Sonntag, 19. Mai 2013

faszinierende Fehlfarbe



Früher, als wir den Garten anlegten, war mal geplant, dass sich 
 tummeln sollte. Gemischt mit Beerensträuchern wie Himbeeren, 
Heidelbeeren und einer Josta- sowie Stachelbeere. Als Unter-
bepflanzung sollten dort Walderdbeeren wachsen. Die mit dem 
Garten übernommenen roten Rosen wurden gleich zu Beginn 
dorthin ausgelagert. Eine roter Scheinquitten-Ableger aus dem 
Garten meiner Mutter zog mit ein. Und ein ausgesamter roter 
Hartriegel fand ebenfalls einen Platz. Selbstverständlich sollten 
sich in dem schmalen Beet vor dem Zaun auch das rosa-violette 
Lungenkraut und Akeleien von rosa bis weinrot entfalten ...

Doch die Fläche wurde immer dichter. Und ab 2010, als dann 
neben meiner damals 103 jährigen Großmutter, auch der Kater 
an Diabetes erkankte, wurde dieser Gartenbereich immer mehr 
vernachlässigt. Bis wir dann irgendwann in 2011 wegen der 
möglichen Zeckengefahr diesen Teil des Gartens gar nicht 
mehr betreten wollten. Im Winter 2011 kippte uns dann auch 
noch die Brombeerhecke an der Südseite um, und versperrte 
seitdem den Zugang zur Ostgrenze. Doch im Frühjahr 2012 
schafften wir es endlich das Gewirr aus Brombeerranken, 
Liguster, Rosa Canina und Geißblatt nur teilweise zurück-
zuschneiden und die Heckenform trotzdem zu erhalten. Aber 
mehr war in dem Jahr an gemeinschaftlicher Gartenarbeit 
kaum möglich. Der Winter 2012 brachte jedoch auch eine 
Wegesperre in Form der Scheinkerrie mit sich. Und als der 
wieder komplett begehbar war, ging es bald darauf los 

Und was machten in der Zwischenzeit die Akeleien?
Die Varianten von Rot schickten sicherheitshalber 
ihre Kinder in den etwas helleren Bereich unter die 
beiden Apfelbäume links des Weges, wo es früher 

Foto: S.Schneider


Kommentare:

Lykkagard hat gesagt…

Geplant war rot, nun ist sie rot, die Akkelei.
Meine Güte - 103 Jahre ist Deine Großmutter geworden. Wou. War sie im Geist noch fit?
LG lykka

SchneiderHein hat gesagt…

@ Lykka
Nur auf der linken Seite des Weges anstatt rechts im Beet. Aber ich werde ihre Saat wieder auf der anderen Seite verteilen. Ebenso wie das restliche Rosa aus dem Garten ;-)

Sie hat es sogar noch bis zum 31. Dezember 2010 geschafft. Aber dann wurde es auch wirklich Zeit. Eigentlich wollte sie zu dem Zeitpunkt nur noch schlafen und kaum noch etwas essen.
Mit 95 bezeichnete ihr Hausarzt sie als dement. Dabei war es damals eher Flüssigkeitsmangel, der ihren Geist verwirrte. So konnte meine Mutter sie mit Trinkmengenkontrolle und homöopathischen Mitteln geistig wieder einigermaßen auf Vordermann bringen - ohne das verschriebene Ruhigstellungsmittel vom Hausarzt zu verwenden. Wahrscheinlich war es der Garten, der sie noch einige Jahre motivierte. Selbst zu ihrem 100 Geburtstag saß sie noch feiernd im Garten. Erst ab Herbst 2009 wollte sie dann lieber nur noch im Bett liegen und baute immer mehr ab. Sie lebte dann oftmals in ihrer eigenen Welt. Aber trotzdem hatte sie fast bis zum Schluss ganz plötzlich immer noch einige lichte Momente ...

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Also doch Rot! :-)
Was da alles in relativ kurzer Zeit passiert war ... ist schon toll, das anhand der Blogs vergleichen zu können.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ja, so wie es auch eine gelbe Seite des Gartens geben sollte. Nur da Gelb meist Sonne braucht, war das eine blöde Idee die Farbe auf die Nordseite hinter der Teichmauer zu pflanzen. Aber wahrscheinlich würde dort ohnehin kaum etwas blühen ...
An dem Rot sind eigentlich die mitgeerbten roten Rosen schuld. Wegwerfen wollte ich sie nicht. Und da waren sie gut ausgelagert ...

Wenn ich nicht noch so viele Fotos aus diesem Monat hätte, wäre selbst die Entwicklung der letzten Tage schon beeindruckend. Mal schauen, ob ich irgendwann die Kunst der Beschränkung beherrsche oder doch lieber weiterhin in Bilderwelten schwelge und nie hinterherkomme ;-)

Herz-und-Leben hat gesagt…

Das finde ich auch eine geniale Idee, wenn man - sofern möglich - rund ums Haus unterschiedliche Farbwelten anlegt, z.B. vorm Haus weiss, hinterm Haus Blau, rechts rot, links gelb oder wie auch immer ...

Ja, die Fotos ... ich versuche mir immer einen biblischen Spruch ins Gedächtnis zu rufen, sinngemäß, daß der Mensch seine Zeit nicht mit Unnützem vergeuden soll. Und da versuche ich sehr zu prüfen, was überhaupt nützlich und vor allem sinnvoll ist, was nicht. So manches Mal frage ich mich, ist ein Blog, ist Bloggen überhaupt - langfristig betrachtet - sinnvoll? Denn nur weil man etwas liebt, muß es nicht auch gut und sinnvoll oder gar nützlich sein. ;-) Ich beobachte die Bloggerszene ja schon von Anfang an und sehe, was aus den Blogs wird. Viele sind längst nicht mehr da. Aber WAS ist das Fazit, wozu war es gut, WAS hat es letztlich gebracht? Das ist so ähnlich wie mit übermäßigem,Reden und unnützen Worten, was das letztendlich bringt?
Das sind so meine Gedanken, die mir gerade so in den Sinn kamen, weil Du von der Kunst der Beschränkung schreibst. Die beherrsche ich ja auch nicht gerade so perfekt. ;-) Bei anderen Dingen sicherlich ... dennoch hätte auch ich x-Sachen zu posten, wenn ich dazu mal käme, so lange sitzen und auf den Bildschirm starren könnte ;-)

Alles nicht so einfach . . . und da taucht eben dann auch diese Frage auf . . . WARUM will ich das alles eigentlich . . . ;-)

Liebe Grüße
Sara