Sonntag, 12. Mai 2013

Bobby James lebt!


Seitdem wir uns nun fast 3 Jahre nicht mehr in den verwilderten 
östlichen Teil des Gartens getraut hatten, gingen wir davon aus, 
dass wir Bobby James verloren hätten. Denn unter der Mirabelle 
mitten in der Ligusterhecke war es nicht nur fürchterlich dunkel, 
sondern eigentlich auch fast immer zu trocken für eine Rose. Und 
in den ersten Jahren nach der Pflanzung starben uns ständig die 
frischen Triebe dieses eigentlich so wuchsfreudigen Ramblers ab. 

Doch als der Weg zum Buchsbaum an der nördlichen Grenze vor 
einigen Tagen begehbarer wurde, blitzte da hoch oben etwas, das 
nach Rose aussah. Allerdings nehmen es in diesem Bereich weder 
unsere Nachbarn noch wir so genau mit der Grenze. So freuen wir 
uns an ihrem auswanderenden Winterjasmin und unser riesiger 
Buchsbaum entfaltet sich als immergrüner Hintergrund im Nachbar-
garten. Daher lag die Vermutung nahe, dass dort oben in etwa 3m 
Höhe sich eine Wildrose aus dem Norden zum Licht ziehen könnte. 
Jedoch gestern, als wir endlich den hinteren Teil der Ligusterhecke 
in Form brachten, kamen diese Rosentriebe zum Vorschein:

Inzwischen habe ich die neuen Triebe mit Mirabellenästen umgeben, 
damit sie etwas vor den Farnen und dem Wald-Bingelkraut geschützt 
sind. Und beim Freischneiden stellte sich heraus, dass Bobby James 
damals noch rechtzeitig einen Weg ans Licht gefunden hatte. Denn 
rechts an den frischen Trieben gibt es einen alten verholzten Zweig.

Dieser kleine 'Hochstamm' teilt sich in ca. 1,6m Höhe in zwei Teile. 
Die kleinere Ranke konnte ich nun endlich Richtung Süden auf der 
Ligusterhecke einflechten - so wie ich mir das vor einigen Jahren 
mal bei der Pflanzung erhofft hatte.

Und der stärkere Trieb hat sich aus der Ligusterhecke 
heraus von selbst einen Weg Richtung Osten gesucht. 

Er bildet nun den krönenden Abschluss über dem Buchsbaum. 
Und im Vergleich zu vielen anderen Rosen im Garten sehen 
die Triebe von Bobby James erstaunlich gesund & kraftvoll aus.

Stellt sich nur die Frage, ob dieser Rosen-'Überwurf' 
dem alten Buchsbaum zukünfig Schaden zufügen kann.

Denn im unteren Bereich bis ca. 1m Höhe zeigten sich 
reichlich trockene Blätter und abgestorbene Triebe ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Brigitte hat gesagt…

Fast so spannend wie eine Exkursion im Regenwald!

Ach weißt du, das würde ich nun nicht hinterfragen, lass sie einfach wachsen und dich überraschen. Fall alles zu groß wird, dann müsst ihr ohnehin eingreifen.

Lieben Gruß, Brigitte

Rudolf hat gesagt…

Hallo Silke,
Bobbie James ist eigentlich zu Höherem berufen und sollte in 2-3 Jahren den Buchs verlassen haben und einen der Bäume bedecken. Unten rum gibt es dann nur noch einige lichte Zweige, die nach 2-3 x blühen absterben.
LG Rudolf

SchneiderHein hat gesagt…

@ Brigitte
Wenn das Fotografieren während der Gartenarbeit und das anschließende Posten nicht so zeitraubend wären, und Herr Hein noch dazu Zeit zum Schreiben finden würde, dann wäre das bestimmt ein sehr unterhaltsamer Expeditionsbericht geworden.
Aber so nutzte er die kurze Regenpause am Samstag gegen 18 Uhr lieber für kleine Bären und Frau Fuchs auf dem Steg, und den Sonntag zum Posten der Geschichte ;-)
Und ich habe Mühe das alles so festzuhalten, dass ich notfalls Herrn Hein diese Posts unter die Nase halten kann, um meinen 'Anträgen' Nachdruck zu verleihen und damit sie auch zukünftig bearbeitet werden ...

Ich hatte meine Mutter vor ein paar Tagen in die Irre geführt, als ich ihr erzählte, dass Wolfgang überwiegend einen 'Nutzgarten' braucht - für seine Bären zum Geschichten erzählen ;-)

Ein Auge sollte ich aber doch auf die Ecke haben, denn der Buchsbaum ist wohl auch schon ca. 40 Jahre alt und ein traumhafter Grenzgänger. Es wäre schade, wenn er jetzt auch dem Buchsbaumzünsler oder anderen Krankheiten zum Opfer fallen würde. Da würde ich dann doch lieber die Rose umdirigieren.
Auch wenn es vielleicht manchmal nicht so erscheint, viele Pflanzen bedeuten mir sehr viel, und ich würde sie ungern verlieren. Vor allem solche Kämpfernaturen wie den Buchsbaum und diese Rose, die den Wildwuchs bis jetzt überlebt haben!

@ Rudolf
Dann hatten wir bisher wohl nur diese absterbenden Triebe ;-)
Nein, im Ernst, eine Bobby James ist uns hinter der Teichmauer eingegangen. Da hätte sie ca. 7m zum Klettern gehabt. Aber mit der Ecke stimmt etwas nicht, denn da gehen mir laufend Pflanzen ein. Auch eine Zuckerhutfichte und der Buchs sowie der Wachholder werden da im unteren Bereich kahl ...
Dieser Buchs bedeutet mir sehr viel. Daher werde ich nun ein Auge drauf haben. In die Mirabelle sollte Bobby James nun nicht unbedingt. Da treiben sich schon Rosa longicuspis und Lykkefund rum. Aber vielleicht schlägt sie ja einen Bogen zur Ostgrenze oder zum Apfelbaum unserer nördlichen Nachbarn, der früher eh' mal gefällt werden sollte ...
Aber ich bin zunächst mal froh, wenn uns diese Rose nun erhalten bleibt!