Montag, 30. April 2012

zerpflückte Zeckenrollen


So ganz sicher waren wir uns nicht, ob die Gartenmäuse
tatsächlich die mit Permethrin behandelte Baumwolle
in den Ixogon Zeckenrollen benutzen würden, als wir die
Pappröhren
im letzten Herbst im Garten auslegten. Und bis
zum Winter konnte ich nur an wenigen Rollen im Hochwald
feststellen, dass Tiere sich dafür interessierten. Zumindest
war an einer Röhre etwas Material herausgezuppelt. Aber
es sah nicht so aus, als ob ein Mäuschen das Baumaterial
für den Winterquatierbau verschleppt hätte ...

Im März habe ich nun weitere 7 Rollen ausgelegt. Einige
wieder im Hochwald, da unsere beiden grauen Damen dort
oftmals stundenlang auf der Lauer sitzen können. Zwei noch
dazu an der Schuppenmauer an der Südgrenze, denn nicht
nur wir hatten zeitweilig mal Mäuse in der Garage. Auch im
Schuppen unserer Nachbarn hatten sie vor einigen Jahren mal
ein nettes Quartier gefunden. Unter dem Efeu-Apfelbaum ist
unsere Maus oftmals auch mit der Mäuschenjagd beschäftigt.
Und das Hochbeet am Ende der Betonfläche ist ebenfalls ein
 so geschützter und lauschiger Bereich, in dem sich unsere
Gartenmäuschen gerne aufhalten.


Heute entdeckte ich zufällig, dass am Reisigbündel neben
der Schuppenmauer etwas Baumwolle herausgezogen ist:

An dieser Stelle unter der Korkenzieherweide vermisst
unsere Maus ihren Küchentisch
. Denn hier scheint es
Mäuschen zu geben. Und sogar ein Nest? Auf jeden Fall
würde unsere kleine graue Mause-Jägerin wieder sehr
gern auf dem alten Tisch sitzen, um im Untergrund
nach den Mäuschen zu schauen ...

Diese freiliegende Zeckenrolle am Waldweg
im Hochwald bekam offensichtlich auch Besuch.

Und diese vordere Rolle rechts am Weg unter dem Ilex
wurde schon im letzten Herbst zerpflückt. Da die Wirksamkeit
des Materials angeblich bis zu einem Jahr gegeben sein soll,
habe ich an dieser Stelle im März einfach eine weitere Rolle
dazugelegt.

Ob diese Rollen unser Zeckenproblem eindämmen, werden wir
kaum feststellen können. Dazu müssten wir die Mäuschen, die
unsere graue Maus nach Hause bringt, untersuchen lassen. Denn
an einer noch lebenden ängstlichen aber trotzdem sehr flinken
Maus, die wir im Bad fangen und sofort wieder in den Garten
setzen, können wir nun wirklich keinen Zeckenbefall feststellen.
Und bisher haben wir an den toten Mäusen nichts endecken
können. Aber die Zeckenlarven sind auch so winzig klein, dass
es sehr schwer wäre sie im dichten Mausefell zu entdecken.
Doch vielleicht unterstützen uns die Zeckenrollen zumindest
beim Kampf gegen die Plagegeister. 

Denn nur tatenlos zusehen wie immer mehr Zecken den Garten
bevölkern bedeutet, dass wir auf Dauer die Freude am Garten
verlieren. Bei Zeckennestern werden wir auf jeden Fall das an-
grenzende Pflanzenmaterial um das Nest herum runterschneiden
und verbrennen. Im Umfeld von 1,5 bis 2m kommt dann das
Neudorff Grasmilben- & Zeckenkonzentrat gnadenlos zum Einsatz
,
denn anders ist dem Problem anscheinend nicht beizukommen.   

Allerdings halte ich das Absammeln der Zecken aus der Wiese
am Haus noch immer für die erfolgreichste Methode. Zumal ich
dann auch ein Gefühl für das Ausmaß der Verbreitung bekomme.

Am Besten wäre es natürlich sie bewusst anlocken zu können,
um sie mit starkem Klebeband zu fangen. Denn leider hat die
Zeckenfalle im September in unserer Wiese kläglich versagt
.
Nur an den Buttersäuretest traute ich mich bisher noch nicht
ran. Zumal unsere nördliche Nachbarin in ihrem Garten häufig
Seminare abhält, und wir daher noch keinen geeigneten
Termin finden konnten. Das Material liegt allerdings schon seit
dem letzten Sommer bereit: Eine alte Wärmflasche, die dann
auf 37° temperiert sein sollte und gut in einer Plastiktüte
verpackt wird, dazu ein altes weiches Tuch zum Umhüllen und
die Flasche mit Buttersäure - von der wohl nur ganz wenig
reicht, um die Zecken aus den Beeten anzulocken. Nur braucht
man dann wohl noch eine Atemschutzmaske, um mit Klebe-
band bewaffnet die Tierchen von der Wärmflasche
aufzunehmen ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Elke hat gesagt…

Hallo Silke!
Eine Rolle war bei mir schon lange zerpflückt, aber da war ich mir nicht sicher, ob das nicht die Meisen waren für den Nestbau.
Jetzt ist aber eine zweite Rolle komplett leer, die für die Vögel nicht erreichbar ist. Dann war es wohl doch die Rötelmaus, hurra!
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Also nicht nur bei uns!
Zuerst hatte ich ja die Eichhörnchen in Verdacht - das wäre allerdings auch gut, denn die sind bei uns in allen Gärten aktiv und verbreiten die Plagegeister sicherlich auch mit ...
Und nicht nur die Igel, sondern auch die Vögel verbreiten ja wohl leider Zecken über die Gärten:-(
Trotzdem hoffe ich für Dich, dass Du noch keine vollgesogene Zecke im Garten hast, die Eier legt. Denn mit einem Zeckennest wird es richtig blöd. Aber im Idealfall helfen die Mäuschen ja auch bei der Vernichtung der Nymphen, so dass die Zahl der erwachsenen Zecken zumindest eingedämmt wird!?

Interessant finde ich inzwischen, dass unsere Katzen meist mit einem gleichzeitig im Fell krabbelnden Männchen & Weibchen nach Hause kommen. Und auch in der Wiese stelle ich immer häufiger fest, dass Männchen und Weibchen relativ dicht nebeneinander in der Wiese auf Wirte warten ...

Gäbe es nicht das Risiko der Borreliose, FSME usw würden mich die Tierchen mit ihren 'Strategien' wirklich faszinieren. Aber so habe ich doch reichlich Respekt vor ihnen .