Sonntag, 12. Mai 2013

Der Ast bleibt bis zum Herbst!



Gestern, nachdem sich Herr Hein schon den ganzen Nachmittag 
in luftiger Höhe 'vergnügt' hatte. Traute er sich dann am Abend - 
nach einem kurzen Regenschauer, auch noch an den bereits vor 
3 Wochen abgesägten riesigen Ast der Scheinakazie. So ganz wohl 
war uns beiden nicht dabei, mit Hilfe einer am Stamm angelehnten 
Leiter noch die 4 kleineren ca. 6m hohen 'Zweige' mit jeweils 
etwa 7cm Durchmesser herunter zu holen. Denn bei der letzten 
Aktion an der Scheinakazie wurde wohl mehr als ein Schutzengel 
verheizt. Doch je grüner der Garten wird, um so schwieriger wird 
es das tote Material aus dem riesigen Baum herauszubekommen, 
und relativ schadlos an der restlichen Bepflanzung auf die Beton-
fläche zum Durchshreddern zu befördern. 

Also machte er sich in über 4m Höhe daran nacheinander die 
4 riesigen Äste abzusägen, die sich zum Glück so sehr in der 
Akazie, dem Pfeifenstrauch, dem Apfelbaum oder der gegen-
überstehenden Hemlocktanne verkeilten, dass wir sie nach 
und nach herunterziehen, zerschneiden und in kleineren 
Portionen ohne Schäden auf die Fläche tragen konnten. Der 
gute alte Shredder nahm das Futter willig auf, und zurück 
blieben nur ein paar dicke 2 bis 3m lange Äste, die demnächst
entlang der Grenzen das Kraut etwas dabei behindern sollen 
zu schnell in die Nachbargärten auszuwandern ...

Allerdings dieser 'Parallel-Stamm' mit seinen über 4m ist so schwer 
und unhandlich, dass wir ihn lieber zwischen dem Baumstamm und 
einem dicken Ast verkeilt haben. Dieses Holz in den beengten 
Platzverhältnissen nun zu kippen und von Hand in zwei bis drei 
Teile zu sägen wäre eine zu kraftraubende und schwierige Arbeit. 
Da ist eine Kettensäge dann doch mal das bessere Arbeitsgerät, 
das wir aber aus gutem Grund nicht besitzen. Und da der Rest des 
Baumes im Herbst nun in Profi-Hände gehört, kann dieser Ast dort 
jetzt einfach bis zum Herbst stehen bleiben. 

Wenn uns die Baumschutzsatzung nun nicht noch einen Strich 
durch die Rechnung macht, möchten wir bis auf einige kleinere 
Äste dieses Monstrum bis zur Stammhöhe einkürzen lassen. 
Denn zukünftig wäre es wünschenswert, wenn wir unseren 
Hochzeitsbaum wieder selbst in Form bringen können. So, 
Den Moment, als sich dieser riesige Ast senkrecht in die Erde 
rammte, möchten wir nicht noch einmal erleben ...


Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Neuer Gartentraum hat gesagt…

Baumschnitt in dieser Größe sind nie ganz ungefährlich.
Bei uns kommt zum Auslichten der alten Bäume immer mein Sohn, der einen Kettensägenschein hat. Ich würde mich nicht trauen auf einer wackligen Leiter mit der Kettensäge zu hantieren.
Viele Grüße, Anette

Herz-und-Leben hat gesagt…

Oh, das kenne ich auch noch von früher. Was haben wir für Bäume gefällt. Manche stückweise. Auf die hohe Leiter lasse ich immer meine Männer steigen. Früher hatte ich aber kein Problem damit. Mit dem Klettern auch heute nicht, aber sicherheitshalber. Wenn unsereins aus der Höhe fällt, ist das oft schwerwiegender als bei jungen Menschen. Klar, wer aufs Genick fällt, hat immer schlechte Karten ...

Nun folge ich auch noch Deinen Links, wie dem Hochzeitsbaum ...

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Anette
Ganz ehrlich, erst als dieser Stamm sich neben Wolfgang senkrecht in die Erde bohrte, da habe ich realisiert, was er da auf der Leiter stehend mit der Handsäge für einen Ast bearbeitet hatte. Von unten sah der irgendwie wesentlich kleiner aus. Denn die zwei unteren Äste, die wir von dem Teil zuvorher abgesägt hatten, waren recht handhabbar. Die Aktion hätte auch reichlich Schaden an Mensch & Material anrichten können. Das war wirklich Glück, dass dabei nichts passiert ist. Und danach war mir klar, dass wir den Zeitpunkt schon lange verpasst hatten, um unseren Baum noch selbst bewältigen zu können. Da geht nichts mehr mit der Handsäge und Teleskopstange! Das ist für mich aber die magische Grenze, wo das Selbermachen aufhört.
Eine Kettensäge kommt uns nicht ins Haus. Und ich finde es auch vollkommen richtig, dass man einen Kettensägen-Führerschein machen sollte, bevor man so ein Teil in die Hand nimmt und damit auf Bäume losgeht.

@ Sara
Hier geht es aber nicht ums Fällen, sondern darum den Baum in einer möglichst ansprechenden und handhabbaren Form zu erhalten. Abgesehen davon ist es auch ein Versicherungsproblem, wenn uns die Äste auf den Holzzaun unserer südlichen Nachbarn fallen.
Daher bestelle ich nun lieber im Herbst mal wieder jemanden, der diese Aufgabe übernimmt - so wie 1996 nach dem Gerichtsurteil, als die Fichten zur Grenze beschnitten und die Korkenzieherweide gekürzt werden sollte.
Die Zeit, die wir uns mit diesem Baum tagelang rumquälen müssten steht in keinem Verhältnis zu Wolfgangs verlorener Arbeitszeit. Mal eben 2 Stunden an der Korkenzieherweide rumsäbeln und die durchshreddern, das ist kein Problem. Auch ein paar Äste von Mirabelle und Zwetschge sollen im Herbst noch runter. Und auch die 6m hohe Hemlocktanne muss noch geköpft werden. So etwas bekommen wir mit Hausmitteln auch immer noch problemlos hin. Aber es macht Sinn seine persönlichen Grenzen richtig einzuschätzen. Bei dem Stamm waren sie definitiv überschritten. Und die restlichen sind noch dicker und länger ...

Der eigentliche Post zur Scheinakazie - als sie im letzten Jahr 15 Jahre in unserem Garten stand, fehlt immer noch. Wie so viele Bilder, die ich hier noch gern einbauen würde ... ;-)

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Doch, das hatte ich schon richtig verstanden. Nur ist es ja auch ein Teil-"Fäll"-Akt - jedenfalls erinnerte mich das an unsere Aktionen, wo wir Bäume Stück für Stück "köpften" - auch nicht immer an einem Tag. Etwas ungeschickt formuliert von mir.

Manche Nachbarn haben Bäume ja ganz gern - andere weniger. Im jetzigen Garten wollen wir sogar, daß die Nadelgehölze bis in unserem Garten ragen, da hier sonst alles viel zu kahl wäre. ;-) So hat der Nachbar sie auf Wunsch nicht beschnitten.

So geht's mir mit meinem Blog auch, aber ich muß auch meine Augen inzwischen schonen, damit die Sache nicht schlimmer wird. Und so muß ich das, was in der Vergangenheit war, eben ruhen lassen, bis auf seltene Ausnahmen vielleicht ...
Wenn man gezwungen ist, geht so manches - letztendlich auch weniger arbeiten, das sage ich auch immer meinem Mann - denn wenn er plötzlich auf dem Brett läge, könnte er es auch nicht mehr ... da ist es besser, beizeiten kürzerzutreten. Man muß nicht alles haben und alles im Griff haben wollen, das funktioniert meist eh nicht, denn das Schicksal nimmt meist doch seinen Lauf ... so jedenfalls meine Erfahrung.

Liebe Grüße auch hier
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Darum, selbst wenn die Scheinakazie noch zu bewältigen wäre, dann muss Wolfgang schon genau überlegen, ob ein Profi mit entsprechenden Gerätschaften im Endeffekt nicht doch günstiger ist. Denn wenn überhaupt, bleiben meist nur ein paar Stunden am Wochenende als frei verfügbare Zeit. Und da wir seit 2005 nicht mehr im Urlaub waren, sollte zumindest der Sonntag als Freiraum für ihn bleiben - wenn er da nicht ohnehin auch wieder arbeiten muss ...

Das war mit unseren südlichen Nachbarn ja eigentlich auch so abgesprochen, dass ich notfalls das schneide, was mich hinter dem Holzzaun behindert. Bis sie dann plötzlich ohne Vorwarnung im August 2011 mit dem Kahlschlag begannen :-(
Und unser nördlicher Nachbar meinte vor Jahren ja auch mal, dass er uns einen Gefallen tun würde, wenn er seine Grenze freischneidet. In Zukunft fragt er hoffentlich vorher. Denn sein Kieferast auf unserem toten Apfelbaum sieht richtig toll aus.

Alles bekommen wir eh' nicht in den Griff bzw. perfekt hin. Da müsste iwir auf die Blogwelt verzichten, sollten das Sammeln einstellen und noch einige andere liebgewonnene Spleens ablegen. Aber dann fehlt der Ausgleich zum Job ...

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Ist bei uns ja auch nciht viel anders. Mein Mann braucht den Sonntag auch zum Relaxen. Außerdem darf man Sonntags keinen Krach machen. Insofern bleibt da nicht viel Zeit für Gartenarbeit. Unsere Wiese steht schon wiederziemlich hoch und zahlreiche Löwenzähne bevölkern sie. Zum Mähen kam er Samstag nicht, jetzt bleibts so bis nach Pfingsten. Unangenehm zwar, aber ich kann den schweren Mäher bzw. darf ihn nicht schieben. Da bleibt einem nichts übrig, als abwarten ... auf Dauer macht es mir aber - ganz ehrlich - auch keinen Spaß, wenn ich immer nur warten soll ... wenn ich's einerseits auch verstehe, daß da nicht mehr viel Lust auf Gartenarbeit vorhanden ist ... doch ich hätte den Garten gern im Griff. Mich stört das gewaltig. Da ist mir irgendwann vielleicht doch eine Wohnung lieber.
Klar, daß man nie alles perfekt bekommt. Doch im Griff hab' ich persönlich das Ganze schon. Wenn es ausufert, wie das mit dem Löwenzahn und ich die Beete immer wieder aufs Neue unnötig jäten muß, ärgert mich das schon und bedeutet ja doppelte und dreifache unnötige Arbeit, Zeit, die ich anderweitig brauche ... da kann man gleich eine Kuhwiese lassen und sonst gar nix. ;-)

Ich hab' da ja schon ziemlich reduzieren müssen, aus verschiedenen Gründen. Meine Mutter, meine Augen, generell die noch frei verfügbare Zeit ... da bleibt nicht mehr allzu viel ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Schon als Wolfgang noch angestellt war, musste ich von Jahr zu Jahr mehr warten lernen.
Und als wir noch beide arbeiteten, ging gar nichts mehr. Denn unsere Firmentermine passten nie zusammen. Ich hatte von Herbst bis zum Frühjahr Überstunden ohne Ende, und er hatte seine größtes Projekt vom Frühjahr bis zum Herbst.
Andere Arbeiten, um sich ein Haus mit Garten leisten zu können, und wir hatten zwar einen Garten mit Haus, aber kamen einfach nicht neben der Arbeit zum Sanieren der Butze. Daher gab ich ja dann auch irgendwann meinen Job auf. Denn 400 Überstunden und noch dazu 2 bis 3 Wochen Zwangsurlaub, um die zusätzlichen Überstunden abzubummeln war auf Dauer auch keine Perspektive und zu ungesund.
Da gab es eine Zeit, wo wir mal etwas mit Haus & Garten vorankamen und noch etwas Zeit zum Leben blieb.
Aber nach dem ersten Jahr Selbstständigkeit bestimmt nun die Firma den Lebensablauf.
Zwar gibt es dadurch ein paar andere Freiräume, die wir sonst nicht hätten.
Doch ein Teil des Lebens liegt seitdem brach. Das bekam nun auch immer mehr der Garten zu spüren. Und bis vor einem Jahr hatte ich auch immer noch die Hoffnung, dass ich ab und an noch mehr Hilfe von Wolfgang erwarten könnte. Doch inzwischen weiß ich: Selbst ist die Frau oder es geht fast gar nichts. Also muss ich jetzt versuchen den Garten für mich handhabbar zu bekommen. So wie den Garten meiner Mutter - wo Wolfgang nur 2 bis 3x im Jahr kurz mit hilft., und sonst notfalls andere Männer engagiert werden.
So gesehen ist da bei mir einiges im Wandel: Die Gärten werden sich im Laufe der Zeit den veränderten Lebensumständen und körperlichen Gegebenheiten anpassen müssen. Zum Beispiel bei meiner Mutter wird es nicht mehr lange dauern, bis sie die Fuchsien abschafft. Da ihr das tägliche Gießen zu schwer fällt. Ebenso werden wir irgendwann den Rasen abschaffen und einen Teil der Fläche Pflastern ...
Andere Lebensideale/Vorstellungen lasse ich hier mal raus. Das ist ein weites Feld, da es teilweise auch stark mit der Firmenentwicklung zusammenhängt ...
Aber da ich Wolfgang neben seinem Berufsalltag nicht noch zu sehr zusätzlich unter Stress setzen kann, bleibt hier einfach viel liegen. Doch das ist mir allemal lieber, als wenn er unter der sich immer mehr abzeichnenden Lebensbelastung irgendwann zusammenbricht.

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Ich kenne das ja nur zu gut. Nur fand ich immer, wenn man sich ein Haus nur über derartige Strapazen "leisten" kann, ist es besser, das zu lassen. Aber das ist natürlich eine individuelle Entscheidung.
Ich persönlich hab' gern alles so ziemlich im Griff, sonst fühle ich mich unwohl, wenn ein Grundstück vor sich hin"gammelt" ;-) und man nie Zeit dafür hat. Was für einen Sinn machte das auch? Man arbeitet sich halbtot und hat doch nie etwas vom Garten bis auf sehr seltene Ausnahmen ... mir erschließt sich dieser Sinn eben nicht.
Und ich bin gewiß niemand, die einen "ausgefegten" Garten haben wollte. Aber doch eine gewisse Grundordnung und -"sauberkeit" - wenn das nicht gegeben ist ...
Bei uns kam leider hinzu, daß ich nicht mehr alle schweren Arbeiten machen darf, selbst wenn ich es kraftmäßig könnte ... besonders ärgerlich und einschränkend!!!
Vom Zusammenbrechen hat freilich keiner was ...
Unsere Alternative wäre irgendwann eine Wohnung ... denn Natur kann man auch draußen genießen und das sogar unbeschwert ohne ständig die Gartenarbeit im Hinterkopf haben zu müssen. Sicherlich bringen Wohnungen wieder anderes mit sich ... engeres Zusammenleben mit Anderen ... aber das haben wir hier ja fast auch schon ;-)
Wir haben ja schon vieles gelebt, insofern kenne ich die Vor- und Nachteile der diversen Lebensformen. Noch halte im am Garten fest ... noch ...