Freitag, 30. September 2011

Zeckenglas



Und noch eine neue Zeckenrolle vor
einem strahlend blauen Spätsommerhimmel.


Am 27.Juni 2011 hatte ich unserer Maus ein fast vollgesogenes
Zeckenweibchen entfernen müssen und
wieder in eine Filmdose
eingesperrt
. Und heute, beim schönsten sonnig-warmen Wetter
wimmeln plötzlich viele kleine geschlüpften Zecken-Larven recht
munter in der doppelt gesicherten Dose im Sonnenschein umher.
Die ganze Zeit stand dieser Behälter auf unserem zeitweilig
besonnten Küchentisch
.

Nach diesem, jetzt bereits zum dritten Mal durchgeführten
Experiment, glauben wir nicht mehr, dass man die Verbreitung
von Zecken durch einen stark besonnten, aufgeräumten und
trockenen Garten verhindern kann. Denn diese Bedingungen
zur Eiablage und zur Larven-Entwicklung unter Luftabschluss,
mit Sonneneinstrahlung und noch dazu unter teilweise er-
höhten Temperaturen sind wirklich extremer als im Garten.

Allerdings,
diese Zecke, die ich am 27.Juli 2011 unserer Maus
entfernen konnte
, war entweder doch schon durch Frontline
abgetötet oder
wurde während des Saugaktes auf unserer
kleinen Katze nicht rechtzeitig von einem Zeckenmännchen
entdeckt
. In dieser durchsichtigen Filmdose konnte ich bisher
jedenfalls noch keine Eier entdecken.

Foto: S.Schneider


Nachtrag 11.Oktober 2011:
Bis heute bewegten sich die winzigen Tierchen noch immer in
der seit der 'Einlagerung' am 27.Juni 2011 ungeöffneten Dose ...

Ab und an wird nun endlich mal auf die Gefahr hingewiesen,
dass auch
die kleinen Nymphen für die Borreliose-Erkrankungen
beim Menschen verantwortlich sind
. Denn gerade durch den
Kontakt mit Mäusen im ersten Zeckenstadium können sie sich
bereits mit Borrelien infizieren. Und selbst die Larven können
durch die befallene Mutterzecke das Bakterium bereits in sich
tragen. Leider scheint das Thema jedoch so komplex zu sein,
dass sich die meisten Medien immer noch auf
die weibliche
Zecke
in Wäldern beschränken und nur vor dem recht auf-
fälligen Tier mit dem rot-braunen Hinterleib warnen. Oder
eventuell mal
ein vollgesogenes Zeckenweibchen zeigen ...


Kommentare:

zabor hat gesagt…

Das Thema Zecken ist zwar echt wichtig, doch ich verdränge das Thema lieber....!

SchneiderHein hat gesagt…

@ Zabor
Kann ich gut verstehen. Und daher mag es sein, dass ich Dir hier vergeblich noch etwas schreibe:
Ich kann das Thema leider nicht verdrängen, da ich an manchen Tagen mehrmals damit konfrontiert werde: Entweder Maus bringt Nymphen oder Zecken mit ins Bett, oder mir begegnen sie nur so beim Spaziergang im Garten. Und wie hartnäckig Nester sind und wie schnell daraus viele Zecken im eigenen Garten entstehen können, musste ich nun ja zufällig in diesem Sommer feststellen.

Es gab wirklich viele Monate, wo ich kaum noch Lust hatte in den Garten zu gehen. Und schon oft habe ich überlegt, ob es besser ist Haus & Garten einfach aufzugeben. Zumal das Haus ja auch noch reichlich Tücken und Schimmelprobleme durch Baufehler mit sich bringt.
Aber im Prinzip heißt das auch auf Naturnähe zu verzichten. Denn ich bin mir inzwischen sicher, dass dieses Problem bald fast alle Gärten betreffen wird, in denen sich Tiere aufhalten - zumindest in den Gärten, wo die Bewohner Freude an Artenvielfalt haben, und wo nicht gleich alles totgeschnipelt oder totgespritzt wird.

Dadurch, dass ich mich notgedrungen mehr mit dem Thema auseinandersetze, kann ich inzwischen die Gefahr besser einschätzen und auch überwiegend damit umgehen. Das hat leider einige Jahre gedauert.
Denn zum Beispiel ahnten wir nicht, dass unsere Katzen nicht optimal durch Frontline geschützt sind, und die Zecken (und vor allem Nymphen) beim Kuscheln dann zu uns übersiedeln. Ich möchte nicht wissen, wie viele Nymphen ich unbewusst am Haaransatz oder hinter den Ohren als 'kleine Pickel' weggekratzt habe.

Inzwischen lehrt mich der Garten, dass die Plagegeister gar nicht so blöd sind, wie sie in den Medien oft dargestellt werden. Die krabbeln nicht nur auf ihren Halm und warten da bei feucht-warmem Wetter ganz doof und mit viel Ausdauer auf mögliche Wirte. Im Gegenteil, die krabbeln aktiv an Stellen wo es sich lohnt zu warten, denn Männchen und Weibchen müssen sich während des Saugaktes auf einem Tier verpaaren. Und vollgesogene Zecken lassen sich an strategisch günstigen Stellen von den Wirten fallen, damit die Larven beste Mitnahmemöglichkeiten bekommen.

Wäre da nicht die blöde Borreliose, würde ich sicherlich ganz anders mit dem Thema umgehen können. Doch inzwischen zeichnet es sich immer mehr ab, dass nicht nur ich, sondern auch meine Mutter und Wolfgang wohl schon länger diese fiesen Bakterien haben. Doch nachdem ich nun einiges zu dem Thema gelesen habe, bringen die meiste Borreliose-Tests wohl nur weitere Verunsicherung mit sich. Und da wir uns nicht permanent und überall vor Zecken schützen können, ist es jetzt unsere Strategie möglichst gut mit einer wohl lange Zeit nur schubweise auftretenden Borreliose zu leben. Und dann, wenn die Borreliose-Symptome das Leben zu sehr beeinträchtigen, kommt wohl leider irgendwann eine hammerharte Antibiotika-Behandlung über mehrere Monate oder gar Jahre auf uns zu ...
Denn es ist scheint eben leider nicht so einfach mit der Antibiotika-Behandlung zu sein. Die Dosierung, die ich drei Wochen lang genommen habe, nachdem die Wanderröte auftrat, reichen wohl leider nicht aus. Entweder werde ich jetzt einfach 'nur' alt, oder mein Gehirn wird zeitweilig durch Borrelien beeinträchtigt. Denn es soll dadurch ja häufiger zur Verwendung ähnlich klingender Worte kommen z.B Fisch meinen und Tisch sagen. Oder aber es treten Bruchstabendreher beim Tippen am PC auf. Diese Auffälligkeiten und viele andere mögliche Borreliose-Symptome muss ich ab und an bei mir feststellen. Seit einigen Wochen notiere mir solche Erscheinungen nun sicherheitshalber, um ein Gefühl für die Häufigkeit bzw. eine eventuelle Regelmäßigkeit der Symtome zu bekommen.
Auch andere Sprachstörungen sind möglich. Ich musste mich vor ein paar Tagen morgens beim Kaffeekochen richtig über mich erschrecken, als ich plötzlich dachte 'Penny bei Kaffee besorgen' ...