Sonntag, 16. Februar 2014

'Unkraut' in Wald & Wiese


Die Natur ist schon erstaunlich weit. Aber stellenweise 
schon so weit, dass das Wald-Bingelkraut seine Blätter 
im Wäldchen neben dem Steg entfaltet?

Und was mich dann wieder vollkommen verwundert: 
Warum ist das Bingelkraut im besonnteren Teil der Wiese 
vor dem Taxus dann noch wesentlich weiter zurück? 

Leider habe ich in meinem weißen Vorgarten in Braunschweig 
beim letzten Mal noch nicht darauf geachtet, ob sich diese grünen 
Blättchen dort auch schon unter den Sträuchern zeigen. Denn da 
ganze Aufmerksamkeit auf sich … 

Außerdem ist das Wald-Bingelkraut für mich eher ein schnelles 
grünes Frühlings-Füllmaterial in beiden Gärten. Es war wohl 
im Frühjahr 1984 als ich in Braunschweig in den nahegelegenen 
Buchenwald auszog, um für den im Herbst angelegten weißen 
Naturgarten nach Wildpflanzen zu suchen. So kamen neben 
einigen Buschwindröschen, der großen Sternmiere sowie dem 
Wald-Geißblatt auch Giersch und das Wald-Bingelkraut als 
willkommenes Füllmaterial mit. Bei Giersch und Bingelkraut 
wusste ich damals nicht, was ich tat, denn sie sahen zu dem 
Zeitpunkt einfach nett und frischgrün aus. Heutzutage würde 
ich nicht mehr so leichtfertig etwas aus der Natur ausgraben. 
Zumal dieser Wald inzwischen auch unter Naturschutz steht. 
Aber da sich fast alle Pflanzen im Laufe der Jahre in beiden 
Gärten gut entwickelt und vermehrt haben, hält sich das 
schlechte Gewissen in diesem Fall in Grenzen. 

Bingelkraut wird von meiner Mutter im weißen Vorgarten 
zwar nicht so sehr gehasst bzw. bekämpft wie der Giersch. 
Aber wenn es nach ihr ginge, würde sie sich doch mehr 
Stellen mit ordentlichen Stauden im Schatten wünschen, 
anstatt so ein grünes 'Unkraut' zu dulden, das ebenfalls 
munter durch den Vorgarten läuft 

In unserem Wildwuchsgarten steht das Kraut am Wiesenrand 
vor dem Säulen-Taxus und begrünt auch den Bereich dahinter 
unter den Wachholdern. Hinter dem Taxus muss es demnächst 
allerdings weichen. Ich möchte dorthin das Regenfass aus dem 
Wäldchen umsetzen. Denn in den letzten Jahren musste ich 
mich recht oft dabei ertappen, dass ich das Fass am alten 
Standort kaum noch zum Gießen benutzte: Die Gefahr ist 
zeitweilig recht groß, dass auf den gemulchten Wegen die 
auch mal eine ausgewachsene Zecke lauert. Daher sollte 
ich die Waldwege zum Fass die meiste Zeit des Jahres lieber 
nur noch mit Gummistiefeln betreten. Und so unterblieb
 oftmals so manche spontane Gießaktion. Daher macht es 
Sinn das Fass umzusetzen, so dass ich es bequem vom Steg 
aus erreichen kann. Und das Wald-Bingelkraut wird dann 
hoffentlich den alten Fass-Standort ganz schnell begrünen!

Fotos: S.Schneider


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