Freitag, 28. März 2014

ideales Zeckenwetter ...


Schon gestern war mir klar, dass es an der Zeit ist 
sich noch vorsichtiger im Garten zu bewegen. 
Denn am Vormittag lag Allegra nach ihrem Garten-
spaziergang lang ausgestreckt und ganz genüsslich 
auf dem Arbeitstisch. So konnte ich glücklicherweise 
gerade noch rechtzeitig an ihrer Hinterpfote ein 
Zeckenweibchen erkennen, bevor es ihrem Fell 
verschwunden wäre. Und am späten Nachmittag, 
als Allegra nach einer kurzen Gras-Inspektion auf 
die Fensterbank sprang, leuchtete ebenfalls etwas 
winzig Rotes auf ihrem Rücken.

Bis gestern hielten sich die Begegnungen mit Zecken 
in Haus & Garten noch in Grenzen: Seit der ersten Zecke 
jetzt im März nur 5 Weibchen und 2 Männchen hinzu. 
Bis heute …

Denn hier am Wiesenrand fand ich gegen 12:30 Uhr 
auf einer Fläche von ca. 3m Breite und 70cm Tiefe 
binnen weniger Minuten  ...

5 weibliche Zecken …

und 6 Zeckenmännchen.

 Überwiegend saßen die Winzlinge nicht an frischgrünen Gräsern, 
sondern an den äußersten Spitzen von aufrechten trocken Halmen. 
Und hoffentlich war das 7. Männchen, das ich dann gegen 15 Uhr 
am Ende eines Krokusblattes entdeckte, das Männchen, was mir 
gegen Mittag beim Absammeln leider in die Wiese gefallen war.

Ich hatte also schon das richtige Gefühl, als ich vorgestern 
weitere Blättchen des gelben Windröschens in der Wiese sah, 
und sie lieber nur mit einem Stöckchen markierte, anstatt mich 
mal eben ganz spontan in die Wiese zu stellen, um sie einfach 
herauszustechen und umzupflanzen. Denn sogar beim sehr 
vorsichtigen Absammeln der Zecken mittels kleiner Taschentuch-
Stückchen hatte es vorhin ein Männchen unbemerkt geschafft 
auf meine Hand zu gelangen, und war geradewegs dabei 
unter meinem Ärmel zu verschwinden …

Noch nie zuvor hatte ich es erlebt, dass Männchen und Weibchen 
so dicht zusammen an einem Ort lauern. Bisher hatte ich sie bei 
uns in der Wiese nur recht dicht beieinander auf verschiedenen 
Halmen entdeckt. Doch an zwei vertrockneten Halmen traten sie 
an der Spitze paarweise auf - bzw. am zweiten Halmende konnte 
ich sogar 2 Männchen & ein Weibchen zusammen auf ein Stück 
Taschentuch locken. Diese Methode ist ja auch viel effizienter, 

Was mich nun jedoch mal wieder besonders erschreckt, ist 
die Tatsache, dass ich diese 12 Zecken auf einer Fläche 
von ca. 2qm entlang der Betonkante entdeckte. Und weder 
weiter hinten an der Tischgruppe noch entlang des Steges 
waren weitere Tierchen zu sehen. Sie handeln also wahr-
scheinlich instinktiv sehr 'strategisch'. Denn ihr Aktionsradius 
umfasst angeblich nur wenige Meter. Das bedeutet, dass sich 
diese Tiere im vollgesogenen Nymphenstadium ganz bewusst 
von einer Maus oder einem Igel wahrscheinlich im Spätsommer 
oder Herbst hier in der Wiese fallen ließen, da es so attraktiv 
nach Katzen & Menschen roch. Ihre notwendige Ruhephase 
verbrachten sie dort dann am Wiesengrund, um nun im Frühjahr 
als Zeckenweibchen oder Männchen möglichst schnell
einen neuen Wirt zu finden.

Laut Wetterbericht hatten wir heute in der Mittagszeit um 8°C. 
Dafür waren die Tierchen auf den benutzten Taschentuch-Stücken, 
und besonders das Männchen auf meinem Arm schon gut unterwegs!

Und gegen 17 Uhr schaute ich lieber nochmals in die Wiese: 
Inzwischen war das Thermometer vielleicht auf 10°C geklettert, 
so dass ich rechts unter der Hedi Grimm noch 2 weibliche Zecken 
sowie 4 Männchen von einem trockenen Korkenzieherzweig und 
 weiteren vertrockneten Halmen absammeln konnte. Dabei fiel mir 
zwar wieder ein Männchen in die Wiese, aber das wird sicherlich 
in den nächsten Tagen nochmals in Erscheinung treten, wenn 
es heute Nacht nicht den Mäusebus oder ein Igeltaxi nimmt ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Anette Ulbricht hat gesagt…

Dein Zeckenproblem scheint kein Ende zu nehmen. Ich habe ja schon öfter bei dir über diese fiesen Plagegeister gelesen.
Es ist schon sehr schade, wenn man den eigenen Garten kaum noch betreten kann.
Bisher wurde ich hier im Garten oder bei Spaziergängen im Wald von Zecken verschont. Deshalb kenne ich den Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Zecken nicht. Saugen beide Geschlechter Blut oder nur wie bei den Mücken das Weibchen?
Ich hoffe, dass du im Laufe des Sommers Ruhe vor den Tierchen findest und wünsche dir ein schönes Wochenende.
Anette

SchneiderHein hat gesagt…

@ Anette
Ich hoffe, dass ich gestern einen guten Moment abgepasst hatte, so dass ich vielleicht schon einen Teil der Tierchen aus der Wiese herausgefischt habe. Was allerdings in anderen Gartenbereichen los ist/sein kann? Vielleicht tragen tatsächlich die Zeckenrollen indirekt dazu bei, dass Larven & Nymphen an Mäusen abgetötet werden und das Problem auf Dauer zumindest gleich bleibt. Denn auch wenn wir 'nur' 4 Zeckennester 1x in 2004 und 3 Stück in 2011 gehabt hätten, wären das ja wohl um 10.000 Larven gewesen, die da geschlüpft sind.
Hast Du Dir das Video unter dem Link Eiablage angesehen? Da werden die Unterschiede von Larve, Nymphe, Männchen & Weibchen kurz und gut erklärt.
Am gefährlichsten erachte ich jedoch die noch kleineren Nymphen (das Vorstadium der weiblichen/männlichen Zecke), die schon Krankheitserreger in sich tragen können und kaum zu sehen sind ...

Gestern hatte ich auf Zecke.de noch ein anderes Kurz-Video gesehen. Da wurden auch Männchen & Weibchen auf Halmen gezeigt, die sich bereits vor dem Wirtbesuch verpaarten.
Bisher hatte ich es so verstanden, dass das Weibchen an einem Wirt saugt, und das Männchen sich währenddessen dazugesellt. Ob es dazu auch vorher eine Blutmahlzeit brauchte, blieb dabei unklar.
Nun bin ich jedenfalls total verwirrt. Denn wenn die Verpaarung schon vor dem Saugakt in der Wiese stattfinden kann, erhöht das ja nochmals die Möglichkeit, dass es zur Eiablage kommt …

Endlich wird auf Zecke.de auch über die Verbreitungsgefahr durch Vögel berichtet. Nur leider ist das Inhaltsverzeichnis der HP so schlecht strukturiert, dass ich den Beitrag eben nicht finden kann.
Aber wenn man sich vorstellt, dass bei einem gut positionierten Gelege von bis zu 3000 Eiern eigentlich schon eine eingeschleppte Zecke reicht, um den Vermehrungsprozess in Gang zu setzen, dann kann es eigentlich jeden Garten treffen ...

SchneiderHein hat gesagt…

Jetzt habe ich den Artikel unter 'März 2014' als 2. Artikel gefunden - 'Achtung, Zecken im Anflug':
http://www.zecken.de/presse/informationsdienst-zeckende/maerz-2014/#c3591

Miuh von romantischeslandleben hat gesagt…

Liebe Silke, das ist ja gruselig...! Aber gut, denn jede Zecke, die Du findest verhindert einen Biss oder sogar eine potentielle Verpaarung! Ein Kollege von mir hat auf seiner Katze eine Zecke, die in einer Zecke steckt, gefunden. Nach kurzer Freude, dass sie sich gegenseitig fressen, wurde ihm bewusst, dass er wohl eben ein Nest mit potentiell tausenden neuen Zecken verhindert hatte...!
( http://www.merzburg.ch/?p=181) Liebe Grüsse und auf dass Ihr sie weiterhin findet, bevor sie Euch finden... Miuh

SchneiderHein hat gesagt…

@ Miuh
Danke für den Link! Das Foto ist ja echt heftig und zeigt genau das, was selbst Zecke.de nicht so toll hinbekommt. Schon spannend wie die Tierchen das hinbekommen.

Da ich mich bei Deinem Kollegen erst anmelden müsste, um ihm unter Frontline einen Kommentar zu schreiben, teile ihm doch bitte mit, dass Frontline dann zwar die Katzen nach 2 bis 3 Tagen Einwirkzeit ca. 21 Tage lang vor Zecken schützen kann (selten die auf der Packung angegebenen 28 Tage). Aber dass dann ihre Menschen recht bald extrem gefährdet sind, da die Zecken nicht sofort beim Betreten des Katzenfells sterben, sondern sich im Fell ins Haus tragen lassen, um beim Katzenkuscheln oder auf Schlafplätzen etc. abzuspringen und recht lange auf nicht behandelte Menschen warten können.
So kam es auch, dass ein Gast bei uns im Bad mal am Waschtisch von einer Zecke freudig begrüßt wurde. Unsere mit Frontline behandelte Maus kam aus dem Garten und suchte unsere Gesellschaft im Bad. Zu der Zeit setzte sie sich noch gern zum Aufwärmen unter die 100 Watt Glühlampe auf den Waschtisch. Und da roch es für die Zecke so schön nach Mensch …

Gestern hatte ich im Laufe des Tages noch 15 Männchen & Weibchen am Wiesenrand gefunden. Und eine brachte Maus vom Wiesenrand mit, als sie sich zu uns auf die hellen Kissen in der Sonne auf die Bank legte.
Heute früh war es nur noch ein Weibchen am Krokusblatt. Und nun hoffe ich, dass ich zumindest aus der Wiese schon reichlich Gefahrenpotenzial abgesammelt habe …

Engeren Kontakt hatten wir alle schon mit den Krabblern aller Stadien. Und wie schwer es ist ein Zeckennest zu bekämpfen, die Erfahrung kennen wir auch schon aus dem Sommer 2011.
Außerdem ist es trotz aller Vorsicht bei mir im Sommer 2011 ja auch schon schief gegangen und die nächste Antibiotikum-Einnahme wird spannend :-(

Daher ist es schade, dass die Forschung mit Schlupfwespen, Pilzen etc. zur Bekämpfung nicht so recht vorankommt. So bleibt wohl nur sich sehr aufmerksam im Garten aufhalten, absammeln, Katzen durch Frontline schützen & auf eine wirkungsvolle Kombination aus Mäusen & Zeckenrollen hoffen, und möglichst auch noch den umherstreunenden Igeln die Zecken ständig entfernen ...