Donnerstag, 11. Juli 2013

Tigerschnegel im Topf



Eigentlich suchte ich nur schnell ein Gefäß, dass ich 
mit Wasser füllen konnte, um eine neue gekaufte und 
sehr durstige Pflanze zu tauchen. 

Doch dieser Übertopf, in dem das Stipa tenuissima 'Pony Talis' - 
das zarte Federgras stand, konnte ich nicht zum Tauchen nutzen. 
Denn der Topf war schon mit einem Tigerschnegel besetzt ...

Fotos: S.Schneider


Jedes Mal, wenn mir eines dieser Tierchen begegnet, freue ich mich, 
dass sie sich seit einigen Jahren anscheinend bei uns im Garten wohl 
fühlen und vermehren. Denn idealerweise tragen sie etwas zur 

Nur ist mir wirklich nicht klar, warum sie trotz des reichhaltigen 
Angebotes an geschützten Plätzen und Futtermöglichkeiten auch 
Fensterputzer spielen oder ins Haus eindringen

Und in der Nacht vom Sonntag hatte es ein Tigerschnegel sogar 
auf unseren Waschtisch im Badezimmer geschafft! Zwar ist das 
Bad ebenerdig, und das Badezimmerfenster ist fast das ganze Jahr 
weit geöffnet. Doch eigentlich ist das Fenster mit einem Gitter 
und einem darübergespannten Fliegengitter gesichert. Aber 
irgendwie muss sich der Schnegel trotzdem durch einen sehr
schmalen Spalt geschlängelt haben.

Oder aber er hat es den roten Schleimern nachgemacht, und sich 
im Katzenfell ins Haus tragen lassen. Denn vor einigen Jahren 
hatten wir mal eine spanische Wegschnecke vor der Küchenzeile. 
Es erscheint unwahrscheinlich, dass sie das Treppenhaus, dann 
6 Stufen auf der Metalltreppe zum Wohnraum, und sogar noch 
mindestens 8m über Parkett bis zur Küchenzeile allein überwinden 
konnte. Und auch der Weg durch eines der beiden anderen Küchen-
fenster im Westen bzw. auf der Südseite wäre eigentlich zu trocken 
für sie gewesen. Und ein so großes Tier wäre uns bestimmt auch 
beim Gemüseeinkauf aufgefallen ...

Doch einem Tigerschnegel traue ich es schon zu, dass er sich 
von allein so weit ins Haus bewegt. Denn leider musste ich schon 
häufiger verendete Tiere aus der relativ warmen Waschküche 
im Keller entfernen. Ebenso wie kleine Molche, die auch immer 


Und nun noch etwas zum Thema Schneckenkorn ...
Auf vielen Scheckenkorn-Verpackungen steht im Idealfall: 
Und die Tigerschnegel? Seitdem ich im Sommer 2011 die 
ersten Schnegel bei uns im Garten entdeckte, scheint sich die 
spanische Nacktschnecken-Population nicht mehr ganz so 
extrem wie in früheren Jahren zu vermehren. Meist fallen mir 
mitten im Teich auf. Dort dürfen sie das Wachstum der ohnehin 
viel zu üppigen Wasserpflanzen gern etwas eindämmenUnd 
auch sonst halten sich die Fraßspuren in diesem Jahr trotz des 
sehr feuchten Maiwetters noch in Grenzen.

Vielleicht zeigt aber auch das konsequente Absammeln von August 
bis Ende Oktober 2002 von über 6.000 Tieren, und dann nochmals 
den ganzen Sommer 2003 - da kamen etwa 3.000 Tiere zusammen, 
doch einen nachhaltigen Erfolg. Danach haben wir allerdings den 
Schneckenspeiseplan auch stark eingeschränkt, und die ehemaligen 
Staudenflächen mit Rosen besetzt. Die neu gepflanzten Rosen 
wurden meist nur noch gezielt bewässert - so wie alle anderen 
durstigen Pflanzen im Garten. Auf das Mulchen mit Grünschnitt 
haben wir jedoch nicht verzichtet. Auch wenn uns klar ist, dass 
es den Aufenthalt für Schnecken im Garten gemütlicher gestaltet. 
Außerdem habe ich die Schnecken, die mir in den Beeten und auf 
den Wegen begegneten, weiterhin gesammelt, aber nicht mehr 
getötet. Sie wandern auf den Hochwald-'Komposthaufen' und sollen 
da den nicht für die Beete geeigneten Grünschnitt abarbeiten.
Und wenn ihnen der Ort nicht zusagt, dann haben sie zumindest 
einen längeren Weg bis sie anderen Futterquellen erreichen ...

Meine Mutter hatte in ihrem Garten einige Jahre versucht die 
Nacktschneckenplage durch Schneckenkorn einzudämmen. Allerdings 
mit sehr mäßigem Erfolg. Effizienter erscheint ihr das Durchschneiden 
der Schnecken und das Liegenlassen der toten Tiere. Da durch das Aas 
weitere Schnecken aus den Beeten gelockt werden. Doch auch sie 
ist nach dem jahrelangen Kampf gegen die Schleimer das Töten leid, 
und verzichtet nun lieber auf viele beliebte Schneckenpflanzen.


Nachtrag Samstag, 13 Juli 2013:

Heute erfuhr ich von einer Nachbarin, dass vor einigen Tagen um 
ein Haar ihr kleiner Hund gestorben wäre. Es gibt anscheinend 
Schneckenkorn im Baumarkt, dass dort ohne Beratung erhältlich ist. 
Dieses Schneckenkorn ist angeblich unschädlich für Igel, darf aber 
nicht von Haustieren gefressen werden!??? Da waren mal eben über 
1.000,- € Tierarztkosten fällig, um dem Hund das Leben zu retten ...


Kommentare:

Nova hat gesagt…

Wirklich eine schöne Oase die du auch für die Schnecken hast, und ich fand es sehr interessant. Schon alleine das eine Schneckenart die Andere wohl mehr oder weniger vertreibt. Die Natur regelt sich sozusagen wieder selbst ;-)

Ich persönlich halte von Schneckenkorn und Co auch nicht viel, gerade weil es auch andere Tiere töten kann. Man muss nur an den Nahrungskreislauf in der Natur denken... Ist ja bei Rattengift und Co auch so....Ratte frisst, wird gefangen, gebissen und schon kann auch das nächste Tier wie z.B. eine Katze verenden.


Wünsche ein schönes Wochenende und sende viele Grüsse

Nova

SchneiderHein hat gesagt…

@ Nova
Ja, ich hoffe auch, dass die Natur das im Laufe der Jahre von selbst regelt. Obwohl ich ja in 2002 & 2003 massiv durch konsequentes Absammeln & Töten eingegriffen habe. Ohne das? Aber wahrscheinlich hätten wir dann einige Jahre kaum noch Stauden gehabt, das Nahrugsangebot wäre nicht mehr ausreichend gewesen, und die Schnecken wären schneller in die Nachbargärten ausgewandert. Denn ich glaube nicht, dass ihnen hier und in den umliegenden Gärten die Nahrungsquellen ausgehen ...

Blöder ist da das Zeckenproblem: Als ich feststellte, wie weit es hier bei uns im Garten nahezu unbemerkt schon fortgeschritten war und darüber postet, schrieen unheimlich viele in den Kommentaren nach Grifteinsatz & Schädlingsbekämpfer. Oder zumindest alles radikal auslichten = die Idealvorstellung Naturgarten niederzumachen.
Im Nachhinein bin ich froh, dass wir das Thema nicht gelassen, aber besonnener angegangen sind. Lösen werden wir das Problem nie. Dafür ist der Garten viel zu ideal für alle Arten von Tieren. Und so eine Bekämpfung müsste auch konsequent in der gesamten Nachbarschaft angegangen werden. Denn Eichhörnchen, Vögel, Igel & Mäuse lassen sich von Grenzzäunen nicht aufhalten.
Aber wir lernen einfach im Laufe der Jahre vernünftig mit dem Problem umzugehen. Hätten meinen nördlichen Nachbarn und mich nicht schon mit Borreliose infizierte Zecken erwischt, würde ich das Thema wohl auch noch etwas gelassener angehen. Nur so macht es leider Sinn ganz bewusst nach Zecken immer mal wieder im Garten zu suchen, und jedes Zeckentierchen nun auch zu töten, um sich auch zukünftig noch im Garten aufhalten zu können. Denn leider ist die Zeckenforschung in Sachen natürlicher Feinde wohl leider stehengeblieben. Da soll es Schlupfwespen geben und Pilze, die sie befallen. Aber davon habe ich schon lange nichts neues mehr gelesen :-(

Daher lache ich jetzt immer häufiger über die, die sich über ein paar rot-braune Nacktschnecken aufregen ;-) Und seitdem ich die Tigerschnegel kennen und schätzen gelernt habe, liegt es mir am Herzen, dass sie nicht mit der spanischen Schnecke in einen Topf geworfen werden ...

Nova hat gesagt…

Die spanische Schnecke die ja eigentlich aus Portugal kommt ;-)

Die Aufregung kommt bestimmt auch daher das sich die Schnecken auch gerne am Salat breit machen. Sowas ist dann natürlich ärgerlich.

Suche zwar meinen Garten nicht nach Zecken ab, aber schaue schon an mir nach wenn ich in den Wäldern war, oder auch bei den Außenkatzen schaue ich nach und entferne sie. Allerdings habe ich festgestellt dass sie nur welche haben wenn sie mal streunern gehen. Habe schon seit Monaten keine Zecke mehr entdeckt.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Nova
Sorry, spanische Wegschnecke ist irgendwie festverankert ;-)

Wir hatten hier in 2011 mindestens 1 Zeckennest im Garten. Und bei bis zu 3000 Eiern in einem Gelege wird das schnell zum Problem, wenn sie keine Feinde haben. Es waren aber wahrscheinlich sogar mindestens 3 Nester, da mir an verschiedenen Stellen im Garten Zeckenlarven begegneten. Und die sollen laut Bericht eines Betroffenen einen Aktionsradius bei der Wirtssuche von maximal 2m um das Nest herum haben ...

Da sind Nacktschnecken mit bis zu 200 Eiern pro Gelege echt harmlos! Nur wenn man bedenkt, dass ich auch bei dieser Vermehrungsquote schon in 3 Monaten im Jahr 2002 über 6000 Tiere gefunden hatte :-(

Die Natur geht eben bei manchen Tierchen recht verschwenderisch mit Eiern um. Und wenn dann die Feinde fehlen ...

Irgendwo hatte ich im www gelesen, dass Experten im nächsten Jahr in Deutschland wieder mit einem größeren Zeckenproblem rechnen. Welche Faktoren dafür der Auslöser sein sollen, habe ich leider vergessen - oder es wurde gar nicht näher erläutert.
Jedenfalls ging es bei uns so ab Juli, als es heiß wurde. Aber das Frühjahr ist meist so eine Zeit, da kann ich am Wiesenrand sammeln gehen und alle Bereiche wo unsere Katzen und wir uns häufiger aufhalten, da lauern sie. Aber das ist ein anderes Thema ;-)
Hier geht es ja eigentlich um den Schnegel!