Montag, 22. Juli 2013

kurzer Abendspaziergang



Nachdem ich gegen 15 Uhr endlich meinen 10. Shredderkorb 
an der Ostgrenze verteilt hatte, verspürte ich kaum noch Lust 
weiterhin im sonnig-heißen Garten zu bleiben. Das immer noch 
relativ angenehm warme Haus war mit etwas Durchzug für die 
nächsten Stunden der bequemere und kühlere Aufenthaltsort. 
Erst kurz vor 20 Uhr wollte ich dann aber doch noch einmal 
einen Spaziergang zur ausgelichteten Ostgrenze hinter dem 
'Beet der vergessenen Gemüse' unternehmen ... 

Leider sind jetzt von diesem Standpunkt wieder die Hausdächer 
im Osten zu sehen. Aber unter normalen Umständen müssten wir 
unsere Grenzsträucher ja sogar noch viel weiter einkürzen. Doch 
das ist zum Glück im Moment wegen der gegenüberliegenden 
Nachbarn nicht erforderlich. So konnten wir den Schneeball fast 
in seiner Höhe um die 4m belassen, haben den Pfeifenstrauch 
aufgerichtet, und nur 2 Wachholder sowie 2 Fichten in der Höhe 
um ca. 1 bis 2m eingekürtzt. Schade war es allerdings um den 
Weißdorn, der viele Früchte angesetzt hatte. Ihn hatte ich gleich 
als erstes nach der Kupfer-Felsenbirne am Sonntag geköpft - als 
ich glaubte, dass wir 'die rote Karte' wegen unserer ausufernden 
Ostgrenze erhalten hätten ... 

Glücklicherweise haben unsere östlichen Nachbarn noch einen 
alten hohen Apfelbaum im hinteren Bereich ihres Gartens. Der 
mildert zumindest im Sommer den Blick auf die Häuser. Und die 
alte Blautanne, die ganz dicht an der Grenze zu unseren dritten 
östlichen Nachbarn steht, bleibt uns blickmäßig hoffentlich auch 
noch lange erhalten!???

Belvedere blüht jedenfalls trotz tagelanger Hitze 
und ohne Wassergaben noch immer.

Nur wirft sie jetzt von Tag zu Tag ganze Blüten ab. 
Sie ist wohl wirklich keine Hagebuttenrose. Darunter 
leidet nun das Lungenkraut immer mehr unter der 
schon lange anhaltenden Trockenheit.

Und ganz schlimm sehen inzwischen 
die Farne unter der Scheinakazie aus.

Ebenso gibt diese Herbstanemone unter der Scheinakazie 
bald auf, wenn es nicht demnächst regnet. Aber mit dem 
früheren Wässern aller Flächen habe ich es den ungebetenen 
Gästen zu gemütlich in den Beeten gemacht. Eine kurze 
Schnecken- & Zeckenpause ist auch mal ganz angenehm.

der vergessenen Gemüse' würde ich nun gern etwas tiefer und 
schmaler schneiden. Denn sie hat sich seit ihrer Feilegung 
Ende April erstaunlich gut erholt. Aber bei der Hitze schneiden? 
Da sollte ich mich lieber noch einige Tage in Geduld üben, und 
mit einem nur halb-begehbaren Plattenweg vor der Hecke vorlieb 
nehmen. Den Shredder habe ich jedoch gleich in der Nähe, hinter
 der Ligusterhecke, für den nächsten Einsatz geparkt ...

Zum Fegen des Weges bis zur Bobby James im Buchsbaum 
hatte ich nach der Shredderaktion im Sonnenschein keine 
Lust mehr. Den linken Ausleger der Bobby James, den ich 
im April in die Ligusterhecke Richtung Sonne verlegt hatte, 
ist übrigens während der Blüte eingegangen, und wurde heute 
gleich mit weggehächselt. Zum Glück entwickelt sich aber 
in der Hecke ein neuer kräftiger Trieb. Und auch über dem 
alten Buchsbaum zeigt Bobby James seine Wuchsfreude.

Tja, und hier erahnt man die unterschiedlichen Möglichkeiten 
der Grenzgestaltung: Unsere Nachbarn haben direkt am Zaun 
einen mit Folie abgedeckten Sandhaufen. Daneben steht ein 
gemauerter Komposthaufen aus roten Ziegelsteinen und im 
Anschluß gibt es noch einen Haufen mit aufgeschichtetem Rasen-
schnitt. Und wir haben jetzt endlich wieder einen ca. 50cm 
breiten gemulchten und gut begehbaren Grenzstreifen am Zaun. 
Nur leider mussten wir im unteren Bereich so viel schneiden, um 
den alten Grenzweg freizulegen, dass es am Fuß der Sträucher 
jetzt sehr kahl ist. Aber dort wird sich demnächst sicherlich das 
Efeu aus dem Untergrund einen Weg suchen. Und bald wird es 
an den Stämmen wieder ausschlagen. Doch hätten wir dort 
kontinuierlicher geschnitten, wäre dieser Bereich nun bestimmt 
blickdichter. Die Spiere habe ich deswegen weniger stark als 
ursprünglich geplant zurückgeschnitten. Denn sie wird den 
kahlen Bereich mit ihren überhängenden Zweigen bestimmt 
schnell wieder auffüllen ...

Beim Blick nach oben kann man zur Zeit gar nicht erahnen, 
dass hier mehrere Wachholder- und Fichtenspitzen fehlen. 
Aber es ist schön, dass bei unseren nördlichen Nachbarn der 
Wallnußbaum den Hintergrund bildet, und ein hoher schmaler 
Ilex am Zaun steht. Und ohne die Blautanne - im Garten schräg 
gegenüber, würde unserem Gartenblick auch etwas fehlen ...

Von der Kupfer-Felsenbirne konnte ich nichts ernten. 
Die Vögel waren schneller! Und im nächsten Jahr wird das 
wohl auch kaum etwas. Denn den Strauch habe ich erheblich 
in der Höhe gekürzt und mindestens 1,5m in der Breite zum 
Nachbarn entfernt. Jetzt ist sie sehr licht. Aber sie nahm 
schon Kontakt zu den Beerensträuchern der Nachbarn auf - 
und das geht wirklich zu weit.

Leider hatten wir am Sonntag beim Plausch über den Gartenzaun 
erfahren, dass die immergrüne Gruppe im Hintergrund demnächst 
geköpft werden soll. Dann haben wir noch mehr freien Blick auf 
die Häuser. Wie gut, dass wir im April nicht dazu gekommen waren 
unseren fast toten linken Apfelbaum vom Schlingknöterich zu 
befreien. Wir werden ihn wohl bald als Sichtschutz benötigen ...

Aber abgesehen davon, dass der Zeitpunkt zum Schnitt dieses
Grenzstreifens nicht besonders günstig war, sind wir froh, dass 
wir auch diesen Teil endlich mal wieder geschafft haben. Wahr-
scheinlich ist es bereits 3 Jahre her, dass dort mal geschnitten 
wurde. Jetzt fehlt nur noch ein Liguster neben der Felsenbirne 
am Zaun, den ich zwar schon im April massiv eingekürzt hatte, 
aber der schon wieder viel zu viel ist.

So, das reicht. Ab und an erwischen mich am Abend 
doch mal die Mücken. Und genug Wunden habe ich 
schon vom Kampf mit Weißdorn, Rosen & Co ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Claudia hat gesagt…

Auch bei uns waren die Vögel schneller - ganz im Unterschied zum letzte Jahr, wo wir in aller Ruhe über mindestens 2 Wochen die Beeren der Kupferfelsenbirne genießen konnten!

'Beet der vergessenen Gemüse' ist ein richtig romantischer Name! Wenn ich dran denke, dass etliche Gemüse nicht mal mit viel Päppeln und Verteidigen gegen die Angriffe von Schnecken, Läusen und Co. geschützt werden können, frag ich mich, welche Gemüse man "vergessen" kann, die auch ohne all das bleiben... (ich werd' mal stöbern!)

Iris hat gesagt…

Hallo Silke,

nein, so schlimm wie bei Euch hat sich die lange Dürre in unserem Garten noch nicht ausgewirkt. Ich denke, der Boden macht den Unterschied. Ihr habt doch sandigen Boden da, oder? Etwas ausführlicher hab ich Dir Deine Fragen unter Deinem Kommentar beantwortet.

Mücken haben wir hier nicht so viele, aber dafür plagt uns hier was viel Schlimmeres: Stechfliegen (die umliegenden Pferdekoppeln ziehen die Mistviecher massenweise an). Aber ist ja eigentlich auch egal, ob frau wegen der Hitze oder wegen juckender Insektenstiche keinen Schlaf kriegt, gelle ;o)? Ach, was beklag ich mich, es ist halt Hochsommer.

Herzliche Grüße und Toitoitoi, dass es bald Regen gibt,
Iris

SchneiderHein hat gesagt…

@ Claudia
Das 'Beet der vergessenen Gemüse' trägt diesen Namen wegen einer sehr schönen Manufactum-Kiste: Denn Wolfgang war vor vielen Jahren ganz begeistert von der Holzbox mit Sämereien vergessener Gemüsesorten. Unter anderen war da der gute Heinrich dabei und die rote Melde. Ich glaube insgesamt so um die 10 Sorten. Aber hätte ich nicht eine Packung dort ausgebracht, und mich auch sonst um das Beet mit grünem Spargel, das wir unserer Haus-Mitbewohnerin fertig angelegt schenkten und um die Versorgung der Beerensträucher am Ostzaun gekümmert, wäre da wohl schneller nix mit der Ernte gewesen. Die beiden wollten zwar ein Stückchen Nutzgarten haben, ihn aber nur nutzen = maximal ernten. Oder lieber nur den Ertrag verkochen?
Jedenfalls, als aus dem einem Saatpaket kein einziges Pflänzchen erschien, konnte ich Wolfgang überreden die vergessenen Gemüse einer Freundin zu schenken, die ein kleines Gewächshaus hatte. Was daraus geworden ist?
Aber seitdem habe ich dort immer weniger angebaut. Und selbst das tolle Knoblauch-Sortiment, dass Wolfgang dann später auch von Manufactum haben wollte, ist uns dort in der Hitze des Sommers dann vertrocknet - da es vergessen wurde ...
Zur Zeit steht da zwischen reichlich Knoblauchsaucen-Sämlingen noch einiges an Bärlauch. Mal schauen, ob Wolfgang dann im Frühjahr trotzdem lieber wieder Nudeln mit Pesto aus dem Glas serviert ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

blödes Korrekturprogramm: Das kennt keine Knoblauchsrauke ...

Brigitte hat gesagt…

Man muss doch immer wieder einkürzen, sonst wird man der Wucht der Bäume und Sträucher nicht mehr Herr.

Obwohl ich das jedes Mal bedauere.

Meinethalben würde ich gerne alles zuwuchern lassen, um dann eben nicht die ganzen Auswüchse auf den Dächern betrachten zu müssen.

LG, Brigitte

Elke hat gesagt…

Hallo Silke,
hat es bei euch heute genug geregnet?
Wir könnten immer noch was gebrauchen.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Iris
Im Vergleich zu dem, wie jetzt schon die Straßenränder aussehen, sieht unser Garten noch gut aus. Nur der Schneefelberich ist ein Trauerspiel, die Lenzrosen leiden und die Farne vertrocknen nach und nach. Aber wegen Schnecken & Zecken mag ich nicht so viel mit Wasser plantschen. Außerdem habe ich das Gefühl, dass die anderen Pflanzen mit solch einer Trockenzeit besser klarkommen seitdem ich sie nicht mehr mit Gießen verwöhne.
Unser Boden ist eigentlich perfekt: Lehm-Sandgemisch. Und da wir ihn seit 17 Jahren auch mulchen trocknet er nicht so schnell aus.

Also die für Mitte Juli angekündigte Mückenplage blieb bei uns zum Glück aus. Aber da es im Garten meiner Mutter in Braunschweig in den letzten Wochen recht heftig war, bin ich immer noch etwas genervt, wenn mir bei uns im Garten abends einige begegnen. Da verkrümele ich mich lieber ins Haus ...
Auch im Haus lässt es sich bei uns noch prima aushalten. Nur die letzten 2 Nächte waren mal typische Sommernächte. Aber kein Grund zum Stönen ;-)

Der Regen kam gestern vorbei. Aber viel war es wohl nicht, denn unter dem Efeu-Apfelbaum waren die Betonplatten noch trocken. Und als es dunkel war kam noch es noch etwas nass herunter. Also perfekt, um gleich noch ein Schnecken-Umsiedlungs-Programm zu starten ...

@ Brigitte
Das war mir vor 17 Jahren bei der Pflanzung schon klar ;-) Nur im Leben kommt manches eben anders als geplant. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich vermute, dass letzte Mal habe ich mich mit unserer mittleren östlichen Nachbarin im Sommer vor 3 Jahren am Gartenzaun unterhalten. Da gab es noch ein paar Sichtlöcher ...
Und der Plausch über den Gartenzaun mit unseren rechten östlichen Nachbar wird auch schon wieder schwierig: Hartriegel & Co wuchern dort schon wieder. Aber nun können sie schon wieder unbeobachtet baden, und wir sehen ihren hellblauen Pool nur noch durch die Zweige.
Dafür haben wir nun weiter links freien Blick auf Dächer und ein paar Sonnenkollektoren. Aber im Vergleich zu den Wintermonaten ist das noch harmlos: Richtung Norden gibt es nur noch 2 Gärten und dahinter stehen quer dazu Reihenhäuser, die auch Strom erzeugen. Doch diesen Blickwinkel spare ich auf den Bildern meist aus ...

@ Elke
Gut, dass ich bei meiner Mutter gestern ausgiebig den Garten in der Mittagszeit unter Wasser gesetzt habe, damit sie sich heute mal das Gießen ersparen kann. Ich vermute bis dahin kamen die Regenwolken nicht ...
Als ich gestern gegen 19 Uhr zurückkam, war der Garten erfrischt, so dass die Schnecken sich zum Teichschmaus begaben. Aber bis unter den Efeu-Apfelbaum reichte der Regen nicht.
Und in der Dämmerung kam noch etwas nach. Doch das war so harmlos, dass unsere Maus auf dem Steg im Wald sitzen blieb und den Abend genoss.
Allerdings einen heftigen Gewitterguß hätte ich auch nicht gewollt ...

HERZ-UND-LEBEN 2 hat gesagt…

Muß doch mal schauen, wie es Euch bei diesen Temperaturen im Wildwuchsgarten so ergeht!
So grün sähe es im Waldgarten jetzt wohl auch aus. Während es bei uns schon ein wenig bunt ausschaut. Dafür ist es heiss und wir haben nur wenige schattige Bereiche ... So hat alles seine zwei Seiten, Vor- und Nachteile ... Und wenn es so heiss war wie jetzt, war es im Waldgarten auch nicht mehr angenehm, es sei denn, mal hätte den Regner laufen lassen. Doch das geht unnötig ins Geld, da es Trinkwasser gewesen wäre und das wollten wir nicht. Hat da auch keiner der alteingesessenen Nachbarn so gemacht. Die Waldpflanzen vertrugen das schon ...
Zum Glück ist unser jetziger Boden ziemlich tonig, so daß er auch das Wasser gut hält. Denn sonst könnten wir uns arm wässern ;-)

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Durch die Gewitter mit Regen hat sich der Garten erstaunlich gut erholt. Selbst der Schneefelberich stand heute früh noch aufrecht. Das wird sich jetzt wieder schnell ändern. Der mag nicht so viel Sonne & Hitze. Und die Farne sind jetzt halt vertrocknet. Aber die spenden nun den Pflänzchen darunter Schatten. Also werde ich erst wieder schneiden, wenn das Wetter kühler wird. Im Moment halte ich mich in dem Bereich nur noch morgens bzw. abends zum Kübelgießen auf. Ich hoffe der Rest kommt noch einige Zeit ohne wässern durch ...

HERZ-UND-LEBEN hat gesagt…

Hmm - habe auch gerade Deinen Kommentar bei mir gesehen ... also es soll "normaler" Schneefelberich sein. Oder kennst Du da verschiedene Sorten? Habe ihn ja gerade erst gekauft, da ist er noch nicht so hoch und wenn das stimmt, was ich hier lese und was ich ja auch in meinem Post verlinkt habe ... dann müßte er sich ganz gut ausbreiten - sofern ihm der Boden zusagt.

http://www.mein-schoener-garten.de/jforum/posts/list/51314.page

Denn an Hitze/Sonne kann es eigentlich kaum liegen, da ich ja las, daß er in den betreffenden Ländern, woher er stammt, auf sonnigen, grasigen Hängen vorkommt. und das mit der sogar vollen Sonne lese ich immer wieder auf unterschiedlichen Seiten

http://pflanzen-enzyklopaedie.eu/stauden/schnee-felberich-lysimachia-clethroides/

Da ist es wohl eher die Bodenbeschaffenheit ... aber ich lasse mich überraschen. Bei uns könnte - leicht Staunässe herrschen. Ich weiß es aber auch noch nicht so genau. Denn an sich sprießt hier das Meiste ganz wunderbar. Nur die Japan-Anemonen wollen bislang nicht so recht ... was sehr schade ist!