Freitag, 19. Oktober 2012

Aus dem Rosenkasten



Im Frühjahr, als wir die Hortensie Limelight aus dem Winterquartier 
im Hochwald zurück auf die Betonfläche brachten, kürzte ich wie 
in jedem Jahr ihre Triebe ein. Die Abschnitte verteilte ich in zwei 
kleinen Töpfen und stellte sie in den Rosenkasten vor dem Hochbeet. 
Bisher war es mir nur 1x gelungen einen Ableger einer Limelight 
zu ziehen. Aber in diesem Sommer schien das feucht-warme Klima 
den Stecklingen zu gefallen. Denn das ist nun ohne meine Pflege 
aus den Abschnitten geworden.

Jetzt stehen sie noch einige Tage an einer geschützten Stelle 
vor dem Haus, bevor ich sie den Winter über zu meiner Mutter 

Aber bis aus diesen kleinen Ablegern mal so ein üppiger 
Strauch wird, wird es sicherlich einige Jahre dauern ...

Fotos: S.Schneider


Samstag, 13. Oktober 2012

Rosenknospen im Herbst




Heute früh erhellte das Sonnenlicht die Knospen der Hedi Grimm 
am Steg. In diesem Sommer habe ich nur einen etwa 1,5m langen 
zu sehr im Weg stehenden Trieb dieser Rose gekürzt. Alle anderen 
Blütenbüschel blieben auch nach der Hauptblütezeit am Strauch 
und tragen jetzt kleine kugelige Hagebutten. Wie bei einigen 
anderen Rosen in unserem Garten ist bei Hedi Grimm auch ohne 
Rückschnitt nach dem ersten Flor ihre Blühfreude nahezu un-
gebremst. So hatten wir trotzdem eine ausreichende Zwischen- 
und Nachblüte. Nun kommen die Tage, wo wir jederzeit mit 
Nachtfrösten rechnen müssen. Und es ist fraglich, ob diese 
Knospen noch zur Blüte kommen ...

Foto: S.Schneider


Vom Akeleien-Post Mitte Mai nun zu den Rosenknospen im Oktober. 
Was für eine lange Zeitspanne! Der Zwischenraum soll sich irgend-
wann noch mit einigen Posts füllen. Aber seitdem wir im Januar 2007 
mit dem Blog begonnen haben, sind noch nie so wenig Fotos wie 
in diesem Sommer entstanden.

Und auch dieser Post ist nur ein Zwischenbericht, bevor es noch 
für einige Wochen in die nächste Blog-Pause geht. Denn nicht nur 
unsere Computer-Hard- & Software befindet sich aus Zeitgründen 
immer noch am Rande der Verschleißgrenze und ist nicht mehr zum 
Posten geeignet. Auch von meinem über 13 Jahre geliebten Raum-
wunder -  meinem Peugeot 205, mit dem ich fast alle Pflanzen-
Feldzüge problemlos und äußerst spritsparend befördern konnte, 
musste ich mich gestern trennen. Nach 18 Jahren ist er nun wirklich 
altersschwach, und die erforderliche Ersatzteil-Liste wird einfach zu 
lang. Ebenso verabschieden sich bei uns immer mehr Elektrogeräte 
vom Festnetz-Telefon, über Wasserkocher bis zum Geschirrspüler. 
Wenn fast alle technischen Errungenschaften sich nahezu zeitgleich 
gegen uns verschwören, wird uns erst richtig bewusst, wie ver-
wöhnt wir inzwischen sind, und wie selbstverständlich all' diese 
Dinge zum Leben gehören.

Aber wieder zum Garten, der seinem Namen jetzt alle Ehre macht, 
wobei es an der 'Aufsicht' immer mehr hapert. Ich bin froh, dass 
wir uns damals gegen den Titel 'kontrollierter Wildwuchs' entschieden 
haben. Denn unter Kontrolle steht kaum noch etwas im Garten. 

Noch nie hatte ich so wenig Lust zur Gartenarbeit wie in den 
letzten Monaten und jetzt ist mir auf unseren 630qm fast alles 
über den Kopf gewachsen. Wenn ich mich zur Gartenarbeit auf-
raffen konnte, dann eher und viel lieber im Garten meiner Mutter 
in Braunschweig. Denn zusammen gärtnern ist doch etwas ganz 
anderes als allein mit aus den Fugen geraten Bäumen, Sträuchern 
und üppigen Rosenranken zu kämpfen ...

Da aber der Mitverursacher unserer reichhaltigen Gartenbepflanzung 
ganz zu recht sagte 'Erst die Arbeit und dann das Vergnügen!' 
vernachlässigte er in diesem Sommer ebenfalls unseren Garten.

Nun stehen wir also wirklich vor fast undurchdringlichen Dickichten 
und werden viel Zeit damit verbringen müssen Bäume zu kappen, 
Wege freizuschneiden, Grenzen zu säubern und das ehemalige Wald-
stück von wild wucherndem Hopfen zu befreien. Der hat nämlich 
seine Chance genutzt und das Mehr an Licht & Luft seit der Fällung 
der Grenzfichten für sich vereinnahmt. Der hohe Ilex und der 
breite Taxus wurden auch gleich mit überwuchert.

Ein Naturgarten kann also wirklich nur eine sehr begrenzte Zeit 
sich selbst überlassen werden. Daher können wir jetzt sagen 
'Experiment gescheitert, aber Patient zum Glück noch nicht tot.' 
Doch es besteht dringender Handlungsbedarf!

Daher kann ich die Berichte aus dem Waldgarten nun noch 
besser nachvollziehen. Noch im Frühjahr hätte ich bei 
diesem Post nur geschmunzelt ...