Dienstag, 19. Juli 2011

morgens im Garten


Nach der gestrigen Aktion bietet sich mir vor dem Treppenhaus
ein trauriges Bild: Eingerollte Kellerasseln und einige tote Käfer.
Die Spinnen, die wochenlang ungestört zwischen den Fenster-
profilen an ihren Netzen arbeiten konnten, haben sich zusammen-
gezogen. Und wer weiß, was noch alles an Kleinlebewesen unter
der Chemiekeule abgetötet wurde ...

Nur dieser Schnecke schmeckt der klägliche Rest der Funkie
vor der Garage trotzdem schon wieder. Auch diese Pflanze
und die Schottersteine hatte ich gestern mit besprüht!

Ein schmaler Sonnenstrahl erhellt die Iris im Hochbecken.

Die rostige Bleckatze auf dem Komposthaufen im Hochwald
bewacht die Mäuschen, während
unsere Kleine Maus mal
im Haus
von der Mäusejagd ausruht.


Und auf diesen Anblick zum Farnfeld unter den alten Obstbäumen
möchten wir nun trotz aller Empfehlungen zur Zeckenbekämpfung
trotzdem nicht verzichten. Das ist eben nur eine Fläche zum An-
schauen, die wir nur sehr selten und dann auch nur gut verhüllt
und mit Antizeckenspray eingenebelt betreten. Aber da viele
Kleintiere im Garten oftmals befestigte Wege bevorzugen, bin
ich mir gar nicht sicher, ob in diesem Bereich wirklich so viele
Nymphen bzw. Zecken auf Wirte lauern. Mit einem Zeckennest
rechne ich eher unter den Sträuchern, unter den die Igel gern
im Sommer schlafen - also zum Beispiel die alten Buchsbäume
hinter dem Hochwald und in den zwei sehr alten Büschen an
der nördlichen Grenze. Doch in diesem Teil des Gartens habe
ich das Zeckenaufkommen bisher noch gar nicht überprüft ...



Fotos: SchneiderHein



Kommentare:

Borkergarten hat gesagt…

Wieder schöne Bilder aus deinem Garten. Nur so richtig schlau bin ich aus deinem Post nicht geworden. Ich war immer davon ausgegangen, dass in deinem sehr viele Freiheiten existieren. Und dann lese ich, dass duft Gift einsetzt. Aber auf der anderen Seite etliches Getier darunter gelitten hat. VG Manfred

SchneiderHein hat gesagt…

@ Manfred
Natürlich bin ich gegen Gift. Das erste, was wir gemacht haben, als wir diesen Garten 1995 übernommen haben: Den Schuppen durchsuchen und jegliche Art von Schädlingsbekämpfungsmittel & Spritzmittel zur Deponie zu bringen.

Ich hätte mir vor etwa 3 Jahren auch gewünscht, dass das Mauswiesel bei uns in der Zimmerdecke in einer Lebendfalle gelandet wäre. Anstatt, dass wohl aus dem gesamten Umkreis alles Getier zu uns auf den Dachboden kommt, dort 5 Köderschalen leerfuttert werden, dann die Tiere Durst bekommen, eine Wasserstelle aufsuchen und sobald das Gift mit Wasser in Kontakt kommt, die Tiere dann sterben. Aber so arbeiten eben Schädlingsbekämpfer. Darum bin ich auch langsam etwas genervt, wenn hier häufiger dieser Tipp auftaucht. Zumal wir im letzten winter schon wieder ein Tier in der Zimmerdecke hatten! Jetzt hoffe ich auf den Dachdecker, der uns eventuelle Schlupflöcher dicht macht ...

Die gesammelten Schnecken habe ich in 2002 & 2003 in einer 1 Liter Saftflasche mit einem Meßlöffel Waschpulver in etwas Wasser aufgelöst, umgebracht. Diese Methode ging recht schnell. Bei den Mengen 6.000 Tiere im ersten Jahr im Herbst und 3.000 im Folgejahr wäre das Durchschneiden unmöglich gewesen - selbst meine Stöckchen zum Aufnehmen waren meist nach 20 Schnecken total verklebt und unbrauchbar. Auch Wegwerfhandschuhe sind viel zu schnell verklebt. Und jedes Mal kochendes Wasser zubereiten!? Zumal der Schneckenschleim sich ja kaum löst. In den Glasflaschen konnte ich sie dann gleich im Hausmüll entsorgen, solange ich nicht mehr als 100 Schnecken in 1 Literflaschen füllte. Denn es gibt immer wieder Spezialisten, die meinen ein Plastikbeutel, der gut verknotet ist, der reicht aus. Nur platzt der meist, verschleimt die Mülltonne und stinkt dann fürchterlich. Meine Mutter gehörte auch vor Jahren mal zu solchen Schnecken-Spezialisten ...
Ich hätte sie gern am Leben gelassen, aber wo hätte ich diese Mengen aussetzen sollen?
Danach habe ich mich allerdings gefragt, woher ich das Recht nehme für ein paar Stauden, so viele Tiere zu töten. Seitdem habe ich sie in Ruhe gelassen und wir haben den Garten auf Rosen umgestellt.
Und wenn wir Glück haben, dann regulieren jetzt die Tigerschnegel die Nacktschneckenbestände bei uns und in den anderen Gärten. Wenn dort kein Schneckenkorn zum Einsatz kommt ...

Wenn Du unser Zeckenproblem genau verfolgt hast, dann ist das Neudorff Zecken- & Grasmilben Konzentrat hier die Super-Sonder-Ausnahme. Ich verwende es wirklich nicht gern und auch nur da, wo es wirklich nicht anders geht: Also dort, wo ich ein hohes Aufkommen an Zecken-Larven = Nest habe. Meist kann ich das Nest wohl nicht ganz genau lokalisieren - wie unter der Hedi Grimm am Steg, aber mit dem Sockentest konnte ich das Gebiet ganz gut eingrenzen.
Und der Grasbüschel an der Betonkante vor dem Treppenhaus war wohl schon ein etwas älteres Nest. Denn ich habe schon durchsichtigere - also jüngere Larven gesehen. Laut Harald W. können sich Larven selbstständig wohl sogar bis zum Umkreis von 2m vom Nest entfernen. Daher ist es kein Wunder, dass ich dort im Sessel vor dem Haus schon häufiger Zecken-Larven an mir hatte. Die warteten wohl wirklich in den Steinfugen und in den Fensterprofilen.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Manfred Teil 2
Heute früh hatte ich sogar eine Zecken-Larve auf der Tastatur meines Laptops. Der steht eigentlich immer nur auf dem Bett und war in den letzten Jahren nie im Garten. Unsere Katzen bekommen aber Frontline als Zeckenschutzmittel - ja, auch Gift! Aber wie sollen wir sie & uns sonst schützen? Und da unsere Katzen nicht schmecken, aber gern mal den Laptop mit dem Köpfchen markieren, ist die Larve wohl irgendwann zum Laptop übergesiedelt, um hier auf mich zu warten ...

Die Nymphen vor dem Treppenhaus hängen wohl sogar noch mit der Igel-Winterfütterung zusammen. Sie kommen auch ohne das noch ein Futterschälchen in der Wiese steht zum Haus - oder sogar hinein. Ich konnte mal eine vollgsogene weibliche Zecke beobachten, die genau vor unserer Tür von einem Igel absprang und sich in den Schottersteinen links neben der Tür verkriechen wollte, um dort ihre Eier zu legen.
Eine ähnliche Strategie haben vollgesogene Nymphen auf Igeln wahrscheinlich auch. Und die, die am Samstag auf mein Klemmbrett krabbelte hätte ja auch Erfolg haben können!
Von daher musste ich in dem Bereich vor dem Haus nun auch noch wirklich hart durchgreifen.

Ansonsten werden wir weiter versuchen eventuell verseuchte Stellen runterzuschneiden und zu verfeuern. Unser Nachbar hat uns fürs nächste Mal einen Grasbrenner (für Dacharbeiten) angeboten, dann qualmt es zumindest nicht so in der Zinkwanne. Aber alle Spinnen & Co werden da dann auch nicht schnell genug wegkommen ...

Daher setze ich meine größte Hoffnung auf das Lockmittel Buttersäure und starkes Klebeband zum Aufnehmen der angelockten Tiere. Aber im Moment spielt mein Magen verrückt - kein Wunder nach 16 Tagen Antibiotika - und da wäre Buttersäure bestimmt jetzt richtig ideal für mich ;-)

Borkergarten hat gesagt…

Hallo Silke,
danke für deine besonderen Erläuterungen. Sie zeigen doch die Besonderheiten deines "Paradieses". Danke auch für den Hinweis auf meinen Fehler. Es handelte sich um einen Callistemon bzw. Zylinderputzer, der wg. seiner besonderen Blüten so heißt. VG Manfred