Dienstag, 23. August 2011

geballte Ladung



Nachdem ich die beiden Bücher 'Krank nach Zeckenstich' von
Dr. Petra Hopf-Seidel
aus dem Jahr 2008 und von Wolf-Dieter Storl
'Borreliose natürlich heilen'
von 2007 gelesen habe, steht für mich
fest, dass mich das Thema Borreliose weiterhin beschäftigen wird.
Denn laut Frau Dr. Hopf-Seidel sind 70 % der Borreliose-Infektionen
den winzig kleinen Nymphen zuzuschreiben, die uns trotz größter
Vorsicht und noch gutem Sehvermögen seit 2006 immer mal wieder
erwischt haben. Und so ein kleiner, ansonsten vollkommen unauf-
fälliger, Nymphenstich
hat bei mir Anfang Juli wohl zu der ziem-
lich großen Wanderröte geführt
. Tragisch ist, dass aber wohl nur
bei 50% der mit Borrelien infizierten Personen eine Wanderröte
erscheint. Und die verschiedenen zur Verfügung stehenden Borre-
liose-Tests, die in dem Buch von Frau Dr. Hopf-Seidel beschrieben
werden, kommen mir nach der Lektüre eher wie die Teilnahme an
einem Lottospiel vor, anstatt Gewissheit zu liefern, ob sich nach
einer Antibiotia-Behandlung noch Borrelien im Körper befinden.
Denn diese winzigen Bakterien können sich zeitweilig sehr gut
in den Gelenken, im Narbengewebe oder sonstwo im Körper
verstecken und sind dann nur schwer nachweisbar.

Auch habe ich in dem Buch von Frau Dr. Hopf-Seidel endlich
die Bestätigung gefunden, dass eine weibliche, mit Borrelien
infizierte Zecke die Erreger auch auf ihre Nachkommen - die
Zeckenlarven - vererben kann: 'Aus epidemiologischen Feld-
studien weiß man, dass zwischen 4,5 - 9 Prozent der Zecken-
larven des Gemeinen Holzboches mit Borrelien infiziert sind
und bei circa 1-3 Prozent davon Borrelien bereits in den Eier-
stöcken der Mutterzecke auf die Eier (transovariell) übertragen
werden.' Und bei 500 bis zu 3.000 Eiern pro Gelege kann dann
auch schon einiges an Gefahrenpotenzial zusammenkommen!
Zumal
mit Borrelien infizierte Zecken wesentlich widerstands-
fähiger sind
als ihre noch normalen Verwandten. Also ist die
Durchseuchung der Zeckenpopulationen mit Borrelien wohl
kaum vermeidbar. Und so ist es nur eine Frage der Zeit wann
Wolfgang bzw. ich von einem infizierten Tierchen einer der
3 Entwicklungsstadien der Zecke erwischt werden ...

Doch eine weitere Antibiotika-Therapie möchte ich solange
wie möglich hinauszögern. Auch wenn ich nach der Meinung von
Frau Dr. Hopf-Seidel, die sie in ihrem Buch vertritt, eine viel zu
geringe Dosis über einen zu kurzen Zeitraum eingenommen habe.
Meine Hausärztin verordnete mir Doxycyclin 200 1x täglich über
20 Tage. Nach den in diesem Buch beschriebenen Borreliose-
Symptomen bin ich nun jedoch immer mehr davon überzeugt,
dass mich spätestens im zeitigen Frühjahr - etwa im März 2011 -
bereits eine Zecke mit Borrelien infiziert hatte. Denn zu der
Zeit häuften sich ungewöhnlich viele der möglichen Borreliose-
Beschwerden, die ich natürlich als ganz normale Erkältung,
Alterswehwehchen oder beginnende Wechseljahre abtat.
Obwohl der 'Matsch im Hirn' der bei den Patienten von Frau Dr.
Hopf-Seidel als 'Nebel im Kopf' beschrieben wurde, mir doch
ab und an in den letzten Monaten Angst machte. Zeitweilig
fühlte ich mich wie in Watte verpackt, hatte Mühe vollständige
Sätze zu formulieren, da mir manche Worte fehlten, oder ich
nur ähnlich klingende Worte verwendete. Auch konnte ich mich
kaum längere Zeit konzentrieren. Aber da ich zu dem Zeitpunkt
kein Anzeichen einer Wanderröte an mir feststellen konnte,
dachte ich nicht im Entferntesten an eine Borreliose. Die zeit-
weilige Einschränkung meiner Gehirnfunktion und des Sehver-
mögens (teilweise konnte ich morgens meine Umgebung ein
paar Minuten nur verschommenen sehen) schob ich auf Fehl-
ernährung und Sauerstoff- bzw. Bewegungsmangel. Auch fühlte
ich mich in dieser Zeit wie ein täglich weiter aufgehender
Hefekloß. Da ist dann die
'Fettfalle 40' eine prima Begründung.
Obwohl ich ca. 2 1/2 Wochen kaum etwas schmecken konnte
und daher auch kaum Lust zum Essen hatte. Doch laut dem
Buch von Frau Dr. Hopf-Seidel besteht gerade bei Frauen die
Gefahr, dass sie durch eine Borreliose bis zu 20kg zunehmen
können. Und dass man in solchen Momenten dann total an-
triebslos und ständig müde ist, ist auch nicht verwunderlich.
Zumal in dieser Jahreszeit in den Medien immer gern über
Frühjahrsmüdigkeit geschrieben und gesprochen wird.
So
lassen sich viele dieser Symptome ganz einfach auch anders
erklären und waren für sich genommen, zumindest bei mir
kaum der Rede wert. Außerdem traten viele dieser Er-
scheinungen nur kurzzeitig auf. Und genauso plötzlich wie
sie gekommen waren, waren die meisten von ihnen auch
wieder verschwunden. Doch im Nachhinein war es wohl
doch un
verhältnismäßig viel, was sich da im Frühjahr
bei mir an Alltagsbeschwerden versammelt hatte.

Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit nun recht hoch,
dass die Antibiotika nicht alle Bakterien abgetötet haben, und
sich noch Borrelien in mir tummeln oder zur Zeit gut versteckt
auf ihren nächsten Angriff warten. Denn bis auf teilweise
schmerzende Knie- & Fußgelenke sowie meinen Dauerhusten bei
feuchter Witterung fühle ich mich nun wieder normal alt.
Gegen Gelenkbeschwerden helfen im Moment Arnica-Globulis
erstaunlich gut & schnell, und der Husten lässt sich zumindest mit
Schüßler-Salzen, Kräutertees, einer Wärmflasche sowie etwas
Bettruhe mildern. Und Bettruhe erachte ich
bei diesem Ausblick
vom Bett aus
auch nicht als Strafe! Ich könnte mich jetzt testen
lassen. Aber wofür? Wenn ich mich innerlich gegen die Ein-
nahme weiterer Antibiotika sperre, wird eine jetzt wohl aus
schulmedizinischer Sicht erforderliche Intensiv-Therapie
kaum zu einem Behandlungs-Erfolg bei mir führen ...

Und außerdem könnte mich trotz aller Vorsicht schon bald
wieder ein weiteres mit Borrelien infiziertes Tierchen stechen.
Denn
in Hannover lag die Durchseuchungsrate der Zecken laut
Tierhochschule bereits im Jahr 2007 wohl schon bei 16 bis 30%
.

Also werde ich lieber versuchen diese Borreliose-Tipps
möglichst oft in die Tat umzusetzen: Hoffnung & Zuversicht haben,
dass sich mein Körper und ich im Fall der Fälle gegen die Borrelien
zur Wehr setzen, und ich notfalls meinen Weg finden werde mit
einer möglichen Borreliose vernünftig umzugehen. Daher sollte ich
für ein besseres Wohlbefinden die Ausscheidung von Toxinen
fördern und mein Immunsystem stärken. Und auch wenn die größte
Gefahr nun von den im Garten lebenden Zecken ausgeht, so ist die
'Gartenarbeit' trotzdem für mich die liebste & schönste Möglichkeit
mich körperlich zu betätigen und in Bewegung zu bleiben ...

Außerdem lauert die Zecken-Gefahr ja nicht nur im Garten.
Auch unsere Katzen tragen sie ab und an unbemerkt im Fell ins
Haus
. Sie sind idealerweise mit Frontline geschützt und erkranken
angeblich wohl auch nicht an Borreliose. Aber im Gegensatz zu
unseren Katzen haben wir schließlich kein Spot-on-Präparat mit
einer Wirkdauer von 3 bis 4 Wochen wie Frontline im Nacken,
das uns vor Zeckenstichen im Haus schützt!

Durch die ständig drohende Gefahr haben wir nun nach weiteren
Büchern zum Thema Borreliose gesucht. Einerseits, um sinnvolle
Mittel zu finden, die unser Immunsystem gegen mögliche Angriffe
stärken, und um eventuell Alternativen zur Antibiotika-Einnahme
bzw.
der Karden-Tinktur zu finden. Denn solange wir dieses Haus
mit Garten bewohnen wollen, werden wir nun wahrscheinlich
mit Zecken & Borreliose leben müssen.

Deswegen werde ich nun auch sicherheitshalber die Empfehlung
von Frau Dr. Hopf-Seidel aufnehmen und ein Symptom-Tagebuch
führen. So lässt sich wahrscheinlich recht schnell feststellen, wie
lange die kleinen und größeren 'Alltags'-Beschwerden dauern, und
ob sich dabei die wohl typischen Borreliose-Intervalle erkennen
lassen. Dazu ist auch
diese Liste ganz hilfreich.

Und hier ist nun unsere geballte Ladung Bücher über Borreliose,
von denen wir uns weitere Informationen erhoffen, bzw. danach
vielleicht verstehen warum es wohl immer noch viel zu wenig
Etats für die Zecken- & Borreliose-Forschung gibt:





Die verschwiegene Epedemie - Birgit Jürschik-Busbach


Und nach einigen recht zeckenfreien und fast unbeschwerten
Wochen im Garten scheint es allmählich wieder loszugehen:
Am Nachmittag hatte ich ein Zeckenmännchen auf der Hand,
das wohl beim Allegra-Kuscheln zu mir übersiedelte. Wenig
später sah ich ein Zeckenmännchen auf einer Wegwartenspitze
in der Wiese. Bald darauf kam die Maus vom Spaziergang aus
dem Garten zurück und streifte an meinem Fuß ein Zecken-
weibchen beim Köpfchengeben ab. Und am frühen Abend ent-

deckte ich zufällig eine Zeckenlarve auf meinem Fuß. Saß ich
schon wieder zu dicht mit den Füßen am Wiesenrand? Und
befindet sich dort etwa schon wieder ein neues
Zecken-
nest
? Denn die Larve sah noch
fast durchsichtig aus ...


Kommentare:

luna hat gesagt…

Das war sehr interessant zu lesen.
Hatte irgendwann mal auch so eine Infektion, jedenfalls findet man sie seit gut 10 Jahren in meinem Blut, nicht aktiv, aber gewesen.
Deine Schilderungen kann ich bestätigen, zudem ich seit wenigen Jahren (oder doch schon länger) chronische Krankheiten wie CFS, jetzt ME und Fibromyalgie habe.
Auch das Schwammige im Gehirn, Wortfindungsstörungen und mehr gehören dazu, Schmerzen jeden Tag.
Es ist noch nichts gefunden, was bei ME (früher CHronice Fatique Syndrom) hilft, man geht u.a. auch von Viren aus.
WIe auch immer, es ist nicht lustig, mit Dauermüdigkeit und Schnellerschöpfung, Schmerzen und Steifigkeit u.v.m. zu leben.
LG von Luna

SchneiderHein hat gesagt…

@ Luna
Deine Schilderungen hören sich ja auch nicht gut an!
Ich muss gestehen, dass ich im Frühjahr an manchen Tagen befürchtete, dass bei mir eine Demenz im Anmarsch ist. Zumal ich ja den schleichenden Prozess bei meiner Großmutter in all' seinen Facetten über 10 Jahre bis zum Ende miterleben konnte. Das ist ganz schön beängstigend, wenn man zwar weiß, dass man bestimmte Dinge kann oder wissen müsste und plötzlich ist da einfach nur Leere im Kopf. Aber das trat in dieser Intensität zum Glück bisher nur in diesem Frühjahr auf. Doch wenn das ein Vorgeschmack auf später war ...

Gelenkschmerzen bekomme ich zumindest im Moment nur bei Bedarf recht gut mit den Arnica-Globulis - allerdings mit D30 (notfalls 3x täglich 5 Kügelchen) und Schüßlersalzen in den Griff. Das mag anders sein, wenn das Wetter wieder feuchter & kälter wird. Aber falls erforderlich kann ich da sicherlich durch die Ernährung noch einiges lindern.
Auch durch das Weglassen von Kaffee und dem Wein am Abend habe ich da bestimmt noch etwas Spielraum. Aber vielleicht leide ich deswegen auch nicht unter Dauermüdigkeit. Eher im Gegenteil. Zeitweilig reichen mir auch 4 bis 6 Stunden Schlaf. Aber im Frühjahr gab es extrem müde Tage bei mir!

Ich denke mir, es wird spannend herauszufinden, auf welche Maßnahmen ich nun gut reagiere und welche Tipps bei mir nichts bringen. Denn es scheint wirklich sehr individuell zu sein, wie sich die vielfältigen Symptome lindern lassen. Aber mir scheint, dass bei Dir auch Natur & Garten die beste Therapie sind!

Herz-und-Leben hat gesagt…

Hier bin ich zufällig drauf gestoßen, weil ich den Post über Storl nochmal suchte.

Alzheimer ... da kann ich Dich aber beruhigen, denke ich mal ...
Viel liegt auch daran, wie man seinen Alltag gestaltet - z.B. ist von jungen Müttern auch eine Form von "Alzheimer" bekannt *lach* - einfach schon weil man permanent alle 3 Minuten durch das Kind abgelenkt wird - wie soll man sich da noch konzentrieren können?

Auch bei Depressionen wird das Gedächtnis schlechter zum Beispiel, das ist alles aber nur vorübergehend, solange diese Umstände bestehen.

Leere im Kopf kann aber auch durch Sauerstoffmangel, wenn man nicht regelmäßig aerobisch trainiert, kommen, je älter man wird, desto wichtiger wird ja ein Herz-Kreislauf-Training. Und das vernachlässigen leider doch die meisten 50+.

Naja, zuwenig Schlaf auch. Selbst wenn man meint, mit 4 Stunden auszukommen, der Körper braucht was anderes zu seiner vollständigen Regeneration und einige Prozesse finden auch zu ganz bestimmten Zeiten über Nacht statt, die funktionieren dann nicht, wenn man das verhindert.

Das echte Alzheimer ist ohnehin selten, eher sind es Gefäßveränderungen, Durchblutungsstörungen oder medikamenteninduzierte Vergesslichkeit usw.

Lieber Gruß
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Es gab im Frühjahr bei mir nicht wenige Tage, an denen ich mir nicht zutraute Auto zu fahren. Und zu der Zeit war ich auch fast ständig müde. Und das, obwohl wir das ganze Jahr, solange sich Wolfgang oder ich im Haus aufhalten, unsere Tür im Treppenhaus zum Garten wegen eines Baufehlers weit geöffnet ist - Sauerstoffmangel kann es daher eigentlich nie sein.

Aber, wenn man will, kann man natürlich gegen alles Argumente finden. Ich allerdings finde mich nun lieber damit ab und versuche mit dem Umstand zu leben ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Da haben wir uns sicher falsch verstanden, liebe Silke.
Einmal wollte ich trösten bzw. beruhigen, denn Alzheimer ist es noch lange nicht, nur weil man mal nicht so denken kann, das kann in der Tat viele Gründe haben, die schnell beseitigt sind mit den "richtigen" Maßnahmen.

Und dann war das mit dem Sauerstoff ja nicht speziell auf Dich bezogen sondern ganz allgemein zu diesem Thema, da ein schlechtes Gedächtnis schließlich viele Gründe haben kann.

Und zum Sauerstoff und aerobischem Training nochmal:
Sauerstoff kann im Überfluss da sein, jedoch nützt das wenig, denn der Körper kann Sauerstoff nicht speichern. Wenn ein Körper nicht trainiert ist, kann der jeweilige zeitweilig erhöhte Energiebedarf nicht gedeckt werden, allein durch Einatmen von Luft.
Bei erhöhten Anstrengunen oder Anforderungen (z.B. auch Krankheit) kann der untrainierte Organismus nicht mehr in der Lage, sich mit dem notwendigen Maß an Sauerstoff zu versorgen, selbst wenn dieser ihn überall umgibt.

Ich empfehle da immer das Buch von Dr. Kenneth Cooper "Bewegungstraining" - gibt es sicherlich nur noch gebraucht inzwischen. - Dr. Cooper war Nasa-Arzt und trainierte auch mit Herzkranken, die ihre volle Fitness wiedererlangten durch aerobisches Training.

Und ich denke, Dr. Cooper hatte sehr viel Erfahrung - an die Nasa-Piloten wurden höchste Anforderungen gestellt. Diese Tests kann man ganz einfach beim Kardiologen oder sogar beim Hausarzt auf dem Ergometer zum Beispiel machen ... da zeigt sich dann, wie es um die allgemeine Fitness bestellt ist, die mit der Sauerstoffaufnahmefähigkeit eng zusammenhängt.

Nun gibt es sicherlich noch diverse andere Gründe - ich denke schon, daß man vieles machen kann, was dann wieder zu mehr Wohlbefinden führt. Naja, Theorie ist immer einfacher als Praxis, das weiß ich auch ...
Und ich hoffe und wünsche Dir, daß es inzwischen wieder etwas besser geht.

Liebe Grüße
Sara