Donnerstag, 2. Juni 2011

2 Socken weniger


Was für ein Glück, dass Wolfgang heute um 20 Uhr gerade
in Ruftweite war. Denn was macht man mit bloßen Händen
und einem Besen, an dessen Stielende ein alter getragener
Socken mit einem Gummiband befestigt ist, auf dem sich
ca. 300 Zecken-Larven und ein paar Nymphen tummeln?
Aber so konnte ich ihn schnell in den Keller schicken, um
mir Chlorreiniger und eine leere Glasflasche zu holen.
Und wie gut, dass ich noch immer nicht die alten 1 Liter
Glas-Saftflaschen entsorgt habe, die von der Schnecken-
Sammelaktion in den Jahren 2002 und 2003 übrig geblieben
sind! Also schnell noch ein paar Fotos gemacht, da wir es
selbst kaum glauben konnten. Dann Wegwerf-Handschuhe
angezogen und ab mit der Socke in die mit unverdünntem
Chlorreiniger gefüllte Glasflasche ...

Das ist die Sockenspitze besetzt mit winzig kleinen Zecken-Larven.
Der große dunkle Fleck ist ein kleiner Erdkrümel.



Und hier tummeln sich etwa 50 Larven auf 5cm Sockenfläche.



An dieser Stelle muss ich wohl ein Zeckennest mit dem Stoff
berührt haben. Denn solche Larven-Ansammlungen gab es an
mehreren Stellen auf dem Socken. Auf diesem Bild konnte ich
mindestens 70 Zecken-Larven zählen ...


Und da ich im Laufe des Tages schon über 400 Tierchen aus
dem Wiesenrand in Nitro eingelegt hatte, musste nun auch noch
die zweite Socke dran glauben. Nach etwa einer Minute herum-
stochern in Bodennähe zwischen Steg und
Hedi Grimm kam
nochmals ein gut besetzer Socken zum Vorschein. Auch an ihm
haben wir die ca. 200 Tierchen nur geschätzt und die winzigen
Blutsauger lieber ganz schnell ins Glas befördert.

Damit bestätigte sich nun endgültig, dass wir mindestens
1 Zeckennest in der Wiese haben. Und, dass aus so einem
Gelege mit 500 bis 3000 Eiern wohl wirklich mehr als 500
winzig kleine durchsichtige Larven schlüpfen können.

Fotos: S.Schneider



Auf
Zecke.de gibt es dazu ein ganz anschauliches Video ...


Kommentare:

Seifenfrau hat gesagt…

Au weia - mich juckts schon überall.
Ich war den ganzen Nachmittag im Garten...

schweizergarten hat gesagt…

oh je...für mich aktueller denn je...wir leben in einer heiklen Zeckenregion, meine Nachbarin ist letzte Woche an einer Hirnhautentzündung erkrankt (nach dem sie 3 Zecken hatte) zuerst ist sie an Borreliose erkrankt und letzte Woche ist dann noch die FSME nachgezogen.
Trotzdem lasse ich mich nicht impfen, sondern suche mich und die Kinder nach jedem Waldgang ab.
LG Carmen

Brigitte hat gesagt…

Das ist ja ein Ding! Da muss man sicher so verfahren!

Schönen Sonntag für euch, trotz solcher Fundstücke, Brigitte

SchneiderHein hat gesagt…

@ Seifenfrau
Das kenne ich auch häufiger. Obwohl man die Tierchen fast nie auf der Haut spüren kann. Ist schon komisch etwas auf der Haut zu sehen und nix krabbelt. Und trotzdem sagt einem noch lange danach das Gefühl, dass irgendwo was über die Haut läuft wo doch gar nix ist.

@ Carmen
FSME scheint hier noch nicht das Problem zu sein. Aber was nicht ist kann wohl schnell werden. Und Borreliose ist in unserem Gebiet schon festgestellt worden. Ob bei uns das Naturschutzgebiet an den diversen Teichen schon durchseucht ist, weiß ich gar nicht. Nur von dem Waldstück in der Stadt - der Eilenriede - habe ich schon vor Jahren gehört, dass dort Teilbereiche gefährdet sind und andere noch ungefährlicher sein sollen.

Habt Ihr bisher nur beim Waldspaziergang Probleme oder auch schon im eigenen Garten?

Wahrscheinlich reicht ja wohl schon ein unentdecktes Zeckenest aus. Bei den Mengen an Eiern und wohl nur wenigen natürlichen Feinden ...
Ich habe unter unserer Hedi Grimm nun in 15 Fanggängen in 4 Tagen über 1500 Larven hervorgelockt. Und gestern Abend, als sich 'nur' noch 40 Tierchen unter der Rose auf meinem Tuch am Besenstiel versammelten, konnte ich nun endlich mit dem Zecken- und GrasmilbenKonzentrat von Neudorff sprühen. Etwa 1,5qm inklusive Podestrand und unter dem Steg habe ich behandelt. Den unteren Bereich der Rose - bis 50cm Höhe natürlich auch. Nun bin ich gespannt, was ich heute früh dort noch hervorlocken kann. Aber ich befürchte das Nest ist schon älter, so dass einige Tiere schon vorher in die Wiese ausgeschwärmt sind.
Und heute früh hatte Wolfgang beim Fotografieren der Guirlande d'Amour am anderen Ende des Steges 2 Larven am Fuß. Vielleicht mögen Zecken zur Eiablage Moschata-Hybriden!? :-(
Jedenfalls muss ich mich da wohl auch auf Nestsuche begeben.
Ist ja auch kein Wunder: Etwa 2m davon entfernt hatte der Igel im frühen Frühjahr - bevor es nochmals Winter wurde - sein Nest unter dem kleinen Buchsbaum ausgebaut. Aus heutiger Sicht hätte ich ihn dort eigentlich vertreiben müssen ....

@ Brigitte
Was man alles bei der Gartengestaltung berücksichtigen muss, an das Thema tasten wir uns gerade ran. Jedenfalls haben naturnahe Gärten zumindest für uns nun noch viel mehr Tücken ...

Elke hat gesagt…

Ich muss dich warnen. Wenn du noch weiter unentwegt über eure Zecken berichtest, dann werde ich diesen Blog meiden ;-) Nee, im Ernst, mich kribbelt es überall.
Lieben Gruß
Elke

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Ich wollte Dich schon im letzten Kommentar warnen, dass hier das Thema Zecken noch länger - wohl sogar sehr lange Raum einnehmen wird/sollte. 3 Posts sind schon in Vorbereitung. Und da ich jetzt wahrscheinlich versuchen werde mit Buttersäure Zecken anzulocken, werden es sicherlich noch viel mehr Posts. Denn über meine weiteren Fangvexperimente werde ich berichten.
Sicherlich werden wir unseren Garten nie zeckenfrei bekommen, solange wir hier nicht alles planieren und betoniern. Dafür sind die Tierchen einfach zu gute Überlebenskünstler! Aber vielleicht gelingt es uns zumindest die explosionsartige Vermehrung etwas einzudämmen ...

Falls Du zu dem Thema nix mehr lesen möchtest, müsstest Du zuerst unter dem Post bei den Labels schauen ob da 'Zecken' steht. Denn dann kribbelts beim Lesen bestimmt wieder ;-)

Maren hat gesagt…

Ich habe vollstes Verständnis für Deine Emotionen, da wir auch Zecken im Garten haben.
Das Grundstück liegt an einem schmalen Waldsaum und in den verganenen Jahren ist nicht viel gemacht worden.
Anfänglich habe ich in meinem Öko-Enthusiasmus sogar noch mit Laub gemulcht, davon werde ich nun abgehen.
In diesem Jahr habe ich auf Hund und mir insgesamt 15 Zecken gefunden. Das geht, aber es schlummern sicher noch etliche und warten auf ihre Gelegenheit.
Da ich kein Freund von Chemie bin und auch versuche, sie nicht einzusetzen, flämme ich Wege im feuchten Schattenteil ab und reibe den Hund und mich vor Gartenbesuchen mit Kokosöl ab.
Igel können zum jetzigen Zeitpunkt bereits nur erschwert auf das Grundstück kommen, da es eingefriedet ist. Nun überlege ich, den Zutritt für Mäuse auch noch zu erschweren.
Über einen von Dir geposteten Link zum Gartenforum bin ich auf die Frage gestoßen, ob ein großflächiges Ausbringen von Kieselgur auch abhilfe schaffen dürfte?
Ich werde es wohl ausprobieren. Und hoffe, dass ich meine Gartenfreude wieder erlangen kann, da insbesondere Wald- und Schattengärten für mich immer das non-plus-ultra darstellten.
Ich drücke Dir die Daumen, dass ihr den Bestand an Zecken in eurem Garten nachhaltig eindämmen könnt!
Viele Grüße
Maren

SchneiderHein hat gesagt…

@ Maren
Schön, dass Du Dir die Zeit genommen hast dazu etwas zu schreiben. Leider vermute ich auch, dass 15 Zecken nur ein kleiner Teil dessen ist, was irgendwo in Deinem Garten lauert. Es kommt eben immer darauf an, wo man sich wann im Garten aufhält ...
Da der Garten eben durch das sehr warme und trockene Wetter so schnell verblüht, habe ich mich gestern gegen 17 Uhr zum Fotografieren in den Garten begeben. Zwar mit Gummistiefeln und Hose zur Sicherheit, aber ohne Abwehrspray und bedingt durch das Wetter auch gut verschwitzt. Und obwohl ich in allen Bereichen war, wo die Plagegeister lauern, habe ich keine einzige Zecke auf mir entdecken können. Erst später - so gegen 20:30 Uhr konnte ich mit meinem Teststab 3 Nymphen aus der Wiese locken.

Zum Thema Laub und dem Mulchen: Wir haben lange darüber nachgedacht und sind noch nicht zu einer entgültigen Entscheidung gekommen. Fest steht, dass uns ein Garten mit nackter gehackter Erde überhaupt nicht gefällt. Und auch, als ich gestern mit meiner Mutter über das Thema sprach (in ihrem Garten lauern zur Zeit wohl noch weniger Zecken, aber wir finden Nymphen im Bereich der Birke wo im Sommer mal Igel unter der Zuckerhutfichte schlafen), stellte auch sie fest, dass sie eigentlich keinen Garten ohne gemulchte Beete mehr haben möchte. Abgesehen davon fällt ständig in beiden Gärten so viel Stauden-, Strauch- und Baumschnitt an, dass die Gärten unbezahlbar würden, wenn all' das Material zur Deponie gebracht werden müsste. Mal abgesehen davon, dass dann einige Zecken auf die Reise gehen ...
Auf jeden Fall werden wir nun leider im nächsten Herbst darauf verzichten müssen das Buchenlaub unserer Nachbarn in unserem Garten zu verteilen. Sonst muss ich mir nicht die Mühe machen bei uns eine Art Zeckenbereichs-Tagebuch anzufangen - so habe ich jedenfalls Harald W. verstanden und finde soetwas zwar mühsam, aber sinnvoll.
Sicherlich wird den Zecken in allen Stadien das Leben im gemulchten Boden erleichtert. Aber je mehr ich mich mit den Tieren beschäftige, umso mehr bin ich davon überzeugt, dass lediglich eine betonierte sehr sonnige Fläche ohne Fugen sie einigermaßen davon abhalten kann Eier zu legen oder auf Wirte zu warten. Oder warum springt eine vollgesogene Zecke bei uns auf den Betonplatten direkt vor der Gartentür ab, um sich im trockenen Schottersteinhaufen neben der Tür an dem Blumenkübel zu verkriechen? Oder die unentdeckte Zecke, die unsere Maus hatte, sprang plötzlich ab und wollte sich hinter meinem Kopfkissen im Bett verkriechen. Sie wissen ganz genau, wo es sich lohnt Eier zu legen - ich nenne das hier jetzt 'Wildwechsel'. Und selbst eingesperrt in einer durchsichtigen Filmdose legen Zecken Eier. Vor zwei Jahren sind daraus ohne Luftzufuhr nach ein paar Wochen Larven entstanden.
Auf Laub und Mulch sollte man wohl verzichten, wenn man das Neudorff-Mittel großflächig zur Zeckenbekämpfung auf dem Gartenboden ausbringen will. Aber wollen wir das?
Jede noch so kleine Staude bietet doch einer Zecke die Möglichkeit Schutz zu finden. Frosthart sind sie eh' und Ausdauer haben sie auch. Und selbst im hoch verdichteten Boden findet eine Nacktschnecke an zu trockenen Tagen noch ein geschütztes Plätzchen in der Erde. Eine Zecke ist dagegen doch um ein vielfaches kleiner!
Und dann habe ich gestern noch überlegt, wenn es nun hoffentlich bald Pilze, Fadenwürmer und Miniwespen zum Kampf gegen die Zecken geben sollte, dann haben die Fressfeinde doch weitaus bessere Überlebenschancen in einem natürlicheren - gemulchten Boden ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Maren -Teil 2
Igel werden wir auf jeden Fall nicht mehr anlocken. Aber deswegen den Hochwald abschaffen? Dort gab es mindestens 4x eine Igel-Kinderstube. Und so manches Winterquartier ...
Aber das Fallobst sollten wir wohl zukünftig aufsammeln und vergraben. Dabei ist es so schön, wenn die Vögel im Herbst und Winter dort etwas zum Fressen finden. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass ein tierunfreundlicher Garten wohl das beste Mittel gegen Zecken zu sein scheint :-(
Ich hatte auch schon überlegt, ob es Sinn macht den durchlässigen sehr morschen Zaun nun komplett durch einen engmaschigen zu ersetzen. Aber wenn Du gesehen hättest, wie bei uns die Mäuschen sogar am Putz im Badezimmer hochlaufen, wenn unsere Katze mal wieder Spielzeug aus dem Garten mitbringt ... Da müssten es schon meterhohe Mauern sein.
Und die Eichhörnchen werden immer in unserem Garten ihre Nüsse verbuddeln solange bei unserem Nachbarn der herrliche Wallnußbaum steht.Außerdem gibt esbei uns zu viele Tannenzapfen ...

Flächen abzubrennen ist mir zu gefährlich - wegen der alten und teilweise morschen Bäume - unsere Art von Insektenhotel ;-) Obwohl wir schon darüber nachgedacht haben zumindest die Wiese abzufackeln und sie danach durchzuplastern. Aber ich möchte diesen Anblick der Krokuswiese und später mit Spitzwegerich noch nicht missen!

Der Hinweis auf Kieselgur ist mir bei all' den Texten nicht aufgefallen. Falls Du es versuchst, wäre es schön, wenn Du davon berichtest.

Ich werde nun versuchen mit Buttersäure und einer Wärmflasche an zeckenaktiven Tagen die Tiere aus den Beeten und Mulchwegen hervorzulocken. Dabei müsste ich auch eventuelle Nester aufzuspüren können, bzw. verseuchte Gebiete im Garten ausfindig zu machen.
Und mein bewegter Besenstiel umwickelt mit einem weißen Tuch hat sich als Fangmethode schon sehr gut bewährt. Damit lässt sich auch so einiges in den Morgen- und Abendstunden aufspüren.
Spritzchemie werde ich auch nur in Gartenbereichen einsetzen wo der Besatz zu stark ist. Aber das sind dann eigentlich nur Nester und eventuell beliebte Igel Schlaf- und Winterquartiere im Hochwald und unter den alten Buchsbäumen.

Am Liebsten wäre mir wirklich ein Lockstoff, so dass ich die Zecken regelmäßig absammeln könnte. Aber dazu finde ich überhaupt nichts im wwww! Ob das mit der Buttersäure klappt? Bestellt ist sie und dann muss ich nur auf günstige Wetterbedingungen warten und sicherheitshalber die Nachbarn informieren ...

Vom Kokosöl habe ich auch schon etwas gelesen. Das wäre vielleicht eine Alternative für die Tage, an denen ich das Antizeckenspray einfach nicht mehr riechen kann. Aber meist sprühe ich bei der Gartenarbeit nur Gummistiefel und Hose ein. Allerdings ohne Handschuhe laufen mir manchmal reichlich Tiere über die Hände. Da ist es besser meine Hände in Wegwerfhandschuhe einzusperren ...

Uns geht es wie Dir, ein luftiger Wald- bzw. Schattengarten ist eigentlich unsere Idealvorstellung. Also werden wir versuchen uns nach und nach Teilbereiche des Gartens zurückzuerobern und uns in den anderen Bereichen wie bei einem Waldspaziergang verhalten!

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ihgittihgitt *lach* - nee, aber wirklich!!! So etwas habe ich wirklich noch nie gesehen! Da muß man wohl schon blind sein ... wenn ich hier mit einem weißen Tüchlein durch die Beete wedele, ist da alles nur keine Zecken dran ;-)

Liebe Grüße
Sara

Maren hat gesagt…

Danke für all Deine Gedanken zum Thema. Ich finde es sehr interessant, wie andere "Leidende" damit umgehen.
Zecken sind an sich für mich nie ein Drama gewesen. Bedingt dadurch, dass mich im Leben immer Hunde begleitet haben, gehörte das im gewissen Rahmen einfach dazu.
Nur eben die Tatsache, dass sich in meinem ganz eigenen Rückzugsort diese Biester eingenistet haben, der macht mich nahezu verrückt.
Ich wünschte ich hätte die Unbedarftheit unserer Junghündin mit dem Thema umzugehen, der ist es völlig wurscht, die ist einfach nur immer wieder irritiert, wenn ich sie nach jedem Gartengang sehr gründlich absuche. ;-)

Was den Mulch anbetrifft, bin ich auch nicht glücklich damit, ihn weg zu lassen. Aber mir ist einfach wohler dabei. Sicher ist ein dichter Pflanzbestand auch ein gewisser Schutz für die Zecken. Aber der Gartenstil unserer Nachbarn nur Rasen und einige Sträucher umzu ist nicht mein Ding. Probleme haben sie freilich kaum mit Zecken - oder eben nur an ihren Haustieren (weil sie eben auch nicht viel gärtnern, außer Rasen mähen).

Die Tage hat es bei uns den lang ersehnten Regen gegeben. Jetzt ist es warm und feucht. Ich gehe diese Tage ehrlich nicht mehr weit in den Garten, nachdem ich nur nach dem Kompost weg bringen eine Larve auf der Hand sitzen hatte.
Zum Glück scheinen in erster Linie zur Zeit nur die hintersten 10m betroffen, von insgesamt 40, da bleibt noch etwas Rückzugsraum.

In Summe ein schwieriges Thema. Ich bin gespannt auf Deine Ergebnisse. Für mich persönlich habe ich vorerst eine "Grundreinigung" beschlossen, bevor ich anfange bewußt abzusammeln. Heißt Laubentsorgung durch Abbrennen. Je nachdem, wie hoch der Befallsdruck dann noch erscheint, werde ich ggf. auf unliebsame Chemie zurück greifen.
Eine große Unbekannte hierbei ist für mich die Tatsache, dass die Natur nur in dem Maße verschwenderisch ist, in dem sie es sein muss. Wenn ein Zeckenweibchen also bis zu 3.000 Eier legt, müssen etliche Larven oder schon Eier auf der Strecke bleiben und ich habe einfach die Befürchtung, dass ich die vielleicht auch noch unbekannteren Insekten, die auf Zeckeneier und -larven stehen, mit der Keule auch abtöte.

Ist schon gemein, was man als sonst sehr rational denkender und handelnder Mensch vor so kleinen Biestern Respekt hat.

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Bei all' den Informationen, meinen Kommentaren, Überlegungen & Experimenten ist Dir wahrscheinlich nicht aufgefallen, dass ich mit Küchenrolle, Papiertaschentüchern, alten weißen Putzlappen und den getragenen weißen Socken Versuchsreihen zum Zeckenfang unternommen habe. Die weiße Küchenrolle hat dabei so schlecht abgeschnitten - sogar um den Besenstiel gewickelt, dass auch ich keine Zecke damit aufspüren konnte. Auch die Papiertaschentücher brachten wesentlich weniger Erfolg. Und auch, wenn ich wie empfohlen das Papier oderein weißes Tuch nur über Gras/Bodendecker lege tut sich fast nix.
Außerdem spielen Uhrzeit (wegen der Temperatur) und Wetterbedingungen eine sehrwichtige Rolle. Am Sonntagnachmittag konnte ich ohne einen Krabbler zu sehen Fotos machen. Montag war selbst nach dem kurzen Schauer noch ein schlechter Fangtag.
Doch dafür brachte sich Wolfgang beim kurzen Abendspaziergang gegen 23 Uhr auf der Suche nach Allegra 2 Nymphen mit.

Ich wünsche Dir, es gibt bei Euch wenig Ecken. Aber ich würde den Test sicherheitshalber bei feucht-warmer Witterung in schattigeren Gartenbereichen unter und vor Büschen machen, wo sich bevorzugt Tiere aufhalten. Erst dann kannst Du sicherer sein.
Und wo ein paarTierchen sind, da können es in ein paar Jahren einige mehr sein ...

Schon komisch. Gerade gestern früh hatte ich mich mit Wolfgang unterhalten, dass Du nun wahrscheinlich Deine Einstellung zum Waldgarten ändern wirst. Und wenn ich mir Deinen Küchenrollenpost ansehe, liege ich da wohl gar nicht so falsch ;-)

SchneiderHein hat gesagt…

@ Maren
Schön, dass Du Dich nochmal meldest :-) Auch wenn ich jetzt bald über meine weiteren Zecken-Erfahrungen weiterposten möchte, fällt mir natürlich noch einiges zu Deinem Kommentar ein.

Deine Hündin ist wohl wirklich jung oder Hunde sind anders bzw. Ihr habt wirklich noch weniger Zecken ... Denn ich kann immer häufiger feststellen, dass unsere Katzen Zeckengebiete meiden bzw. versuchen sie schnell zu durchqueren. Und wenn ihr Frontline-Schutz nachlässt haben sie zeitweilig auch immer weniger Lust sich im Garten aufzuhalten.

Vor den Zecken bzw. Zeckenstichen an sich habe ich noch wenig Angst. Und hätte ich nicht die Fangergebnisse von Harald W. gelesen, wäre ich auch noch viel sorgloser.
Aber seitdem ist meine Sorge eher die anscheinend explosionsartige Vermehrung wie bei den Nacktschnecken, die ja auch kaum Feinde in unseren Gärten haben. Was 2001 bei uns nur ein Ärgernis wegen verschwundener bzw. angeknabberter Pflanzen war, war im regenreichen August 2002 der Horror: Überall auf den Wegen krabbelten Schleimer, hingen im Teamwork mit bis zu 7 Tieren am Eisenhut und kamen damals sogar auch schon zur Tür herein oder erklommen die Fensterscheiben. Als ich mich dann konsequent ans Aufspüren und Absammeln machte, kamen von August bis Oktober 2002 etwa 6000 Nacktschnecken zusammen. Diese Mengen waren unserem Garten vorher auch nicht anzusehen! Und im Folgejahr waren es dann nochmals 3000 Stück.
Wenn ich daran denke, dass Schnecken wesentlich weniger Eier legen und ihre Eier zumindest manchmal von Tieren gefressen werden ...

Wenn Du schon einige unsichere Bereiche im Garten hast, dann kommen sie leider wohl auch irgendwann näher. Ich glaube kaum, dass man seinen Garten zwischen ihnen und uns aufteilen kann ;-) Mir scheint sogar, dass sie bei uns vom vorderen Wiesenrand nun zum Steg abwandern, seitdem es keine Futterschalen mehr in der Wiese gibt - da lohnt es jetzt nicht mehr auf die Igel zu warten ...
Wenn Du also Igel und Mäuse fernhälst, dann brauchen die im Garten vorhandenen Krabbler eben Vögel, Dich und Deine Hündin ;-)

Bei Zecken sehe ich das Hauptproblem darin, dass einige von ihnen die Erreger für Borreliose oder FSME in sich tragen können. Und somit ihre kleinen Wirte infizieren, so dass bei der Blutmahlzeit immer mehr Zecken die Erreger aufnehmen. Selbst Larven können sich schon infizieren. Ob nun tatsächlich sogar eine Zecke die Krankheitserreger an ihre Larven weitervererben kann, dazu habe ich noch keine verlässliche Quelle gefunden ...

Aber was regen wir uns auf - gestern im Fernsehen wurde vor den einwandernden Mücken gewarnt, die nun auch Borreliose usw. verbreiten können! Irgendwann laufen wir dann nur noch mit Schutzkleidung und allerlei Mittelchen gecremt in der Natur und im Garten rum ;-)

Nein, der Garten Deiner Nachbarn wäre für uns auch keine Alternative - auch wenn wir dann wahrscheinlich weniger Arbeit mit dem Garten hätten! Denn selbst scheinbarer Wildwuchs braucht Pflege.

Gestern wurde der Garten durch den Regen erfrischt. Also wäre heute der ideale Fang-Testtag! Aber ich muss mich auch mal um andere Dinge kümmern. Doch es soll die Woche über feucht bleiben. Auf jeden Fall werde ich mich an solchen Tagen auch nur sehr vorsichtig durch den Garten begeben und häufiger absuchen.

Das Neudorff-Mittel ist übrigens für uns geruchslos und ließ sich gut verarbeiten. 2 Larven hatte ich vorgestern noch weiter hinten unter dem Steg gefunden. Aber auch sonst krabbelte da logischerweise nix mehr! Doch über die Aktion unter der Hedi Grimm berichte ich noch ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Maren
Ich habe eben erst den neueren Beitrag im Gartenforum gesehen. Also, wenn Kieselgur auch allen anderen Insekten schaden kann -laut Wikipedia: 'Die feinen Schalenbruchstücke sollen mechanische Schäden beispielsweise im Verdauungstrakt von Insekten und Milben hervorrufen und zur Austrocknung führen' dann scheint das Zecken- und GrasmilbenKonzentrat von Neudorff die vernünftigere Lösung zu sein. Denn das Mittel scheint wohl nur im feuchten Zustand gefährlich zu sein. Haustiere dürfen die Flächen nach dem Abtrocknen wieder betreten. Bei Kieselgur scheint das Mittel langfristig auf dem Boden zu bleiben - ev. bis es von einem Insekt aufgenommen wird -auch Jahre später, daes in den Boden gelangt? Da befürchte ich, dass es auf Dauer eine Reihe von nützlichen Insekten auch dahinraffen könnte.
Zwar habe ich für etwa 1,5qm 10ml verbraucht, da ich den unteren Bereich der Rose, das Mulch-Blättergemisch, das Totholz, das dort als Rosenstütze dient und auch die Hölzer vom Steg mit besprüht habe. Aber für den Einsatz bei Bodendeckern, Stauden und z.B unter Sträuchern, Buchsbäumen und anderen Immergrünen müsste es auch funktionieren. Allerdings würde ich es nie präventiv großzügig überall im Garten ausbringen. Es macht wirklich Sinn vorher genau die Bereiche zu testen. Und nur bei starkem Befall das Mittel einzusetzen.

Herz-und-Leben hat gesagt…

Doch, doch, liebe Silke, das hatte ich gelesen. Aber es muß ja nicht jedesmal und überall das Gleiche sein, so dachte ich. Außerdem besitze ich keine weißen Socken, die ich erübrigen könnte. Und auch keine anderen weissen Teile, die zum Wegwerfen geeignet sind, da lag das Küchentuch nahe ... Aber ich werd's mal mit einem anderen weissen Stoff versuchen. - Na, mal schauen, vielleicht findet sich ein abgetragenes Unterhemd oder so ... Männer haben sowas doch eher mal im Schrank ;-) Bevor es bei meinen dazu kommt, landen sie eh in der Kleidersammlung oder beim Roten Kreuz o.ä.

Aber so viel Zeit habe ich nicht, da noch extra wegen Uhrzeit und Temperatur zu gucken im Zusammenhang mit den Zecken. Ich denke auch, für mich ist nur wichtig, daß sie mich nicht befallen. Wenn sie dann nur zu Zeiten aktiv sind, in denen ich nicht im Garten bin, soll es mir eins sein ... Schließlich will ich nicht unter die Zeckenforscher gehen. *lach*

Heute war ich den ganzen Tag nicht zuhause, aber morgen werde ich es mal versuchen, wenn ich dran denke.

Meine Einstellung ... o.k. - das ist so eine Entwicklung, das hat jetzt nicht nur etwas mit den Zecken zu tun ... ich mag aber auch keinen nackten Boden und einen wie ausgefegten Garten.
Ich beobachte aber schon seit Jahren anhand der Pflanzenpopulation, daß ein totaler Wildwuchs eben nicht immer wünschenswert ist. Stichwort: Brombeerranken. Wenn ich Brombeeren auch gerne mag, aber an allen möglichen und unmöglichen Stellen im Garten möchte ich sie denn doch nicht haben. Allerdings handhabe ich das alles so anders ja nicht. Mir fehlen einfach für das, was ich mir vorstelle, Zeit und zum Teil auch die Energie bzw. ich darf keine allzu schweren Arbeiten verrichten. Denn die Energie ist durchaus da, das war falsch ausgedrückt ... Aber aufgrund von meiner OP darf ich es halt nicht mehr. Und sonst hab' ich da auch kaum jemand, der das alles in meinem Sinne tun würde ...und einen teuren Gärtner sehen wir nicht ein - wer weiß, wie lange wir hier mal sind....
Also, ich werde berichten, wenn morgen die Verhältnisse günstig dafür sind ...

Liebe Grüße
Sara

Maren hat gesagt…

Mh, ich fürchte nur, dass das Neudorff-Mittel vom Wirkprinzip her nicht weniger gefährlich für Nützlinge ist.
Schau mal dort: http://oekologischerlandbau.jki.bund.de/index.php?menuid=50
Es ist wohl weniger dauerhaft. Und wirkt auf mich alleine ob seiner natürlichen Herkunft schon symphatischer, als etwa Permethrin-haltige Mittel.
Aber mir erscheint Abbrennen irgendwie immer noch am verträglichsten und vermutlich auch am effektivsten.
Wir werden sehen. ;-)
Viele Grüße
Maren

SchneiderHein hat gesagt…

@ Maren
Danke für den Link. Das sind genau die Hinweise, die ich mir als Beipackzettel auf der Neudorff-flasche gewünscht hätte! Abergenau wie diePressemitteilung ist auch der Aufkleber auf der Flasche sehr dürftig und weist nur auf die Gefahr für Fische hin.
Dementsprechend fühle ich mich nun bestätigt, dass ich das Mittel nur gezielt an Stellen einsetzen sollte, wo Zecken-Larven gehäuft auftreten. Also im näheren Umkreis eines Nestes - nach meinen jetztigen Erfahrungen auf ca. 1qm.
Und unter Sträuchern wo Igel ihr Nachtquartier aufschlagen und ich nicht weit genug unter die Büsche komme.
Abfackeln kommt bei uns wegen der üppigen Mulchschicht und em vielen Totholz für Nützlinge wirklich nicht in Frage. Und außerdem vermute ich fast, dass Zecken das abrennen eher überstehen als die Tierchen, die wir im Garten schätzen. Alles ist also ein Kompromiss. Lediglich das anlocken und Absammeln verschont andere Tiere. Aber bei den Mengen?

Ich habe heute noch einige lauende Zecken von den Gräsern am Steg absammeln können. Gut, dass ich nicht überreagiert habe und die Wiese sofort kurz geschoren habe. Mir scheint, so kann ich nun jeden Tag ein paar ausgewachsene Zecken und Nymphen aus der Wiese pflücken :-)