Samstag, 3. September 2011

Und darum werden wir nicht ...


... vor den Zecken aus unserem Garten flüchten:


Ende des letzten Jahres nahm der Kawohl-Verlag mit uns
Kontakt auf. Denn irgendwann war dort unser
Bärenblog
mit den 'lebensechten' Bildern im großen www aufgefallen.
Viele dieser kleinen & großen Abenteuer wurden in unserem
Garten aufgenommen.
Und aus einigen der Post-Fotos aus
Haus & Garten entstanden nun
3 Kalender für das Jahr 2012.

Aber bis jetzt haben es nur einige Bären- &
Plüsch-Geschichten
auf unsere Blogs geschafft. Viele Themen unserer kleinen Helden
sind schon fotografiert, und noch viel mehr Geschichten sind
bereits in Planung. Dazu ist natürlich, wie es bei detailverliebten
Sammlern üblich ist, im Laufe der Jahre schon reichlich Aus-
stattung angeschafft worden:
Wasserpistolen, Dreiräder, ein
Fahrradhelm
, und eine Gartenschaukel sind nur ein paar kleine
Beispiele aus unserem Fundus...

Und darum werden wir uns von dem
teilweise erschreckend
hohen Zeckenaufkommen
und der Borreliose-Gefahr jetzt
trotzdem nicht aus dem Wildwuchsgarten für die kleinen Bären
vertreiben lassen!

Wir werden uns nur zukünftig noch vorsichtiger im Garten
bewegen. Notfalls
gut verpackt durch geschlossene Kleidung
und eingenebelt mit einem
Anti-Zeckenmittel. Wobei wir
die Verwendung von Seifen mit Kokosöl, die die Seifenfrau
extra
aus diesem Anlass für uns zu Testzwecken gesiedet hat,
wesentlich angenehmer finden würden. Aber da mich vor
einiger Zeit eine recht heftige
die Wanderröte erwischt
hatte, hat meine Experimentierfreude seitdem leider
etwas darunter gelitten. Daher kann ich bis jetzt noch
nichts über die
Wirksamkeit der Seifen mit Kokosöl
als Zeckenschutzmittel berichten ...

Außerdem konnten wir uns in den letzten Wochen etwas
unbeschwerter im Garten bewegen. Denn es scheint,
als ob fast alle hungrigen Larven, Nymphen und Zecken
zur Zeit wohl einen Wirt gefunden haben
und sich nun
noch
in der Ruhephase am Boden befinden. Oder sie
lauern
in zu versteckten Gartenecken, die wir normaler-
weise
erst wieder ohne Schutz bei niedrigen Tempera-
turen betreten werden
.

Auf jeden Fall werden wir die Aktivitäten in der Wiese
am Haus weiterhin ganz genau beobachten
und notfalls
wieder Zeckennester bekämpfen
. Und demnächst trauen
wir uns hoffentlich,
die Plagegeister mit Buttersäure an-
zulocken,
um sie dabei einzusammeln - hoffentlich ohne
Nasenklammern in der Nachbarschaft verteilen zu müssen.

Wir werden auch zusätzlich versuchen,
die Zecken mit
Hilfe der Gartenmäuse zu reduzieren bzw. weitere
Produkte zum Fangen ausprobieren.
Auch werden wir
Teilbereiche unseres Gartens zukünftig umgestalten, um
uns dort vielleicht irgendwann wieder etwas sicherer
zu
fühlen. Nur so ganz unbeschwert werden wir uns
wohl
nie mehr in Haus
& Garten bewegen können ...

Viel Aufwand, damit ein Herr Hein weiterhin mit seinen
Bären- und Plüschgesellen
im Garten sitzen und sie bei
ihren Abenteuern beobachten kann
...

Foto: S.Schneider


Kommentare:

filzquadrat hat gesagt…

danke für diesen mutmach-post. auch ich finde, dass man sich durch nichts und niemand aus etwas so schönem wie einem wildwuchs-garten vertreiben lassen sollte.
bei uns im garten gibt es zwar glücklicherweise bisher keine zeckennester (trotz reichlich katzen), aber leider habe ich mich vor etwa zwei jahren durch eine irgendwo beim wandern aufgelesene zecke mit borreliose infiziert. bisher ohne grosse beschwerden, verfolge ich trotzdem regelmässig eure "zeckenjagd".
bei uns sind es eher zweibeinige probleme, die uns die zeit im garten manchmal sauer werden lassen. nachbarn mit so ganz anderen vorstellungen vom leben und vom gärtnern können ganz schön anstrengend sein. und da unser garten schon ziemlich klein ist, ist es manchmal kaum möglich, sich vor interventionen zu schützen. vor allem dann, wenn es sich für die nachbarn nicht lohnt, wegen so ein paar lächerlicher salatpflänzchen ein wenig vorsichtiger mit dem hochdruckreiniger zu agieren...
nur damit ihr wisst, warum bei uns der garten gerade so wenig thema ist...
ganz liebe grüsse über den gartenzaun von stefanie.

Petra hat gesagt…

Na, hab ich doch gesagt - diese Bärengeschichten und Fotos sind richtig professionell und superschön.....dann kann man diese Kalender jetzt im Handel kaufen?

stadtgarten hat gesagt…

Liebe Silke, Euren schönen Kalender habe ich schon bewundert - toll!
Ich bewundere Euch, wie Ihr trotz dieser heftigen Zeckenplage immer noch das Beste aus Eurer Situation macht und am Garten festhaltet!
Ich krieg zur Zeit schon die Krise mit den Grasmilben...
Liebe Grüße, Monika

Herz-und-Leben hat gesagt…

Gratulation! Da geht ihr also doch noch unter die Autoren.
Da wünsch' ich viel Glück und Erfolg!

Lieber Gruß
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Stefanie
Sei froh, wenn Dein Garten von diesen Plagegeistern noch verschont bleibt. Aber ich vermute, dass die Verbreitung der Zecken in den letzten 7 Jahren bei uns im Garten eher mit den Igeln und weniger mit den Katzen zu tun hatte. Denn, was ich auch erst in diesem Jahr durch den Film auf Zecken.de erfahren habe, dass sich Weibchen & Männchen auf einem Tier treffen und während das Weibchen Blut saugt, verpaaren müssen, war mir bisher vollkommen unbekannt. Dass das bei unserer Maus nun sogar 2x in diesem Sommer erfolgreich geschehen konnte. Ist erschreckend. Aber zum Glück konnte ich die Weibchen ja im fast vollen Zustand noch rechtzeitig von unserer grauen Katze entfernen und in den Filmdosen verpacken (die dort ja tatsächlich unter Luftabschluss Eier legten aus denen nach ca. 6 Wochen Zeckenlarven schlüpften). Ich vermute, dass es bei den Freigängerkatzen in der Siedlungs-Nachbarschaft auch fast immer rechtzeitig auffällt, wenn so eine graue Kugel das Katzenfell auseinandertreibt.
Aber bei den Igeln hat da ein Zeckenmännchen ein viel leichteres Spiel und kann wahrscheinlich sogar von Weibchen zu Weibchen krabbeln ohne den Igel zu verlassen zu müssen.
Außerdem hatten wir vor 3 oder 4 Jahren einen totkranken Igel im Garten, der aber ähnlich wie unser Kater in Braunschweig, einen extremen Lebenswillen zeigte. Er war in einem Stadium, wo ihn ein Tierarzt nur noch eingeschläfert hätte, aber so bekam er bis zum Ende sein Katzenfutter-Gnadenbrot und brauchte sich um die Nahrungssuche nicht mehr zu kümmern. Doch er hat sicherlich dazu beigetragen, dass es mehr Zeckennester in unserem Garten und besonders in der Wiese geben konnte.
Irgendwie sind es also selbstgemachte Leiden Igel, billiger Baumarkt-Rindenmulch, perfekte Igelquartiere und reichlich Bewässerung im Schattengarten...

Ich vermute ja auch, dass eine Zecke rechtzeitig erkannt und behandelt wohl ganz gute Heilungschancen hat. Auch bei der Freundin meines verstorbenen Vaters, die ja erst im letzten Sommer 3 Monate nach der Wanderröte einen Test machen ließ und dann 3 Wochen Antibiotika nahm, scheint es bisher beschwerdefrei zu verlaufen.
Bei mir bin ich nun halt extrem aufmerksam. Denn rückblickend war mein Frühjahr schon extrem heftig -obwohl es ja immer noch nicht so schlimm war, dass ich deswegen einen Arzt aufgesucht habe ;-) Ich bin allerdings auch ein ziemlicher Artzmuffel. Aber wahrscheinlich wäre dabei auch nix herausgekommen. Ich vermute, bei mir ist es eben doch schon eine nette Sammlung vieler kleiner Nymphenstiche, bei denen wohl einige Treffer dabei waren. Und die Summe macht's irgendwann ;-) Doch nach der Antibiotika-Einnahme ging es mir nach etwa 1 1/2 Wochen wieder besser. Nur ob nun alle Borrelien vernichtet sind? In meiner Situation sollte ich mich wohl besser auf ein Leben mit Zecken & Borrelien einstellen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Stefanie - Teil 2
Und mit den Nachbarn verhält es sich ja ähnlich. Rund um uns zu, haben mich in den vergangenen 15 Jahren unsere Nachbarn zeitweilig geschockt: Da kam unser nördlicher Nachbar zum Beispiel Ende der 90er Jahre plötzlich auf die Idee einen 1m breiten Grenzstreifen zu uns freizuschneiden, da er wohl glaubte ich wäre eine ordentliche Gartennachfolgerin meiner Patentante. Da brauchte ich dann fast 3 Jahre um unsere Nordseite vollzupflanzen. Und manche Zaunlücken konnte ich bis heute nicht richtig schließen, da mir dort immer wieder Pflanzen vertrocknen.
Links im Osten bei unserer Nachbarin fehlten plötzlich 3 herrliche Hintergrund-Fichten und wir hatten freien Blick auf ihr Haus. Rechts im Osten stellten unsere Nachbarn irgendwann fest, dass die Baumschutzsatzung in Hannover so hinderlich ist, dass alle alten Obstbäume kurz geschnippelt wurden und zukünftig dort kein Baum mehr in die Baumschutzsatzung wachsen darf.
Und an der Südgrenze zwischen der Holzwand und unserem Zaun hat es mich viele Jahre Überredungskünste gekostet, dass ich die Grenzgänger aus Nachbars Garten wirklich gern in unserem Garten habe und notfalls das abschneide, was mir auf unserem Grundstück zu viel wird. Aber das war nun einmal ...

Im Nachhinein hätte ich bei unserer Grundstücksgröße lieber auf einige Quadratmeter Garten verzichten sollen und an den drei Grenzseiten einen 1m breiten Wirtschaftsweg mit Sichtschutzzaun anlegen sollen. Auf Nachbarn kann man sich bei der Gartengestaltung leider nicht verlassen!

Aber so, wie Du es schilderst, hättet Ihr diese Möglichkeit ja leider ohnehin nicht und müsst Euch nun mit ordentlichen Gärtnern und ihren Wertvorstellungen arrangieren.
Ich kann nachfühlen, was das bedeutet. Denn als ich 1983 mit meinem weißen Natur-Vorgarten in Braunschweig anfing, gab das sehr viel Ärger. Da war es ein Segen, dass es 1986 einen naturnahen Vorgarten-Wettbewerb in BS gab und ausgerechnet mein Garten den ersten Preis und einen recht großen Zeitungsartikel in der Braunschweiger Zeitung bekam, wo ausführlich auf die Vorteile des Gartens hingewiesen wurde. Danach wurde es auf der Straße wieder etwas ruhiger.
Auch hier, in Hannover, hat die offene Pforte zumindest etwas Wind aus der hitzigen Diskussion eines verwilderte/verwahrlosten Gartens genommen.
Aber nun sehen ja viele in dieser Gartenform die Begründung für das erhöhte Zeckenaufkommen ...

Dein geschildertes Problem ist für uns ja auch einer der Gründe, warum wir hier nicht weg wollen. In Neubaugebieten sitzt man noch viel enger mit Haus & Garten aneinander und da prallen unterschiedliche Lebens- & Gestaltungs-Vorstellungen ja noch viel schneller aufeinander :-(

Meine Mutter hat nun seit einem 3/4 Jahr eine neue Nachbarin, die das komplette Kontrastprogramm zu der Vorbesitzerin ist. Jetzt wird der Garten dort auch dichtgepflanzt und darf wuchern. Und Pflanzen aus dem Garten meiner Mutter & sogar aus meinem Garten sind nun schon auf dem Nachbargrundstück eingezogen. Auch die Grenzgänger von unserer Seite sind dort kein Problem mehr. Im Gegenteil: Pflänzchen, die sich am Haussockel versamen sind gern gesehen :-)

Das Leben kann sich immer mal wieder verändern. Mach' einfach das beste draus, es kommen hoffentlich auch wieder andere Zeiten!

SchneiderHein hat gesagt…

@ Petra
Im christlichen Buchhandel müsste er auf jeden Fall erhältlich sein. Aber inzwischen ist er sogar in allen drei Größen bei Amazon zumindest auf Lager gewesen ...

@ Monika
Ja, ich gebe zu, wir sind wirklich stolz & glücklich, was da entstanden ist. Obwohl Wolfgang ja nur die Fotos zugeliefert hat. Texte & Layout kamen vom Verlag, aber mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.

Und auch wenn ich gerade im Frühjahr wirklich aus Haus & Garten nur noch flüchten/alles hinschmeißen wollte (zumal wir ja auch in diesem alten Haus aus den 30ern mit seinen 8 Anbauten noch reichlich Probleme mit Feuchtigkeit & Schimmel haben), so sind es gerade solche Begebenheiten wie Wolfgang & seine Bären im Garten, dieser Blog mit all seinen sehr ähnlichen Schattenbildern, die schönen Dekogelegenheiten & von mir über Jahre angesammelten Materialien, die nur hier ihre Daseinsberechtigung haben, und unsere grauen Damen, die ihre kleine Welt nicht verstehen würden, wenn sie in eine Stadtwohnung mit Dachgarten umziehen müssten.
Wir haben in den letzten Monaten wirlich viel überlegt, aber zumindest im Moment lohnt es sich dafür weiter den Zecken den Kampf anzusagen. Denn wie sich immer mehr herausstellt, wir sind keine Reisetypen, möchten unsere graue Diabetikerin auch nicht lange alleine lassen, und wegen der Firma wird Wolfgang eh' nie richtig Urlaub machen können/wollen. Da ist so ein Garten einfach ideal für uns.
Und was nützt es uns, wenn wir von hier flüchten, und die Plagegeister wahrscheinlich bald sowieso alle Gärten erobert haben. Denn zur Zeit gibt es ja fast nur die Empfehlung sich vor Zecken zu schützen. Denn in den 4 Testwochen ist uns in der Wiese keine Zecke in die Zeckenfalle gegangen. Aber etwa 2m daneben konnte ich mindestens 5 erwachsene Tiere von den Wiesenhalmen absammeln ...

@ Sara
Auch wenn bei Amazon Wolfgang als Autor genannt wird, so wurden die Texte zu den Fotos vom Kawohl Verlag ausgewählt und kommen zum Beispiel von Gorch Fock, Christian Morgenstern, Li-Tai-Phe: 'Die Welt ist voll von kleinen Freuden, die Kunst besteht nur darin, sie zu sehen, ein Auge dafür zu haben.' Und mein liebster Text ist beim Strandkorbbild zu lesen: 'Träumen ist nicht verlorene Zeit, sondern Auftanken der Seele.' ...

Elke hat gesagt…

Hallo Silke,
im Moment genieße ich die Zeit, in der ich mich zeckenfrei im Garten bewegen kann. Aber im Frühjahr werde ich was tun. Diese Zeckenrollen werden gekauft und diese Falle. Mal sehen, ob es was bringt.
VG
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Die Falle hat bei uns keine einzige Zecke in 4 Wochen gefangen. Im Idealfall war es eine Montagsproduktion. Nur wenn in etwa2m Entfernung die Zecken auf den Halmen in der Wiese sitzen traue ich dem Teil nicht viel zu. Ev. werden wir es nochmals versuchen. Aber einen Erfolg verspreche ich mir davon nicht. Ich berichte demnächst noch etwas mehr überdas grüne Teil ...

Die Zeckenrollen werden wir demnächst auslegen. In der Hoffnung, dass die Mäuschen jetzt ihre Winterquartiere auspolstern. Und da bereits die ersten Nymphen als ausgewachsene Zecken auf den Wiesenhalmen warten, denke ich mir, dass jetzt eine gute Gelegenheit ist zumindest einen Teil der Rollen am Kompost und an den Buchsbäumen sowie dem Hochbeet auszulegen. Da haben sie nämliche ihre Nester. Aber zu dem Thema wollte ich auch schon längst etwas gepostet haben!

Doch im Moment habe ich mich auf dieser sehr interessanten aber auch extrem ausführlichen HP zum Thema Zecken & Borreliose festgelesen: http://www.borreliose-zecken-ms.de.vu/