Sonntag, 1. April 2012

Ein Lebenszeichen ...




Dieses Bild der noch nicht zurückgeschnittenen Glamis Castle
ist zur Zeit typisch für unseren Wildwuchsgarten. Zwar blühen
schon seit eingen Tagen die Forsythien in den Nachbargärten,
aber mit dem Rosenrückschnitt halte ich mich teilweise noch
zurück. Denn der heftige Dauerfrost hat viele Rosen trotz
eines besseren Winterschutzes arg geschädigt. Einige ganz
offensichtlich verfrorene bzw. vertrocknete Triebe habe ich
schon entfernt. Doch gerade bei den im vorletzten Winter
bereits extrem geschädigten Rosen, die sich teilweise so
gut im letzten Sommer erholt hatten, lasse ich mir Zeit.
Gedüngt und gewässert sind sie. Und nun hoffen wir, dass
sich an manchem scheinbar trockenen Trieben irgendwann
doch noch Leben zeigt ...

In den letzten Tagen ist der Garten regelrecht explodiert.
Die Magnolie hinter dem Teich steht in voller Blüte und der
Wind treibt bereits die ersten Blütenblätter durch den Garten.
Noch nie hatten wir
so viele blühende Scilla & Blausternchen
im Erdbeer-/Waldmeisterfeld
. Und auch die weißen Busch-
windröschen leuchten in dem grün-blauen Feld. Selbst
die
blauen Buschwindröschen
sind gerade schon dabei ihre Blüten
zu öffnen. Und sogar zwei alte Hyazinthen und einige Wald-
anemonen durften sich fast ungehindert entwickeln. Denn
den Schnecken hat der plötzliche Winter Ende Januar an-
scheinend zugesetzt. Aber vor ein paar Tagen steuerte doch
schon wieder ein
Tigerschnegel abends auf die geöffnete
Tür des Treppenhauses zu
!

Im kleinen Aluteich an der Betonfläche musste ich an einem
Morgen im März fast 20 lebende
Posthornschnecken vom Boden
aufsammeln
. Sie wollten wohl auswandern!? Daher habe ich nun
den größten Teil der Tierchen in den Teich am Haus umgesetzt.
Ob sie sich dort jedoch wohler fühlen?

Im Teich am Haus haben wir viele Fische verloren. Denn leider
ist uns ausgerechnet irgendwann beim Dauerfrost Ende Januar bis
Mitte Februar die Pumpe ausgefallen. Das hat nicht nur reichlich
Gründlinge das Leben gekostet. Auch einige alte Goldfische,
kränkelnde Shubunkins,
unseren ältesten Koi aus dem Jahr 1997
und seinen goldenen Baumarkt-Kumpel -
der Gutschein-Fisch aus
dem Frühjahr 2001
, haben die wochenlang geschlossene Eisdecke
nicht überstanden. Doch den restlichen Fischen geht es erstaunlich
gut. Und obwohl wir die Teichpflanzen erst am letzten Wochen-
ende zurückgeschnitten haben, war das Wasser die ganze Zeit
über klar bis auf den Grund.

Allerdings habe ich mir wohl bei dieser Gartenarbeit trotz Gummi-
stiefeln unbemerkt nasse Füße geholt und habe nun wieder 'viel
Freude' mit meinem Husten. Es scheint, dass zusammen mit einigen
anderen unglücklichen Umständen, die mein Immunsystem zu sehr
schwächten, nun wieder die Borrelien zum Angriff blasen. Daher
wird seit einigen Tagen mit einer speziellen Schüßlersalz-Mischung,
Arnica-Globulis, Bronchialtee und Wärmflasche zurückgeschossen!
Außerdem stellen sich seit ein paar Tagen in der Intentsität für
mich unerklärliche Schmerzen an den Füßen, auf der linken Körper-
seite, und neuerdings auch rechts auf dem Schulterblatt ein. In-
zwischen ahne ich nun, was es heißt Nervenschmerzen zu haben.
Allerdings sind die Symptome zeitweilig auch wieder komplett
verschwunden, um dann ganz plötzlich an anderen Stellen auf-
zutauchen. Auch trägt sicherlich die feucht-kalte Witterung dazu
bei, dass die Schmerzen unangenehmer werden. Nun kann ich
also wirklich davon ausgehen, dass
meine 3-wöchige Antibiotika-
'Kur' nicht alle Borrelien abgetötet hat
. Und vielleicht hat mich
auch schon wieder unbemerkt eine Zecke, Nymphe oder Zecken-
larve bei der Gartenarbeit erwischt. Denn im Nacken am Haar-
ansatz gibt es seit ca. 1 1/2 Wochen immer mal wieder stark
schmerzende entzündete Stellen, die nicht richtig zur Abheilung
kommen. Dort eine Zeckenlarve oder selbst eine minimal
größere Nymphe ausfindig machen zu wollen, das ist nahezu
utopisch. Und als ich vor ein paar Tagen den Teich mit dem
Gartenschlauch auffüllte, hatte ich nacheinander zwei
winzige
schwarze Zeckenlarven auf der Hand
. Die haben am Schlauch
auf ein Opfer gewartet! Ebenso konnte ich ein Zeckenweibchen
fangen, dass an einem am Wiesenrand kurz abgestellten Plastik-
schälchen hochkrabbelte. Etwa 15 Minuten vorher hatte ich
das Schälchen angefasst. Den Tierchen reicht wirklich nur der
Hauch eines Tieres oder Menschen, der dort irgendwann einmal
langgegangen ist oder kurz etwas berührt hatte. Es scheint
für Zecken aller Stadien lohnenswert ihren Opfern an solchen
Stellen aufzulauern. Und auch heute saß ein mutiges Zecken-
weibchen auf dem Krokusgrün am Wiesenrand. Die Zecken-
statistik,
zu der mich unsere Maus pünktlich zum 1. März 2012
veranlasste
, ergab für den Monat März 14 Zeckenweibchen,
5 Zeckenmännchen und 2 Zeckenlarven. Was im Garten sonst
noch irgendwo auf uns lauert, damit habe ich mich noch
nicht befasst. Uns reicht es, was eine kleine Maus & Allegra
zur Zeit
aus dem Garten mitbringen! Aber sicherheitshalber
haben wir neue
Zeckenrollen an den Stellen ausgelegt, wo
sich bei uns im Garten die Mäuschen gerne aufhalten. Aus
einigen Zeckenrollen wurde tatsächlich die behandelte
Baumwolle herausgezuppelt. Aber inzwischen haben wir die
Eichhörnchen in Verdacht. Denn im Nachbargarten wurde
ein zum Trocknen aufgehängter Wollpullover eifrig von
einem nestbauenden Eichhörnchen bearbeitet ...

Allmählich schließt sich vorrübergehend die Lücke an der
südlichen Grenze, die durch das Fällen
der beiden über
40 Jahre alten Fichten
entstanden ist. Denn im Garten meiner
Mutter in Braunschweig
wurde die alte Birke mal wieder um
1/3 geköpft, so dass reichlich große Zweige zur Verfügung
standen. Die sind nun
in Etappen in unserem Wildwuchsgarten
angekommen und stehen jetzt in Wannen & Kübeln entlang der
kahlen Grenze. Später im Sommer kann das Material immer
noch geshreddert werden!

Zum Glück ist bei der Fällung am 5. Dezember 2011 kaum
Schaden entstanden. Und hätten wir im Spätsommer geahnt,
dass eine
Kranfällung die günstigste und auch noch dazu
schonenste Art für unseren Garten ist, dann hätten wir einige
der Sträucher gar nicht so weit zurückschneiden müssen.

Aber über die beeindruckende Fällung, die Baumschutzsatzung
in Hannover, den Garten, wie er vor 16 Jahren einmal war,
und viele andere Themen der vergangenen Monate & Jahre
werden wir hier irgendwann noch berichten.

Doch in den letzten Tagen war
unsere Allegra, die ein
unfreiwilliges Bad im Garten nahm
, unsere Blog-Hauptperson.
Daher ist unser Wildwuchsgarten zur Zeit eher auf unserem
'grauen' Blog im Hintergrund zu sehen. Dort ist auch schon
etwas von der Osterdeko zu erahnen ...

Meine Freizeit & Blogzeit werde ich nun in den nächsten Tagen
hoffentlich mit der
Osterdeko für DekoGerümpel verbringen, wenn
nicht wieder etwas Unvorhergesehenes dazwischen kommt!

Foto: S.Schneider


Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Endlich wieder Wildwuchs! Freu mich sehr, warte schon seit November auf News aus Eurem Garten!! Liebe Grüße aus Österreich, Marion

Elke hat gesagt…

Also wenn du dich meldest, dann aber richtig! Liebe Silke, ich wünsche dir gute Besserung. Und ich hoffe, dass die Borreliose nicht wieder aufflammt. Ich frage mich immer wieder, was ich mit so einem von Zecken verseuchten Garten machen würde und ich gestehe, ich weiß keine Antwort darauf. Das ist ja der reinste Horror. Ich schätze, ich würde so ziemlich alles roden lassen, was zu roden geht, die Chemiekeule schwingen und im schlimmsten Fall verkaufen. Das klingt heftig, aber meine eigene Gesundheit wäre mir da letzten Endes wohl am wichtigsten.
Alles Gute,
Elke

Renate Waas hat gesagt…

Freu mich auch, wieder von Euch zu lesen!
Die Zecken machen Euch ja wirklich richtig arg zu schaffen - oh je - gute Besserung!
Bei uns sind die Rosen fast alle weg - die große schöne Guirlande kann ich wohl entsorgen. Ich gucke noch jeden Tag - aber nix bisher.
Dafür blühen auch bei uns viele viele Frühlingszwiebeln und jeden Tag sitze ich im Garten und staune. Mag nicht mal fotografieren, damit ich mehr Zeit zum genießen habe :-)
Bis bald mal wieder und ganz viele Grüße von Renate

stadtgarten hat gesagt…

Liebe Silke, schön, dass Du wieder da bist!
Und wie schade, dass die Zecken auch schon wieder ihr Unwesen treiben - ich glaube, ich würde verzweifeln oder auch, wie Elke sagt, verkaufen und wegziehen.
Ich hab GG vorhin von den Zecken erzählt, er war auch ganz geschockt und meinte spontan, er würde alles abfackeln! Aber selbst das wird vermutlich keine richtige Lösung sein!
Ich wünsche Dir, dass Du gesund wirst/ bleibst und trotz der Zeckenplage Freude am Frühling und Sommer im Garten haben kannst!
Liebe Grüße, Monika

Elke hat gesagt…

Gute Besserung, Silke!
Ich habe gestern Zeckenrollen im Garten verteilt, bin gespannt, was es bringt.
VG
Elke

Sisah hat gesagt…

Ich freu mich, dass du 'Laut' gibst und wieder bloggst und dann gleich einen derartig umfangreichen Beitrag. Ich staune, mit welcher Gelassenheit du mit euren besonderen 'Gartentieren' den Zecken umgehst, wenn es mich allerdings etwas erschreckt, dass du deine durch Borreliose verursachte Lyme-Arthritis mit Schüssler Salzen und homööpathischen Globuli bekämpfen willst. Das ist nicht dein Ernst. Ich kann nur hoffen, dass du wieder den Weg zu einem Arzt findest, der sich auskennt und dir ja bereits Antibiotika verschrieben hat.
Ich gehöre durchaus nicht zu den Zecken-Hysterikern, und streife weiterhin durch Wald und Flur mit meinem Hundi, habe schon mehrfach 'Erythema migrans' Manifestastinen nach Zeckenbissen mit Antibiotika behandeln müssen, nehme aber diese Erreger ernst und vertraue bei der Behandlung eher den Aussagen von Schulmedizinern. Auch meine naturheilkundliche Ärztin gab mir Doxicyclin und keine Schüssler Salze... Außerdem ergreife ich präventive Maßmahmen beim Hund und schwinge die chemische Keule, wir suchen uns nach Spaziergängen nach Zecken ab. Sind bei dir eigentlich schon Blut und Liquor auf Antiköper untersucht worden?

Abholzen und Licht schaffen ist ja schon mal eine Maßnahme um es für die Zeckenpopulation im Garten möglichst umgemütlich zu machen.Vielleicht ist es Zeit für ein neues Gartenkonzept...vor allem um den Zecken ihren Lebensraum zu vermiesen...Die fühlen sich bei euch zu wohl!
LG
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

@ Marion
Ein schönes Gefühl, dass wir trotz der Vielfalt der Gartenblogs doch vermisst wurden :-)
Aber bis ich mit der Osterdeko durch bin, dauert es leider noch etwas ...

@ Elke
In der Zeit ist ja auch nicht gerade wenig passiert - auch ohne hier auf die privaten Ereignisse weiter einzugehen ...

Ich denke mir, mit der Borreliose-Gefahr muss ich einfach umzugehen lernen. Und was sollen die Menschen in anderen Ländern machen, die das Problem schon länger kennen?
Zumindest im letzten Sommer hat Hannover resigniert und nur eine Zeckenwarnung für alle Grünflächen und Gärten auf Hannover.de rausgegeben. Ich muss mal nachschauen, wie die in diesem Jahr ausschaut. Aber ich denke mir, dass es bei all' den Grünflächen, Teichen, Gewässern & Naturschutzgebieten hier nur persönliche Schutzmaßnahmen greifen. Eine chemische Totalbehandlung bzw. Abholzung wird wohl kaum stattfinden ;-)

Und so sehe ich das auch bei uns im Garten. Denn wie zäh Zecken und vor allem auch Larven sind, den Post werde ich hier erst später veröffentlichen. Aber so viel vorweg: Am 28.Dezember 2011 krabbelte es noch immer im Filmdöschen, dass ich im Juni verschlossen hatte. Ich vermute, dass zu dem Zeitpunkt nochmals Larven aus den Eiern - von der Zecke unter Luftabschluß gelegten Eier - geschlüpft sind. Ich mache mir wirklich keine Hoffnung ihnen das Leben durch einen abgeholzten und ausgelichteten Garten zu vermiesen. Eventuell würde Brandrodung reichen ;-)
Und dann würde nur noch betonieren helfen. Denn in den umliegenden Gärten befinden sie sich sicherlich auch. Zumal Friedhof und wald nur wenige 100 Meter von uns entfernt liegen. Und so einen betongarten möglichst noch mit Mauer ohne Durchlaßmöglichkeiten für die Tiere, den Garten wollen wir nicht. Früher hätte ich mir das mit einem wassergarten und Blumenkübeln allerdings gut vorstellen können! Aber jetzt würde ich dann eher wieder in unsere 58qm Stadtwohnung in der dritten Etage ziehen und die Natur meiden. Aber das ist doch auch keine Lösung, denn dann gibt es andere gesundheitliche Probleme ...

Weiter unten hat Sisah noch einen langen Kommentar hinterlassen. Zu dem werde ich heute oder eventuell erst später noch Stellung nehmen. Denn, was die Gesundheit anbelangt, die erachte ich ebenfalls als sehr kostbares Gut. Nur befürchte ich, dass ich unter den hier gegebenen Umständen nicht allzuoft die chemische Keule gegen mich und meinen Körper einsetzen kann, da ich in ständiger Gefahr lebe, dass mich wieder mal eine verseuchte Zecke erwischt...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke und alle anderen
So sehen übrigens in diesem Jahr die Zecken bzw. Borreliose-Seiten auf Hannover.de aus:

http://www.hannover.de/de/buerger/pres_med/RH_pm-2011/RH_pm-2011-04/pm133.html

http://www.hannover.de/de/gesundheit_soziales/beratung/thyg/borreliose.html

Und nachdem ich mir die folgende Seite vom Borreliose-Zentrum Hannover sehr ausführlich durchgelesen habe, versuche ich möglichst lange & gut mit Borreliose zu leben. Allerdings ist mir klar, dass es zeitweilig nicht ohne Antibiotika gehen wird. Aber im Moment sehe ich dazu keine Veranlassung. Und wenn werde ich so eine Therapie in die Wintermonate verlegen, denn im Sommer die Sonne über Wochen meiden zu müssen, ist für eine Gartenbegeisterte eine große Strafe:
http://www.borreliose-zentrum-hannover.de/zecken.html

SchneiderHein hat gesagt…

@ Renate
Du hattest bisher bei den Gärten die Du planst noch keine Probleme mit den Tierchen? Oder schweigt man lieber in Deiner Branche über das Thema? Bzw. nur hinter vorgehaltener Hand?
Insofern finde ich die kleine Info-Broschüre zu den Zeckenrollen bzw. die inzwischen sehr gut ergänzte HP mit den Tipps zur Gartengestaltung sehr wertvoll. Obwohl dort immer noch Mulch als mögliche Zeckenbarriere empfohlen wird. Allerdings nun endlich mit einigen Einschränkungen. Aber was schon bei Schnecken nichts nützt, kann Zecken erst recht nicht aufhalten ;-)

Der Guirlande d'Amour und vielen anderen Rosen würde ich eine Chance geben - auch wenn der Anblick bestimmt nicht erbaulich ist. Aber gerade bei den Lens-Rosen konnte ich einen erstaunlichen Lebenswillen feststellen. Und unsere unter der Douglasie neben dem Steg wurde schließlich über Jahre durch ihren Standort mißhandelt und gedeiht dort jetzt trotzdem!

Bei den Waldanemonen musste ich an Deinen damaligen Kommentar denken. Denn meine Töpfchen kamen aus dem Ramschladen - allerdings als gerade gelieferte Frischware. Bei uns sind es wirklich die Nacktschnecken, die bei entsprechender Witterung sich die Pflänzchen schmecken lassen. Ebenso wie Scilla & Hyazinthen! Aber in diesem Jahr darf ich den Anblick genießen. Nur weitere werde ich nun lieber nicht mehr setzen bzw. pflanzen.

Im Moment ist das Wetter unentschlossen, daher kommt es bei mir eher zu einem kurzen Gartenspaziergang mit Kamera. Und dann der anschließenden Sichtung der Gartenbilder auf meinem 'Hochsitz' = Blogger-/Bettblick. Da lässt sich die Natur auch prima genießen bis das Wetter wieder schöner wird :-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Monika
Schön, dass Dir mein Post aufgefallen ist und ich mich nicht zuerst bei Dir zurückmelden musste. Sporadisch habe ich bei Dir mal reingeschaut, aber ich ahne, ich habe viel bei Dir auf dem Blog bis zum Herbst irgendwann nachzulesen. Im Moment stehen die Vorzeichen dafür auch günstig ;-) Denn meine rechte Schulter macht mir das Leben schwer, so dass ich auch mit links nur begrenzt etwas machen kann. Aber wenn der Laptop endlich auf den Beinen liegt, dann kann ich wenigstens relativ schmerzfrei lesen und schreiben. Das scheint nun wirklich meine erste Horrorwoche mit Wanderschmerzen zu sein, von der ich bisher nur gelesen habe. Nun muss ich mich wohl allmählich mit dem Gedanken an eine Antibiotika-Intensiv-Therapie anfreunden. Allerdings hoffe ich, dass ich sie bis in die Wintermonate verschieben kann, denn das wird bestimmt kein Spaziergang für mich ...
Aber soweit ich mich erinnere hattest Du aus anderen Gründen ja auch im letzten Jahr ähnliche Probleme ...

Darum habe ich auch immer noch ein mulmiges Gefühl, wie sorglos Ihr im letzten Jahr Mulchwege angelegt habt. Aber jeder muss selbst entscheiden wie viel Risiko er eingeht. Ich kann ja auch nur Vermutungen anstellen, welche verschiedenen Faktoren bei uns zu dieser Entwicklung der Zeckenpopulation beigetragen haben. Sie ganz aus dem Garten zu entfernen geht wohl kaum. Eventuell mit brandrodung - siehe @ Elke.
Und glaub' mir ich habe mich auch lange mit dem Gedanken getragen dieses Haus & Grundstück aufzugeben. Nur um den Verkauf des Objektes würde ich mich nicht mehr kümmern, sondern das Vorerbe an die Deutsche Krebshilfe abtreten, die sonst nach meinem Ableben über die Immobilie verfügen kann. Denn den Verkaufserlös meinem Testamentsvollstrecker auf Lebenszeit zur Verwaltung zu überlassen, damit ich dann nur die Jährlichen Erträge abzüglich der Testamentsvollstreckungs-Gebühr und anderer Verwaltungskosten erhalte, das ist den Ärger den ich ohnehin mit dem Erbe schon hatte wirklich nicht mehr wert. Daher überlegen wir auch sehr genau, wann wir wie viel in dieses Haus bzw. den Garten investieren. Da wir es nur nutzen, aber eigentlich nicht richtig besitzen. Da hatte mir 1995 meine Patentante einen Gaul mit sehr schlechten Zähnen vermacht.
Andererseits habe ich so natürlich jederzeit die Möglichkeit irgendwo anders hinzuziehen. Allerdings sind wir mit unserer Firma an den Standort Hannover gebunden. Und hier gibt es nun mal schon Zecken, wie Du den Links entnehmen kannst.
Und im Garten meiner Mutter in Braunschweig hatte ich auch schon vor ein paar Tagen eine Zecke auf der Hand, als ich von vertrockneten Rosentrieben die Hagebutten abpflücken wollte.
Heute erzählte meine Mutter mir am Telefon, dass Magdeburg mal wieder sehr große Probleme mit Zecken hat. Und das es angeblich 3x so viel Zecken in diesem Jahr geben soll wie im letzten Jahr.
Meine Statistik von 2011 aus unserem Garten habe ich noch nicht zusammengefasst, aber ich werde das einfach auch für mich zur besseren Übersicht hier irgendwann noch posten. Schon allein um das mit solchen Horrormeldungen zu vergleichen.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Versuch wirklich alles die Tiere in Deiner Efeuecke in Schach zu halten. Da Dein Efeu bestimmt auch gelitten hat, würde ich es an Deiner Stelle in Schutzkleidung komplett runterschneiden und anschließend das Zeug selbst verbrennen, bzw. so entsorgen, dass es nicht zu Kompost verarbeitet wird. Eigentlich bin ich ja gegen den Einsatz von unkontrolliert eingesetzter Chemie, aber ich würde den Bereich genau beobachten und notfalls gerade beim Auftauchen von Nymphen und Larven das Neudorf Grasmilben- & Zeckenkonzentrat im Abstand von 2 Wochen dort einsetzen.
Die Tipps zur Gartengestaltung auf Zeckenrolle.de sind inzwischen erstaunlich gut aktualisiert worden. Das liegt wohl daran, dass der Chef 'von's Ganze' selbst Borreliose-Betroffener ist. Und eventull habe ich da einen ganz geringen Anteil an der Überarbeitung zum Thema Mulch als Schutzstreifen. Es macht wirklich Sinn bei Fragen & Anregungen mit der Firma Kontakt aufzunehmen. Noch nie habe ich eine so persönliche und perfekte Reaktion auf eine Mail von einer Firma erhalten. Auch zum Thema Igel und Zeckenverbreitung haben sie Stellung genommen. Wenn ich wieder mehr Lust habe mich mit dem Thema Zecken noch intensiver auseinanderzusetzen, dann werde ich dazu noch etwas schreiben ...
Ob die Zeckenrollen helfen, werde ich wohl nie beurteilen können. Aber das Geld ist es mir wert. Zur Zeit habe ich ca. 7 Rollen liegen. Überwiegend im Hochwald, da sich die Mäuschen dort am Liebsten aufhalten.
Es sind eben viele Dinge, die man gleichzeitig zur Zeckenbekämpfung im eigenen Garten in Angriff nehmen sollte. Und auch in der Nachbarschaft. Sonst wandert das Problem immer wieder ein. Es sei denn man betoniert seinen Garten, zieht entlang aller Grenzen eine eine große Mauer und sperrt sich unter einem Kaninchendrahthimmel ein ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah
Deinen Standpunkt kann ich in Deiner Situation vollkommen verstehen. Denn in den fast 5 Jahren, konnte ich mir durch Deine Posts und Kommentare hier und auf anderen Blogs ein internettes Bild von Dir machen, sodass dieser etwas scharfe Kommentar von Dir durchaus gerechtfertigt ist. Inzwischen vermute ich auch, dass es bei mir nur eine Frage der Zeit ist, wann ich so eine Intensiv-Antibiotika-Therapie beginne. Aber die würde ich bei den Zeckenprognosen für dieses Jahr gerne bis zum Winter aufschieben. Sonst habe ich es gerade durchgemacht und fange mit einer neuen 'Kur' an, da ich den Garten nicht meiden will. Abgesehen davon haben wir bis Ende September in unserer Firma so viel zu tun, dass ich davon ausgehe, dass die Nebenwirkungen der Therapie weitaus schlimmer für mich werden, als die zur Zeit auftretenden Symptome. Als Frau vom Chef habe ich nämlich den Vorteil, dass ich mir meinen Teilzeit Heimarbeits-Job einteilen kann und mir notfalls auch mal eine Schmerz-Auszeit nehme, die sich wahrscheinlich dann doch noch mit Salzen & Globulis überstehen lässt.
Ich vermute, dass ist bei Dir ganz anders. Ich würde bestimmt auch ganz anders denken & handeln, wenn ich in einem Vollzeitjob einfach irgendwo am Schreibtisch in der Stadt funktionieren müsste ...

Aber trotz Teilzeit habe ich im Moment keine Zeit mehr, werde aber demnächst noch weiter auf Deinen Kommentar eingehen.

Herz-und-Leben hat gesagt…

Hallo liebe Silke,
wir hatten letzte Nacht wahrscheinlich auch schon wieder leichten Frost. Es war ziemlich kalt hier, morgens nur 4 Grad! Aber unsere Rosen haben das bislang immer vertragen. Mich tangierts eh' nicht mehr allzusehr, da wir diesen Garten ja verlassen.
Sogar die Engelstrompete bleibt nun draußen, aber mit Plastikbeutelüberzug.
Aber an unseren Rosen ist auch so einiges an den Spitzen abgefroren. Sie trieben schon aus und dann bracht dieser starke Frost ein, der in BS-Querum 20 Minusgrade in einer einzigen Nacht maß! Das hat ausgereicht, um sämtliche Knospen und Austriebe zu vernichten.
So kalt wirds ganz sicher nicht mehr und ein leichter Frost schadet sicher nicht in der Form.

Naja, DER spezielle Kirschbaum hat Knospen, die sich teilweise schon ein wenig öffnen. Würde es einen stärkeren Frost geben, wäre es sicherlich schlecht um ihn bestellt.

Zecken habe ich in diesem Jahr noch so gar nicht gesehen. In Hannover muß das ja schlimm sein! Wenn sie sogar in den Herrenhäuser Gärten schon massenhaft pro qm lauern sollen, wie ich hörte. Wir waren mal über die Dörfer gefahren, in einem Wald war auch Zeckenalarm. Nur in dem speziellen Ort! Das ist wohl regional recht unterschiedlich. Der Wald sah aber auch nicht sehr gesund aus!

Tja, ich würde auch nicht gleich Antibiotika nehmen und das medizinische Wissen habe ich ganz bestimmt. Dennoch ... für mich gilt es in erster Linie, die Abwehrkräfte zu stärken. Überdies bin ich strikte Impf-Gegnerin! Es hat außerdem alles sein Für und Wider!
Doch ich hab' im Moment auch ganz andere "Sorgen" als Zecken & Co.

Dir und Deiner Familie wünsche ich nun ein frohes Osterfest und lasse viele liebe Grüße hier
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sarah
Ich meinte auch nur meine dunkelrote Lenzrose im Topf, die ich jetzt seit 2 Tagen lieber im Treppenhaus habe. Bei den Rosen habe ich auch weniger Bedenken mit der Kälte. Allerdings sind die ohnehin fast ale sehr mitgenommen. Da darf jetzt nicht mehr viel kommen, sonst verlieren sie zu viel Kraft. Der Winter war hart genug. Und bei bodenbündig runtergefrorenen muss ich den Waldmeister fern halten. Der duftet und explodiert schon seit Wochen ...

Über den Kirschbaum wirst Du sicherlich noch einmal berichten. Unsere Sauerkirsche hält sich noch geschlossen. Und Nachbars rosa Zierkirsche wechselte sich gestern mit ihrem Blütenschnee mit dem Hagel a Mittag ab. Halt richtiges Aprilwetter!

Zecken sind wahrscheinlich eher ein Problem, wenn Du Haustiere hast, die Freigang haben. Die meisten Tierchen bringt Maus mit nach Hause. Allerdings kann ich Allegra nach dem Grasen in der Wiese auch oftmals 1 bis 2 Tierchen absammeln. Und auch auf dem runtergeschnittenen Hochbecken vor der Mauer lauern sie in der Segge. Da hat Allegra durch ihr Grasen schon mindestens 4 Tierchen hervorgelockt.
Je mehr ich mich damit beschäftige, um so mehr komme ich zu dem Schluss, dass die Igel bei uns die starke Zeckenverbreitung ermöglicht haben. Denn an den Stellen, wo sie ihre Laufwege durch den Garten haben, an ihrem ehemaligen Futterplatz und wo sie ihre Schlafplätze hatten/haben, diese Bereiche kann ich eigentlich zur Zeckenzone erklären.
Inzwischen haben wir wohl nur noch einen Igel im Hochwald. Der tauchte mal Mitte März mit Hunger am Teich auf, schlug sich den Bauch mit schnell hingestelltem Katzenfutter voll und legte sich anscheind wieder schlafen. Ich hatte ihn vor einer Woche mal in seinem Bau im Hochwald schnaufen gehört.
Bei meiner Mutter im Garten ist mir übrigens vor ein paar Tagen auch schon die erste Zecke an vertrockneten Rosen in ca. 50cm Höhe im ganz freien Beet begegnet.
Und auch bei uns in der Wiese lauern sie nicht nur an grünen Halmen. Es darf auch gern vertrocknet sein ...
Ich vermute ob ein Wald/Garten nun gesund, ordentlich etc ist, damit hat es wirklich nicht viel zu tun. Viel entscheidender ist die Zahl der zur Verfügung stehenden Wirte für eine schnelle Verbreitung und Entwicklung der Zecken. Denn selbst in dem recht belanglosen Zeckenbericht in Visite auf N3 wurde ja nun darauf hingewiesen, dass Zecken, die mit Borreliose infinziert sind wesentlich bessere Überlebenschancen auch bei Trockenheit haben. Seitdem verwundert mich das Ergebnis meines Zeckenrollentests in der durchsichtigen Filmrolle auf dem sonnigen küchentisch auch nicht mehr! Da ist wohl wirklich nur noch betonieren und gnadenlose Hitze der beste Zeckenschutz. Denn auf solch einer Fläche mögen sich auch keine Wirte aufhalten ...
Von den Herrenhäusergärten habe ich noch nichts gehört. Nur früher schon mal vom Georgengarten. Da bahnte sich das Problem wohl schon an.

Wenn es irgendwie möglich ist, werde ich - wenn überhaupt schon - die dann längere & intensivere Antibiotika-Therapie in den Winter - so ab Januar legen. Und mich auch erst kurz vorher testen lassen. Denn wenn ich jetzt nicht zu einer Therapie bereit bin, nützt mir auch kein ev. trotzdem unklares Zwischenergebnis etwas. Die letzten Tage haben auf jeden Fall schon Linderung gebracht. Und am Erstaunlichsten finde ich, dass wahrscheinlich höher potenzierte Arnica-Globulis tatsächlich zeitweilig zur Schmerzfreiheit beitrugen. So ganz kann ich da nicht dran glauben. Aber bei Maus & Allegra gab es schon häufiger eine positive Reaktion. Und bei mir scheint es auch so zu sein.

Ich hoffe, Ihr findet ein schönes neues Heim mit einem Hauch von Waldgarten. Damit ein paar Deiner gesammelten Schätze mit umziehen können!

Herz-und-Leben hat gesagt…

Weil Du Rosenrückschnitt schriebst, liebe Silke ...
So weit wie bei Euch ist der Waldmeister hier noch nicht. Aber beiuns ist bekanntlich alles später.
Ja, Haustiere haben wir ja nicht und die Katze meiner Mutter kommt nie raus - das wäre da, wo sie wohnen, auch lebensgefährlich für die arme Kitty. Da ist es besser, sie nur mal kurz auf den Balkon zu lassen zwecks Lichtdusche. Doch selbst da müssen sie aufpassen, denn sonst gehts den armen Vögelchen an den Kragen! Und das haben wir nicht so gern!

Tja, ich dachte, mit den Zecken ist es nach Eurer Giftaktion jetzt nicht mehr so schlimm. Doch das glaube ich auch, daß Igel mit dazu beitragen. Wir schrieben ja schon vielfach darüber. Alles, was der Mensch künstlich forciert (z.B. durch Igelfütterung), wird nicht gut sein, auch wenn wir die Igelchen lieben, sie einem leid tun, man sie gern beobachtet usw. ... mit Vogelfütterung ist es ähnlich. Die fressen nicht mal mehr Hagebutten, so verwöhnt sind die! (Ein entsprechender Post steht immer noch aus - auch zwecks Vergleiches der Hagebutten - doch durch unsere überraschende Umzugs-Aktion komme ich vorläufig wohl nicht mehr dazu) Ich poste das alles aber später noch nach! Der Blog bleibt ja bestehen!Wenn's dann da zu gegebener Zeit leider auch nicht mehr weitergeht.)
Und ich denke auch, Mäuse und ähnliches Getier. Wir haben weiter hinten im Garten inzwischen auch diverse Gänge und Löcher. Was sich da herumtreibt, wissen wir nicht, da diese Tiere nachtaktiv sind und wir mangels Infrarot-Cam da kaum nachsehen können, was da hinten los ist. Man sollte das da eigentlich mal filmen ;-)

Aber letztendlich - wer weiß das schon so genau, warum das eine Grundstück mehr, das andere weniger heimgesucht wird .... vielleicht spielen da noch ganz andere biotische/abiotische Faktoren eine Rolle, Umweltaspekte etc.

Über die Herrenhäuser Gärten las ich mal im Internet. Und Georgengarten, ja, so steht es da

http://www.rockszene.de/News04/Vorlagen/news-280508_1.html

15 Zecken pro qm. Ob's stimmt - keine Ahnung! Als wir da waren, hatten wir keine einzige Zecke bemerkt! Vielleicht zuviel Karnickel?

Und wir entdeckten vor kurzem bei einem der umliegenden Dörfer einen Wald, der auch verseucht schien. Denn alle Wälder sind das längst nicht. Der Wald wirkte dann allerdings auch nicht sehr gesund.

Zu Arnica - ich bin inzwischen so ziemlich von der Homöopathie wieder abgekommen, finde die Phytotherapeutika viel wirkungsvoller. Doch das muß jeder selbst entscheiden.

Danke - aber einen Waldgarten muß ich nicht mehr haben *lach* - war aber mal eine sehr interessante Erfahrung! Doch ein Garten soll es auf jeden Fall wieder sein.

Dir/Euch noch einen schönen Ostersonntagnachmittag und liebe Grüße
Sara