Freitag, 22. Juli 2011

Mal ohne Foto


Es sind sehr viele Faktoren, die wir bei der Bekämpfung
unseres Zeckenproblems berücksichtigen müssen:

Das Hauptproblem ist sicherlich die Verbreitung der Zecken durch
verschiedene Tiere quer durch alle Gärten in der Nachbarschaft.
Hier sind besonders die Mäuse und Igel zu berücksichtigen, da sie
sich nur in Bodennähe aufhalten und somit jederzeit von allen drei
Zeckenstadien - Larve, Nymphe und erwachsener Zecke befallen
werden können. Ebenso sind auch Marder, andere Nagetiere und
Eichhörnchen gefährdet. Wobei sich Eichhörnchen ja überwiegend
in Bäumen aufhalten. Aber wir konnten schon unentschlossene
Eichhörnchen beobachten,
die verschiedene Plätze zum Verbuddeln
ihrer Nüsse aufsuchten
. Und auch, wenn es schwer vorstellbar ist,
Vögel, die sich häufig am Boden zur Nahrungssuche aufhalten, wie
zum Beispiel Drosseln, können auch von Zecken befallen werden
.
Auf diese Weise können sogar die Zugvögel bei der Rast Zecken
in ganz neuen Gebieten verteilen. Unter anderem also auch in
Gärten, wenn dort das Futterangebot auf der Reiseroute stimmt.
Katzen erachte ich dabei in unserem Fall als weniger problematisch,
da alle Katzen, die durch den Garten streifen, ein Zuhause haben
und dementsprechend auch sicherlich von ihren Bezugspersonen
schon aus eigenem Schutz auf Zeckenbefall kontrolliert werden.
Streunernde Katzen sind mir hier bisher noch nicht aufgefallen.
Lediglich ein Hund, der sich unseren Garten als Ende seiner
Odysee über mehrere Tage quer durch Hannover ausgesucht
hatte, um dann nach einigen Stunden von seinen Besitzern ab-
geholt zu werden. Das war wohl mal im Herbst so um 2005.


Da haben wir nun 15 Jahre lang alles dafür getan, dass sich Tiere
in unserem Garten wohl fühlen und bekommen jetzt die Quittung.

So viel zum Thema naturnaher Garten!


Nun heißt umdenken und einiges ganz anders machen als bisher:
Lauschige, von Stauden umspielte Wege sehen romantisch aus,
sind uns jetzt aber zu gefährlich.
Die drei Wegeplatten zwischen
Steg und Betonfläche
werden wir in einem Bereich von ca 25 cm
freipflanzen, den Boden 5cm tief entfernen, ein Vlies einlegen
und mit Schottersteinen auffüllen. Diese - unsere Schutzzone
werden wir danach möglichst laub- & pflanzenfrei halten.

Wenn wir endlich mal wieder im Garten ernten wollen, dann
müssen wir auf jeden Fall auch die Wege zur Brombeerhecke
und zu den Beerensträuchern an der Ostgrenze verbreitern.
Sonst ist eine Gartenbegehung in diesem Bereich hinter der
Betonfläche wohl wirklich nur noch in Hose & Gummistiefeln
oder unter 5° Celsius sicher. Denn
diese Bilder von einer Iris
am Wegesrand entstanden bereits im Mai 2008
. Also nix mehr
mit spontan zum Naschen an die Sträucher gehen!

Den Gartenteich werden wir ab und an auf Zeckenbefall
kontrollieren.
Vielleicht klappt das ja wirklich mit der auf
37° Celsius erwärmten Buttersäue um Zecken aus ihren
Verstecken zu locken
! Aber der Teich wird für uns immer
eine Gefahrenquelle darstellen, da sie eine wichtige und
auch gut erreichbare Wasserstelle für Mäuse, Igel, Vögel,
Katzen, Marder usw. und auch Eichhörnchen ist. Da lohnt
es für eine Zecke - egal in welchem Stadium, in der Über-
schwemmungszone auf einen neuen Wirt zu warten ...

Den Steg wollten wir ohnehin erneuern. Aber inzwischen
überlegen wir, ob er nicht um eine Balkenhöhe erhöht werden
sollte, um den Zecken den Weg zu unseren Füßen zu verlängern.
Außerdem werden wir die Erneuerung nun wohl in den ersten
warmen Frühjahrstagen in Angriff nehmen, um beim eventuellen
Entfernen der alten Hölzer zu überprüfen, ob dort zwischen den
Schottersteinen Zecken lauern. Notfalls muss dann auch dort das
Neudorff Zecken- & Grasmilben Konzentrat zum Einsatz kommen.

Auf das
zusammengerechte Buchenlaub aus Nachbars Garten
werde ich nun lieber im Spätherbst verzichten, um mir nicht
noch mehr Plagegeister in den eigenen Garten zu holen. Denn
gerade Larven und Nymphen halten sich oftmals noch in der
Mulchschicht auf und erklimmen
erst bei wärmeren Tempera-
turen Gräser, Stauden oder Gehölze.

Da werden wir jetzt lieber nur noch eigenes Shreddermaterial
zum Mulchen unserer Beete und für die Rosen als Winterschutz
verwenden. Und dort, wo uns beim Schneiden Zecken-Larven
begegnen, werden wir das Schnittgut bis zu einer Höhe von
30 oder gar 50cm nun sicherheitshalber verbrennen. Dafür be-
kommen wir in Zukunft von unserem Nachbarn einen leistungs-
starken Gasbrenner für Dacharbeiten geliehen. So verbrennt
das
Schnittgut in der Zinkwanne schneller und qualmt nicht so sehr
.

An unserer Grundbepflanzung werden wir jedoch nichts ändern.
Denn Zecken sitzen überall. Sogar auf dem Gartentischchen
vor dem Treppenhaus, erklimmen Sessel,
kommen mit unserer
Maus auf den Alustuhl am Glastisch
oder warten in den Fugen der
Wegeplatten. Da machen wir uns keine Hoffnung mehr. Auch wir
glaubten noch vor einiger Zeit, dass wir vor dem Treppenhaus,
im Gehen auf dem Steg und auf der fast 50qm großen Beton-
fläche einigermaßen sicher wären. Aber da bei uns ständig vor
dem Haus Igel wegen Futter anklopfen, unter dem Steg sitzen
oder auch nur darunter durchlaufen und genauso wie
Marder die
Betonfläche überqueren
, brauchen wir uns diesbezüglich keine
Hoffnung mehr zu machen. Alles, was nur ganz leicht nach Mensch
oder Wildwechsel riecht, ist für Zecken verlockend.
Da ist mein
Klemmbrett der beste Beweis
...

Ganz wichtig ist es jedoch, die Igel -
unsere kleinen Zecken-
schleudern
mit
den großen Gartenrevieren - zu behandeln. Wie,
das ist mir noch nicht ganz klar. Aber auf jeden Fall werden
unsere Gartenigel nun wohl Farbe tragen müssen, falls sie zum
Beispiel alle paar Wochen eine ihrer Körpergröße entsprechende
Dosis Frontline bekommen sollten. Auch die Lungenwürmer sind
bei uns ein Problem. Hier hustete fast jeder Igel, der im letzten
Sommer den Garten durchquerte. Man kann Lungenwürmer wohl
behandeln,
aber das gehört wahrscheinlich in Profihände! Fest
steht jedoch, dass kanke Igel wesentlich anfälliger für Zecken
sind als gesunde Tiere.

Die Mäuse hält unsere
kleine Maus zur Zeit gut in Schach. Alle
paar Tage
bringt sie sich Spielzeug mit. Und auch wenn es uns
schwer fällt, nun darf sie die armen Tierchen auch häufiger mal
kaputtspielen. Die Mäuschen wohnen wohl im Grünkompost
oder sonst wo unter dem Hochwald - dort, wo auch die Igel
meist ihre Kinderstube haben, und mindesten 2 Igel im Winter
ein Quartier beziehen. Eine weitere beliebte Mauseecke ist das
Hochbeet am Ende der Betonfläche, das wir gleich im Anfang
in einer alten hölzernen Kompostumrandung aufgeschichtet
hatten. Nur von vorn sind die alten Rasenkantensteinen auf-
gemauert. Im hinteren Bereich gibt es viele Schlupflöcher. Und
zu diesen optimalen Wohnbedingungen boten wir den Mäuschen
im Herbst auch noch reichlich Obst an. Denn alles, was von den
5 Apfelbäumen, der Mirabelle oder der Zwetschge herunter fiel,
blieb für die Tiere liegen.
Denn die Drosseln freuten sich über
diese fruchtige Erfrischung
! Und selbst im Winter war der
Gartentisch bis jetzt nachts für die Mäuschen gut gedeckt ...

Nun müssen wir wohl leider umdenken und konsequent das Fallobst
aufsammeln & vergraben. Und auch auf
dieses Schauspiel auf dem
Gartentisch sollten wir aus Vernuftsgründen nun lieber verzichten.
Dabei war es so herrlich anzuschauen, wie unterschiedlich sich
die Tiere am Futterplatz verhielten und welche Rangordnungen da
zwischen Drosseln, Rotkehlchen, Meisen, Eichelhäher, Elstern,
Tauben und Eichhörnchen entstanden!

Das Thema Wässern ist im Zusammenhang mit Zecken auch ganz
entscheidend. Schon wegen der Schnecken habe ich die Pflanzen
bereits im letzten Sommer viel länger dursten lassen. Und eine
Gartenbrause bzw. einen Rasensprenger zum Bewässern der Beete
haben wir schon vor Jahren abgeschafft. Bei uns werden durstige
Pflanzen deswegen nur noch ganz gezielt mit Wasser versorgt.
Auch wenn so eine Gartenpumpe zu einem ganz anderen Verhalten
verlockt. Aber auch Zecken fühlen sich im feucht-warmen Klima
besonders wohl. Gerade, wenn man nach einem heißen Sommertag
am Abend Wasser verteilt, tut man seinen Zecken damit etwas
richtig Gutes. Denn dann fühlen sie sich besonders wohl, erheben
sich aus der schützenden Bodenschicht und warten auf die nacht-
aktiven Mäuschen, Igel, Marder und Katzen.

Aber unsere Wiese werden wir auf jeden Fall als Wiese bestehen
lassen und auch nicht kurz halten! Das,
was vor ein paar Tagen
geschehen musste
, wird hoffentlich dort die Ausnahme bleiben,
da wir dort
ein Zeckennest am Wiesenrand vor unserem Sitzplatz
hatten. Da wir allerdings nicht wissen konnten, wie weit die
Zecken-Larven dort bereits ausgewandert waren - bis zum Umkreis
von 2m ist das nämlich problemlos möglich, war es die sicherste
Methode die Wiese im Gefahrenbereich runterzuschneiden und
das Schnittgut zu verbrennen. Da sich Larven aber oftmals auch
dicht am Boden aufhalten, haben wir zusätzlich zur Bekämpfung
das Neudorff Zecken- und Grasmilben Konzentrat versprüht.
Zecken sind jedoch sehr widerstandsfähig und können wohl
recht schnell Resistenzen entwickeln. Daher werden wir dieses
Mittel nur bei Zeckennestern, die aus 500 bis 3.000 Eiern pro
erwachsener vollgesogener Zecke entstehen können, anwenden.
Erwachsene Zecken und sogar Nymphen lassen sich an den ver-
einzelten Wiesenhalmen bei günstiger Witterung ganz leicht
erkennen und von den Grasspitzen oder Saatständen absammeln.
In den letzten Wochen konnte ich im Wiesenbereich keine
lauernden Zecken mehr ausmachen. In der Anfangsphase, als ich
die Igelfütterung am Wiesenrand einstellte, waren es jedoch
bis zu 10 lauernde Zecken oder Nymphen pro Tag.

Allerdings brauchen wir nicht darauf zu hoffen, das dieser
Bereich über einen längeren Zeitraum zeckenfrei bleibt. Denn
vorgestern Nacht kam mal wieder ein Igel durch die Wiese zum
Haus, um zu schauen, ob es nicht doch etwas Schmackhaftes für
ihn gibt. Und ein jüngerer Igel stattete uns vor ein paar Tagen
sogar wieder einen Hausbesuch ab ...


Kommentare:

Lis hat gesagt…

Oh je, ihr habt ja wirklich ein echt großes Zeckenproblem! Obwohl in Süddeutschalnd die Zeckenplage auch groß ist, ist unser Garten zeckenfrei (hoff ich mal) Allerdings hatte ich vor zwei Jahren mal das Vergnügen kurz hintereinander drei Zecken an mir entfernen zu müssen, seitdem ist wieder Ruhe. Unser Garten liegt halt auch mitten in der Stadt und hat von drei Seiten keinerlei Anschluss an andere Gärten. Von daher sind auch Igel Mangelware und Marder hab ich hier eh noch keinen gesehen.
Ich wünsche euch dass ihr die Plagegeister in den Griff bekommt, ganz ausrotten werden sie sich eh nicht lassen

LG Lis

mausimom's hat gesagt…

Ach ist das gemein!!!
So viel Liebe und Arbeit habt ihr in den Garten gesteckt nur um ihn dann dieser für uns so fiesen Tierart zu überlassen.... :o( Hoffentlich sind all eure Bemühungen von Erfolg gekrönt!
Für mich ist nur ein Trost, dass Du ja vielleicht im Winter wieder mehr im Haus dekorierst und Deine wundershcönen Bilder bei Deko-Gerümpel zeigst....

Sisah hat gesagt…

Try again...den Kommentar habe ich gelöscht, wegen meiner blöden Tippfehler. Also noch einmal:
Blogger Sisah hat gesagt...

Schlimm, schlimm, Silke! Ich "schaue" ja immer wieder in euren Garten und dachte, ihr würdet dieses Zeckenproblem irgendwann in den Griff kriegen, bzw. einer der letzten sogenannten harten Winter würde den Zecken den Garaus machen.
Habt ihr eigentlich schon mal die Zeckenart bestimmt? Irgendwie erinnere ich mich, dass es bei Euch wohl einer der Gattung Ixodes ist?? Ixodus hexagonus -so habe ich gelesen- ist sehr wirtsspezifisch und saugt nur an Igeln. Wenn es der ist, könnte man vielleicht die Igelchen mit Hilfe des Tierschutzes zeckenfrei bekommen, schließlich saugt diese Zeckenart nur an ihnen, um ihre Eier produzieren zu können .
Als chemische Lockstoffe, auf die Zecken reagieren. werden neben Buttersäure auch Milchsäure und Ammoniak ( im Urin! )angegeben. Buttersäure käme mir vor, wie den Teufel mit Beelzebub ausjagen zu wollen..*grins*
Ich komme gerade aus Thüringen zurück, wo wir auch reichlich mit Zecken zu tun hatten. Unser Hund musste am meisten darunter leiden. Die Gemeinde dort hat wohl massiv damit zu tun und sorgt dafür, dass bestimmte Flächen ( beispielsweise in der Werraaue)regelmäßig gemäht werden, weil Zecken sonnige, warme Stellen mit kurzgeschnittenem Gras meiden, da sie es luftfeucht mögen.
Irgendeinen Weg werdet ihr bestimmt finden um den blöden Biestern die Harke zu zeigen!
LG
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

@ Lis
Dann drücke ich Dir wirklich die Daumen, dass es nur die drei Zecken waren und nicht doch ein paar andere Erwachsene sich vollsaugen und Eier legen konnten. Aber vielleicht fehlten ihnen ja zum Glück auch die Männchen dazu ...
Und Deine Gartenlage scheint ja auch idealer zu sein!

Wir haben am Ende der Straße einen großen Friedhof. Da gibt es sicherlich genug dieser unangenehmen Tierchen. Und so kommt bestimmt mit den Eichhörnchen immer mal wieder Nachschub zu uns in den Garten. Denn im letzten Sommer hatte sich die Freundin meines verstorbenen Vaters auf dem Dresdner Heidefriedhof eine verseuchte Zecke mitgenommen ...

@ Ute
Nö, den Garten überlassen wir diesem Getier ganz bestimmt nicht kampflos!
Daher musst Du Dich leider noch etwas mit der Deko gedulden - wohl bis Anfang August. Ich habe nämlich auch schon Entzugserscheinungen ;-)

Ich bin nur froh, dass ich vor einiger Zeit zufällig auf die Beitäge von Harald W. gestoßen bin, und nach meinen Schnecken-Erfahrungen hellhörig wurde. Ich vermute, in anderen Gärten wird leider nur noch nicht genau genug hingeschaut. Da ist bestimmt bei einigen auch schon mehr im Busche - wie bei uns.
Wenn wir Glück haben, können wir die Gefahr in Schach halten. Wenn wir sie hier komplett vernichten wollten, dann wäre das nicht mehr der Garten, in dem wir uns wohl fühlen ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah
Überprüft habe ich es nicht, aber ich vermute es ist 'nur' die ganz normale Zecke, vor der überall in den Medien gewarnt wird. Jedenfalls habe ich aus unserer Wiese davon so manches Weibchen von den Halmen abgesammelt und auch die Männchen lauerten zeitgleich ein paar Halme weiter. Daher werde ich unsere Wiese ganz bestimmt nicht mähen bzw. kurz halten. Denn jede Zecke, die ich auf diese Weise finden kann, ist eine, die keine Eier mehr legt! Was habe ich davon, wenn sie sich von der Wiese in eine andere Gartenecke verlagern. Denn das konnte ich jetzt schon mehrfach beobachten sie wandern zu Stellen, wo sich das Warten lohnt: Als das Futter für die Igel vom Wiesenrand verschwand, verlegten sie ihre Warteposition zum Steg, dort, wo wir & unsere Katzen ständig langgehen. Die Wiese lässt sich gut kontrollieren und auch wenn es blöd ist so ein Zeckennest so dicht am Haus/Sitzplatz zu haben, so fällt es mir dort wenigstens bald auf. Während weiter hinten im Garten ein ganzes Nest unbemerkt auf Gartenreise gehen kann ...

Daher werde ich das mit wenigen Tropfen Buttersäure und einer mit Stoff umhüllten alten Wärmflasche zum Anlocken auch versuchen. Aber erst, wenn ich die 20. Tablette Antibiotika am Sonntag hinter mir habe, und mein Magen wieder stabiler ist!

Aber mit den Igeln muss ich etwas unternehmen. Zum Glück kenne ich dank Internet eine Igelschützerin, die mir ein paar Tipps geben kann. Und auf jeden Fall werde ich mich mal von der Igelstation hier in Hannover beraten lassen. Auch, um eventuell etwas gegen die Lungenwürmer zu unternehmen.
Denn die Tiere aus unserem Garten auszusperren zu wollen ist utopisch. Mit den Igeln könnte das ja vielleicht klappen, mit Mäusen begrenzt, aber wenn sich die Zecken in den anderen Gärten ungehindert weiter vermehren können ...!? In der näheren Nachbarschaft sind schon länger alle Gartenbesitzer informiert. Ob es etwas nützt?

Ich hatte es in verschiedenen Kommentaren schon geschrieben: Unsere südlichen Nachbarn halten ihren Rasen permanent kurz, der bekommt reichlich Sonne, wird im Frühjahr vertikutiert und gedüngt. Und auch sonst ist der Garten sehr frei und gepflegt. Und trotzdem fangen sie sich bei der Gartenarbeit immer mehr Zecken ein. Aber trotz meiner Warnung hatten sie sich vor einem Jahr auch noch billigen Baumarkt-Rindenmulch in den Garten geholt ...

Aber das Erschreckenste ist mein kleines Küchentisch-Experiment, dass ich nun bereits zum dritten Mal durchführe. Die letzten beiden Male sogar mit durch Frontline geschädigte Zecken: Eine, an unseren Katzen vollgesogene Zecke in ein durchsichtiges Filmröhrchen einsperren und unter Luftabschluß dort auf dem besonnten Tisch liegen lassen. Nach ein paar Tagen befinden sich Eier in dem Gefäß. Und bei der ersten vollgesogenen Zecke, die von Maus absprungen war, als sie mal keinen Frontline-Schutz hatte, schlüpften unter diesen extremen Bedingungen sogar Zecken-Larven aus den Eiern.
Ich befürchte, die Zecken sind um einiges überlebensfähiger als wir es bis jetzt noch vermuten ...

Tippfehler bitte ich zu entschuldigen, denn meine Tastatur ist alt und hakelig undin dem kleinen Kommentarfenster zeigen sich nicht alle fehlenden Leerzeichen!

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah noch etwas:
Das mit den harten Wintern ist auch so ein schöner Irrglaube bei Zecken! Ganz im Gegenteil ein kalter Winter stört sie gar nicht. Nur feuchte, weniger kalte Winter scheinen ihnen wohl Probleme zu bereiten.
Aber da wir so viele geschützte Ecken zum Verkriechen bieten und noch dazu ziemlich viele winteraktive Igel & Mäuse haben, haben sie es ja lange Zeit im Jahr muckelig warm ;-) Ich denke mir, sie suchen sich bei Zeiten einfach ein Säugetier und lassen sich für die kalte Jahreszeit in deren Bau tragen. Und in schlimmsten Fall starten sie dann gleich nach der Ruhepause mit dem neuen Zeckenstadium am gleichen Tier ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah - und nun wird der Horror wirklich war ...
Am 17. Mai 2011 hatte ich unserer Maus eine fast vollgesogene Zecke entfernt und sie wie beschrieben eingesperrt. Und eben beginnen in dem Filmröhrchen die Larven zu krabbeln.
Damit ist ja wohl leider bewiesen, dass eine Zecke auch unter Gifteinsatz problemlos im Haus Eier legen kann. Und die Behauptung, dass Zecken-Larven nicht die Haut von Menschen durchdringen können, konnte ich ja bereits am 31. Mai 2008 widerlegen (aber da habe ich sie aus Unwissenheit noch als Nymphen bezeichnet): http://wolletest.blogspot.com/search/label/Zecken
Jetzt werden mir die Tierchen echt richtig unheimlich :-((
Fotos vom Filmröhrchen folgen ...

Aber zumindest bekommt das Thema Igel & Borreliose wohl mehr Bedeutung, wie ich eben entdeckt habe: http://www.zecken.de/forschung/borreliose-bei-igeln/
Da macht es noch mehr Sinn mit dem Igelhaus in Laatzen Kontakt aufzunehmen. Denn ab und an finde ich bei uns auch mal tote Igel im Garten ...

Sisah hat gesagt…

Hm, ich würde sagen, wenn es 'nur' die Igelzecke wäre, die euch heimsucht, wäre das Problem besser in den Griff zu bekommen als wenn euer Garten das ganze Artenspektrum möglicher Zecken beherbergt.
Versteh ich Dich richtig, dass Du Dir eine Borreliose eingefangen hast? Da ich ein Feld-Wald und Wiesenwanderin bin, hatte ich auch schon zwei mal das zweifelhafte Vergnügen Antibiotika schlucken zu müssen. Ich halte Dir die Daumen, dass Dir 'Nachwehen' im Anschluss an die Behandlung erspart bleiben. Seit dieser Zeit suchen wir uns nach unseren Spazeirgängen in Feld und Wald immer genau ab.
Wenn ich deine detaillierten Beschreibungen so durchlese, meinst Du nicht, es ist an der Zeit Profis zur Hilfe zu holen, oder habt ihr das bereits getan und ich habe es überlesen ( bißchen viele Verlinkungen sind für mich etwas aufmerksamsgestörte Leserin im Text).
Ich habe von meinem Studium die TiHo in Hannover in guter Erinnerung , wende Dich doch an das Institut für Parasitologie mit eurem Probem.
Ich halte Dir die Daumen, dass es eine Lösung für euch gibt!
Liebe Grüße
Sisah

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sisah
Nein Profis habe ich noch nicht eingeschaltet. Im Moment sammele ich eigentlich noch fast täglich neue Erfahrungen hier in Haus & Garten, die mich jetzt allerdings immer mehr verwundern.
Außerdem ist das Problem teilweise in anderen Bundesländern bestimmt schon viel schlimmer. Oder wird noch verschwiegen?

Ich hatte eigentlich gehofft, dass die Begutachtung unserer zwei zu fällenden Grenzfichten auf der Südseite am Rande zu einem Gespräch über die Zeckenproblematik in Hannover führen würden. Aber die Gutachterin vom Grünflächenamt hatte entweder keine Zeit, Angst vor den Zecken in unserem Garten, denn sie blieb nur auf dem Steg stehen, oder Zecken sind in Hannover ein Tabu-Thema.
Wer weiß, was auf dem nahegelegenen Friedhof bei uns in der Siedlung eventuell schon los ist.
In dem Artikel vom Mai 2008, den ich hier verlinkt habe, wurde bereits von stellenweise 15 Zecken pro Quadratmeter in Hannover's Grünflächen berichtet. Allerdings geht aus dem Text nicht hervor, ob Nymphen und Larven mitgezählt wurden oder ob es sich nur um erwachsene Zecken handelt. Dann hätten wir zur Zeit in unserem Garten noch Glück ...
Von daher vermute ich die TiHo ist mit dem Thema schon gut vertraut. Oder wer sollte sonst im Georgengarten oder hinter der Musikhochschule Zecken zählen bzw. die Ergebnisse auswerten!?
Aber die Idee ist gut und ich werde dort auf jeden Fall mit der Parasitologie Kontakt aufnehmen. Da bekomme ich bestimmt auch eher eine Info wie weit die Forschung mit Schimmelpilzen, Fadenwürmern und Miniwespen ist.

Wolfgang hatte vor ein paar Tagen zufällig eine für uns neue Zeckenfalle bei amazon entdeckt. Die haben wir uns trotz negativer und nur wenig positiver Bewertungen bestellt. Ich werde darüber berichten. Wenn die hier nicht funktioniert, dann taugt sie wohl wirklich nichts ;-)

Mit dem Thema Borreliose werde ich mich nun auch viel mehr befassen. Denn das wird bestimmt nicht mein/unser letzter Zeckenstich sein. Inzwischen vermute ich aber, dass das nicht die erste verseuchte Nymphe war, die mich erwischt hat. Zecken kann ich eigentlich immer rechtzeitig von mir absammeln. Und auch Wolfgangs entzündete Stellen mit Hautrötungen stammten überwiegend von Nymphen und nicht von Zeckenweibchen. Aber nun befürchte ich, dass erst die Summe diverser Nymphenstiche zur Wanderröte führt, so dass wir viel zu lange glaubten, dass keine Infektion stattgefunden hat. Denn Nymphen sind ganz leicht auf der Haut zu übersehen und lassen sich kaum ohne Quetschung entfernen. Daher benutze ich für Nymphen auch zuerst Vereisungsspray.

Ob eine mit Borrelien verseuchte Zecke ihr verändertes Erbgut nun auch an die Larven vererben kann, da gibt es wohl noch unterschiedliche Meinungen, aber wenn das wirklich stimmt ...

Zu den ganzen Links in meinen Zeckenposts werde ich demnächst noch einen eigenen Post machen, denn inzwischen sind es wirklich viel mehr Infos über Zecken geworden. Vor 2 Jahren habe ich kaum etwas zu dem Thema im www gefunden. Aber nun macht es mal Sinn sie nach Themen zu ordnen und laufend zu ergänzen ...