Montag, 4. Juli 2011

Ausflugstag ...


Seit ein paar Tagen sammele ich zumindest vor dem Haus
auf der Betonfläche, am Wiesenrand,
in den Randbereichen
des Teiches
und auch im mittleren Teil des Gartens auf der
Betonfläche ziemlich konsequent die Nacktschnecken ein.

Inzwischen bin ich seit Ende Juni auf über 250 Babyschnecken und
große spanische Nacktschnecken-Schleimer gestoßen. Noch mag
ich die Tiere nicht töten, sondern bringe sie
in den Hochwald dort-
hin,
wo ich den nicht geshredderten Grünschnitt hinwerfe - zum
Beispiel
den überzähligen Fieberklee vom Teichrand. Und auch
Gemüseabfälle aus der Küche landen hier in den Vertiefungen, in
denen
bis zum Frühjahr die Rosenkübel überwinterten. So können
wir gut auf eine Biotonne verzichten und brauchen dennoch keinen
Komposthaufen. Ob sich die Schnecken nun gleich wieder auf den
Weg irgendwohin in den Garten begeben oder dort wegen des be-
quemen Futter-Angebotes etwas verweilen, das weiß ich nicht.
Auf jeden Fall habe ich bei feuchter Witterung ganztägig mit der
Schneckenbeförderung zu tun. Jetzt sind es oft bis zu 10 Tierchen
pro Gartenspaziergang, die in die Mitte des Hochwaldes landen.
Da lohnt es sich nicht extra Handschuhe anzuziehen oder Sammel-
stöckchen zum Greifen zu suchen. Also nehme ich mir ein herab-
gefallenes Blatt oder ein angefressenes Blättchen aus der Wiese
zum Hochnehmen der Schleimer. Schon vor ein paar Tagen hatte
ich nach dem Befördern von 6 Nacktschnecken 11 Zecken-Larven
auf der rechten Hand, die wohl gerade auf den kleinen Wiesen-
blättern von Zitronenmelisse und Knoblauchsrauke auf ihren ersten
Wirt warteten. Und heute erwischten mich schon nach der dritten
Nacktschnecke noch viel mehr Zeckenlarven!

Bei genauerer Betrachtung der Wiese lauerten sie
fast alle auf einem kleinen Grasbüschel von etwa
15 cm Höhe direkt an der Betonkante.

Das Foto ist nicht besonders gut, aber auf einem ca. 5 mm breiten
Grashalm saßen auf 7cm Länge wohl über 30 Tierchen. Soweit ich es
im Dämmerlicht erkennen konnte, verteilten sich auf dem kleinen
Büschel 50 weitere winzige Krabbler. Also schnell eine neue 1 Liter
Saftflasche mit Chlorreiniger befüllt, Handschuhe angezogen und den
Grasbüschel in der Flasche versenkt. Auch auf den Händen wimmelten
die kleinen Spinnentiere, so dass die beiden Handschuhe gleich mit
in den Chlorreiniger wanderten. Und
auf einem kleinen Stoffstück,
das ich anschließend am Stock in der näheren Umgebung über die
Wiese bewegte
, fanden sich ebenfalls noch einige Zecken-Larven.

Nur
zum Sprühen war es nach den regenreichen Tagen eigentlich
noch zu feucht. Auch waren unsere grauen Katzen gerade zur Nacht-
wanderung in den Garten aufgebrochen. Und außerdem saßen die
meisten Tiere wohl noch geschützt unter den kleinen Blättern von
Gundermann, Knoblauchsrauke, Efeu und dem
weißen Kaukasus-
Vergißmeinnicht
.
Das Spritzmittel würde sie so wahrscheinlich
nicht erreichen können. Also habe ich den Gifteinsatz zwischen
Podest und Kaukasus-Vergißmeinnicht auf morgen vertagt ...

In meiner Statistik vermerkte ich nach dieser Aktion etwa
100 Zecken-Larven - das war bestimmt nicht übertrieben. Nun
haben wir seit Mitte März 2011 schon über 2.000 Zecken-Larven,
Nymphen und erwachsene Tiere erlegt. Und inzwischen bin ich
mir sicher, das ist erst der Anfang ...

Foto: S.Schneider


Kommentare:

Elke hat gesagt…

Wie ich die Biester mittlerweile hasse.... Bei jedem Besuch in den hinteren Beeten, die an das verwilderte Nachbargrundstück grenzen, stürzen sie sich auf mich.
Soviele wie du habe ich glücklicherweise aber noch nicht gefunden, das ist wirklich schlimm bei dir.
Ich bin mal gespannt, wie das Mittel wirkt.
VG
elke

Elke hat gesagt…

Auch das noch! Nicht nur Zecken, nun auch noch solche Mengen an Nachtschnecken. Du bist nicht zu beneiden.
Lieben Gruß
Elke

Lebenszeit hat gesagt…

Ach du liebe Zeit... wir sammeln ja auch die Schnecken ab und tragen sie einige Meter weiter an unseren Hausfluß, in der Hoffnung sie mögen nie wiederkommen. Na ja... ich weiß nicht ob Schnecken so weit kriechen oder ob es immer wieder Neue sind. Wer weiß...
Aber dein Zeckenbericht haut mich um. Sooooooo viele... da bin ich sprachlos. Das könnte eine Zeckenplage werden oder ist es bereits.
Ich wünsche dir viel Erfolg beim Einsammeln. Hoffentlich fangen sich die Katzen nicht einige ein. Diese ganz kleinen Biester sieht und fühlt man im Fell nicht so gut.
Liebe Grüße
Rita

Neuer Gartentraum hat gesagt…

Das liest sich wie ein Gruselroman. So viele Zecken, ich traute mich an deiner Stelle nicht mehr in den Garten. Unsere Katze hatte im Laufe des Sommers ab und zu eine Zecke im Fell. Aber hier im Garten habe ich diese Plagegeister noch nicht gesehen. Kennst du den Grund für die starke Zeckenpopulation in eurem Garten?
Streust du Rindenmulch?
Ich hoffe für dich, dass du eine Möglichkeit zur Bekämpfung findest.
LG Anette

Kathrin hat gesagt…

Wenn ich Deinen Bericht lese, bin ich sehr froh, dass mich beim Gartenarbeiten bis jetzt noch keine Zecke erwischt hat, obwohl wir inmitten eines Zeckengebietes leben - auf Holz klopf. In Österreich ist es so, dass es jedes Jahr eine FSME-Impfaktion gibt, ist das in Deutschland ähnlich?

Übrigens das Problem mit den Schnecken ist mir auch bekannt. Wir hatten sogar schon mal welche im Haus, nachdem es einige Tage hindurch geregnet hat. Heuer ist die Lage etwas besser, aber mittlerweile regnet es wieder so viel...

lg kathrin

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Ganz ehrlich, in der Anfangsphase als es immer mehr Zecken wurden, die mir im Garten begegneten und mir klar wurde, dass ich sicherheitshalber nur noch verhüllt in die Beete sollte, spielte ich wirklich mit dem Gedanken das Grundstück aufzugeben. Denn eigentlich habe ich das Vorerbe meiner Tante 1995 nur wegen des Gartens angenommen. Je mehr ich mich nun mit Zecken beschäftige, um so besser kann ich wieder damit umgehen. Dass es mich nun jedoch trotz diverser Vorsichtsmaßnahmen auch mal erwischt hat, ist wieder so ein Rückschlag, der mich wieder nachdenklich macht.
Aber wir stehen immer mehr auf dem Standpunkt, dass wir genau wie bei der Nacktschneckenplage nur eine traurige Vorreiterrolle einnehmen. Schließlich experimentiere ich schon seit 1983 mit naturnahen Gärten - mein weißer Vorgarten in BS. Für den habe ich in den 80ern sogar beim braunschweiger Vorgartenwettbewerb in der Kategorie naturnaher Garten den ersten Preis erhalten, da er sogar ein Igelquartier besaß ;-)
Und seit 1996 haben wir diesen Garten hier in Hannover quasi instant-mäßig vom Nutzgarten in einen Naturgarten verwandelt. Dafür müssen wir jetzt halt die Konsequenzen tragen: Hunderte Säcke Rindenmulch zum Abdecken der ehemals verunkrauteten und dann von Girsch gesäuberten Flächen, wahnsinnig viele Pflanzen aus diversen Gartencentern, Gärtnereien und Baumschulen, die den Garten schnell in eine grüne Oase und dann später in eine 'kleine grüne Hölle' verwandelten, dazu reichlich wässern der neuen Bepflanzung, ein Teich und die Begeisterung für Wald- & Schattengärten schufen halt ideale Voraussetzungen für spanische Nachtschnecken, allerlei Tiere wie Igel, Spitzmäuse, Vögel, Insekten und dann natürlich auch ab 2004 für Zecken. Denn vorher wußte ich gar nicht, wie eine Zecke aussah ...

Nach meinen jetztigen Erfahrungen kann ich Dir nur raten handele schnell, anstatt die Biester nur zu hassen: Schutzkleidung anziehen, Kleidung mit Anti-Zeckenspray besprühen, Efeu radikal bodenbündig abschneiden und in einer Wanne oder Tonne verbrennen. Danach die Fläche mit dem Neudorff-Mittel einsprühen und versuchen zum Nachbargrundstück eine helle Barriere aufzubauen, damit möglichst wenig Säugetiere vom Nachbargrundstück zu Dir in den Garten gelangen können.
Wenn Zecken Menschen wittern nehmen sie auch problemlos weitere Wege auf sich. Das konnte ich nun schon mehrfach hier im Garten bebachten. Die sitzen nicht nur wie fast überall beschrieben auf Gräsern und haben unendlich viel Geduld.
Daher würde ich eine helle Barriere verwenden, damit die Zecken gut zu erkennen sind, wenn sie vom Nachbargrundstück einwandern ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke - Mainzauber
Das sind doch keine Mengen! Vielleicht hast Du es bisher hier überlesen: 2002 habe ich von August bis Oktober über 6.000 Nacktschnecken gesammelt und getötet und im Jahr 2003 nochmals über 3.000. Und danach hatte ich keine Lust mehr bzw. ich stellte mir die Frage mit welchem Recht ich eigentlich so viele Tiere töten darf.

Daher mussten wir unsere Stauden-Sammelleidenschaft aufgeben und haben uns ab 2004 auf Rosen eingelassen ...

@ Rita
Zu den Schnecken siehe @ Elke - Mainzauber.

Die Ärztin, bei der ich gestern war hat auch auch Zecken in ihrem Garten (der Garten ist sogar erheblich größer), aber bisher konnte sie diese Mengen noch nicht feststellen - hat aber auch noch nicht gezielt danach gesucht ;-)
Bei der hohen Zahl, die ich hier nenne, muss man allerdings berücksichtigen, dass es wohl um die 1.800 Zecken-Larven sind - ev sogar noch mehr. Gefolgt von den kleinen Nymphen. Von den erwachsene Zecken haben wir schätzungsweise 70 Tierchen seit März entdeckt. Meine Statistik habe ich jedoch noch nicht ausgewertet - kommt erst in einem der nächsten Posts ...
Denn leider gibt es viel zu dem Thema zu berichten, was ich so bisher nicht im www entdecken konnte. Denn sonst wäre ich bestimmt schon früher hellhörig geworden und hätte viel früher etwas gegen die Zecken im Garten unternommen.

Gerade unsere Katzen haben dazu beigetragen, dass wir recht schnell feststellen konnten, dass unser Zeckenaufkommen immer mehr zum Problem wurde. Denn trotz regelmäßiger Spot-on Frontline-Behandlung sitzen die Zecken im Fell. Nur kommen unsere Katzen dann meist vorbei und lassen sich die Krabbeltiere herauskraulen bzw. die Zecken wandern dann beim Kraulen zu uns herüber, da unsere Katzen durch die Behandlung nicht so gut schmecken ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Anette
Ich habe einiges dazu bei @ Elke geschrieben. Und kann Dir nur empfehlen hier auf der Sidebar das Label 'Zecken' anzuklicken. Das ist zwar fürchterlich viel Text - zumal, wenn man den Links folgt und die Kommentare dazu liest, aber wenn die Katzen schon ab und an bei Dir Zecken haben, dann ist die Gefahr recht groß, dass Dir es in ein paar Jahren ähnlich ergeht. Denn der Garten meiner Mutter und unserer fingen auch mal so an, wie es bei Dir jetzt aussieht. Und Dein Garten ist ja noch jung!
Vor 2004 wußten wir nicht wie Zecken aussehen. Da hatte unser Kater in BS zum ersten Mal eine ausgewachsene weibliche Zecke im Fell ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Kathrin
Mein Kommentar zu @ Anette sagt eigentlich genug zum Thema Zecken ;-)

FSME ist in unserer Region noch nicht das Problem. Aber ich bin mir sicher, dass das nicht mehr lange dauert, da auch Vögel die Zecken und damit Krankheitserrreger verbreiten ...

Im Moment hält sich mein Schneckenproblem noch in Grenzen - siehe @ Elke - Mainzauber. Aber gerade gestern schleimte eine in der Kleiderkammer herum. Und im letzten Jahr drang eine sogar bis zur Küchenzeile vor - über die 5 Stufen der Metalltreppe. Die war wohl im Katzenfell als blinder Passagier mitgekommen. Aber bis ins Bad und ins Treppenhaus kommen sie auch geschleimt. Selbst Nadelfilzfliesen überwinden sie mühelos. Und im letzten Jahr hatten wir einen Fensterputzer, der bis 2,5m an der Scheibe vom Treppenhaus hochschleimte ...

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Diesen Post hatte ich wohl noch gar nicht gesehen. Das ist ja ober-eklig. ;-)
So etwas habe ich auch noch nie gesehen! Und ich meine auch, immer genau hinzuschauen. Nein, so etwas hatten wir nie! Bei uns waren das immer Einzelexemplare. Sicher hatte meine Mutter in L. auch mal 5 oder 7 Zecken plötzlich an der Hand. Aber nie waren es mehr auf einmal und nie sahen wir solch einen Anblick! Wir sind alle Augentypen, das hätten wir bemerkt! Wirklich grauenhaft! Auch das mit der Socke hatte ich mir nochmal angeschaut. Ich würde "auswandern", ganz ehrlich! ;-)

Ähm, züchtet bei Euch in Hannover oder in der Nähe zufällig irgendwer Zecken??? ;-) Nein, aber im Ernst . . . es ist erschütternd und liegt vielleicht doch an der Feuchtigkeit, Teich & Co.?? Haben denn die Nachbarn auch SO VIELE Zecken??

Mir würde der Anblick schon "reichen", da würde ich nicht noch zählen wollen ;-)

Alles Gute jedenfalls - hoffentlich löst sich das Problem bald mal für Euch!
Liebe Grüße
Sara

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Und wo ich noch die Kommentare hier lese ...
Ich halte ja Rindenmulch ohnehin für nicht vorteilhaft, habe ich auch noch nie. Mir leuchtete noch nie ein, daß das gesund - auch für die Pflanzen - sein soll. Selbst von zu dicken anderen Mulch-Schichten habe ich nie etwas gehalten. Ich besaß auch mal ein Buch rund ums Mulchen und ich meine, da hats auch dringestanden, daß man nur wenig Material nehmen soll, niemals dicke Schichten. Darunter kann's außerdem auch schimmeln. Ich weiß jetzt natürlich nicht, wie dick Eure Schichten sind/waren ...
Aber da hätte ich lieber den Giersch behalten, der schadet schließlich nicht. Manche pflanzen ihn sogar zur Zierde und andere Pflanzen, wie Stauden wachsen problemlos in ihm, das hatten wir ja im Waldgarten. Wo Vinca minor wächst, gedeiht er jedoch nicht. Und es gibt auch den hübscheren, panaschierten Giersch.
Aber wegen des Mulchens ... deswegen bin ich da generell vorsichtig und würde auch kaum großartig schreddern wollen. Das haben wir damals in L. jedenfalls auch getan, nur eben keine so dicken Schichten ... nur lose mit der Hand ein wenig von dem Zeug verstreut. Wie es in dem Blog über Rindenmulch und Zecken zu lesen war ... es riecht nicht so toll und für den Preis kann man eh nichts Vernünftiges erwarten. Hunderte Säcke sind schon enorm viel! Daher - bei Eurer Gartengröße - könnte ich mir vorstellen, daß Ihr doch mehrere Zentimeter dicke Schichten hattet?
Aber ich habe gut Reden . . . man lernt schließlich durch Erfahrung, das geht keinem anders. Den Pflanzen aus den Gartencentern würde ich es weniger anlasten als dem Milieu, das man in einem Garten erzeugt, wenn auch unbewußt. Denn bspw. Pilze sind auch überall. Aber daß sie gut gedeihen können, das liegt an den Voraussetzungen.
So bekommt lange nicht jeder Fußpilz, der damit in Berührung kam und schon gar nicht Pilze im Darm, das hat dann immer andere Gründe, wie Du ja sicher auch weißt.

Schnecken hatten wir in L. auch Hunderte. Dann wendete ich verschiedene Maßnahmen an, denn die Bierfallen und all der Ekelkram nützen nichts. Was gut war, Schnecken anziehende Pflanzen in gewissem Abstand zu den von ihnen befallenen Pflanzen zu setzen. Daran labten sie sich dann und hatten nicht mehr viel Lust auf meine schönen Pflanzen! Und irgendwann sah ich es nicht mehr ein, Abend für Abend, Nacht für Nacht Hunderte Schnecken aufzusammeln und ließ es ganz einfach bleiben, ich schloss Frieden mit ihnen und siehe da, alles pendelte sich wie durch ein Wunder ein. Fortan gab es kein Schneckenproblem mehr und mit den paar wenigen konnten wir gut leben. Ich in überzeugt, die Tiere merken das ... neben den sonstigen erforderlichen Maßnahmen ...

Herz und Leben 2 hat gesagt…

Wir haben hier z.B. diesen "hässlichen" Sauerklee, der gelb blüht. Der soll natürlich weg. Nun beobachten wir das, lassen bspw. nach dem Mähen den Rasenschnitt einfach liegen, denn damit haben wir auch im Waldgarten gute Erfahrungen gemacht. Er bleibt nicht dauerhaft liegen, aber eine Weile, aber auch nur, wenn es trocken ist, wie eben! Dadurch verändert sich eine Wiese und einige Pflanzen wandern aus. Natürlich kann Moos entstehen, aber das ist mir allemal lieber als dieser spezielle Klee! So hoffe ich jedenfalls drauf, diesen Klee nach und nach besiegen zu können. In den Beeten benutze ich lediglich die Bügelzughacke und rasiere ihn kurzerhand oberflächlich ab. Wenn ich das immer wieder tue, wird ihm das kaum behagen und zur Blüte kommt er dann auch nicht mehr. Weitere Gedanken mache ich mir um ihn nicht, denn ganz klar wird sich mit unserer etwas anderen Vorgehensweise manches hier im Garten verändern.

Ach ja und das viele Gießen, das halte ich auch nicht für sehr sinnvoll! Der Boden muß von selbst in die Lage kommen durch manuelle Bearbeitung, Auflockerung, den Pflanzen auch bei Trockenheit ausreichend Feuchtigkeit zu bieten. Nur im Extremfalle sollte man meines Erachtens zum Schlauch oder zur Kanne greifen. Im Augenblick gieße ich auch, weil ich vieles neu gepflanzt hae. Aber auch nicht täglich! Man soll auch bei Hitze einen Tag Pause machen, las ich erst neulich durch einen Fachmann in der BZ!

http://www.braunschweiger-zeitung.de/verbraucher/keine-sommerferien-fuer-hobbygaertner-id1058238.html
(Zitat)

[Also einen Tag Pause – jeden Tag zu wässern sei laut Experte zu viel des Guten und kann die Pflanzen schwächen. Dieses Maß gilt allerdings nur für Beete und nicht für Topfpflanzen.]

Es gibt sicher viele Tipps und Tricks, allein die Zeit fehlt oft, dies alles umzusetzen, besonders dann, wenn man dazu neigt, alles zusätzlich noch möglichst genau erforschen zu wollen, VOR Umsetzung. Da bin ich in manchen Bereichen ja ähnlich wie Du und kann das sehr gut nachvollziehen. Dennoch versuche ich mir Einiges abzugewöhnen, denn es bringt nichts (so jedenfalls meine Erkenntnis für mich selbst!) Wichtiger finde ich Handeln, alles tun, damit die Viecher abhauen, sich von allein dezimieren ... schlechte Bedingungen für sie schaffen ... aber das wurde schließlich alles schon mal angesprochen, daher Punkt an dieser Stelle. Ist ja auch schon wieder spät. ;-)

Hier kommt es sehr auf die Kapillaren an - ich habe das hier beschrieben

http://mein-waldgarten.blogspot.de/2011/07/das-kapillarwasser-im-zusammenhang-mit.html

Viel bringt eben nicht immer viel - der Boden, die Pflanzen können auch mit wenig Wasser haushalten, wenn man es "richtig" macht. Mir war dieses Wissen leider auch inzwischen wieder entfallen. Gut, da ich mich wieder erinnern konnte und das im Blog festhalten ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
In dem Kommentar zu diesem Link hatte ich bereits erwähnt, dass wir seit 2009 aus diversen Gründen keinen Rindenmulch mehr verwenden.
Ebenso war es schon mehrfach auf diesem Blog ein Thema, dass das Wässern der Neuanlage des Gartens Ende der 90er sicherlich das Schneckenproblem begünstigt hat. Die Rosen, die ab 2004 in den Garten kamen wurden meist nur noch 2x pro Woche gezielt mit der Gießkanne gegossen. Inzwischen habe ich über den Blog 'Rudolfs Park Historischer Rosen' noch den Tipp gefunden lieber ein Plastikrohr mit ins Rosen-Pflanzloch zu stellen und nur darüber gezielt zu bewässern, bis die Rose eingewachsen ist. An schwierigen und sehr trockenen Rosen-Standorten werde ich das eventuell sogar noch nachträglich einbauen.

Ein Blog ist in der Tat für mich so eine Art Tagebuch, wo dementsprechend auch Fehler der Vergangenheit einfach stehen bleiben können. Eventuell ersetzen neue Erkenntnisse in neureren Posts dann auch mal alte Verhaltensweisen. Bzw. bieten Vergleichsmöglichkeiten heutzutage/früher ...
Nur mir ist nicht ganz klar, warum Du an dieser Stelle nun noch Begründungen gegen Rindenmulch und gegen ausgiebiges Wässern aufschreiben musst, wenn die Verhaltensweisen bereits geändert sind.

Herz-und-Leben hat gesagt…

O.k. - ich neige ein wenig zur Ausführlichkeit ;-) . . . Es ging hier ja darum, die Ursachen herauszufinden, warum es zu der erhöhten Zeckenpopulation kam und was man jetzt tun könnte, um das Ganze einzudämmen.- Und sicher habe ich auch gelesen, daß Ihr keinen RINDENmulch mehr verwendet. Ich weiß jetzt nicht, wie lange es braucht, bis das Zeug verrottet. Wir haben hier ja auch solches, doch nur in wenigen kleinen Beeten am Haus. Doch es braucht viel Stickstoff zum Verrotten, wie ich heute gerade las.
Zumindest können die Zecken dadurch eingeschleppt worden sein und verschwinden wohl nicht ohne weiteres, selbst wenn der RINDENMulch nun komplett weg wäre.

Allerdings schriebst Du ja auch, Du würdest dennoch mulchen, wie ich es verstanden habe, z.B. mit Häcksel Eurer Pflanzenabschnitte, wie Weide ... da kommt es vielleicht auch drauf an, wie dick diese Schichten sind und ob es überhaupt Sinn macht und nicht Hacken besser wäre? Oder Bodendecker anpflanzen? Das sind schließlich alles nur Überlegungen, wie man die Zecken in den Griff bekommen kann. Denn ich schrieb ja wohl auch "wie dick Eure Schichten sind/waren..." damit meinte ich beides, den RINDENmulch aus der Vergangenheit und den Mulch heute ...

Das mit dem Plastikrohr ist sicher eine gute Idee, die werde ich mir mal vormerken. Ist auch gut, wenn man Lavendel neben Rosen gepflanzt hat. Denn der Lavendel verträgt eigentlich nicht so viel Dünger. Ich las irgendwo auch, daß m an die Rosen dann nur punktuell gieß-düngen sollte, damit der Lavendel nichts oder wenig davon abbekommt.

Und klar, finde ich auch gut, wenn man im Blog nachschlagen kann, ob es sich nun um Fehler oder anderes handelt.

Einen schönen Sonntagabend wünsch' ich noch
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Wir handhaben es im Endeffekt seitdem wie Karin Greiner = mulchen mit eigenem Material.
Denn wie Du in dem Video auf Zecke.de sehen kannst, ist es für ein Zeckennest = von der Zecke gelegte Eier, vollkommen egal ob man mulcht, Bodendecker pflanzt, irgendwo ein Strauch mit gehackter nackter Erde steht oder kurz gemähten Rasen hat. Denn wie ich hier schon mehrfach erwähnte, hatten wir im Sommer 2004 ein Zeckengelege unter dem Gartentisch - also auf der total runtergetrampelten nahezu hochverdichteten Rasenfläche. Und bei unseren Nachbarn befand sich so ein Gelege mitten auf dem häufig gemähten Rasen. Es ist also bis auf das Betonieren aller Flächen vollkommen müßig darüber nachzudenken welche Flächen das verhindern können. Denn außerdem überzieht die Zecke die Eier zusätzlich mit einer Schutzschicht gegen Austrocknung, bevor sie abstirbt (Video). Das erklärt nun auch, warum die Larven in der Filmröhre sogar unter Sonneneinstrahlung im Sommer auf dem Küchentisch schlüpfen konnten ...

HERZ-UND-LEBEN hat gesagt…

Eben - das glaub' ich so nicht. Meine Überzeugung ist, daß zumindest in der Nähe ein "Wald" sein muß, damit Zecken dauerhaft und langfristig sich dort wohlfühlen. Sicher gibt's das auch, daß sie sich auf einem Rasen niederlassen und da ihre Eier legen. Haben wir in der Verwandtschaft auch, aber auch da ist "Wald" und Wildwuchs in der Nähe! Und viel Feuchtigkeit!

Ich sehe das auch nicht so, daß das Schlüpfen in der Filmdose das erklärt, das ist eher der Überlebenstrieb. Vielleicht sogar ein Angst"legen" ;-)

Es geht ja aber eher darum, wo der Lebensraum der Zecken ist. Wenn ich da mal Spinnen nehme, die halten sich auch nicht gerade in der prallen Sonne auf kahlen Flächen gern auf. ;-) Und meine Beobachtungen im Haus - je unordentlicher, vollgestellter und staubiger es wird, desto mehr Spinnen. Je aufgeräumter, sauberer, übersichtlicher, desto weniger hat man mit Spinnen zu tun. Und schließlich leben sie auch von dem Kleingetier, was da sonst noch so kreucht und fleucht. Aber wenn ich jede Woche regelmäßig den Keller reinige, habe ich damit kaum Probleme.

Man müßte das noch gründlicher erforschen und von daher interessiert es mich letztlich auch (auch wenn ich mich nun nicht extra mit Zecken befassen will, nur weil es sie gibt oder ich mir evt. "mal" eine oder auch ab und zu einmal eine einfangen würde), welche Verbeitungsgebiete und warum dort und nicht anderswo. An die Allherrschaft der Zecken glaube ich eben nicht!

Zum Video kam ich leider noch nicht, aber das schaue ich mir noch an.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Ich habe da jetzt echt keinen Nerv mehr in dieser Form weiter darüber zu schreiben ...
Schau' Dir das Video an und denk Dir Deinen Teil.

Gestern gegen 10:30 Uhr hatte ich eine Nymphe am Fuß, als ich kurz den trocken und morgens besonnten linken Teil des Hochbeetes betrat. Die wartete also am Rande der Walderdbeeren auf einen Wirt. Ein Bereich, den unsere Katzen und ich nur ab und an betreten. Dort habe ich auch schon länger nicht gegossen. Und ich könnte Dir noch haufenweise ähnliche Orte in unserem Garten nennen. Doch das bringt anscheinend nichts ...

Irgendwann werde ich noch auf ein paar Details von Deinem und Sisahs Kommentar unter Semiplena eingehen - aber nicht in nächster Zeit ...

HERZ-UND-LEBEN hat gesagt…

Verstehe ich irgendwie nicht so ganz! Denn Du selbst schreibst doch seit längerem immer wieder, daß Du viel früher etwas gegen die Zecken im Garten unternommen hättest, wenn Du das alles gewußt hättest. Und das mit Beispielen, wie Igel ...

Mir ist schon klar, daß ein Außenstehender, der Deinen Garten nur durch die Internet-Beschreibungen von hier "kennt" ihn nicht wirklich kennen kann. Da erübrigt sich im Grunde jeglicher Kommentar, streng genommen. Was ich aber glaube, daß ein Außenstehender dennoch nüchterner die Dinge sieht, als wie wenn man selbst stark betroffen ist. Das gilt ja für andere Bereiche auch, so sieht bspw. ein Psychologe oftmals klarer als sein Patient, Erziehungsberater überblicken realistischer, warum Eltern gestresst sind usw. usf.

Unsereins ist erschüttert, mußt Du verstehen, wenn man diese Zecken-Massen in nur einem doch relativ kleinen Garten sieht und möchte - irgendwie - helfen ... stellt Überlegungen an ... Aber ich verstehe auch, daß Dir das alles über den Kopf wächst, dazu noch die Kommentare ... wenn man sich so relativ machtlos diesem Ungeziefer ausgeliefert fühlt. Ich kenne dieses Gefühl ja nur zu gut, mir ging es noch bis vor kurzem mit der Tiersch..... so, doch das hat jetzt scheinbar endgültig sein Ende! Da bewegt man sich schon am Rande .... seiner Nerven . . .

Das Video fand ich übrigens nicht, bzw. da sind mehrere und ich hab' mir jetzt eines über das Schlüpfen der Larven angesehen, was sehr kurz ist. Und die Flash-Animation, die meintest Du sicherlich nicht. Doch da wird ja gesagt: Eier in die Laubstreu ablegen - nun gut ... ein kahler Garten ist nicht das Ideal, aber das ist eben mein Standpunkt, zu viel Streu oder überhaupt solche ist - zumindest in manchen Gärten - wohl auch nicht ideal ... Was das oder die Videos betrifft - nein, die habe ich mir noch nicht angeguckt, da stehe ich auf dem Standpunkt von Sisah. Jetzt bin ich erstmal zu müde. Bin eigentlich gar kein Nachtmensch. Aber durch die Umstände wirds seit einiger Zeit oftmals sehr spät. Mal schau'n, wann ich bei den Videos weiterkomme. Zumindest habe ich jetzt den Unterschied von Männchen und Weibchen gesehen ... trotzdem werde ich da wohl nie so genau hinschauen, zu eklig, diese Biester! ;-)

Gute Nacht
Sara