Montag, 25. Juli 2011

Das ist jetzt vollkommen absurd!


Heute wollte ich nun schon wieder das Thema Zecken im Garten
aufgreifen, und mal kurz all' die Anti-Zeckenmittel zu zeigen, die
sich im Laufe der Jahre so bei uns angesammelt haben. Und in-
zwischen sind bei den meisten von ihnen bereits die Haltbarkeits-
daten abgelaufen. Denn so oft habe ich sie dann doch nicht ver-
wendet. Unsere Strategie ist es, von Frühjahr bis Spätherbst uns
möglichst nur noch auf der Fläche vor dem Treppenhaus, auf dem
Steg oder auf der 50qm Betonfläche hinter dem Wald aufzuhalten.
Da trauen wir uns ungeschützt hin, sind aber trotzdem immer in
Bereitschaft.
Und leider sind wir dort nun wohl auch nicht mehr
so sicher vor Zecken, wie wir es noch im Frühjahr glaubten
!

Wenn es dann ab und an zum Gießen oder Schneiden in der
zeckenaktiven Zeit in die Beete geht, ist es inzwischen selbst-
verständlich eine helle Hose in die Gummistiefel zu stecken.
Dann werden Stiefel & Hose für einen längeren Aufenthalt noch
mit dem Mosquito- oder Azaronspray eingenebelt und das war es.
Die Hände werden ohnehin in Wegwerfhandschuhen versteckt,
sonst müsste ich mein Glas mit Chlorreiniger zum Hineinwerfen
der Zecken manchmal gleich mit ins Beet nehmen. Die Zeiten,
wo ich gern mit bloßen Händen in der Erde wühlte, sind
leider schon lange vorbei ...

Eine Lotion zum Auftragen auf die Haut verwende ich nicht.
Meist plansche ich bei der Gartenarbeit so viel mit Wasser
herum, dass Hände und Arme ohnehin nicht lange geschützt
wären. Da ist der ständige Kontrollblick auf die 'Arbeits-
werkzeuge' sinnvoller. Und bei sehr zeckenfreundlichem
Wetter
würde ich mich ohnehin nicht gern länger in den
möglichen Gefahrengebieten in unserem Garten aufhalten.
Außerdem liegt die maximale Schutzdauer der Mittel nur
zwischen 4 und 6 Stunden. Die kommen aber sehr schnell
zusammen, wenn im Garten mal richtig gewirbelt wird. Und
dann sollte eigentlich der ganze Körper inklusive Haaransatz
geschützt sein. Da verlege ich die meisten Arbeiten lieber
auf recht kühle Tage!

Und hier liegen sie nun in dem Stückchen geschundene Wiese
vor dem Treppenhaus: Mosquito- und Azaronpray mit einer
maximalen Schutzdauer von bis zu 6 Stunden. Und zwei Autan-
Lotionen, die bis zu 4 Stunden vor Zecken schützen können.
Mag sein, dass sie inzwischen länger einen Schutz bieten. Nur
unsere Produkte waren so verlockend, dass sich beim Foto-
grafieren 8 Zecken-Larven auf den Flaschen versammelten.

Und als ich dann anschließend wieder zum Papiertaschentuch
und meinem Besenstiel griff, konnte ich innerhalb weniger
Minuten schon wieder über 50 Zecken-Larven vom
fast kahl-
geschnittenen Wiesengrund
locken! Also wurde jetzt zum
4. Mal
seit dem 4. Juni 2011 das Neudorff Zecken- und Gras-
milben Konzentrat mit Wasser angemischt und auf ca. 2qm am
Wiesenrand vor dem Treppenhaus versprüht. Da die Larven
aber dunkel und nicht
fast durchsichtig waren, handelt es sich
wohl nicht um ein neues Nest. Diese Tierchen hatten sich
wahrscheinlich in Bodennähe oder unter den verbliebenen
Wiesen-Blättchen gut versteckt ...

Und fast hätte ich durch diese Sprüh-Aktion in der Dämmerung
noch unseren Katzen und anderen Tieren Schaden zugefügt!
Die beiden grauen Damen konnte ich zwar rechtzeitig im Haus
einsperren, aber in meiner Panik noch ganz schnell vor der
Dunkelheit den Bereich zu behandeln, hatte ich vergessen
die
Wasserschale
vom Podest zu entfernen. Denn daraus trinken
Maus & Allegra in den letzten Wochen gerne Blumenlimonade.
Nun muss ich die Schale wohl gründlich reinigen und sollte den
Fieberklee lieber entsorgen ...

Fotos: S.Schneider


Kommentare:

Sophies Welt hat gesagt…

Ich habe noch nie so viele Zecken auf einmal gesehen! Mich überkommt jedesmal eine Gänsehaut!
Ich finde es so traurig zu sehen, dass ihr euren Wildwuchsgarten nun gar nicht mehr ohne Spray und "Ganzkörperanzügen" betreten könnt. :o( Also Zecken sind wirklich eine unnötige "Erfindung"... Ich hoffe, dass Zeckenproblem bekommt ihr in den Griff!
Ganz ganz liebe Grüße, Sophie

Elke hat gesagt…

Für den Urlaub in Polen habe ich uns heute mal vorsichtshalber Autan aktiv besorgt.
Lieben Gruß
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sophie
Ich habe auch nicht geahnt, als ich im März sicherheitshalber mal mit meiner Statistik anfing, dass ich solche Mengen zusammenbekommen könnte. Da wusste ich aber auch noch nichts von 500 bis 3.000 Eiern bei günstigen Bedingungen in einem Zeckenest. In unseren Filmröhrchen waren die Bedingungen wesentlich schlechter. Da haben die Zecken wohl nur so um die 50 bis 100 Eier gelegt - aber das ist auch nicht wenig ...
Die Tierchen sind wirklich extrem fortpflanzungsfreudig, fast unsichtbar und erstaunlich zäh. Denn inzwischen ist dieser Teil der Wiese ja fast mit Brachland zu vergleichen, das recht trocken und frei ist. Und in der Mittagszeit bekommt dieser Bereich der Wiese sogar Sonne. Also eigentlich eine Umgebung, in der sich Zecken laut Medien nicht aufhalten ...

Daher bin ich mir jetzt auch sicher, dass sich unser Gartenverhalten nun dauerhaft anpassen muss. Nester können sich nach diesen Erfahrungen am Wiesenrand eigentlich überall befinden. Und auch Nymphen und ausgewachsene Tiere suchen sich ihre Warteposition wohl nach strategischen Gesichtspunkten aus: Also dort, wo es möglichst oft 'Wildwechsel' gibt. Es macht Sinn unseren Garten und die Tiere darin nun noch genauer zu beobachten.

Richtig blöd ist es allerdings, dass es ohne Schutz in der Dämmerung richtig gefährlich wird. Denn dann kann auch ich Zecken-Larven & Nymphen nicht mehr auf der Haut oder Kleidung erkennen. Laue Sommerabende im Garten verbringen, das war einmal ...

@ Elke
Ich hoffe, Du hast den 'Duft' getestet. Mir wird bei dem Geruch der Mittel immer ganz anders ...