Mittwoch, 2. Mai 2012

Ein seltsamer Sesselblick




Wenn ich im Sessel vor dem Treppenhaus sitze und Richtung
Süd-Ost zur Grenze schaue, bietet sich mir über dem ehe-
maligen Waldstückchen ab ca. 4m Höhe dieser Anblick: Das ist
der alte Birnenbaum, der es trotz der beiden Grenzfichten fast
jedes Jahr geschafft hatte zur Blüte zu kommen und sogar ab
und an ein paar kleine Früchte ausbildete. Aber genau wie bei
dem alten Apfelbaum reichten die zusätzlichen Wassergaben
im letzten Sommer wohl nicht aus. Und der Winter gab ihm
anscheinend den Rest. Denn bisher können wir keine Blatt-
knospen an ihm erkennen. Dabei hätte er jetzt endlich den
Entfaltungsraum und würde zumindest ein kleines Gegen-
gewicht zur Taxus-Säule, den beiden Wachholdern und der
sehr hohen Douglasie rechts neben dem Steg bilden
. Und das
ist auch der Grund, warum dieser recht ungepflegte Garten-
Anblick auch noch genau so einige Zeit bestehen bleibt. 

Denn das Efeu ist bereits an der Stammverzweigung an-
gekommen. Es wird also nicht mehr lange dauern, bis es
die Birnenäste erobert. Und die dunkel-violette Clematis
viticell
a steht am Stamm des Birnenbaumes. Vor 2 Wochen
hatte sie sich gut verzweigt und schon eine Höhe von 2m
erreicht. Nun bin ich gespannt, in welche Höhen sie unter
sonnigen Bedingungen streben kann. Bisher endete ihre
Wuchsfreude unter der Fichte wohl etwa bei 4m. Aber der
große Taxus neben ihr muss in diesem Jahr einige Extra-
portionen an Wasser bekommen. Und davon wird sie
sicherlich auch profitieren. 

Ähnlich verhält es sich mit dem blauen 'Hochstamm-Wachholder',
der noch vor einigen Jahren reich verzweigt unter dem Fichten-
dach stand
. Auch er ist jetzt nahe zu kahl. Und er wäre bestimmt
auch schon längst eingegangen, wenn der rote Rhododendron
in seiner direkten Nachbarschaft nicht ab und an gründlich ge-
wässert würde. Aber obwohl er zur Zeit recht unansehnlich
ausschaut, ist er extrem nützlich: Die Eichhörnchen brauchen
in als Absprungsplatz
, um bequem und ohne Bodenkontakt von
der Süd- zur Nordgrenze zu gelangen. Und an seinem Stamm
steht neben einem Ilex auch ein Geißblatt. Und das hat nun
schon seine vertrocknete, aber gut verzweigte Krone erreicht.
Vielleicht kommt es in diesem Jahr nun dort oben endlich
zur Blüte. Denn bisher war es ihm im Wald immer zu dunkel.

Ganz unten am Bildrand ist dann noch der Haselstrauch zu
erahnen, den wir im September nur teilweise eingekürzt
hatten
. Und wegen der Kranfällung im Dezember mussten
wir ihn zum Glück dann auch nicht weiter einkürzen. Seinen
Hauptstamm habe ich nun so am Fichtenstamm verkeilt,
dass er von der Südgrenze weggedrückt ist. Er hat jetzt
etwa eine Höhe von 4m erreicht und lässt sich eventuell
dazu bewegen die Lücke zwischen dem fast abgestorbenen
blauen Wachholder und der toten Birne zu füllen.

Ich hoffe in 1 oder 2 Monaten sieht dieser Blick vom Sessel
vor dem Treppenhaus schon wieder ansehnlicher aus. Aber
nicht nur Rosen brauchen Geduld ...

Foto: S.Schneider


Keine Kommentare: