Mittwoch, 24. Juli 2013

Zweierlei Maß



Während ich mich am Abend nach dem erfrischenden Regen 
über den ca. 10cm langen und recht hellen Tigerschnegel 
am geschützten Rand des kleinen Metallteiches freute, ...

war ich so gar nicht begeistert, dass sich mitten im Teich auf 
der Krebsschere 5 Nacktschnecken zum Abendmahl einfanden.

Auch im großen Teich am Haus hatten nicht nur die Krebsscheren, 
sondern auch Fieberklee & Co Besuch. Und rund um den Teich - 
am Steg und auf den Betonplatten, gab es ebenfalls einige der 
braunen Schleimer zu entdecken.

Ich gebe zu, dass mir die braunen Schleimer im Teich jedoch 
wesentlich lieber als an Land sind. Denn Krebsscheren & Fieberklee 
sind seit einigen Jahren so wuchsfreudig, dass wir davon ohnehin 
immer mehr auf den Hochwald-Kompost befördern müssen, um 
zwischendurch mal wieder etwas Wasser im Teich sehen zu können. 
Also werden wir irgendwann das überzählige Wasser-Grünzeug 
nutzen können, um den Nacktschnecken den Aufenthalt im recht 
trockenen Hochwald gemütlicher zu gestalten ...

Heute habe ich nach dem leichten Sommerregen gegen 20 Uhr 
14 Nacktschnecken aus den Teichen und von den Wegen abgesammelt,
 und sie mit etwas Futter auf den trockenen Kompost im Wald 
befördert. Mag sein, dass sie diesen Treffpunkt jetzt auch gleich zur 
Paarung und Eiablage nutzen. Aber ich hoffe, dass sie bei dem 
angekündigten heißen Wetter zumindest einige Probleme haben von 
dort zu entkommen. Und vielleicht finden sich im Wäldchen sogar 
auch einige wenige Tiere, denen die Schnecken und später die 
Eigelege schmecken!??? 

Ob sich Igel allerdings wirklich über die Schleimspeise freuen? 
Der Zeckenigel hat sich jedenfalls nach der Behandlung verzogen. 
Ihn höre ich zwar ab und an noch morgens husten, aber er schläft 
jetzt entweder hinter dem Hochbeet unter den Apfelbäumen oder 
hat sich sogar bei unseren Nachbarn in Poolnähe einquartiert ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Brigitte hat gesagt…

Vor Jahren hatte ich mal einen Tigerschnegel am Fenster meines Arbeitszimmers gesehen. Er war riesengroß und ich wusste gar nicht, was das ist. Ich würde mich freuen, käme wieder einer vorbei.

Schönen Tag, Brigitte

SchneiderHein hat gesagt…

@ Brigitte
Also als Scheibenputzer sind die Tigerschnegel zwar weniger schlimm als die spanische Wegschnecke, aber 'im Topf', am Wegesrand oder in der Wiese sind sie mir lieber. Und warum sie bei uns so oft ins Haus und den Keller wollen? Die Betonplatten im Treppenhaus & die Nadelfilzfliesen sind wirklich nicht feucht und der Keller ist durch die Warmwasserbereitung ganzjährig warm!
Ich bin froh, dass es den Schnegeln bei uns inzwischen so gut gefällt. Hoffentlich kommen unsere östlichen Nachbarn nicht auf die Idee Schneckenkorn zu streuen. Bei unseren südlichen Nachbarn besteht jetzt wohl weniger Gefahr, denn die haben einen kleinen unvernünftigen Hund ...
Aber ich kann mir vorstellen, dass der Schneckenkorn-Einsatz die Schnegel erheblich dezimiert. Denn bei meiner Mutter im Garten habe ich noch nie einen gesehen. Und sie achtet inzwischen auch darauf, wem sie da mit der Schere zu Leibe rückt. Daher würde ihr ja gern einige mitnehmen, denn in ihrem Garten würde es denen bestimmt auch gefallen. Doch ihre nördliche Nachbarin streut garantiert Schneckenkorn und im zweiten und dritten Garten Richtung Süden werden Schnecken ebenfalls so bekämpft. Da lasse ich sie lieber in unserem kleinen Biotop ...

Wiebke T hat gesagt…

das mit in den nächsten Wald bringen finde ich schon bedecklich,wird sind Waldbesitzer und ich würde mich mit jedem anlegen,der meint seinen abfall bei uns im Wald entsorgen zu können..das ist ein biotop dass wir mühsam im Gleichgewicht halten, da kann man doch einfach Tiere und Pflanzen hin entsorgen, abgesehen davon,was würdest du sagen,wenn ich in deinen Garten Schnecken und ungeliebte Tiere des Waldes entsorgen täte?
bitte einmal darüber nachdenken...lieber Gruß Wiebke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Wibke
Ich gehe mal davon aus, dass Du hier selten oder zum ersten Mal liest. Denn der hier verlinkte und beschriebe Hochwald-Kompost befindet sich in unserem Garten ...

Ich selbst habe schon häufiger mein Mißfallen darüber geäußert, wenn bloggende Gartenbesitzer zwar eifrig Schnecken aufsammeln, aber dann ein fremdes Biotop = Wald, Wiese oder Ententeich mit den spanischen Wegschnecken konfrontieren.

Ich selbst habe, wie Du unter dem Link vom Tigerschnegel nachlesen kannst, von August 2002 bis zum Oktober 2003 über 9.000 Nacktschnecken gesammelt und gemordet. Das hat wahrscheinlich dem Garten etwas geholfen. Aber danach war ich es leid. Seitdem haben wir weitgehend auf neue Stauden = Schneckenfutter verzichtet, und uns für Rosen begeistert. Seitdem ist es etwas besser mit der Nacktschneckenplage geworden.
Da ich mir aber auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre sicher bin, dass es dieses Problem mit den Schnecken immer mal wieder geben kann, verzichten wir allerdings leider auf einen Nutzgarten. Und damit ich nicht bei dem immer mehr aufkommenden Ernten-im-Garten-Trend mal wieder auf dumme Gedanken komme, poste ich ab und an hier über unsere Erlebnisse mit den Nacktschnecken und die Mengen, in denen sie mir begegnen ...

HERZ-UND-LEBEN 2 hat gesagt…

Boah - ja ich habe sie ja schon bei Dir gesehen, aber dennoch immer wieder beeindruckend, diese Tigerschnegel. Ich habe sie in natura noch niemals erblickt! Wahnsinn, was sich da alles im Garten einfinden kann ...

Nacktschnecken habe ich noch keine Einzige bei uns entdeckt. Doch dafür hat unser Garten wieder andere "Schatten"seiten ...

Liebe Grüße
Sara

HERZ-UND-LEBEN 2 hat gesagt…

Mußte übrigens gerade schmunzeln . . . ja, wenn man hier sonst nicht liest, könnte man es meinen ... so leicht entstehen Mißverständnisse!

Das Ganze sehe ich genauso wie wenn Hundebesitzer ihre Tiere vor andere Häuser oder Gärten machen lassen - würde man den Kot an ihre Häuser oder in ihre Gärten bringen, wäre denen das garantiert nicht recht! ;-)

Amélie hat gesagt…

Faszinierend. In den Teich haben es die Schnecken bei uns noch nie geschafft. Zu den Krebsscheren...falls Ihr welche über habt...? Tausche gern gegen alles mögliche und es eilt auch nicht :-) LG, Amélie

Gartendrossel hat gesagt…

uiiii, davon haben wir auch so viele...

dankeschön, liebe Silke, für Deinen Besuch und netten Kommentar im Geheimen Garten.
Ich freue mich mit Dir, dass die Kletterrose Hermann Schmidt so gut bei Euch gedeit.
Es ist immer wieder eine wahre Freude, sie anzuschauen, ja zu bewundern und ihren herrlichen Duft zu genießen.

sonnige Grüße schickt Dir Traudi

jahreszeitenbriefe hat gesagt…

Da bin ich ja gerade richtig gekommen um den Tigerschnegel zu entdecken, der auch bei mir im Garten lebt. Leider wird er der Lage nicht Herr und die Spanische Wegschnecke verköstigt hartnäckig meine zwei Kürbis- und Zucchini-Pflanzen ;-(, ratzekahl wird jedes neue Seitenzweigtrieblein wieder abgeraspelt... Weiß mir mit dem kleinen Nutzgärtlein auch keinen rechten Rat mehr... Dass der Tigerschnegel sogar quasi "nützlich" ist durch sein Fressverhalten, hab ich nu bei dir gelernt. Lieben Gruß Ghislana

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Dem ist es bei Dir bestimmt auch viel zu trocken. Außerdem ist der mir bei meiner Mutter auch noch nie begegnet. Eventuell wurde der sogar in der Nachbarschaft vor einigen Jahren ausgesetzt. Schräg gegenüber gab es mal einen sehr ökolgisch gestalteten Garten. Irgendwann erzählte mir ein Nachbar von der gegenüberliegenden Straßenseite von den großen Schleimern, und bald darauf tauchten die ersten bei uns auf.

@ Amélie
Ich hatte schon überlegt, ob ich Dir Krebsscheren mit ins Päcken tun sollte, aber die überleben den Transport wohl kaum. Denn selbst im Baumarkt werden die kleinen Ableger in Wassergefäßen transportiert. Und kleine Ableger finde ich kaum. Meist müssen wir 30 bis 50cm große Krebsscheren entsorgen. Und die, die wir dem Teich entnehmen und in großen Wannen in der Nachbarschaft verschenken, die haben meist schon einen Knacks, denn die Blätter brechen unheimlich schnell. Wenn man die beamen könnte wär's kein Problem ;-)

@ Traudi
Selbst nach dem Gewitterregen war ich angenehm überrascht, dass ich kaum Nacktschnecken sah. Oder meinst Du die Tigerschnegel?
Duft an Hermann Schmidt? Den habe ich leider noch nicht festgestellt, obwohl sie recht lange Sonne bekommt ...

@ Ghislana
Dann kann ich Dir nur den Tipp geben Deine Pflänzchen mit Alu-Fliegengitter zu schützen - ähnlich der Schneckenzäune. Nur diesen Schutzkäfig kannst Du Dir dann in der Höhe beliebig schneiden und auch den Umfang nach Bedarf wählen. Die Schnittkante wird dann einfach nach außen gebogen. So konnte meine Mutter vor Jahren ihre Clematis retten, die auch immer von den roten Schnecken runtergeknabbert wurde ...

HERZ-UND-LEBEN hat gesagt…

Ja, für den bestimmt. Bzw. sooo trocken ist unser Boden gar nicht. Er speichert sehr gut das Wasser. Der Boden ist tonig und ziemlich schwer, es entstehen aber an der Oberfläche Trockenheitsrisse, man müßte also kontinuierlich Hacken und den Boden auflockern, was ich kaum schaffe. In L. habe ich solche Schnegel auch noch nie gesehen. vielleicht kamen sie mal durch Euren Teich durch irgendwelche Pflanzen zu Euch? Oder durch eben diese Nachbarn, die da was gekauft oder von anderswoher mitgebracht haben ...
Wie auch immer ... Ich hab' die überhaupt noch nirgendwo gesehen.
Bei uns wäre es vor allem viel zu heiss, denn viele Bereiche sind hier total ungeschützt bislang ...

Liebe Grüße
Sara

PETRA JANSSEN hat gesagt…

Huhuuu, Silke -

Da musste ich direkt bei Dir "spiekern"; hatte ich gehofft auch bei Dir einen Schnegel zu entdecken.

Bin froh, dass Du das mit dem Schneckenkorn erwähnt hast. Noch bin ich Frau der Lage und befördere die unschöneren Braunen händisch in Richtung Plantage ... hoffe, dass sie keine Kostverächter von Plaumen / Äpfeln sind: *lach* (dort laaaaange verweilen und keine Lust haben in unseren Garten zurückzurobben!)

Alles Liebe,
Petra

SchneiderHein hat gesagt…

@ Petra
Ups, die Idee Dein Schleimerproblem in die nächste Plantage umzuverlagern ist aber auch tückisch. Da muss ich Wiebkes Kommentar (siehe weiter oben) wirklich recht geben.
Mir fiel es zwar 2002/2003 auch nicht leicht die ganzen Schnecken zu morden, und ich bin froh, dass es nun anscheinend nicht mehr nötig ist. Aber sollten sie doch wieder in den Massen auftauchen, würde ich mich wieder dazu aufraffen, eh' ich ein anderes vielleicht noch intaktes Biotop mit meinem Problem belaste ...