Dienstag, 25. Februar 2014

Das Ende der Sandalenzeit


Als mir gestern beim Schneiden der Steinsameranken 
überall Marienkäfer im Sonnenschein begegneten, 
hatte ich schon ein etwas mulmiges Gefühl bei der 
Gartenarbeit. Häufiger schaute ich auf die hellen 
Handschuhe bzw. das Stückchen freie Haut dahinter 
im Beet voranwie die Arme reichten.

Und heute früh, als Allegra sich in den Garten aufmachte, 
um mal wieder ihr Lieblingsgras am Holzbalken auf der 
Betonfläche zu besuchen, …

blitzte etwas orange-rotes am linken Öhrchen.

Ich hatte mich gestern also nicht nicht getäuscht: 
Wenn sich die ersten Marienkäfer zeigen, dann ist 
auch wieder Zeckenzeit. 

Diese Zecke hatte sich wohl schon vor 2 oder 3 Tagen 
bei Allegra einquartiert. Auch wenn unsere graue Dame 
in den letzten Wochen recht selten im Garten unterwegs 
war, so hat sie sich diesen Blutsauger wahrscheinlich bei 
der kurzen Grasinspektion im Steinfeld zugezogen. 

Denn eine beliebte Igelrennstecke führt rechts von der Teichmauer 
entlang der Hochbecken zum Steinfeld. Und dann unter dem Steg 
hindurch weiter zur Wiese. Von dort geht es geradewegs ins Wäldchen 
hinter dem Gartentisch. Und dort, unter der Futtersäule, hatte ich 
im letzten Jahr diesen Igel mit 3 Zecken entdeckt.

noch nicht geschnitten. Das werde ich nun aber heute ganz schnell 
nachholen, denn dort im zweiten Becken vor der Mauer hatten sich 
unsere Katzen in den vergangenen Jahren schon häufiger Zecken 
eingefangen. Und auch mir sind dort ab und an mal die Tierchen 
begegnet. Die Plagegeister halten sich eben nicht nur in Bodennähe 
auf - sondern überall, wo es sich lohnt auf einen Wirt zu warten. 
Für eine erfolgversprechende Warteposition nehmen sie auch gern 
mehrere Meter Weg auf sich. Bei Freunden von uns waren das  
vor einigen Jahren sogar die Blumenkübel auf der Terrasse ...

Für Maus, Allegra und Nachbarskater Cäsar beginnt nun leider 
die Frontline-Saison. Und ich wechsele jetzt wieder von Sandalen 
auf Gummistiefel, wenn ich die Beete betrete …

Und wer nun meint, dass das fürchterlich früh ist - so viel länger 
dauerte die unbeschwerte Gartenzeit im Frühjahr 2011 auch nicht. 
Da hatte Allegra ihre erste Zecke auch schon am 11. März am Po
und ich die erste Nymphe am 12. März 2011 auf dem Socken.

Und dieser Artikel auf Zecke.de vom Juni 2013 erklärt recht 
gut, warum 2014 ein spannendes Zeckenjahr werden könnte.

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Seifenfrau R hat gesagt…

...oh nein: Es ist noch nicht mal März.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Gine
Ich musste etwas suchen,aber schau mal hier: http://wildwuchs-unter-aufsicht.blogspot.de/2011/03/nur-mal-kurz.html
Am 12. März 2011 hatte ich mir die erste Nymphe der Jahes eingefangen, und Allegra hatte schon eine Zecke am Po …

Eigentlich hatte ich bei der milden Witterung schon viel eher damit gerechnet. Aber vielleicht helfen die Zeckenrollen doch etwas bei der Bekämpfung. Und beide Katzen hatten bis jetzt wenig Lust im Garten zu sein. Das lag einerseits an unserer kränkelnden Allegra. Und andererseits war Maus meist gehen 3 oder 4 Uhr morgens im Garten unterwegs, wenn Nachbarskater Cäsar noch im Haus eingesperrt war. In der Nacht war es da den Zecken wohl noch zu kalt!

Ich befürchte neben den ersten Spinnen im Garten sind die Marienkäfer wohl wirklich sehr gute Anzeiger für hungrige Zecken :-(

Gartenhexchen hat gesagt…

Also ehrlich gesagt, könnte ich ganz gut ohne diese Blutsauger auskommen. Unser Hund ist jedes Jahr auch immer ganz verbissen. Ich habe schon mit allen möglichen Mitteln versucht, diese kleinen Biester abzuhalten, aber so richtig gewirkt hat es nicht. Leider muss ich daher immer zu Frontline greifen. Ich habe auch die Befürchtung, dass der milde Winter so manche Insekten im Sommer in der Überzahl erscheinen lässt.
LG

SchneiderHein hat gesagt…

@ Gartenhexchen
Bei Hunden ist das Thema ja noch spannender als angeblich bei Katzen. Allerdings vermute ich, dass die Borrelioseforschung bei Katzen noch etwas mehr in den Kinderschuhen steckt als bei Hunden, die daran sterben können.
Blöd ist auch, dass die Tierchen, wenn sie ein mit Frontline 'geschütztes' Haustier aufsuchen dann gern zum ungeschützten Menschen übersiedeln. Schade, dass Frontline auf der Packungsbeilage davor nicht warnt. Wir haben lange gebraucht, um die Zusammenhänge zu verstehen, warum wir plötzlich Zecken im Haus hatten bzw. warum wir Zecken hatten, obwohl wir gar nicht im Garten waren …

Wer könnte nicht ohne diese Blutsauger besser leben ;-) Ich gebe zu, wenn die 'nur' mein Blut wollten, und nicht dabei einen ganzen Cocktail an Krankheitserregern in mich reinpumpen würden, dann könnte ich mich viel eher mit ihnen arrangieren. Nur deswegen ständig Antibiotika schlucken, wenn es schief gegangen ist, ist ja auch keine Perspektive. Im letzten Jahr hatte es unseren Nachbarn am Oberschenkel erwischt. Wir haben also so manches mit Borrelien verseuchtes Tier in den Gärten - zum Glück aber wohl noch nicht FSME ...

Tanja`s Allerlei hat gesagt…

och nee... Die ollen Zecken! Darauf kann man doch auch gut und gerne verzichten...

WilderGartenVordereifel hat gesagt…

Das habe ich aber jetzt nicht gelesen :-). Nein ich weiß von nix! Unsere Hunde sind wahre Zeckenfänger. Da helfen auch die besten Mittel nicht. Gut das das Gras noch nicht so hoch ist!

Liebe Grüße Alexandra

Brigitte hat gesagt…

Das habe ich mit Interesse gelesen und bin sogar den Links gefolgt (kennst mich ja). Das sind ja grauenhafte Aussichten. Da kann man sofort dazu übergehen die Katzen regelmäßig zu durchsuchen.

Viele Grüße, Brigitte

Christina A. hat gesagt…

Wenn du jetzt meine Gänsehaut sehen könntest....
Ich finde die soooo eklig, hatte letztes Jahr aber auch wieder eine an mir sitzen (man sieht die Stelle immer noch). Bei Kijani muß mein GG die immer entfernen und der hatte letztes Jahr besonders viele.
Da ich allerdings sowieso in den Garten nur mit Vollvermummung gehe - schon alleine wegen der Grasmilben (aber die kommen glaube ich überall durch), hoffe ich dass ich lange keine sehe, höhöhö - oder auch nicht....
GlG Christina

Kath rin hat gesagt…

Oje, beginnt die Zeckensaison also schon jetzt. Gegen FSME kann man sich ja impfen lassen, aber Borreliose ist schon wieder ein anderes Kapitel.

lg kathrin

Elfenrosengarten hat gesagt…

Diese Mistviecher!
So hat eben alles zwei Seiten. :-(
Auch ein wunderschöner Garten.
Meine Mama hat es voriges Jahr erwischt. Borreliose!
Ganz viele liebe sonnige Grüße
sendet dir Urte

Elke Schwarzer hat gesagt…

Oh, nee, sind die auch schon wieder da?
Dann zieh ich morgen Gummistiefel an beim Kompostverteile.
VG
Elke

Mein Waldgarten hat gesagt…

Ohje, ist ja eklig! Das hätte ich jetzt nun noch gar nicht vermutet. Immerhin wirds nachts doch noch ganz schön kalt. Vorhin, als ich spät heimkam, waren nur 1,5 Grad. ;-)

Auf derartige "Spannung" kann ich allerdings gut und gern verzichten *lach*


Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Tanja
Stimmt, aber diese Einstellung ändert nichts ;-)
Zumindest sollte man ab jetzt draußen wieder vorsichtiger sein …

@ Alexandra
Nach meiner Erfahrung hat das leider so überhaupt nix mit der Grashöhe zu tun …
Denn unser Garten hat uns gelehrt, dass sie bei kälterer bzw. nicht ganz so feuchter Witterung am Boden bleiben und dann auf Schuhe/Pfoten umsteigen. Klar fängt man sich die Tierchen wohl eher beim Abstreifen an Grashalmen und Stauden ein. Aber wenn man kurz irgendwo stehen bleibt bzw. mal kurz etwas im Garten schneidet oder fotografiert krabbeln sie einfach auf einen zu. Die Gefahr besteht besonders bei Zeckenlarven und den winzigen Nymphen, die aber auch schon die Krankheitserreger in sich tragen können :-(

@ Brigitte
Tja, unsere arme Maus. Nun ist für sie die Katzenzelt-Zeit schon wieder vorbei :-( Denn so hatten wir uns früher Zecken und Nymphen eingehandelt. Es hat lange gedauert, bis wir verstanden hatten, dass Maus einigermaßen dank Frontline geschützt ist, aber beim Kuscheln die Zecken dann auf uns umsteigen.
Zumindest ist es nachts noch so kalt, dass sie sich auf der Nachtwanderung wohl noch keine einfängt. Aber nach dem Gartenspaziergang im Dunkeln mit ihr zu kuscheln wird nun auch bald wieder zu gefährlich ...
Gut, dass die 75 Watt Glühlampe am Bett die Zecken dann recht schnell aus dem Fell vertreibt, und sie in der weißen Bettwäsche dann meist auffallen. Ich hätte nie erwartet, dass die gute alte Glühlampe nicht nur eine hervorragende Katzenheizung sondern auch ein gutes Zeckenschutzmittel ist ;-)

@ Christina
Den Gänsehautfaktor habe ich spätestens seit 2011, als wir das Zeckennest am Wiesenrand vorm Haus hatten, abgelegt. Und seitdem ich mich daher auch intensiver mit Zecken & Borreliose beschäftigen muss, gibt es auch so manche interessante Aspekte, wie sich die Tiere verhalten.

Nachdem ich im Juni 2011 ersthaft in Erwägung gezogen hatte den Garten aufzugeben und wieder in eine Stadtwohnung zu flüchten, versuchen wir nun mit Zecken leben zu lernen. Und nach über 2000 gemordeten Larven, Nymphen & Zecken-Männchen bzw. Weibchen ist der Ekelfaktor irgendwann verschwunden. Respekt habe ich aber immer noch vor jedem dieser Winzlinge!

@ Kathrin
FSME scheint bei uns wohl noch kein Problem zu sein. Die Fälle, die hier auftreten, könnten noch Urlaubsmitbringsel sein …

Mit Borreliose ist nicht zu spaßen. Zumal sich bei mir nun nach 2 1/2 Jahren wohl doch immer mehr allergische Reaktionen nach der 3-wöchigen Antibiotika-Einnahme abzeichen. Der nächste infizierte Stich könnte also schon mehr Probleme mit sich bringen. Und unseren Nachbarn hatte es im letzten Jahr erwischt :-(

@ Urte
Ja, Freud & Leid liegen oft dicht beieinander! Ich hatte gehofft, dass wir noch ein paar kältere Tage haben würden, so dass ich noch in einigen gefährlichen Ecken etwas unbeschwerter hätte wühlen können. Denn beim nächsten infizierten Stich wird's spannend - siehe @ Kathrin. Und das blöde ist ja außerdem, dass nicht bei jedem mit Borrelien verseuchten Zeckenstich der Körper automatisch mit einer Wanderröte reagiert. So extrem, wie mein 'rotes Plakat' in 2011 war, waren das eventuell sogar 'gesammelte Werke', denn bis dahin hatte mich seit 2004 schon so manche Larve, Nymphe bzw. ein Zeckenweibchen erwischt …

@ Elke
Besser ist das ;-) Und vielleicht sicherheitshalber zumindest die Gummistiefel & Handschuhe einsprühen. Dann lässt sich etwas unbeschwerter Arbeiten …

@ Sara
Die Marienkäfer sind wohl wirklich eine gutes Warnsignal. Die verkriechen sich nachts bei Kälte doch auch nur in Blüten und notfalls unter Pflanzen bzw. in der oberen Mulchschicht.
Leider wird noch oft angegeben, dass Zecken erst ab 7° Celsius aktiv werden, aber häufiger habe ich jetzt auch schon von 4° Celsius gelesen ...

Mein Waldgarten hat gesagt…

Ja so ist das. Sobald die Sonne wärmer wird, wie man landläufig so sagt, kommen die lieben Tierchen auch zum Vorschein ;-) Nacxhts hat es bei uns auch noch nur 3 Grad, aber tagsüber hatten wir telweise schon um die 17 Grad ;-)

Liebe Grüße
Sara