Dienstag, 9. August 2011

Gartenarbeit & Arbeitsklamotten


Es gibt im Bloggerland viele schöne Post zum Thema Gartenarbeit.
Zum Beispiel auf '
Storchschnabel und andere Stauden'. Ebenso
bietet
'Stauden und Rosen' dazu einen interessanten Beitrag. Bei
'
Gartenglück' geht es zwar mehr um den Einsatz elektrischer Garten-
geräte, aber dieser Post passt trotzdem sehr schön in diese Reihe.
Auch
'Das wilde Gartenblog' hat sich mit dem Thema beschäftigt.
Interessant ist ebenfalls in dem Zusammenhang
der Aspekt über den
Freiraum, den man der Natur im eigenen Garten gewährt oder eben
auch nicht
. Und es lassen sich bestimmt noch viele Post zu diesem
Thema im www finden ...

Das veranlasste mich nun zu meiner ganz persönlichen Beschreibung:
Den Garten sehe ich eigentlich nur als Arbeit an, wenn ich dafür
in meine Arbeitsklamotten steigen muss. Hier mal etwas zupfen, da
mal im Beet etwas abschneiden, den Besen über die Betonfläche zu
schwingen und kurz mal ein kleines Pflänzchen an einen anderen
Standort zu versetzen oder auch mal eben 1000 Liter Wasser mit
den Gießkannen an durstige Pflanzen zu verteilen, ist für mich
keine Gartenarbeit. Das ist meist spontan, und ich kann es einfach
tun oder es auch oftmals noch etwas lassen. Der Garten kommt
meist auch einige Zeit ohne unsere Unterstützung aus. Und den
perfekten Gartenanspruch gibt es bei uns nicht! Denn auch
ver-
welkende Blüten
, absterbende Pflanzen oder Totholz haben
ihren Reiz und Nutzen.

Aber wenn ich mich erst umziehen muss, um mit dem Spaten
etwas zu pflanzen oder um mal wieder unliebsame Brombeer-
ranken aus den Beeten zu roden, dann ist das für mich Arbeit.
Bei größeren Schnittaktionen, bei denen ich Wofgangs helfende
Hand benötige, ist der größte Teil der Arbeit dann allerdings
ihn davon zu überzeugen seine Arbeitsklamotten anzuziehen.
Danach geht es meist problemlos, wenn das Wetter mitspielt
und es nicht schon wieder zu schnell dunkel wird.

Doch seitdem durch das teilweise massive Auftreten der Zecken
diese Form der Spontanität grob fahrlässig ist, hat sich dadurch
meine Einstellung zur Gartenarbeit geändert. Jetzt werden Tätig-
keiten, die mir früher einfach nur Freude bereitet haben, plötz-
lich zur Arbeit, da sie bestimmte vorbereitende Maßnahmen
erfordern. Und so ertappe wir uns immer häufiger dabei, dass
wir lieber mit der Kamera anstatt mit Schere, Gießkanne oder
Pflanzstecher bewaffent einen Gartenspaziergang machen ...

Und unter 5° Celsius, wenn sich die Zecken dann wieder
verkrochen haben, kommt diese herrliche Spontanität endlich
zurück. Dann bin ich zwar meist etwas mehr eingemummelt,
wenn ich in den Garten gehe, aber als Arbeit empfinde ich es
dann nur sehr selten!

Foto: S.Schneider


Kommentare:

Iris hat gesagt…

In aller Kürze: Gartenarbeit ist für mich, einen Garten oder größere Teilbereiche davon ganz neu anzulegen. Alles andere ist Gärtnern ;o).

SchneiderHein hat gesagt…

@ Iris
Auch eine schöne Definition :-)

Wenn ich mich recht erinnere habe ich die Anlage unseres Garten 1996 gar nicht als Arbeit angesehen. Und als der Teich am Haus im Sommer 2000 unser 'Expo-Projekt' war, bin ich zwar tagelang mit Rückenschmerzen rumgekrochen, aber irgendwie war es eher eine Art Fitnessprogramm im Loch zu stehen und zu buddeln oder später Sand und Kies ranzukarren. Aber diese 11 Jahre jetzt mehr auf meinem Buckel machen eine Menge aus. Wahrscheinlich würde ich es heutzutage auch als Arbeit bezeichnen ... :-(

Gartenfee hat gesagt…

Hallo Silke,
ich sage auch lieber "Gärtnern" als "im Garten arbeiten" und im Garten werkeln ist für mich Entspannung pur! :-)

Liebe Grüße von Bärbel

stadtgarten hat gesagt…

Auch wenn ich fast alles, was ich im Garten mache auch nicht als "Arbeit" bezeichnen würde, ziehe ich mich für den Garten trotzdem immer um, denn egal, ob ich nur geplant habe, mal kurz einen Rundgang zu machen oder etwas zu ernten - dreckig werde ich immer irgendwie. Denn erstens bleibt es nie bei dem "kurz" und ich finde mich schneller als ich dachte im Beet wieder und 2. ist der Boden da, wo ich noch keine Wege anlegen konnte, so beschaffen, dass man immer mit Klumpen an den Schuhen wieder reinkommt. Deshalb habe ich mir angewöhnt, immer was anzuziehen, was auch schmutzig werden kann. Mit "richtiger" Garten-Arbeitskleidung könnte ich aber irgendwie nicht so richtig was anfangen, da käme ich mir wahrscheinlich verkleidet vor.
Liebe Grüße, Monika

chagall hat gesagt…

Das mit dem "Gärtnern" hab ich mir jetzt auch angewöhnt. Es klingt doch irgendwie entspannter.
Außerdem hab ich jetzt eine Gartenschürze, die ich anziehe, wenn ich nur mal so für ne Stunde in den Garten gehe, ohne mich umzuziehen. Da ist alles drin, was ich brauche, Schere, Bindeband, Wurzelstecher sehr praktisch!

Ach und Silke, weil ich deinen Blog so gern mag, hast du von mir einen Preis bekommen :-)
Guck mal auf meiner Seite...
LG; chagall

Herz-und-Leben hat gesagt…

Also ich geniesse den Garten auch lieber, indem ich durch spaziere, beobachte, mal auch in der Hängematte liege, einfach die Größe des Grundstücks zu schätzen weiß, ein Garten in dem man joggen könnte, und der Abstand zu den Nachbarn ist so groß, daß man sich nicht gegenseitig auf den Wecker fällt. Obwohl wir wirklich sehr nette Nachbarn haben und das bei uns sowieso kein Thema ist! Und hier und da mal etwas abzupfen oder -schneiden, aufsammeln - jedoch ohne das notwendige "Muß" dahinter ... weil's bei einem Wild-Wald-Park relativ egal ist, wann und ob man eine Gartenarbeit tut - zumindest geschieht erfahrungsgemäß nichts Gravierendes, wenn man den Garten mal 1 Jahr lang überhaupt nicht sonderlich bearbeiten würde ...

Über das Thema Gartenarbeit haben wir uns ja auch schon mal ausgetauscht.

Für mich war es - früher - auch oft Entspannung, aber auch deshalb, weil ich ohnehin durch die damals noch kleinen Kinder viel zuhause sein mußte. Da ist im Garten besser als nur in der Wohnung.

Es kommt auch immer drauf an, wie angefüllt das Leben mit sonstigen Verpflichtungen und Aktivitäten ist. Ich mag zwar nach wie vor gern im Garten arbeiten, aber nur wenn ich wirklich Zeit und Muße dafür aufbringen kann. Das ist mit Deko ähnlich. Wenn man kaum Zeit und Ruhe dafür hat - wie Du es ja auch schon kennengelernt hast (jedenfalls wie ich es manchen Posts entnommen hatte) - unterläßt man das ganz einfach. Oder wie meine Mutti immer zu sagen pflegt, die Frauen von heute haben einfach zu viel Zeit, wir haben früher immer gearbeitet, da blieb für sowas wie Deko einfach keine Zeit und Energie übrig ;-)... aber recht hat sie schon - irgendwie - das war manchmal - nach dem Kriege - ein hartes Leben, wo man nur das Notwendigste schaffte.

Herz-und-Leben hat gesagt…

Und das find' ich gerade so schön, wie es auch im Wilden Gartenblog zum Ausdruck kommt, an so einem etwas wilderen Garten wie dem unsrigen auch, daß man da vieles sogar über längere Zeiträume sich selbst überlassen kann und man nicht immer den Zwang vor Augen hat, unbedingt etwas tun zu müssen. Unser relativ großes Grundstück sich als einen der herkömmlichen sehr gepflegten Gärten vorzustellen, wäre für mich einfach ein Unding. Nicht weil ich das nicht auch schön finden würde, sondern weil wir dafür weder Zeit haben noch unsere Zeit nur im Garten verbringen wollen. Denn dazu bietet das Leben zuviel anderes Interessantes - doch ohne Garten wäre mir das Wohnen wiederum auch nicht vorstellbar (und ich kenne die Vergleiche vom Wohnen aus eigener Erfahrung).

1.000 Liter - boah, das wären ja 100 einzelne Wege mit einer einzigen Kanne ;-) ...Das Gießen mit Kannen finde/fand ich schon immer recht lästig, weil man so viele einzelne Wege machen muß, irgendwie ineffektiv. Vor allem auch so statische Anstrengungen, da man damit ja nicht so schnell laufen kann und ich darfs auch eh nicht mehr 10 l tragen. Insgesamt sehr zeitaufwändig. Da gieße ich lieber mit dem Schlauch.

Das mit dem Umziehen fände ich auch schon lästig. Aber so ganz läßt sich das in einem wilden Garten ja nie vermeiden. Im Dickicht lauern immer Gefahren, fast wie im Urwald und rankendes Gestrüpp mit Dornen zerkratzt außerdem die Haut, da gehe ich gern mit Lederklamotten rein, die sind problemlos dafür geeignet. Aber lästig ist's schon - wer mag es nicht lieber, wenn er, so wie er ist, einfach in seinen Garten gehen kann ... Doch wie auch Monika/Stadtgarten schreibt - man kann schmutzig werden und für solche Arbeiten ziehe ich gewiß nicht meine besten Sachen an. Selbst wenn man heute immerzu waschen kann. Oder man bleibt egal irgendwo dran hängen - da hab' ich mir schon meine teuren Outdoor-Klamotten mal angeritzt - seither lasse ich sowas lieber.

Wir verschwenden heute auch sehr viel Wasser für Wäschewaschen. Meine Großmutter hatte ihre Gartenklamotten, die wurden im Stall an einen Nagel gehängt und immer über ihre eigentliche Kleidung oder als Ersatz angezogen. So viel waschen hätte man per Hand damals auch gar nicht können - aber unser heutiges Waschverhalten sollte man wirklich regelmäßig überdenken, wo in manchen Ländern nicht mal genug Trinkwasser zur Verfügung steht.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Bärbel
Genauso habe ich es auch gesehen. Und bis auf wenige Bereiche im Garten meiner Mutter kann ich das zumindest bei ihr auch noch so handhaben. Aber die Zecken, bei denen man sich nie genau sicher sein kann, wo wieviele auf einen Wirt lauern, verändern leider diese Einstellung. Inzwischen kann ich zwar trotz 30%iger Borreliose-Gefahr wieder etwas gelassener damit in unserem Garten umgehen, aber unterschwellig ist dieses mulmige Gefühl bei jedem Schritt/Griff ins Beet dabei. Wenn es nur ein Blutsauger ohne Krankheitserreger wäre, könnte ich wesentlich besser damit umgehen ...

@ Monika
Da haben wir den Vorteil, dass unsere Wege befestigt, gut gemulcht oder einfach perfekt plattgetrampelt sind. Außerdem habe ich den Luxus, dass ich die meiste Zeit zu Hause sein darf und auch hier meinen 'Nebenjob' erledige. Daher laufe ich eh' immer in einem Mix aus Haus-/'Arbeits'-Klamotten rum. Schon allein wegen unserer haarigen grauen Damen ...
Von daher bräuchte ich mich nur umzuziehen, wenn es ans Buddeln, Dauerbewässern oder größere Schnittaktionen geht.

@ Heike
Der 'Pflanzstecher für Löwenzahn & andere Unkräuter' steht an zwei Stellen im Garten für kleinere Umpflanzaktionen immer bereit. Und ein Kästchen mit Drähten oder die Rosenschere ist schnell geholt, wenn ich beim Fotografieren sehe, dass ich im Garten mal schnell Hand anlegen sollte ...

@ Sara
Ich würde es gern noch anders handhaben, aber da mir nun schon recht oft Zecken über die Füße liefen, bzw. an der Kleidung hochkrabbelten, wenn ich die Mulchwege betrat, gehe ich dort nur noch in Gummistiefeln und Hose hin. Wolfgang ist diesbezüglich auch schon vorsichtiger geworden - selbst beim Fotografieren.
Mir persönlich fehlt diese spontane Möglichkeit sehr mal einfach hier und da im Garten etwas zu machen. Und zeitweilig leide ich auch etwas darunter, das manche Ecken im Garten anders aussehen würden, wenn ich mich häufiger aufraffen würde in die Arbeitsklamotten zu steigen.
Die wasche ich allerdings nicht jedes Mal. Ich habe zwar keinen Haken im Stall, aber die hängen halt in der Waschküche und warten dort auf ihren nächsten Einsatz. Denn so, wie ich dann arbeite, würden die in 5 Minuten wieder genauso aussehen wie nach dem letzten Garteneinsatz.

Ja, das waren noch Zeiten 2x 10 Liter - also nur 50 Spaziergänge quer durch den Garten. Es gab auch Zeiten, als wir viele Rosen neu angepflanzt hatten, da brauchte ich um 1.300 Liter an einem morgen, um Rosen & durstige Sträucher zu versorgen. Das war aber angenehmer als mit dem Schlauch und auch zielgerichteter, da es weniger Erde wegspritzte. Nur irgendwann hatte ich mich vor einigen Jahren Ende Mai mal abends so verkühlt, da rebellierte mein Rücken wochenlang. Da haben leider viele Pflanzen in der Zeit einen Knachs bekommen. Und mich in den Garten zu stellen und Wolfgang zu dirigieren, dazu bin ich nicht der Typ. Aber er konnte wirklich nicht erahnen, wo welche Pflanze Wasser bentigte. Ich vermute, deswegen hatte auch der Schneeglöckchenbaum & die Weigelie dann bald darauf aufgegeben ...
Danach musste ich ganz langsam mit 3 Litern pro Seite wieder das Training aufnehmen. Zeitweilig waren auch wieder zwei volle 10 Liter Gießkannen kein Problem mehr. Doch nun muss ich feststellen, dass meine Knie- & Fußgelenke die Belastung nicht witzig mehr finden. Also sollte ich meiner Gesundheit zuliebe wohl nur noch mit halbvollen Kannen durch den Garten flitzen. Den Schlauch möchte ich wegen der Zecken und Schnecken nur selten einsetzten - das Klima ist für sie in unserem Garten schon ideal genug ...