Freitag, 4. Mai 2012

hellvioletter Silberling



Es gibt ihn noch, den mehrjährigen Judas-Silberling -
Lunaria rediviva
! Im Gegensatz zu seinem einjährigen
pink-violetten Verwandten -
Lunaria annua, blüht diese
Staude normalerweise ausdauernder und ist weniger
vermehrungsfreudig. Nur leider ist das seine letzte
Blüte in unserem Garten. Denn inzwischen steht er so
verschattet an der Nordseite, dass er kaum noch genug
Luft und Wasser zum Leben bekommt. Beim Garten-
spaziergang im Mai 2008
hatte er noch genug Freiraum
um fünf Blüten zu entwickeln. Ob es früher sogar noch
mehr waren, daran kann ich mich nicht erinnern. Und
ob wir dieser sehr schönen 'Fehlfarbe' in der vordigitalen
Zeit schon genug Dias geopfert hatten, das ist fraglich.

Denn zu der Zeit beherbergte der Garten noch wesentlich
mehr Stauden, so dass wir mit dem Fotografieren der
Pflanzenvielfalt überhaupt nicht hinterherkamen. Und nur
wenige Papierbilder schafften es damals in unsere dicken
Garten-Fotoalben. Außerdem wohnen wir erst seit Sep-
tember 2001 ständig in Haus & Garten. Vorher nutzen wir
das Siedlungsgrundstück als Ort zum Feiern oder als eine
Art Schrebergarten. Und auch die Teilsanierung des Hauses
ab 1999 sollte nur eine Art Ferienhaus mit U-Bahnanschluß
ermöglichen. Doch im Leben kommt es oftmals ganz
anders als man denkt ...

Wahrscheinlich kam diese Staude schon vor 2000 an diese Stelle
in der Nähe von einem Liguster - ist also besonders ausdauernd.
Doch auch wenn sie Saat ausbildet, so kann ich mir kaum vor-
stellen, dass junge Keimlinge zwischen dem alles überwuchernden
cremefarbenen Beinwell eine Chance hätten. Daher werde ich
in diesem Sommer mal versuchen etwas Saat von ihr abzunehmen,
um ihre Kinder an einer anderen Stelle im Garten anzusiedeln.
Denn diese Staude ist sicherlich inzwischen mit den Wurzeln des
Ligusters eng verwoben. Und noch dazu hat sich hier der Hopfen
mit seinem Wurzelgeflecht breitgemacht. Einen Umpflanzversuch
würde sie in ihrem Alter und dem geschwächten Zustand wohl
kaum überleben können. Aber ich werde sie in den nächsten
Tagen wieder etwas freilegen. Denn auch ihr silbriges Trenn-
papier
ist sehenswert - vorallem im eisigen Winter.

Fotos: S.Schneider


Die deutschen Pflanzenbezeichungen sind etwas verwirrend:
Da gibt es Mondviolen - Lunaria und Nachtviolen -
Hesperis.
Doch bei der Nachtviole handelt es sich um eine ganz andere
Staude, die wir auch schon zweimal im Garten beherbergten.
Und die sich sogar mal in unserer Wiese versamte
.  


Mit diesen verschiedenen Stauden beschäftigt sich auch ein Post
auf dem Blog 'Mein Waldgarten' ...


Kommentare:

Elke hat gesagt…

Hallo Silke,
die Namensgebung finde ich auch immer äußerst verwirrend.
Tja, und dann dachte ich, ich hätte Sämlinge von ihr gepflanzt, doch die entpuppten sich als gelbe Frühlings-Braunwurz. Und so bleibt mein Garten vorerst ohne Lunarien.
Schöne Pfingsten!
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Als ich noch die Nachtviole im Garten hatte, da war es für mich kein Problem sie auseinanderzuhalten. Allerdings nach einiger Zeit jetzt schon. Jedenfalls sind beide Stauden reizvoll. Und ich hätte auch die Nachtviolen wieder gern hier am Rand stehen. Aber Waldmeister & Schnecken sind eine Kombination, mit der im Idealfall noch wuchsfreudige Rosen klarkommen ...
Der einjährige Silbertaler sollte doch kein Problem sein. Der vagabundiert hier in Hannover sogar an den Sträßenrändern umher. Und meine Mutter hatte vor Jahren mal Saat von einer Arbeitskollegin bekommen. Mit ihm vrhielt es sich ähnlich wie mit dem Kinderbaum. Seine UrUr...Enkel sind noch immer im Garten. Allerdings wird es jetzt leider weniger. Wir hätten ihn wohl doch etwas mehr versamen lassen sollen. Die ausdauernde Staudenversion der Lunaria kann ich Dir wirklich empfehlen!