Mittwoch, 7. September 2011

Teichpflanzen auf Reisen



Wie gut, dass ich meine inzwischen 17 Jahre alte Transporteinheit
behalten darf! Nach einem neuen Katalysator, dem Auspuff und
noch einigem mehr, ist er wieder verkehrstauglich und verbraucht
höchstens 6 Liter. Das fällt den meisten Neuwagen in seiner Größe
leider immer noch schwer. Und in einem neueren gebrauchten
Kleinwagen würde ich bestimmt viel mehr Bedenken haben eine
Wagenladung voller Teichpflanzen aus unserem Wildwuchsgarten
für die neue Nachbarin meiner Mutter mitzunehmen. Die möchte
sich nämlich einen kleinen Teich anlegen. Und was liegt da näher,
als morgens an unseren Teich zu gehen und ein Start-Sortiment
zusammenzustellen. Zum Glück hatte ich vor einiger Zeit zufällig
bei Hornbach graue flexible Plastikkörbe in drei verschiedenen
Größen gefunden, mit denen sich endlich auch
Krebsscheren
einigermaßen unbeschadet transportieren lassen. Und einen alten
Mauerkübel, der keinen Platz in der
kleinen Teichlandschaft im
Garten meiner Mutter
gefunden hatte, der war nun auch ideal
zum Pflanzentransport. Dazu noch ein paar alte Waschschüsseln
sowie ein Eimer. Dann konnte ich die Gefäße etwas mit einer
Gieß
kanne auffüllen den Wagen bepacken: 3 Krebsscheren, Igel-
kolben, gelbe Schwertlilie, Wasserfenchel, Fieberklee, Hecht-
kraut, schmalblättriger Froschlöffel, blaue Iris, Wasserminze,
Wiesenschaumkraut, Bachbunge, Eidechsenschwanz, Tannen-
wedel, kleinwüchsiger Schachtelhalm, Binsen, Segge und
das wuchernde Schilf nur für eine Solitärstellung ...

Der Igelkolben hat sich inzwischen so üppig vermehrt,
dass ich sogar Pflanzen mit Saatständen mitnehmen konnte.

Auch das Hechtkraut ist gut im Teich verteilt.
Nur steht es überwiegend in der Teichmitte und
ist wohl erst im Spätherbst besser erreichbar.


Hier sieht man überhaupt nicht, dass etwas im Teich fehlt.
Und im Moment ist es leider noch unmöglich einen Ableger
der weißen Seerose zu finden. Die kann erst im Spätherbst,
wenn die Blätter der Seerose absterben, auf Reisen gehen.


Das ist das Strandbuffet unserer Nacktschnecken.
Daher versuchte ich ein paar Krebsscheren aus der Mitte
des Teiches zu fischen,
die noch keine Fraßspuren besitzen.
Aber Krebsscheren sind leider immer sehr bruchgefährdet
und brauchen meist einige Wochen, bis sie sich nach dem
Transport wieder im Wasser ausrichten.


Und hier am Rand schwammen die Fieberklee-Ranken im Wasser.
Kaum gab es wieder ein kleines Futterloch für die Fische, wurde
es sofort von Wasserlinsen und Wasserpest aufgefüllt.

Und so gut schmeckten unseren Nacktschnecken
die Blätter der rosa-weißen Seerose! Die rot-braunen
Schleimer wandeln
zumindest bei uns wirklich übers
Wasser
. Aber andererseits können unsere wuchernden
Wasserpflanzen es sicherlich viel besser verkraften als
die meisten Stauden an Land.


Allerdings dieses Mädesüß scheint zur Zeit noch nicht
schneckengefährdet zu sein. Es hat sich hierhin aus-
gesamt und sich den perfekten Standort dafür ausgesucht.
Die
Mutterpflanze ist nämlich so gut wie im Schilf ver-
schwunden. Aber bis von dieser Staude einen Ableger auf
Reisen gehen kann, wird es wohl noch etwas dauern ...

Fotos: SchneiderHein


Kommentare:

Antonio hat gesagt…

Das Problem ist das Beschleunigen und Bremsen wegen dem Wasser, welches dann aus der Wanne kommt? Würde ich anders machen: Ich würde ein paar Wassertonnen nehmen und nur 10 bis 20 cm Wasser einfüllen. Zumindest für die Pflanzen, die kaum Schaden nehmen werden. Die müssen immerhin nicht die ganze Zeit Optimalverhältnisse haben sondern nur anwachsen. Gibt auch Tonnen mit Deckel, die man drauf schraubt. Zum vergären von Obst. Aber auch mit mehr Wasserhöhe in der Tonne ist das dann doppelt so hoch wie der Zementkübel und plempert nicht.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Antonio
Da es aber recht selten vorkommt, sind die Plastikkörbe praktisch, denn die habe ich ohnehin im Garten. Und da ich sie jetzt sogar in 3 Größen zur Verfügung habe, werde ich für den nächsten Krebsscheren-Transport einfach 2 Körbe ineinanderstellen. Dann schwappt das Wasser im Idealfall in das nächste Gefäß. Alle anderen Pflanzen stehen eh nur feucht. Nur der Krebsscheren-Transport, der hat wegen der zerbrechlichen Blätter so seine Tücken ...