Donnerstag, 6. März 2014

Frau Drossel baut im Taxus am Steg


Obwohl der Garten heute früh verdammt nebelfeucht 
und unangenehm kalt war, musste ich doch mal kurz 
mit der Kamera in den Garten 

Denn nachdem ich gestern eine Drossel mit einem Schnabel 
voll matschigem Baumaterial am Teich beobachtete, sah ich 
heute früh in der Dämmerung eine Drossel mit kleinen Zweigen 
zum Säulentaxus am Steg fliegen. Und richtig, vom Wiesenrand 
aus konnte ich erkennen, dass sich die Taxuszweige trotz wind-
stillem Wetter ganz leicht bewegten. Ab und an war im braunen 
Geäst sogar eine wippende Schwanzspitze im oberen Drittel des 
immergrünen Strauches zu erahnen. Und nach einiger Zeit kam 
zwischen den Zweigen Frau Drossel hervor und  ...

setze sich kurz auf die Lehne vom Stuhl, um bald darauf im 
nördlichen Nachbargarten weiteres Baumaterial zu suchen.

So ein Mist! Denn der Taxus wurde zwar noch rechtzeitig 
vor Baubeginn von mir um über 1,5m gekürzt, da er viel 
zu kopflastig wurde, aber wir haben ihn oben noch nicht 
zusammengebunden. Frau Drossel ist einfach zu früh dran, 
um hier schon ein sicheres Nest zu bauen. Denn so gibt es 
von oben nicht den sonst üblichen Wetterschutz, damit die 
Kinder bei starkem Regenwetter nicht plötzlich im Nest 
ertrinken. Und außerdem ist das Bauwerk von oben für 
die Eichhörnchen & Elstern noch recht gut einsehbar …

Was nun? Frühestens am Samstag kommen wir dazu den 
im Taxus bereits vorhanden oberen Bindedraht mittels Leiter 
stärker zusammenzuzurren. Das würde sicherlich Frau Drossel 
einige Zeit bei der Arbeit behindern oder sogar verschrecken. 
Und die sich dann verändernde Lage der senkrechten Zweige 
hätte bestimmt auch Einfluss auf die Konstruktion ihres Nestes. 
Das geplante Nachschneiden der obersten braunen Taxustriebe 
kann ich jedenfalls wegen ihr schon mal in den Sommer ver-
schieben. Durch das stärkere Zusammenbinden der meist 
kahlen Zweige könnten wir nun das Nest von Frau Drossel 
wahrscheinlich besser vor Wetter & Räubern schützen. 
Aber vielleicht veranlassen wir sie dann auch irgendwo 
zu einem Neubau …

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Elfenrosengarten hat gesagt…

Oje,
hoffentlich habt ihr es heute geschafft,
alles gut zu schützen und zu befestigen für Frau Drossel!
Es ist eben auch für die Vögel dieses Jahr alles viel
früher als sonst.
Du warst als auch ein draußen Kind :-)
Ich fands immer herrlich die Wochenenden in freier Natur.
Was wir da in der Gegend rumgestromert sind :-)
Die Laube war auch viel zu klein zum drin spielen.
Da drin wurde nur geschlafen - wie Camping halt ;-)
Ganz viele sonnige Frühlingsgrüße
sendet dir Urte

Anette Ulbricht hat gesagt…

Danke für deine netten Worte auf meinem Blog.
Schade, dass deine Helleborus nicht in gutem Zustand bei dir ankam.
Ich habe bei Peters das erste Mal bestellt und bin total zufrieden.
Alle drei Pflanzen sind sehr kräftig, voll durchwurzelt und frei von Pilzerkrankungen.
Zudem haben sie alle mehrere Blüten, womit ich gar nicht gerechnet hatte.
Ich denke, Bestellungen über das Internet sind immer auch Glückssache.
LG Anette

Miuh von romantischeslandleben hat gesagt…

Liebe Silke, ja, die Vögel haben auch einen eigenen Kopf... Und mir kommt es auch immer so früh vor, wie sie schon mit dem Nestbau beginnen... Habt Ihr es gewagt und die Zweige zusammengebunden? Ich denke, wenn s passt, kommt sie wieder... Liebe Grüsse, Miuh

Mein Waldgarten hat gesagt…

Das mit dem Nebel hat sich in der Zwischenzeit bei Euch sicherlich auch geändert. Das Wetter könnte herrlicher ja nicht sein und wird auch Euren Garten nun wohl erreicht und erwärmt haben.
Ja, die Vögel sind wahrhaftig früh dran in diesem Jahr. Ich hatte ja ein Meisenpärchen aufgenommen vor einer Weile, das war schon arg früh! Nämlich am 16. Februar ...

http://mein-waldgarten.blogspot.de/2014/02/fruhling-fruhling-fruhling.html

Wie Frau Drossel reagieren wird, kann man nicht so genau wissen. Ich hatte das mal mit anderen Vögeln, deren Nachwuchs ich aber auch vor Regen und Sturm so halbwegs bewahrte, indem ich Strauchwerk abschnitt und über das Nest flocht, damit die Jungen geschützt würden. Sonst wären sie wohl allein schon vom Regen ertränkt worden.

http://mein-waldgarten.blogspot.de/2007/06/babies.html

Die Eltern hat's jedenfalls nicht gestört. Und die Jungen wurden groß und flügge.

Liebe Grüße
Sara


SchneiderHein hat gesagt…

@ Urte
Zum Glück haben wir den Taxus erst am Samstag nachmittags zusammengezurrt. Da die Drossel nach der Bauphase nicht wiederkam, hätte ich mir wirklich Vorwürfe gemacht. Aber nach so langer Wartezeit konnten wir nun guten Gewissens am Taxus binden & flechten. Nur oben haben wir lieber doch noch nicht nachgeschnitten. Das kann ich auch noch im August machen. Frau Drossel bleibt aber immer noch verschwunden. Ob sie nun aber trotzdem noch am Futtertisch erscheint? Ich kann die Tierchen nicht unterscheiden. Mir scheint aber, dass wir 2 Paare im Garten haben.

Ich war in der glücklichen Lage in einem Siedlungsgarten aufzuwachsen. Der war aber damals noch recht übersichtlich. Daher war ein verwildertes Grundstück zwei Straßen weiter total faszinierend für mich. Und später war ich ab und an im nahegelegen Wald zum Hüttenbau und Dämme bauen verschollen.
Meine Mutter war im Krieg auf einem Dorf evakuiert und hatte dort schöne naturnahe Jahre verlebt. Das hat wohl auf mich abgefärbt, dass sie dort auch häufiger durch die Wälder und Felder stromern konnte …
Und später, als es im Wald zu gefährlich für kleine Mädchen wurde, durfte ich oft Butzen auf dem Rasen bauen - so aus Liegestühlen, Tisch und Decken - auch so eine Art Camping, wenn ich dann morgens mit Puppen & Co in den Garten zog und erst abends wieder total dreckig ins Haus kam.

@ Anette
Inzwischen habe ich sie alle umgetopft und ich hoffe es kommen keine Flecken nach.Dann wären sie wirklich schön. Aber ich warte lieber bis zum Sommer ab, bevor ich sie mit den anderen Lenzrosen vergesellschafte …

@ Miuh
Frau Drossel kam wohl schon am Freitag nicht wieder. Jedenfalls habe ich kein schlechtes Gewissen. Denn gestört habe ich sie nicht. Nur aus der Ferne beobachtet. Ob sie nun woanders baut? Eigentlich bietet der Garten bessere Verstecke …

@ Sara
Ich habe keine Erklärung dafür, warum die Drossel wohl schon am Freitag nicht wiederkam. Aber da war ich auch mehr am Schreibtisch und habe vielleicht etwas verpasst.
Jedenfalls ist nun der Taxus wieder besser zum Brüten geeignet. Aber sicher ist er wohl erst wieder im nächsten Jahr, wenn sich die Schnittstellen oben geschlossen haben ...

Mein Waldgarten hat gesagt…

Wo ich grade Deinen Kommentar an Urte lese, liebe Silke ...
So gings auch mir als Kind. Ich kam oft nicht einmal zum Essen heim.
In den Wald fuhr ich dann mit dem Fahrrad und die Butzen haben wir uns auch gebaut, selbst später hinterm Mietshaus auf der Wiese. ;-)
Auch konnte man damals noch ungehindert Feuer draußen machen. Ich erinnere mich, wie wir da mal Pappkartons hinterm Haus verbrannten. Aber ich hab' auch zu gern mit den Jungen Fußball gespielt, dann kann ich auch schmutzig und manchmal mit kaputten Schuhen heim ;-)

Liebe Wochenendgrüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Tja, das waren noch andere Kinderzeiten ;-) Gut, das es da schon eine Waschmaschine gab, und nicht nur Samstags den Badetag!

Heutzutage gibt es wohl leider wirklich zu viele 'Hubschrauber-Eltern', so dass die Kinder kaum mehr die Möglichkeit haben sich selbst zu beschäftigen, und im schlimmsten Fall in 'Sagrotan-Welten' leben müssen. Vor kurzen las ich einen Artikel - oder war es doch ein Bericht im Fernsehen, wo Kinder erst eine Computer-Maus kennen und irgendwann im späteren Leben vielleicht mal eine echte Maus sehen …

Aber wahrscheinlich habe ich auch davon profitiert, dass meine Mutter von 1943 bis 1950 in Destedt evakuiert war und dort wirklich viel Natur erleben konnte. In einem übersichtlichen und extrem ordentlichen Siedlungsgarten wäre mir doch so manches Naturerlebnis entgangen.

Außerdem hatte ich den Vorteil, dass meine Patentante und ihr Mann Fischteiche auf einem Gutshof in der Nähe von Hildesheim gepachtet hatten. Dort musste ja 1970 auch der kleine Kater mit! Der Besuch dort war mit Ferien zu vergleichen. Auch wenn ich dafür leider oftmals zu fein gemacht war ;-)

Mein Waldgarten hat gesagt…

Das kann man schon sagen. Obwohl es auch immer noch andere Eltern gibt, die selber denken und mit dem Mainstream nicht so einfach mitschwimmen. Meine Kinder sind auch sehr naturverbunden und wenn sie Kinder hätten, könnte ich mir vorstellen, daß sie Acht drauf haben, daß den Kleinen die Natur nahegebracht wird. Da die jungen Leute sich heute ja erst Kinder anschaffen, wenn sie materiell zu etwas gekommen sind, sind dann meist auch Häuser mit Gärten vorhanden, da kann also gar nichts schiefgehen ;-) ;-)
Destedt kenne ich :-)
Und manche Kinder suchen sich ohnehin immer ihre eigenen Wege. Das habe ich als jüngeres Kind schon. Denn meine Großmutter hatte ihren Garten doch überwiegend akkurat, weil sie uns mit Gemüse und Obst selbst versorgte, denn wir waren damals drauf angewiesen, das Geld war knapp. Mit Winzel-Möhren wäre uns nicht gedient gewesen. Daher wurde gehackt, umgegraben, die ganze Palette und das sehr regelmäßig. Entsprechend waren auch die Erträge. Ich war schon immer gern auch außerhalb des Gartens in der freien bzw. wilden Natur und da habe ich das alles gefunden. Ich denke, das gibt's heute auch noch, wenn ein Kind danach sucht bzw. man es läßt. Selbst in der Stadt sehe ich zuweilen noch solche Ecken. Aber klar, verplante Kinder haben nie Zeit ...
Fein gemacht brauchte ich zum Glück nicht herumlaufen. ;-) Ich hab' mich auch gegen sowas gewehrt. Ich erinnere mich noch an einen Petticoat. An anderen Mädels fand ich das himmlisch, aber als ich das kratzige Ding dann selbst an hatte, war ich bedient. Meine Mutter mußte es zurückbringen. ;-) Ich trug am liebsten Hosen.

Schöne Erinnerungen ... ja, über die Zeit schreibe ich ohnehin zur Zeit . . .

Sara hat gesagt…

Bei uns gab es zu der Zeit übrigens noch lange keine Waschmaschine. Meine Mutter hat sogar noch die Windeln für meine Schwester auf dem Herd im Topf gekocht! Eine Schweinearbeit!

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Meine Windeln wurden wohl auch noch gekocht, soweit ich das aus Erzählungen in Erinnerung habe. Aber bald kam dann wohl doch die Waschmaschine. Denn so um 1980 kam die Miele ins Haus. Und ihr Vorgänger ließ sich laut Kundendienst damals nicht mehr reparieren. Unser Nachbar hatte das dann allerdings mit einem Ersatzteil für 5,- DM wieder hinbekommen und sie lief und lief ...

Sara hat gesagt…

Da müßte ich jetzt überlegen, ab wann es bei uns eine Waschmaschine gab. Meine Schwester ist Jg.64. Und da gabs noch keine. Erst Jahre danach ...
Ja, manchmal kann mans ich selbst besser behelfen, als die Techniker vom Dienst. Das haben wir auch schon öfter erfahren müssen. ;-)