Mittwoch, 27. November 2013

eine Zeckenrolle im Beet



Da hatte ich wohl doch die richtige Intuition ... 
Eigentlich ärgerte ich mich, dass ich viel zu spät - 
erst am 11. November, nochmals 5 Zeckenrollen 
im Garten verteilt hatte. Doch vielleicht war das 
gar nicht so verkehrt. Denn vor dem Frost haben
 die Mäuschen anscheinend Material zum Auspolstern 
ihrer Behausung gesucht. An fast allen Pappröhren 
konnte ich jedenfalls wieder herausgezuppeltes 
Baumwollmaterial entdecken.

Erst vor ein paar Tagen hatte ich zufällig wieder einmal 
gelesen, dass Katzen das ganze Jahr über von Flöhen befallen 
werden können. Und mit Zecken verhält es sich leider wohl 
ähnlich. Denn über +7°Celsius könnten sie aktiv werden. Und 
wenn die Plagegeister rechtzeitig mit einer Maus im Herbst in 
den Bau einwandern, dann hätten sie es zeitweilig im Winter 
kuschelig warm - und auch für die Nahrung wäre gesorgt. 

Foto: S.Schneider


Leider ist wohl auch die Horrorstory von eingeschleppten Zecken 
im Weihnachtsbaum schon häufiger traurige Realität geworden. 
Allerdings haben sie dann wohl relativ 'schnell' im warmen Raum 
Probleme mit der für sie notwendigen Luftfeuchtigkeit ...


Kommentare:

Sisah vom Fließtal hat gesagt…

Meister im 'Herauszuppeln' sind übrigens auch Meisen auf der Suche nach den letzten Spinnchen, jedenfalls machen sie das hier an Stellen, wo Lücken in der Isolierung unseres Dach waren und sie die Mineralwolle herauszupften.
Ich könnte mir vorstellen, dass alle Insekten, die sich auf Blut spezialisiert haben ihre Winterstarre aufgeben, wenn die Temperaturen entsprechend sind.
Als Hundebesitzerin hatten meine Hunde insbesondere nach Igelkontakt im Spätherbst immer wieder mal Flöhe...an eine sich anschließende Massenvermehrung im Teppich meines Sohnes erinnere ich mich nur ungern. Seit dieser Zeit vermeide ich möglichst jeden Kontakt mit 'Flohmutterschiffen'.
Von Weihnachtsbäumen sah ich noch nie Gefahr ausgehen, die Zecken 'schlafen' doch eher in den oberen Bodenschichten ....oder sollte es Massenvermehrungen in Weihnachtsbaumschulen geben?
LG
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah
Soweit ich das verstanden habe, werden Weihnachtsbäume auch in Gebieten zu Zeiten geschlagen, wo die unangenehmen Krabbler noch aktiv sein können. Und der Link zum Zeckenhärtetest zeigt ja, dass Kälte ihnen kaum etwas anhaben kann. ...
Und leider haben wir im Garten schon oft festgestellt, dass Zecken gern in Bereichen warten, wo es mal nach Mensch/Tier roch. Bei uns waren die exstremsten Beispiele das Schiebetor bei meiner Mutter am Schloss, die Stuhllehne vom Alustuhl vor der Garagenwand, der Nachziehhase in der Wiese, den ich einige Tage zuvor am Ohr angefasst hatte, und Allegras Gras mitten auf der Betonfläche, das sie ab und an zum Knabbern aufsucht.
Fazit, wenn ein Mäuschen oder ein Igel unter einem Tannenbaum Schutz sucht, kann dort bei milder Witterung eine Zecke lauern. Anders kann ich es mir auch nicht erklären. Nicht ausmalen möchte ich mir, was passiert, wenn unter so einem Baum ein Zeckennest geschlüpft ist. Aber diese Horrorvorstellung führt hoffentlich zu weit. Obwohl ich fast täglich in der Blogstatistik sehe, dass Leute auf der Suche im www nach 'Zeckennest im Haus' bei uns auf dem Blog landen.
Jedenfalls sehe ich mir deswegen meine Dekozweige, die ich ins Haus hole sehr genau an. Denn hier haben wir in den nächsten Tagen wieder so zwischen +5 und 8° Celsius

Nicht nur Meisen auch Eichhörnchen scheinen an der Baumwolle interessiert zu sein. Ein Eichhörnchen zuppelte sogar mal bei unserer Nachbarin an ihrem Pulli, der zum Trocknen im Garten hin ;-) Aber der Kontakt mit dem Material wäre ja gut. Denn auch Vögel und Eichhörnchen sind schließlich Zeckenschleudern ...

Vor einer Flohinvasion graut mir auch. Ab und an bringt mir Maus auch mal einen Floh mit ins Bett. Aber ich hoffe, dass ich sie in der weißen Bettwäsche noch einigermaßen rechtzeitig entdecke!??? Denn ich möchte den beiden nicht das ganze Jahr über Chemie in den Nacken geben.

Im Waldhaus hat gesagt…

Liebe Silke,
das war ja mal eine Überraschung ! Habt vielen lieben Dank für diese liebe Aufmerksamkeit und dass ihr an uns gedacht habt.
Mir gefällt der kleine Kalender ausgesprochen gut (Missy auch – sie hat ihn gleich im Wohnzimmer aufgestellt) und Eure Bilder kommen wirklich toll raus (auch auf der Postkarte) !
Ich hoffe, dass es euch gut geht ? Wir sitzen hier immer noch zuhause fest und der gesamte Kreis ist schwer Scharlach-geplagt. Wenn meine Krankheit nicht durch Scharlach ausgelöst wäre, würde uns das ja nicht so viel ausmachen, aber leider ist es für Mina und mich gefährlich zu erkranken. Mit Zecken haben wir momentan zum Glück keine Probleme, denn wir hatten ja bereits -10,4°C (Silke, du hast es ja schon gelesen) und wir kommen tagsüber nicht über die 0°C Grenze. Allerdings muss ich dich bzgl. der 7°C Grenze ernüchtern - inzwischen wurden aktive Zecken bei 4°C (!) gesichtet. Danke, dass du uns bzgl. der Zeckenrollen auf dem Laufenden hältst ! In der kommenden Woche wird es bei uns auch nochmal ein bisschen wärmer und ich werde weitere Rollen auslegen. Allerdings haben die Falken und Bussarde ordentlich zugelangt bei uns und ich sichte inzwischen kaum noch Mäuse und das Verdrahten des Holzverschlages bringt auch sehr viel. Gott sei Dank ! Ein Zeckennest habe ich noch nie gesehen und hoffe ehrlich gesagt, dass ich NIE eins von Nahem sehen muss... Sag bitte auch liebe Grüße an Wolfgang und habt noch eine schöne Restwoche und ein erholsames und schnuckeliges erstes Advents-WE !!!
GGGGGGLG, Christine

Anette Ulbricht hat gesagt…

Hallo Silke,
schon lange verfolge ich deine Berichte über die Zeckenplage bei euch. Schlimm wie es euch ergeht.
Mein Garten besteht hauptsächlich aus Staudenbeeten, Rasen und Obstbäumen. Zecken gab es bisher keine. Auch unsere Katze kommt sehr selten mit einer Zecke nach Hause.Vielleicht liegt es an der Bepflanzung. Ich benutze auch keine fremden Materialien zum Mulchen.
Hoffentlich bleiben wir auch weiterhin von diesen kleinen Blutsaugern verschont.
Dir wünsche ich, dass du das Problem in den Griff bekommst und ungestört deinen schönen, interessanten Garten nutzen kannst.
LG Anette

SchneiderHein hat gesagt…

@ Christine
Ach schön, so ganz sicher war ich mir ja nicht, ob es zu Euch passt. Aber ich dachte mir Versuch macht klug ;-)

Wenn es um die kalten Nächte geht, die haben der Garten und wir gut überstanden. Auch unsere Katzen kommen schon wieder mit den Vorhängen im Türspalt klar. Nur ab und an hat Allegra noch Bedenken, dass dahinter Gefahr lauern könnte. Tja, unser Ferienhaus mit U-Bahnanschluss hat im Winter so seine Tücken. In wie weit ich diesen Wohnverhältnissen auch meinen Winterhusten zu verdanken habe ...? Aber egal, die Nähe zum Garten mit dem Ausblick möchte ich trotzdem nicht missen.

Blöd, dass Ihr mit solchen Einflüssen zu kämpfen habt. Aber mir scheint, dafür ist es bei Euch so gemütlich, dass sich diese Art von Haus'Arrest' trotzdem gut überstehen lässt. Und dank anderer Kommunikationsmöglichkeiten seid Ihr ja nicht von der Außenwelt abgeschnitten!

Diese +7° Celsius, die häufig kommuniziert werden sind für mich nur ein Anhaltspunkt. Ich selbst war ja der Meinung, dass sie auch bei niedrigeren Temperaturen noch/schon unterwegs sind. Ich achte da lieber auf die Natur: Wenn die Marienkäfer in der Mittagssonne in Erscheinung treten, spätestens dann ist für mich auch Zeckenzeit. Außerdem kühlt es in geschützten Bereichen weniger aus. Und mit einer Maus sind die Tierchen bestimmt auch schon früher unterwegs ...
Aber mir scheint, dass die Zeckenforschung leider immer noch in den Kinderschuhen steckt. Zumindest bin ich immer wieder erstaunt wie unpräzise die Presse sich mit dem Thema beschäftigt. Und auch Seiten die mal informativer waren, werden plötzlich abgespeckt, da sie wohl imageschädigend sind - so wie hier in Hannover die Infoseite zum Thema Zecken & Borrelioise.

Ganz ehrlich, mit den Rollen würde ich bei Euch unter solchen extremen Wetterbedingungen bis zum milden Frühjahr warten. Das scheint mir in Eurem Fall Geld- & Materialverschwendung zu sein.
Wahrscheinlich ist bei Euch das Auslegen im zeitigen Frühjahr und Spätsommer sinnvoll - bzw. wenn die Larven aus den Zeckenestern schlüpfen (so Ende Juni/Juli - je nach Wetter).
Einerseits wünsche ich Dir auch, dass Dir nie so ein Nest begegnet. Andererseits, wenn Ihr Nester im Garten habt - was ja leider nicht unwahrscheinlich ist, dann hoffe ich Ihr könnt sie rechtzeitig ausfindig machen und bekämpfen. Denn mit bis zu 3.000 Zecken pro Nest im Garten zu leben ...
Ich werde jedenfalls jetzt häufiger die Igel nach Zecken absuchen, die Rollen beibehalten (also im zeitigen Frühjahr, im Juni/Juli und im Spätherbst einige Rollen im Garten verteilen) und selbst immer mit offenen Augen durch den Garten gehen, um lauernde Tierchen von Halmen usw. abzusammeln und in Chlorreiniger einzulegen. Und wenn ich Larven entdecke, dann finde ich hoffentlich auch das Nest. Dann macht es leider wirklich Sinn im Umkreis von 2m alles runterzuschneiden oder auszulichten, die Mulchschicht zu verbrennen, und 2 bis 3x mit dem Zecken- & Grasmilbenkonzentrat zu sprühen. Auch wenn das dann andere Nützlinge tötet.
Daher würde mich das mit der Buttersäure auf der Wärmflasche ja immer noch interessieren, ob man sie damit aus den Beeten hervorlocken kann. Nur unsere nördliche Nachbarin gibt leider oft Seminare im Garten und daher gab es bis jetzt noch keine Testmöglichkeit. Und so ab Juli war das Zeckenaufkommen wieder erträglicher.

Schön, dass bei Euch die Greifvögel regulierend eingreifen. Bei uns ist jetzt Nachbarskater Cäsar sehr aktiv. Und Maus erwischt ab und an ja auch ein Mäuschen. Obwohl die meisten im Bad (ihr Spielzimmer) landen, dann unter die Dushplatte krabbeln und von dort wieder in den Garten kommen ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Anette
Mit Zecken leben lernen heißt jetzt unser Motto ... ;-) Und da ich nicht ein gesondertes Tagebuch für mich allein führen möchte, landen solche Bilder, Erfahrungen bzw. Überlegungen halt hier auf dem Blog.
Und auch damit vielleicht der ein oder andere Gartenbesitzer, der eine naturnahe Gartengestaltung mag (seinen Garten auch für die Tiere umgestaltet), sensiblerer in seinen Garten schaut. Denn wenn eine Zecke mal ihre bis zu 3.000 Eier im Garten unter einem Strauch etc. gelegt hat, dann ist es wohl fast egal wie der Garten aussieht. Schließlich möchten wir wohl fast alle gern Vögel im Garten haben. Igel - obwohl hoffentlich inzwischen als Zeckenschleudern bekannt, wohl trotzdem auch. Und Katzen & Hunde können aus den Nachbargärten bzw. Wiesen & Wäldern auch mal unbemerkt ein 'reifes' Zeckenweibchen mitbringen.

Als unsere Maus eine Augenentzündung hatte, ich ihr deswegen kein Frontline geben wollte, und sie wegen der Augenbehandlung ständig vor uns auf der Flucht war, konnte an ihr ein Zeckenweibchen lange unbemerkt saugen. Und als ich es endlich bemerkte, war das Tierchen wenig später abgesprungen und zwischen Kopfteil und Kopfkissen auf dem Weg im Bett zu einem versteckten Platz für die Eiablage ...
Von daher, wenn Katzen nicht täglich auf Zecken kontrolliert werden können, dann kann leider fast überall eine vollgesogenes Zeckenweibchen abspringen und sich zur Eiablage verkrümeln.
Da ist es dann wirklich egal, wie der Garten gestaltet ist :-(
Und ein weiteres Horror-Erlebnis war für mich, dass ein Igel fast ins Haus kam und direkt an der Gartentür eine vollgesogene Zecke von ihm absprang. Die war auf dem Weg zum Schotterstreifen am Haus. Nach den Erfahrungen mit den vollgesogenen Zecken in den Filmröhrchen, die auch ohne Luftzufuhr und ohne zusätzliche Luftfeuchtigkeit dann Eier legten, hätten wir wohl auch neben der Gartentür ein Zeckennest bekommen.

Genau werden wir es nie ergründen können. Aber ich vermute, dass wir uns irgendwann durch den billigen Baumarktmulch, von dem wir hier in den Jahren 1996 bis etwa 2000 wohl um die 300 Sack verteilt haben, die Tierchen eingeschleppt haben. Und dank der Igelfamilien, die hier lebten, der Mäuse, Eichhörnchen und Vögel gab es reichlich Nahrung für die Blutsauger. Das ist eben auch Natur ;-)

Von daher stehe ich jetzt auch schon lange auf dem Standpunkt, dass man möglichst nur eigenes Material im Garten ausstreuen sollte. Denn eventuell habe ich mir sogar noch mit dem Buchenlaub aus Nachbars Garten ein paar Zecken zurückgeholt, die mit Mäuschen & Co schon dorthin ausgewandert waren ...