Samstag, 5. Mai 2012

4 von 8 Standorten


Gleich in den ersten Jahren, als wir unseren Garten über-
nahmen, zog der Salomonssiegel - Polygonatum multiflorum,
in den Garten ein. Meine Mutter hatte vor über 30 Jahren
Rhizome von einer Arbeitskollegin geschenkt bekommen,
die sich bei ihr im Garten über die Jahre gut vermehrten.
So kamen auch einige Ableger im Frühjahr 1984 in meinen
Experimentier-Vorgarten. Und von all' diesen Kindeskindern
wanderten dann ab 1996 immer wieder einige zu uns nach
Hannover aus. So haben wir inzwischen an 8 Standorten den

vielblütigen Weißwurz
in unserem Wildwuchsgarten verteilt.
Manche von ihnen sind in schattig-trockenen Bereichen
nur etwa 30cm hoch und in besonnteren Gartenecken, die
teilweise auch gedüngt und mehr gewässert werden, da
sich dort Rosen bzw. ein muckeliger Rhododendron befinden,
erreichen sie bereits Höhen von bis zu 80cm. Alles mal
wieder eine Frage des Standortes:

Hinter dem Aluteich werden die Rosen zwar 1x im Frühjahr
gedüngt, und der Bereich ist durch die fehlenden Grenzfichten
inzwischen besonnter. Aber dort bekommt die Pflanze meist
nur Regenwasser. Allerdings habe ich dieses Exemplar erst vor
2 Jahren von seinem Schattendasein befreit und hierhin um-
gepflanzt. Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass er sich
im Laufe der Jahre über die Steinsamen erhebt und mit den
Akeleien in der Höhe konkurrieren wird. Allerdings blüht er
früher. Daraus ergibt sich eine interessante Pflanzgemeinschaft.

Dieses sind zur Zeit die höchsten Salomonssiegel. Sie
profitieren unter der Climbing Schneewittchen vom
Rosendünger und der zusätzlichen Bewässerung. Aller-
dings scheint ihnen die starke Sonneneinstrahlung
manchmal nicht gut zu bekommen. Denn sie haben
häufiger kränklich wirkende gelb-grüne Blätter. Ihre
Verwandten im Schatten sehen meist gesünder aus.

Wenn der Platz auf der Nordseite vor dem großen Buchsbaum
nicht so trocken wäre, dann würden diese beiden sicherlich
schon höher als 40cm sein. Aber auf der anderen Seite des
Trampelpfades unter der Mirabelle stehen auch noch ein paar
Pflänzchen, die
noch einen schwereren Stand haben. Aller-
dings geht es ihnen in diesem Frühjahr etwas besser, da die
Heckenkirschen stark zurückgefroren sind ...

Diese Gruppe vor dem roten Rhododendron und der
Jacqueline du Pré am Wiesenrand scheint optimal zu sein.
Hier gibt es etwas Licht, etwas Regenwasser, leichte
Düngergaben, zusätzliche Bewässerung wegen der Rose,
und im Sommer ist es hier trotzdem angenehm schattig.
Außerdem haben wir vom Steg aus freie Sicht auf diese
herrlichen Frühlingsblüher.

Auch unter der Korkenzieherweide an der schattigen Süd-
grenze gedeiht er prächtig. Dünger & Wasser für den leider
inzwischen kränkelnden Rhododendron machen es möglich.
Weniger günstig ist der Platz unter dem Wachholder - in der
Nähe vom Hundszahn. Dort ist der Boden zu trocken und
wahrscheinlich zu nährstoffarm. Und auch unter der Kiefer
im Bereich des himmelblauen Beinwells ist der Salomons-
siegel nicht so vermehrungsfreudig. Aber dort wollten ja
auch die Maiglöckchen nicht mehr zur Blüte kommen ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ah, die Vielblütige Weißwurz, die hab' ich auch!
Und ich wundere mich manchmal auch, was an welchen Standorten von allein so gedeiht.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Also von allein kam bei mir keiner. Die habe ich alle gepflanzt bzw. umgepflanzt. Auch Maiglöckchen laufen nur bei anderen durch den Garten. Hier habe ich nur festgestellt, dass sie weniger wurden. Manches ist in manchen Bereichen doch garnicht so wildwüchsig wie man meint ...