Montag, 20. April 2015

Aus dem südlichen Garten ...


Andere Gartenblogs beschäftigen sich zur Zeit häufiger mit 
vielen unerwünschten Einwanderern aus den Nachbargärten, 
die als Wurzelausläufer oder auch Sämlinge aus weniger 
gepflegten Gärten in die geordneten Beete eindringen … 

Dieses Problem, kenne ich in unserem Wildwuchsgarten kaum, 
da unsere Böden schon so dicht besiedelt sind, dass sich sogar 
die meisten erwünschten Pflanzen leider kaum noch aussamen 
können. Und so müssen sich die Glockenblume oder das große 
Waldwindröschen schon einen Platz in den engen Fugen der 
Betonfläche suchen, um überhaupt noch einen Lebensraum 
zu finden.


Lediglich der Löwenzahn findet ein paar mehr Fugen, 
wo er sich breit machen kann. Und auch in der 'Wiese' 
klappt es manchmal noch mit den gelben Pflanzen. Nur 
diese Saat entstehen nicht in unserem Garten, sondern 
die habe ich dem Grünflächenamt zu verdanken. Denn in 
den Rasenflächen an den Straßenrändern wird der Löwen-
zahn nicht bekämpft. Und so gibt es plötzlich zu selten
gemähte Flächen voller Pusteblumen, deren Fallschirme 
dann auch mal den Weg in unseren Garten finden. Aber 
zur Zeit wird diese gelbe Fehlfarbe noch gern geduldet
steht aber unter ständiger Aufsicht - und wird im Idealfall 
irgendwann sogar einfach aufgegessen

Doch dafür habe ich einen anderen Einwanderer im Garten, 
der für mich persönlich ein echtes Ärgernis ist:

Plastikfetzten …

Es vergeht fast kein Tag, an dem ich nicht irgendwo 
kleine Stücke durchsichtiger Folie im Garten finde.

Und so ein größeres Stück, wie hier mitten im Beinwell, 
das am Zaun unserer südlichen Nachbarn im zugewucherten 
Wirtschaftsweg vor der Brombeerhecke liegt, gehört noch 
zu den größeren Folienstücken …

Übeltäter ist eine Folie im südlichen Garten, die wohl 
eine Tischtennisplatte hinter dem Holzzaun vorm Wetter 
schützen soll. Aber eine nicht UV-beständige Folie ist 
nun leider nicht sehr lange gartentauglich und löst sich 
'einfach' auf. Und so verteilen sich nach und nach diese 
teilweise winzigen Fetzen in den Gärten. Abgesehen 
davon, dass ich Müll im Garten nicht besonders angenehm 
finde, muss ich beim Aufsammeln der Teile immer wieder 
an die Plastikmüll-Teppiche in den Weltmeeren denken

Zuvor hatten unsere Nachbarn dort in der Grundstücksecke 
noch ein Spielhaus mit einem Dach aus Gewebeplane. Doch 
nach einiger Zeit hatte sich diese blaue Plane aufgelöst. 
Aber dünne Folienstreifen finde ich noch immer vereinzelt im 
Garten, obwohl die Plane schon vor 2 oder 3 Jahren entsorgt 
wurde. Und besonders tragisch ist es, dass solche Streifen - 
oder auch herumliegende Bindebänder aus Plastik, von den 
Tieren sehr gern zum Nestbau genutzt werden. Daher betrifft 
dieses kleinteilige Plastik-Problem nicht nur die Seevögel

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Sara Mary von Buelsdorf hat gesagt…

Das ging uns im Waldgarten ja auch und deshalb plädiere ich auch für Bodendecker, also bodenbedeckende Pflanzen, die meist so dicht werden, daß da kaum etwas anderes dazwischen aufkommt.
Den Löwenzahn haben wir ja hier leider en masse. Den hatten die Vorgänger wohl nicht eliminiert. Nun habe ich schon den F*skars-Ausstecher und es ist dennoch eine Schw....arbeit ... am nächstne Tag ist genausoviel Löwenzahn wieder da wie am Tag davor ... und unter fast jedem Löwenzahn, das ist das Schlimme, befindet sich mindestens ein Stein. Der Rasen müßte komplett abgetragen, der Boden ausgehoben und neu mit Erde aufgefüllt werden. Aber wer macht sowas schon??? ;-)

Ohje, das Plastik haben wir hier auch - an der Straße. Besonders, wenn der Wind stark weht, was hier öfter vorkommt .... ist ja auch klar, an der langen Straßenfront, die aufs weite Feld hinausführt ... Beim letzten Sturm kamen sogar Teilchen von Nachbars Plastikdach in unseren Garten geflogen. ;-)

http://mein-waldgarten.blogspot.de/2015/03/der-orkan-und-der-tag-danach.html

Elke hat gesagt…

So ähnlich ist das mit dem Grünflächenamt bei uns auch. Ich will ja nicht meckern, aber seitdem die mit ihren komischen Wagen über die Fußwege fahren, haben wir viel mehr Unkraut sowohl im eigenen Rasen als auch am Zaun. Früher habe ich mich gemüsigt gefühlt draußen auf dem Fußweg das Unkraut selbst wegzumachen, aber seitdem das solche Ausmaße angenommen hat, muss ich passen. Da sind Unkräuter dabei, die kenn ich noch nicht mal. - Unser Garten ist aber auch nicht im eigentlich Sinne "gepflegt". Das klappt bei der Größe einfach nicht. Und schon gar nicht, wenn alles an mir hängen bleibt. Inzwischen sehe ich aber auch mit Freude, dass bis auf die Wiese (Rasen kann man nicht mehr sagen)alles so zuwächst, dass das mit den Wildkräutern nicht mehr so schlimm ist.
@Sara: Vergiss das mit dem Neuanlegen. Das sieht in drei bis fünf Jahren aus wie vorher.
Liebe Grüße
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Auch eine Mulchschicht leistet gute Dienste ;-) Nur ist da, wie auch bei Bodendeckern das Nacktschneckenproblem leider schon vorprogrammiert. Bei uns werden ja sogar die weißen BLüten des kleinen immergrün weggeknabbert …

Na ja, hinten im Garten werde ich den Löwenzahn jetzt in allen Varianten ernten.
Und auf dem Hof blüht er zur Zeit vereinzelt so wundervoll, da dürfen die Insekten eben gern noch ernten, denn er passt traumhaft zu dem kleinen gelben Fingerkraut in den Fugen der Hofpflasterung. Allerdings werde ich dort jetzt 1 bis 2x am Tag in der Blütezeit einen Spaziergang mit unserer grauen Dame machen, um alle potenzielle Pusteblumen abzureißen und in die Mülltonne zu schmeißen.

Das mit dem Aufsammeln des Plastiks finde ich ja gar nicht so schlimm. Nur, dass tatsächlich die Vögel damit bauen.
Gestern sprach ich deswegen unseren Nachbarn an. Und wenig später fand ich an der Nordseite unter dem Garagendach dann zufällig ein Nest vom Vorjahr, wo tatsächlich 2 Plastikstreifen verbaut waren …

@ Elke
Gestern in BS sah ich jetzt das gleiche Problem ;-) Herrlich blühende Narzissen - wohl im letzten Jahr neu gesetzt, und drum herum Rasen voller Löwenzahn ;-)
In Hannover gibt es seit einigen Jahren Grünstreifen voller Wildkräuter. Da teilen sich wohl auch die Meinungen, ob das so toll ist. Ich finde es jedenfalls schöner, da es abwechslungsreicher ist. Vermutlich kommst Du durch solche jetzt richtig modern gewordenen Flächen an die unbekannten Wildkräuter …

Bei mir ist es auch die Größe, die mir leider ab und an durch Alterswehwehchen, Zeckenaufkommen oder andere Umstände sowie zu viele Hobbies das Gärtnern erschwert. Daher versuche ich so nach und nach schon jetzt daraus allmählich einen pflegeleichteren 'Seniorengarten' zu machen. Aber da sind in der Vergangenheit so einige Fehler passiert, die mir das Ganze wohl immer erschweren werden. Denn ich/wir sind einfach nicht dafür gemacht hart und richtig konsequent durchzugreifen. Und oftmals ist es auch viel zu spannend die Natur einfach zu beobachten ...