Sonntag, 12. Mai 2013

das Beet hinter der Hecke



Mit dem Weitwinkel sieht man besser: Links die Zwetschge, 
In der Mitte das tote Restholz des schon lange verfrorenen Sommer-
flieders, daneben ein ca. 2,5m hoher Taxus, dahinter der 4m hohe 
Weißdorn und rechts die Kupfer-Felsenbirne am östlichen Grenzzaun.

Den Weg säumt die Buchsbaumhecke und dahinter 
hat die Spiere sich reichlich die Fläche erobert.

Und so kahl bzw. transpartent sieht die Ligusterhecke nun 
immer noch aus. 2 1/2 Wochen sind nach dem Schnitt vergangen. 
Und eigentlich sollten auf der anderen Seite der Hecke schon längst 
die geretteten Ranken der Rosa multiflora und der Rest der Spiere 
hinter dem Hochbeet eingeflochten sein. Aber nach einer ziemlich 
heftigen Ligusterallergie, die mir über eine Woche eine Triefnase 
und tränende Augen bescherte, wollte ich mich nicht allein an dem 
Restschnitt und dem Durchshreddern der Hecke versuchen. 

Und außerdem standen da noch einige halbtote Äste der Zwetschge 
und Mirabelle auf unserer To-Do-Liste. Für diese Arbeiten sollte 
der Weg vor der Hecke noch möglichst gut begehbar bleiben. Rose 
und Spiere hätten dabei eventuell Schaden genommen. Denn da 
kam so mancher Meter Holz vom Himmel herab.

Doch durch diese Verzögerung gibt es mal fast freie Sicht auf 
den üppig blühenden Efeu-Apfelbaum an der Betonfläche ...

So ähnlich hatten wir uns das bei der Pflanzung der Hecke 
im Frühjahr 1997 mal vorgestellt - wenn die Liguster jetzt 
eine dichte frischgrüne ca. 1,6m hohe Trennwand wären ... 

Aber dafür hätten wir kontinuierlich am Ball bleiben müssen, 
was aus verschiedenen Gründen in den letzten 3 Jahren leider 
nicht möglich war. Beim letzten Versuch in diesen Bereich 
vorzudringen, kamen wir im März 2012 nur bis zur im Winter 
umgefallenen Brombeerhecke an der Südseite am Ende des 
GartensDahinter blieb es DschungelGut, dass unsere beiden 
östlichen Nachbarn ihr Grenzgebiet zeitweilig auch etwas 
gelassener bewirtschaften. 

Denn ich kenne eine Reihe von Gartenbesitzern, von denen 
wir wahrscheinlich schon im letzten Jahr ein Einschreiben 
oder besser gleich einen Brief vom Rechtsanwalt wegen der 
zu hohen und ausufernden Grenzbepflanzung erhalten hätten.

Doch zum Glück musste ich bisher nur bei Herrn Hein diverse 
'Anträge stellen', damit dieser Bereich der vergessenen Gemüse 
endlich wieder Form annimmt. Zwar fehlen jetzt noch immer 
ca. 7m Grenzschnitt am Ostzaun. Aber die lassen sich demnächst 
nun viel besser bewältigen, da es hinter der Hecke jetzt wieder 
ausreichend Arbeitsfläche zum Durchshreddern gibt.

Da die Ligusterhecke durch ihren unkontrollierten Wuchs im Laufe 
der Zeit immer mehr gen Osten gekippt war, wollte ich zunächst 
in 1m Höhe vom Nordzaun bis zum Hochbeet ein Richtband spannen, 
um sie wieder aufzurichten. Aber am Samstagabend, als das Holz 
der Zwetschgen- und Mirabellenäste teilweise noch im Beet lag und 
auf die Verteilung an den Grenzzäunen wartete, kam ich auf die 
Idee damit die Hecke zu stützen. So lassen sich jetzt außerdem 
die frischen Triebe in Bodennähe wesentlich besser in die Hecke 
einflechten. Und am Boden verhindert das Holz nun eventuell 
auch etwas das Einwandern von Wald-Bingelkraut und Giersch in 
das ehemalige Gemüsebeet hinter der Hecke ...

Von dem ehemaligen Zwiebelfeld, wo wir früher mal versucht hatten 
verschiedene Zwiebel- und Knoblauchsorten anzubauen, ist nur noch 
etwas braunschweiger Bärlauch von meiner Mutter übrig geblieben. 
Die Manufactum-Schildchen von der damaligen Heinschen-Bestellung 
habe ich allerdings noch am Rande des Weges gefunden.

Aus diesem Beet werde ich nun hoffentlich demnächst konsequent 
Brombeerranken, Wald-Bingelkraut, Giersch, Waldmeister und 
andere wuchernde Pflanzen entfernen, damit sich der vorhandene 
Bärlauch besser entfalten kann. Reichlich Bärlauch-Saat kann ich 
mir demnächst auch schon wieder aus dem Garten meiner Mutter 
mitnehmen. Und ein paar Walderdbeeren werde ich mal wieder 
im vorderen Bereich hinter der Hecke ansiedeln. Ihnen war es hier 
in den letzten Jahren zu dunkel und zu trocken. Doch vielleicht 
sagt ihnen der Platz nun zu. Denn in anderen Bereichen des 
Gartens sind sie ja ständig auf der Flucht ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Gartenfee hat gesagt…

Wow, Ihr müsst Euch ja regelrecht einen Weg durch den Garten freischneiden. Das liest sich wirklich alles schon fast wie ein Expeditionsbericht.
Ihr dürftet nicht unseren linksseitigen Nachbarn haben...die haben nur Rasen mit zwei Mini-Obstbäumchen und einer Thujahecke auf der linken Grenzseite zum anderen Nachbarn. Zu unserer Seite hin haben sie nichts gepflanzt, war ja praktisch, dass wir dort eine Hecke angelegt haben. Er meckert dann aber schon, wenn Zweige ein paar Zentimeter über die Grenze überstehen oder Totholz bei Wind aus unserer Korkenzieherweide auf seinen Rasen fällt...

Weiterhin frohes Schaffen im Garten! LG Bärbel

SchneiderHein hat gesagt…

@ Bärbel
Ja, wie auf einer Expedition fühlte ich mich wirklich, als ich mich vor 2 1/2 Wochen hinter der Brombeerhecke allmählich in unerforschte Gebiete vorgearbeitet hatte ;-)
Vielleicht hätte ich auch schon etwas früher angefangen. Aber so, wie nach dem vorletzten Winter die umgekippte Brombeerhecke den Zugang zum Beet versperrte, war mir in diesem Frühjahr die Scheinkerrie im Weg. Klar hätte ich die einfach radikal runterschneiden können. Aber so hochgebunden und in die Südgrenze eingeflochten sieht der Bereich jetzt viel ansprechender aus. Nur da musste ich eben darauf warten, bis Wolfgang Zeit hatte sie mit mir zusammen hochzubinden.

Ähnlich verhielt es sich mit der Ostgrenze. Unsere südlichen Nachbarn (die im Herbst 2011 fast einen Kahlschlag in ihrem Garten veranstalteten) hätten da wahrscheinlich einfach lachend die Kettensäge fast bodenbündig angesetzt und den Bereich bis auf die beiden Apfelbäume niedergemetzelt. So, wie man das ja auch häufiger an den Straßenrändern sieht, wenn die Grünflächen-Profis am Werk sind ...
Aber ich wollte ja danach wieder einen gut begehbaren, aber trotzdem eingewachsenen Garten haben. Das erfordert nun mal eine schonendere und vorausschauendere Arbeitsweise - und vor allem viel mehr Zeit ;-)

Und damit ich notfalls, wenn Wolfgang mal wieder alle meine Garten-Anträge verschiebt, ich ihm diese Posts unter die Nase halten kann, versuche ich das Arbeitsvolumen hier nun mal etwas genauer festzuhalten. Denn so wie in den letzten Wochen stelle ich mir Gartenarbeit wirklich nicht vor. Bei uns kann zwar einiges längere Zeit vor sich hinwachsen, aber bei Zeiten ist dann doch mal hier und da ein Rückschnitt erforderlich. Das war von Anfang an eigentlich auch so von mir eingeplant. Nur die Geschehnisse der letzten Jahre haben das massiv behindert. Als wir beide noch fast normale Angestelltenjobs mit Wochenenden & Urlaub hatten und, der Garten zudem noch jünger war, war das irgendwie einfacher.
Außerdem hatte ich früher ab und an meine Mutter noch als Handlanger. Inzwischen muss ich aber in ihrem Garten auch immer mehr Arbeiten übernehmen - und merke ich werde nicht jünger ;-)

Oh ja, solche Nachbarn kenne ich zur Genüge. Was ich da so zeitweilig von meiner Mutter höre, wenn sie bei ihren Nachbarn beim Kaffeetrinken war! Gartenvorstellungen sind ein weites Feld.
Und selbst meine Schwiegermutter hat es indirekt fertig gebracht, dass ein herrlicher Trompetenbaum aus den 70ern auf dem Nachbargrundstück gefällt werden musste, da sie sich immer über die Blüten und das Laub beklagte, dass zu ihr herüberwehte. Dabei hatte sie sich doch sogar für ihren Gärtner einen Laubsauger angeschafft!
Zum Glück haben wir dem geerbten Rechtsstreit, der wohl Anfang der 90er zwischen meiner Patentante und unseren südlichen Nachbarn wegen der 2 alten Grenzfichten und der Korkenzieherweide begann, auch einen Holzzaun zu verdanken. Zwar nimmt der Zaun unseren Pflanzen auch einiges an Licht, aber so sind die Grenzprobleme schon mal etwas eingedämmt.
Und da bei uns fast alle Grundstücke ca. 1000qm groß sind, so dass die hinteren Grenzbereiche nicht unbedingt vorzeigbar sein müssen, ist die Toleranz dort meist etwas größer. Denn da tummelt sich oft Schnittgut und meist stehen dort die Komposthaufen. Von daher wurde über unseren Dschungel bis jetzt hinweggesehen. Und an dieser 7m grünen zu hohen Wand, die jetzt noch steht, haben unsere Nachbarn bisher kommentarlos das weggeschnitten was sie zu sehr störte. Denn dort stehen auch nur Komposthaufen und sie lagern dort Sand ...

Elke hat gesagt…

So kommt mir unser Garten auch mitunter vor. Was man da immer für eine Biomasse herausschneidet, damit er nicht komplett zuwächst, ist schon beeindruckend. Aber man muss konsequent bleiben. Manchmal bin ich zu nett zu den Pflanzen.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Ich habe das mit der Konsequenz inzwischen gelernt und möchte gern vorausschauend schneiden. Mein Holder Gatte ist im Winter mit den Vorhaben auch einverstanden, aber wenn das Wetter dann günstig ist, sieht das plötzlich wieder ganz anders aus ;-) Daher muss ich bis auf einige dickere oder höhere Äste auch schneiden/sägen, und er halt den Handlanger- & Shredderjob. Nur dafür brauche ich ihn bei den beengten Verhältnissen dann wirklich. Sonst mache ich zu viel Schaden.

Den kleineren Garten meiner Mutter habe ich diesbezüglich schon wieder besser im Griff. Seitdem wir da kontinuierlich ab dem Frühjahr 2010 wieder am Ball bleiben, gibt es nur noch 2 Wachholder, an denen ich unten rum die Vorarbeiten erledige und dann Profis mit der Kettensäge das Köpfen erledigen müssen. Alles andere traue ich mir dann wieder zu - wenn ich nicht zu lange mit dem einen oder anderen Rückschnitt warte ... ;-)
Nachdem bei meiner Mutter Anfang der 70er einiges vom Gärtner angepflanzt wurde und dann jahrelang einfach wachsen durfte, hatte ich einige Jahre reichlich Mühe die Bäume und Gehölze wieder in annehmbare Formen zu stutzen. Andere hätten da wahrscheinlich brutal durchgefällt oder alles radikal runtergeschnitten. Ich habe mir jedoch angewöhnt immer nur ein paar Pflanzen stärker zu beschneiden, damit der Geamteindruck nicht zu sehr leidet und die Vögel noch einige Nistplätze behalten.
Und vorausschauend schneiden bedeutet für mich pro Jahr möglichst nur 1/3 bzw. die Hälfte der Zweige/Äste weiter zurückzunehmen - bis tief ins alte Holz hinein, damit der Wuchs lockerer bleibt. Und vom Rest kürze ich meist nur die Spitzen. Die Rosenschere ist mein wichtigstes Gartengerät - neben dem Shredder ...