Freitag, 15. Februar 2013

Keine Alternative zum Buchs


Ende der 90er war mir die Japan-Stechpalme - Ilex crenata, 
in Gärtnereien aufgefallen. Und da ich sie als immergrüne 
Bepflanzung für unseren Garten interessant fand, zogen nach-
einander drei kleine Sträucher ein. Doch in den letzten 
Jahren wurden sie immer unauffälliger und muckeliger. Und 
so ein Bild bot sich mir heute an der halbschattigen Nordseite:

Also als immergrünes Füllmaterial möchte ich 
diese stacksige Etwas nicht bezeichnen.

Dabei steht der immer noch recht kleine Stauch relativ frei 
gleich hinter dem früheren Erdbeerfeld. Gut, im Sommer ist 
es ihm vielleicht dort zeitweilig zu trocken. Aber der alte, 
inzwischen 3m hohe Buchsbaum auf der Nordseite wird sogar 
von einer Mirabelle abgeschirmt. Und der Apfelbaum über 
diesem Strauch ist seit dem letzten Winter tot.

Auch der andere kleine Strauch auf dem Hochbeet 
unter der Scheinakazie sieht kaum besser aus. Denn 
das satte Grün im Hintergrund ist ein Buchsbaum.

Und hier zeigt sich der direkte Vergleich 
zu den Blättern der immergrünen Heckenkirsche. 

Unter den gleichen Standortbedingungen sehen Buchsbaum 
und Heckenkirsche bei uns wesentlich besser als aus. Wobei die 
Heckenkirsche im vorletzten Winter extrem unter dem Frost 
gelitten hat und auch im Laufe des Sommers immer noch 
Triebe vertrockneten. Für unseren Wildwuchsgarten scheint 
die Japan-Stechpalme leider zu anspruchsvoll zu sein. Obwohl 
sie hier als problemlose Pflanze beschrieben wird und wohl 
immer häufiger als Buchsbaum-Ersatz empfohlen wird. Um-
pflanzen werde ich sie nicht. Aber zukünftig werde ich sie
ab und an mit mehr Wasser & Dünger versorgen müssen ...

Ähnliche Erfahrungen zu diesen Buchs-Ersatzträuchern 
gibt es auch hier auf dem Blog 'Wachsen und Werden'.

Und ein begeisterter Ilex-Sammler hat auf seiner Seite 
über 10 Varianten von Ilex crenata zusammengestellt ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Elke hat gesagt…

Ich weiche auch langsam auf die Heckenkirschen aus, denn die Buchshecken haben mittlerweile alle den Pilz, wirklich ein Jammer.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Ich schaue meine Buchsbäume seit 3 Jahren auch immer sorgenvoller an. Und besonders um die drei alten Sträucher - wohl aus den 70ern am Waldrand und auf der Nordseite da wäre es richtig tragisch, da sie gut den Grenzzaun abschirmen bzw. den Abschluss vom Hochwald bilden. Kirschlorbeer ist mir dort in den letzten Wintern überall eingegangen. Koniferen wachsen an der Stelle leider sehr langsam oder muckeln nur. Und die Heckenkirsche hat sich dort vom Winter 2010 auch noch nicht richtig erholt. Ich habe das jetzt zum dritten Mal erlebt, dass die Heckenkirsche im Winter total bodenbündig runtergefroren ist. Bei den teilweise 1,5m hohen Büschen war das richtig übel für die Gartenstruktur.
Auf die kleinen Buchsbäume könnte ich zur Not ja noch verzichten, dafür sind Kleinkoniferen gute Alternativen, aber auch auf dem Hochbeet würde mir der immergrüne und erstaunlich robuste Hintergrund sehr fehlen.

Markus Schopenknecht hat gesagt…

Und ich dachte, die meisten Buchs Krankheiten wären nicht annähernd so schlimm wie der Buchsbaumzünsler. Aber ich lese immer mehr vom Triebsterben und Pilzbefall. Dem ist wohl nur mit Spritzmitteln beizukommen, so unangenehm wie das auch ist.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Markus
Schon spannend, wie Ihr mit allen Mitteln versucht Werbung zu machen ;-)
Zumal ich in diesem Post ja gerade schreibe, dass Ilex crenata nach 3 Versuchen keine Alternative mehr für mich ist. Und eine Bloggerin aus Österreich ähnliche Erfahrungen machte ...

Markus Schopenknecht hat gesagt…

Natürlich funktioniert die Ilex crenata nicht bei jedem. Bei mir geht es, bei einem Bekannten hat es auch nicht funktioniert. Ich bin kein professioneller Gärtner und habe keine Bodneanalyse gemacht oder ähnliches, also kann ich schlecht sagen woran das liegt. Ich habe aber auch schon davon gehört, dass einfach ein Teil des Bodens ersetzt worden ist, um eine bestimmte Pflanze anzupflanzen. Ob das jetzt bei der Ilex möglich ist, bezweifle ich zwar, aber es wäre vielleicht eine Möglichkeit. Alternativ gibt es ja auch die hier heimischen Ilex Arten, die aber nicht Buchsblättrig sind. Es ommt eben immer darauf an, was man möchte. Wenn für Sie Koniferen funktionieren, dann ist das schön. Das Angebot (wie die von Ihnen erwähnten Heckenkirsche usw, die ja bei Ihnen leider auch keine Option sind) ist groß genug, im schlimmsten Fall muss man eben mehrere Alternativen testen oder einen Gärtner um Rat fragen.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Markus
Gerade heute früh habe ich entdeckt, dass einer der 3 Büsche eingegangen ist. Den hatte ich extra umgepflanzt, um ihn eventuell noch zu retten. Bodenaustauschen usw. alles gut und schön, aber auf Dauer ist das auch keine Lösung.
Mit anderen Ilex habe ich überhaupt keine Probleme: Die urhüpfliche grüne Stechpalme versamt sich gut bei uns und steht an verschiedensten Stellen. Und zwei panaschierte gedeihen hier ebenso prachtvoll - der am Steg müsste jetzt sogar schon über 8m hoch sein.

Buchsbaum als Hecke hat bei uns ohnehin fast ausgedient. Früher fand ich ihn als Abgrenzung zum Gemüsebeet noch reizvoll, aber so strenge Formschnitte bei Gehölzen passen jetzt eigentlich nicht mehr zu unserem Garten. früher, als die geometrische Form der Gartenanlage noch sichtbarer war, da war es ganz reizvoll noch Buchskugeln als Kontrastprogramm in der Winterstuktur im übersichtlicheren Beet zu haben. Doch nun dürfen die Buchspflanzen freier und luftiger wachsen und haben daher vielleicht auch noch eine etwas bessere Überlebenschance …

Für eine immergrüne Winterstuktur gibt es viele schöne winterharte und etwas frostempfindlichere Alternativen. da hat sich bei uns im Laufe der fast 18 Jahre einiges angesammelt. Und die alte Grundbepflanzung, die wir hier im August 1995 übernehmen konnten, ist auch nicht zu verachten.