Samstag, 4. April 2015

Der Fieberklee, der aus der Tiefe kam ...


Ursprünglich hatten wir den Fieberklee - Menyanthes trifoliata,
in einem kleinen Gitterkorb in der Flachwasserzone im Teich 
angesiedelt. Zunächst eroberte er von dort die Pflanzschalen 
unter dem Steg. Als nächstes Ziel suchten sich die im Wasser 
zone aus, um den Drosseln das Herausfischen des Fischfutters, 
kleiner Fische und auch Molche zu erleichtern. Aber gleich-
zeitig wurde er auch zum Landgänger. Und an Land blühte er 
in den letzten Jahren am Schönsten. Nur in diesem Jahr sehen 
seine Landtriebe wenig vielversprechend aus. Es scheint, als ob 
sie teilweise unter den wenigen frostigen Stunden im Winter 
bzw. Frühjahr gelitten haben ...

Doch dafür gibt es nun Rhizome, die wahrscheinlich im Winter 
tiefer abgesunken sind. Und während im sumpfigen Bereich nur 
winzig kleine Triebspitzen an manchen Enden zu erahnen sind, 
kommen jetzt plötzlich rote Knospen und Blattspitzen ...

zwischen den Krebsscheren aus der Tiefe hervor.

Die Posthornschnecken sind zur Zeit besonders aktiv, und 
erste Molche sind zeitweilig auch schon zu entdecken. 
Aber das Wasser ist noch erstaunlich kühl, so dass die meisten 
Pflanzen erst ganz langsam beginnen. Nur die Wasserlinse 
kümmern kühle Temperaturen überhaupt nicht. Die entwickelt 
sich munter weiter. Und auch das Schilf schiebt überall 
schon wieder reichlich Spitzen hervor 

Leider erscheint das Wasser im Moment trüber als üblich. 
Einerseits liegt es wohl an der feinen Staubschicht, die 
sich auf der Wasseroberfläche befindet. Aber sicherlich 
tragen auch die Faulprozesse im Teich zur Eintrübung bei. 
Es wird also wieder Zeit für die Klarwasser-Teichbakterien 
und die Teichschlamm-Abbauhilfe, mit denen wir schon 
konnten. Denn es ist eigentlich unmöglich einen passenden 
Zeitraum zu finden, in dem man keine Teichbewohner stört. 
Schließlich überwintern Libellen- & Köcherfliegenlarven 
im Teich, und Molche sowie kleine Frösche wandern je 
nach Wetterlage schon sehr früh wieder ein. Und im Herbst 
ist es fraglich, wann die Molchs- & Froschkinder den Teich 
verlassen. Daher verzichten wir lieber seit einigen Jahren 
auf das Entschlammen im Frühjahr bzw. Herbst und über-
lassen diese Aufgabe den Teichbakterien. Nur da es zu 
Ostern noch Nachtfrost geben soll, macht es Sinn 
jetzt noch etwas zu warten. 

Doch dafür erwies es sich schon häufiger als sinnvoll 
an den wärmeren Wintertagen - wenn es über einen 
längeren Zeitraum keinen Frost gab, zusätzlich die 
Teichbakterien einzubringen.

Im Laufe der 35 Jahre, die ich mich nun schon mit 
dem Thema Garten beschäftige, haben Gartenarbeiten 
für mich in den letzten 10 Jahren immer weniger mit 
dem überall in Zeitschriften & Büchern publizierten 
klassischen Gartenkalender zu tun. Es entwickelt 
sich immer mehr zum Gärtnern mit der Natur, dem 
'Bauchgefühl' und dem teilweise extrem unter-
schiedlichen Wetter ...

Fotos: S.Schneider


Nachtrag Donnerstag, 16. April 2015:
Heute ist mir beim Posten zufällig ein altes Foto mit Fieberklee 
und Krebsschere vom Mai 2008 aufgefallen. Und zu meinem 
Erstaunen musste ich feststellen, dass der Fieberklee auch damals 
aus der Tiefe kam. Nur in den vergangenen Jahren hatte er immer 
häufiger Tendenzen das Ufer zu erobern 


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