Mittwoch, 9. April 2014

Gartenbesetzer


Vor 2 Jahren hatten wir im Frühjahr schon einmal einige Tage 
schwammen trotz unserer Anwesenheit ganz selbstverständlich 
mehrere Stunden auf dem Teich herum. Im letzten Jahr waren 
sie für unseren Teich eventuell durch das lange kalte Frühjahr 
zu spät dran. Jedenfalls waren sie mir im April bzw. im Mai 
nicht begegnet.

Doch seit dem Wochenende machen sie sich wieder bemerkbar. 
Am Sonntag war das Stockentenpaar allerdings noch so scheu, 
dass ich sie schon beim Betreten des Treppenhaus aufscheuchte. 
Ganz anders war es dagegen gestern Abend gegen 20 Uhr. Denn
plötzlich ertönte ein lautstarkes Quaken, mit dem das Weibchen 
ihren Erpel anscheinend zum Teich lockte. Währenddessen saß 
unsere Maus irritiert im Türspalt im Treppenhaus, und Nachbars 
Wenig später machte es Platsch und der Erpel landete im Wasser. 
Beiden Katzen waren extrem neugierig, aber die großen Vögel 
waren ihnen wohl trotzdem nicht ganz geheuer. Nach einigen 
Schwimmrunden im Teich entschied sich das Paar aufzubrechen.
Eine kleine Maus blieb lieber im Haus, während Cäsar zunächst
die schwappende Wasseroberfläche genauer betrachtete und 
dann wegen des Regens lieber nach Hause trottete ...

Und heute bei leicht regnerischem Wetter stand unser Teich 
gegen 17 Uhr wieder auf dem Besuchsplan der beiden Enten:

Dieses Mal trafen sie gleichzeitig ein. Nur war 
das Weibchen hier seitlich unter dem Steg 
verschwunden und tauchte dort nach Nahrung.

Und während er Wache hielt, konnte sie ganz beruhigt 
immer wieder untertauchen. Zwischenzeitlich, wenn 
sie mit dem Kopf über Wasser blieb, nutzte der Erpel 
auch mal ganz kurz die Gelegenheit um selbst ein wenig 
Nahrung aufzunehmen. 

Und kurz nach 18 Uhr saßen die beiden ganz entspannt 
dicht nebeneinander im Regen auf dem Steg.

Bis eine Maus erwachte und noch etwas verschlafen 
in den Garten lief. Wahrscheinlich hatte sie die beiden Enten 
auf dem Steg nicht rechtzeitig bemerkt. Denn auf dem Podest 
hielt sie kurz inne, duckte sich, und da es ihr noch dazu viel 
zu feucht im Garten war, drehte sie sich blitzschnell um und 
lief zurück ins Haus. Dann ab in den Keller zum Katzenklo, und 
wenig später saß sie auf den Nadelfilzfliesen im Treppenhaus, 
um das weitere Geschehen auf dem Steg genau zu beobachten.

Die Enten steckten unbeeindruckt die Köpfe wieder 
unter die Flügel und ruhten noch ein Weilchen ...

Doch das Weibchen hatte anscheinend bald 
danach noch etwas mehr Hunger.

Während er nun lieber vom Steg aus 
das gesamte Teichumfeld bewachte.

Bald darauf schwammen sie wieder gemeinsam im Teich.

Und kurz vor 19 Uhr - nach über 2 Stunden, war es 
wohl an der Zeit einen anderen Ort aufzusuchen. 
Jetzt hatte eine kleine Maus ihren Garten zurück!

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Seifenfrau R hat gesagt…

Wie witzig...
Liebe Grüße!

Rudolf hat gesagt…

Hallo Silke!
In meinem alten Garten geschah das auch, jedes Frühjahr. Man kam von der nahen Lauter, gründelte, prüfte, meist passte der Herr auf seine Dame auf. Einmal wollten sie sogar im Garten ein Nest bauen - aber dann gefiel der Platz doch nicht.
Viele Grüße
Rudolf

SchneiderHein hat gesagt…

@ Regine & Rudolf
Und gut, dass ich das festgehalten habe, denn gestern kamen sie nicht mehr vorbei.
Eigentlich müsste sie nun ja auch bald mit dem Brüten beginnen. Oder sie haben schon ihr Gelege an Räuber verloren ...

WilderGartenVordereifel hat gesagt…

Liebe Silke!
Ich dachte eher an Laufenten ;-)). Unser Teich hatte auch schon Besuch, das Liebespaar hat sich aber dann doch für das von der Nabu neu angelegte Biotop fast vor unserer Haustür entschieden.

Liebe Grüße Alexandra

SchneiderHein hat gesagt…

@ Alexandra
Als sie im Frühjahr 2012 hier länger verweilten, hatte ich auch geglaubt, dass sie bei uns im Garten brüten wollten ;-)
Aber Dank dem Link unter 'das Stockentenpaar' vermute ich, dass sie nur gemeinsam den Abend bei uns verbrachten, nachdem sie ein weiteres Ei ins Nest gelegt hat …

Warum Laufenten nicht sinnvoll sind habe ich unter dem Schnecken-Post geschrieben.