dass ist bei euch ja ein reines Zeckenaufzuchtparadies. Irgendwas muss doch die Zecken magisch anziehen. Soviel Zecken in einem Garten, ist doch schon sehr ungewöhnlich. Habt ihr mal in diese Richtung geschaut, was die Invasion jedes Jahr hervorruft ? Passt gut auf euch auf.
Ganz herzliche Grüße
Rita

Lebenszeit hat gesagt…

Hallo Silke,
ich habe noch was gefunden, was für euch vielleicht interessant ist, schau mal hier : http://www.patent-de.com/20080717/DE10254072B4.html

Herzlichst Rita

SchneiderHein hat gesagt…

@ Rita
Nachdem ich mich ja notgedrungen in den letzten Jahren ziemlich intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, sehe ich das zwar nicht gelassen, aber inzwischen kann ich damit leben und meist auch ganz gut umgehen …

Erst vor einigen Tagen hatte ich einen kurzes Video von Frau Mackenstedt gesehen, das meine Vermutungen bestätigte. Denn wir sind mit unserem Problem schon lange nicht mehr nicht allein auf weiter Flur ;-(
Dieser Text gibt das ganz gut wieder: http://www.wissen.de/zecken-die-blutsauger-lauern-jetzt-auch-im-eigenen-garten

Und ich hatte in einem meiner Posts vom letzten Jahr mal darüber geschrieben, dass die Tierchen sich wohl überwiegend bei uns in der Wiese am Haus versammeln. Die Gründe warum gerade dort wären wirklich spannend. Aber wahrscheinlich liegt es nur an der attraktiven Wirtsmenge durch den Teich, den Futtertisch in der Wiese, unsere Katzen und uns, die die Zecken aus allen Ecken des Gartens in die Wiese und an den Wiesenrand locken. Denn die Krabbler verfügen über ein erstaunliches Informationssystem und legen weitere Strecken zurück, als das in den meisten Medien publiziert wird …
http://de.wikipedia.org/wiki/Haller-Organ

Und seitdem ich das weiß, kontrolliere ich im Idealfall mehrmals täglich bei entsprechendem Zeckenwetter den Wiesenrand. Ich habe nun noch nicht meine Statistik vom letzten Jahr konsultiert, aber ich habe wohl über 100 Weibchen bzw. Männchen und auch Nymphen von Gräsern, trockenen Halmen, Stauden und Dingen, die wir mal berührt hatten, abgesammelt und im Sagrotanglas versenkt. Ein besseres Mittel zur ökologisch vertretbaren Zeckenbekämpfung kenne ich zur Zeit nicht. Denn auch die Idee mit Bärlauch, Knoblauch etc ist Quatsch. Schon häufiger saßen die Tierchen auf den Blättern der Knoblauchsrauke oder dem Bärlauch, da ich die Pflanze einige Tage zuvor berührt hatte oder mich nur in der Nähe davon aufgehalten hatte.
Wichtig ist es die Wanderwege und Aufenthaltsorte der Tiere im Garten zu kennen, denn das sind beliebte Versammlunsorte ...
Zecken wurden von der Natur nun mal wirklich perfekt ausgestattet. Doch wenn man das weiß und nicht nur einfach in Panik verfällt, lässt sich damit auch im Garten mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen ganz gut umgehen ...

Ich möchte mit diesem Post nur für das Thema sensibilisieren. Denn wenn wir das alles schon früher gewusst hätten, hätten wir in unserem Garten so einiges etwas anders gemacht. Aber so konnte sich das Problem ganz gemütlich und fast unbemerkt über Jahre in unserem Garten gut entwickeln. Ob es nun mit den Zecken im Rindenmulch anfing oder Igel etc. uns die ersten Zecken eingeschleppt hatten, das lässt sich nicht mehr feststellen. Nur weiß ich inzwischen, dass wir im Sommer 2004 mal ein Zeckennest auf dem plattgerampelten Boden unter dem Gartentisch in der Wiese hatten. Nur damals wussten wir noch nicht, dass die durchsichtigen Dinger Zeckenlarven waren, die da aus ca. 3000 Eiern im Abstand von einigen Tagen schlüpften ...

LiSa hat gesagt…

Auweia! Das hört sich ja schaurig an.
Ich hatte erst einmal eine Begegnung mit einer Zecke und die ist mind. 20ig Jahre her und das hat mir schon gereicht :(
LG
LiSa

SchneiderHein hat gesagt…

Und noch 2 Text-Varianten der wirklich interessanten Studie der Uni Hohenheim unter Leitung von Frau Prof. Dr. Ute Mackenstedt über Zecken, die in fast allen Gärten lauern:

http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/nachrichten-newsticker_artikel,-Universitaet-Hohenheim-veroeffentlicht-Studie-Zecken-fuehlen-sich-auch-in-der-Stadt-wohl-_arid,296528.html

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/stuttgart/uni-hohenheim-praesentiert-studie-zecken-lauern-in-fast-allen-gaerten/-/id=1592/did=15270812/nid=1592/iv1r7g/index.html

Elke Schwarzer hat gesagt…

Hallo Silke,
ich hatte auch schon eine kleine festgebissene am Bein dieses Frühjahr. Richtig gesehen im Garten habe ich aber noch keine, obwohl ich dafür mittlerweile ein Auge habe.
Neue Zeckenrollen liegen aus, wie die letzten Jahre auch schon.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Ich komme gerade aus dem Garten, um meine Statistik zu pflegen ;-( Wo ich mir nun das Männchen eingefangen habe, das eben über meine Hand krabbelte, weiß ich nicht ganz genau. Aber es hat entweder an den Containerrosen auf der Betonfläche gewartet. Oder, was noch wahrscheinlicher ist, das Tierchen hat an den Eimern in der Garage oder an den noch nachzuspülenden Katzenklos in der Garage gewartet. Jedenfalls war der Herr ganz schön fix unterwegs. Und gegen Mittag sah ich das erste Männchen mitten in der Wiese an einem ca. 20cm hohen Grashalm.
Zum Glück habe ich für mein Alter wohl immer noch eine recht gute Sehfähigkeit. Aber seit ein paar Tagen besitze ich für die Larven & Nymphen nun doch sicherheitshalber eine Lesebrille ...

Auf die Zeckenrollen allein würde ich mich nicht verlassen. Aber ich bin mir sicher, wenn das System so wie beschrieben funktioniert, können sie zumindest helfen, dass sich das Problem nicht zu sehr verschlimmert.
Obwohl ich mit Sisah in dem anderen Zeckenpost vom 13. März ja die Diskussion hatte, was passiert mit dem Permethrin unter Lichteinfluss. Bestes Beispiel unser Tischmäuschen, das sich zwischen 12 und 15 Uhr mit Vogelfutter eindeckt. Das müsste dann ja nicht als Antizeckenmittel durch den Garten wandern ...

Ute hat gesagt…

Liebe Silke,
ich verfolge ja nun schon seit einigen Jahren euren Kampf gegen die Zecken. Ich glaube, ich wäre schon längst verzweifelt. Und hätte die Lust auf Garten verloren. Kann man denn da gar nichts machen? So mit einer Art Kammerjäger im Garten?

SchneiderHein hat gesagt…

@ Ute
Ich zitiere hier mal aus einem Artikel auf den ich vorhin in meinem meiner Kommentare hingewiesen habe: http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/nachrichten-newsticker_artikel,-Universitaet-Hohenheim-veroeffentlicht-Studie-Zecken-fuehlen-sich-auch-in-der-Stadt-wohl-_arid,296528.html

Eine Studie, die die Forscherin Ute Mackenstedt jetzt veröffentlicht hat:
'Beeinflussen kann man die Zeckenpopulation ihrer Meinung nach nicht. "Man müsste den Garten schon betonieren und grün anstreichen, um wirklich sicher zu gehen", sagt Mackenstedt. Schon ein kurzgeschnittener Rasen reiche den Zecken als Lebensraum aus. "Sie warten auf den Spitzen der Halme oder auf Ästen. Und sobald jemand den Halm berührt, wechseln sie blitzschnell den Träger."

Wir hatten das vor ein paar Jahren mal etwas drastischer formuliert: Den Garten brandroden, Mauer drum und Fliegengitter drauf, damit weder Maus, Eichhörnchen, Igel, Vogel etc. einwandern können. Und dann am Besten Kunstpflanzen reinstellen. Denn theoretisch könnte an jeder Freilandpflanze auch schon eine unentdeckte Zecke sitzen …

Es ist wirklich sinnvoller sich mit dem Umstand zu arragieren ...

flachs spinnerin hat gesagt…

ich fand diesen hinweis http://www.soll-galabau.de/aktuelle-news/ansicht-aktuelles/datum/2012/06/13/neues-mittel-gegen-zecken-im-garten.html, ich würde schlicht mit zugelassenen insektiziden mal alles regelmässig éin jahr lang spitzen und so bekämpfen, zecken möchte ich nicht so reichlich im garten vorfinden. aber das muss ja jede selbst beregeln. gruß wiebke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Wiebke
Das Thema mit dem Spritzen hatten wir glaube ich schon mal vor einigen Jahren ...
Das Problem ist, dass dabei mehr nützliche Tiere als Zecken vernichtet werden. Und wenn, dann müsste vorher der ganze Garten dafür eigentlich entmulcht und vom Unterholz bereift werden, um überhaupt die fiesen Winzlinge zu erreichen …
Und wie schwer es ist ein fast lokalisiertes Zeckenest mit dem Neudorff Zecken- & Grasmilben-Konzentrat zu vernichten, haben wir ja im Sommer 2011 unter unserer Rose am Steg direkt vorm Haus festgestellt. Da habe ich den Nestbereich im Umkreis von ca. 2m 3x in ca. 5 Wochen mit dem Mittel behandelt - und noch dazu die Fugen der Betonplatten vorm Haus. Und trotzdem hatten wir danach an der Stelle immer noch Zecken, so dass wir dort im Spätsommer/Herbst nicht mehr vor der Glasfassade sitzen konnten. Die Tierchen kamen aus der Wiese aktiv auf uns zugekrabbelt ...

Das Mittel, was Du da gefunden hast, verwenden wir inzwischen schon seit einigen Jahren. Ob es wirklich hilft, kann man in unserem Garten wohl nie richtig beurteilen. Aber zumindest werden die Rollen von unseren Gartenmäusen besucht. Denn oft sehe ich herausgezuppeltes Material vor den ausgelegten Rollen. Und die Verwendung ist relativ unbedenklich im Vergleich zu anderen Mitteln.
Inzwischen findest Du auf der Sidebar auch noch das Label 'Zeckenrollen' - dort kann man mehr zur Wirkungsweise erfahren und verfolgen, welche Erfahrungen ich im Laufe der Jahre damit gemacht habe …

Aber noch immer erachte ich das mit offenen Augen durch den Garten gehen und die Tiere an den Wegrändern abzusammeln als wirkungsvollstes Mittel an. Denn genau wie für Nacktschnecken kann man seinen Blick auch für Zecken trainieren ;-)

Anonym hat gesagt…

Puh, das ist schon echt gruselig bei euch ! Hat dich eigentlich Prof. Dr.Mackenstedt damals angeschrieben ? Warst du bei der Studie dabei ?
GLG, Christine

SchneiderHein hat gesagt…

@ Christine
Das wollte ich Dich eigentlich fragen, ob das nicht was für Euch wäre ;-( Denn die Studie findet wohl nur im Großraum Stuttgart statt. Ob hier auch in dieser Form geforscht wird, ist mir nicht bekannt.
Ich hätte nix dagegen daran teilzunehmen, obwohl mir die Wiese als zu erforschender Bereich eigentlich schon reicht …
Denn heute saßen 2 Weibchen in der Mittagssonne an den Halmen, dort wo ich gestern ein Männchen abgepflückt hatte.
Und nachdem Allegra mal wieder mitten auf der Betonfläche an ihrem Lieblingsgras geknabbert hatte, saß auch dort bei schönstem wärmenden Sonnenschein eine weibliche Zecke am Grashalm.

Diesen ganzen Temperaturangaben, die Hinweise zu schattig-feuchten Aufenthaltsorten und das nur dumm rumsitzen, um auf Wirte zu warten zweifele ich immer mehr an. Mir scheint, dass die Tierchen viel besser von der Natur ausgestattet sind, als bisher angenommen wird.
Und ich kann mir inzwischen sehr gut vorstellen, dass die Krabbler über ein perfektes Informationssystem verfügen, um sich auf einem Wirt zu treffen. Denn oftmals saßen im letzten Jahr bei uns in der Wiese Männchen und Weibchen ziemlich dicht nebeneinander. Außerdem fielen mir besonders am Rand der Wiese Zecken auf - dort wo unsere Katzen und wir uns oft aufhielten. Weiter hinten waren es wesentlich weniger. So gut kann ich zum Glück noch gucken ;-)
es ist und bleibt spannend ...

Anonym hat gesagt…

Mhm, ich hatte sie damals - nachdem ein Bericht bei uns im Regionalteil war - angeschrieben, Erfahrungen berichtet und deinen Blog ebenso empfohlen. Leider kam da NIE eine Antwort... Seltsam. Aber gut, das ändert ja nichts an den Tatsachen. Allerdings haben bzw. hatten wir bisher nur männliche Zecken hier bei uns und davon war keine ausgewachsen. Ich lasse - wenn denn mal eine sitzt - sie grundsätzlich im Labor testen und da bekommt ja auch die Eckdaten bzgl. Geschlecht und Alter. Sehr interessant. Na ja, wir werden dieses Jahr wieder einen Schwung Zeckenrollen auslegen, denn das scheint tatsächlich zu helfen. Bisher ist es den Biestern bei uns zu sonnig und trocken - mit wachsendem Wald nebenan wird das aber irgendwann anders sein. Ich bin froh, dass wir großflächig rund ums Haus befestigte Splittflächen haben. So wie bei euch inmitten der schönen Natur könnte ich nicht einmal ohne Repellent rausgehen... da würden an mir sicher gleich 10 Zecken sitzen. Also, ich weiß, dass die Auwald-Zecke sich auf die Suche und den Weg nach dem Wirt macht. Solche haben wir hier zum Glück (noch) nicht. Aber das mit den Rändern kann ich auch bestätigen !
Habt einen schönen Abend (ohne Zecken) und liebe Grüße, Christine

PS. Bevor ich es vergesse - deine Lerchensporn-Samen sind aufgegangen ! *freu*

SchneiderHein hat gesagt…

@ Christine
Immer wenn ich den Lerchensporn bei meiner Mutter sehe, fragte ich mich, ob es bei Dir wohl diesmal geklappt hat. Schön, dann bekommst Du irgendwann wohl auch mal Felder …

Also, sie hatte mal irgendwann unter einem Post einen Kommentar hinterlassen. Aber soweit ich mich erinnere, ging es dabei nur um einen Link zu der von ihr entwickelten Decke, die in Zeckengebieten einen gewissen Schutz bietet. Dafür hatte sie sich mal bedankt.

Am Sonntag war ich nach einigen Artikeln drauf und dran sie anzuschreiben, ob ich irgendwie eine Möglichkeit habe die Studie mal zu lesen. Aber dann fand ich ja plötzlich die Pressemitteilung. Und da wurde mir klar, das sich wohl höchstens erste Tendenzen zeigen. Also das gehäufte Auftreten in z.B. Büschen während andere Bereiche weniger gefährdet sind.
Ich sehe diese ganze Zeckenwelt ja seit dem Text bei Wikipedia über das Hallersche Organg mit anderen Augen …
Gestern war eine Nymphe an Allegras Lieblingsgras mitten auf der Betonfläche. Eine Nymphe an meinen Buschwindröschen auf dem Glastisch. Und wieder 2 in der Wiese, ziemlich genau dort wo gestern auch schon welche saßen. Die wissen also genau, wo es sich lohnt zu warten und bewegen sich aktiv dort hin. Und Probleme mit Sonne haben die auch nicht. Gestern saßen alle 4 Zecken in der prallen Sonne.
Wenn das mit der angewärmten Buttersäure nicht so fürchterlich stinken würde - ich vermute, das wären erschreckende Bilder, was da aus den Beeten gekrabbelt käme …
Aber so hält sich das Zeckenaufkommen, das mir täglich begegnet noch in Grenzen. Allerdings schaue ich zur Zeit auch nur mit tränenden Adleraugen und Triefnase 2 bis 3x täglich in die halbschattige Wiese. Denn im Moment reagiere ich auf Birke . Andererseits müsste ich so ja wohl auch ein optimaler Zecken-Lockstoff sein ;-)

Gut, dass Ihr Euren Garten diesbezüglich umgestaltet habt!
Unser nächster Steg wird auf jeden Fall auch höher und an der Teichmauer haben wir am Sonntag bis zum Winter das letzte Mal gesessen, denn da hatte ich eine Nymphe am Ärmel. Die wartete wohl im Efeu an der Wand.
Es bleibt wohl wirklich nix anderes übrig als manche Gartenbereiche umzugestalten. Aber sicher sollte man sich deswegen wohl trotzdem nicht mehr fühlen ;-(

Anonym hat gesagt…

Ja, da hast du absolut recht !

Wir gehen immer mit Repellent auf der Kleidung in den Garten. Nur auf der Haut habe ich schon lange wieder sein lassen, denn dann krabbeln sie ja munter auf den Kleidern herum und man nimmt sie mit rein (hatte ich ein paar Mal). Trotz des Repellents schauen wir uns nach jedem Gartengang gegenseitig gründlich an. Ich bin immer auf Hab-acht-Stellung !

Mhm, ich hatte eigentlich gedacht, dass bei dieser Studie mehr bzgl. Vorbeugung usw. geraten wird. Die Sache mit der FSME-Impfung hat mich mal wieder geärgert, denn die wenigstens Stämme sind damit abgedeckt und zudem ist sie höchst unverträglich mit schlimmen Nebenwirkungen. Zudem gibt es immer noch nix gegen die sehr viel häufigere und schlimmere Bedrohung Borrelien. Das kommt in den ganzen Studien und Erfahrungsberichten - meiner Meinung nach - viel zu kurz. Keiner empfiehlt z.B. die Untersuchung der Zecke im Labor oder Repellents. Da frage ich mich dann schon manchmal - wer soll denn davon profitieren ? Mal wieder die Pharma-Industrie ?! Na toll...

Ich wünsch euch noch einen schönen Abend und hoffe, dass es vielleicht irgendwann mal ein Tier geben wird, welches Geschmack an den Zecken findet !!! Wunschtraum, ich weiß ;-)

Ganz liebe Grüße an euch,
Christine

SchneiderHein hat gesagt…

@ Christine
Also meine Antizeckenmittel sind schon wieder alle verfallen ;-) Das sagt ja wohl genug über meine Vorsorge aus - bzw. wie selten ich mich in die Beete traue …
Inzwischen ist auch der Hopfen schon wieder 20 bis 40cm hoch. Also wird das mit dem Wiese enthopfen in diesem Frühjahr auch nix mehr. Das ist mir wirklich zu gefährlich da kpfüber in der Fläche zu stehen
fr.
Ebenso habe ich den Bereich hinter dem Metallteich mit der Steinsame immer noch nicht in Angriff genommen. Das ist bei meinem Taschentuchbedarf im Moment einfach zu gefährlich, wenn ich mehr mit mir als mit eventuellen Krabblern beschäftigt bin.
Und ebenso der Totholzbereich an der Nordgrenze, dort wo der Apfelbaum zusammengebrochen ist. Da sollte ich lieber staunen, wie schnell die Natur nun Schmuddelecken begrünt …

Im letzten Jahr war es irgendwann - wohl Ende Juni/Juli nicht mehr so schlimm. Allerdings war ich da auch kaum noch im Garten und gar nicht mehr in den Flächen. Aber bei Maus & Allegra fanden wir kaum noch Zecken. Und die Wiese hatte ich natürlich weiterhin gut im Blick. Die ist mein privates Zecken-'Thermometer' ;-)
Allerdings sagt das nach meinem Bauchgefühl auch aus, dass sich in der Zeit Männlein & Weiblein schon längst gefunden haben - ihre Lebensaufgabe also erfüllt ist, und in der Zeit dann die Larven aus dem Gelegen schlüpfen. Und um die zu finden, muss man ja wirklich überall in Bodennähe umherkrabbeln. Also ist das wohl eigentlich die Zeit, in der man nur scheinbar sicher ist.
Und die Nymphen haben bis dahin sicherlich auch schon einen Wirt gefunden, so dass sie sich in der heißen Jahreszeit ganz gemütlich in der Mulchschicht auf das nächste Stadium vorbereiten.

Ich werde also bei der nächsten Online Bestellung mich wieder eindecken und bin gespannt, ob ich mich dann total verhüllt und mit eingenebelter Kleidung im Hochsommer in meine Problemecken begebe. Sonst fühle ich mich je nach Wetter dort erst wieder so ab November einigermaßen sicher :-(
Auf der Haut verwende ich solche Mittel auch nicht mehr. Da befürchte ich, dass das viel zu schnell bei Daueranwendung zu allergischen Reaktionen führt. Denn dieses Problem werden wir ja nun wohl lebenslang haben - wenn wir noch etwas Natur im Garten haben wollen …

Ich hatte auch die Hoffnung, dass die Studie vielleicht auch ein paar Erklärungen liefert wie man Gärten vor dem Befall schützen könnte, oder damit umgeht. So wie das im Begleitheft zu den Zeckenrollen versucht wird.
Aber wenn ich so an die Reaktionen hier auf dem Blog im Laufe der Jahre denke, ist das so ein heißes Eisen, da wird die Bevölkerung wohl sicherheitshalber nur ganz vorsichtig an das Thema herangeführt. Denn sonst schreien wohl fast alle gleich nach flächendeckendem Gifteinsatz.
Warum allerdings immer noch so wenig über die Gefahr durch Nymphen aufgeklärt wird, verstehe ich nicht. Aber das ist wohl einfach zu komplex zum Erklären. Oder es muss der Bevölkerung in leichter verdaulichen Happen Jahr für Jahr präsentiert werden. Denn der Schock, dass Zecken auch im Garten unterwegs sind, reicht wohl für dieses Jahr ;-(
Ich hatte gestern zufällig mittags in der ARD ein Interview gesehen. Etwas ausführlicher werden die Informationen inzwischen ja. Aber mehr als sich schützen und sich morgens und abends absuchen kommt dabei auch nicht heraus. Und dabei sind die Tierchen so fix unterwegs. Bei uns würde das auf jeden Fall nicht reichen. Jeder Schritt oder Griff ins Beet oder an gefähredete Pflanzen führt im Moment bei mir automatisch zum Kontrollblick. Und das ist auch gut so, denn sonst hätten sich in diesem Jahr schon 5 oder 6 Tierchen an mir beköstigt …

Mit FSME mss ich mich ja noch nicht so sehr beschäftigen. Aber mich ärgert es, dass Antibiotika immer noch als 'Bonbons' dargestellt werden, wo doch auf der anderen Seite inzwischen klar ist, dass immer häufiger Antibiotika nicht mehr anschlagen. Das war ja auch einer der Gründe, warum meiner Schwiegermutter im letzten Jahr nicht mehr geholfen werden konnte …

SchneiderHein hat gesagt…

@ Christine - Teil 2
Das Tier, das kenne ich ;-) Das heißt Zecken-Sammler und sollte möglichst morgens, mittags und abends gut geschützt eine Gartenrunde mit einem Sammelgefäß drehen.

Ich sollte wohl mal wieder Harald W. anschreiben, der mich ja erst durch seinen Beitrag über seinen Zeckengarten in der Eifel in einem Gartenforum für das Problem sensibilisiert hat. Der war ja zumindest 2 oder 3 Jahre erfolgreicher Zeckensammler. Aber vielleicht hat er ja auch inzwischen resigniert ...