Montag, 23. Mai 2011

Akeleien am Mulchweg



Foto: W. Hein


Dieser Weg sieht so idyllisch aus, hat es aber ganz 'schön' in sich.
Bereits am Samstag, als Wolfgang nur mal kurz die Wiese betrat,
um
die Jacqueline du Pré zu fotografieren, kamen wenig später
5 Nymphen an ihm zum Vorschein. Und heute kurz vor 10 Uhr,
nach diesem und nur ein paar weiteren Fotos, musste ich von
Wolfgangs Füßen und Beinen 40 Nymphen bzw. Zeckenlarven ab-
sammeln. Dabei hatte er nur einen kurzen Moment lang auf dem
gemulchten Waldweg gestanden!

Da ich in den vergangenen Jahren überhaupt kein Gefühl für die
Menge der entdeckten Zecken pro Saison hatte, habe ich mich in
diesem Jahr nun doch dazu durchgerungen eine Zeckenliste zu
führen. Schon ganz früh am Morgen empfing mich ein erwachsenes
Exemplar am oberen Ende unserer Alu-Stuhllehne direkt vor dem
Treppenhaus. Da war es schon erstaunlich, dass ich vom kurzen
Gartenspaziergang über den Steg zur Betonfläche nur eine einzige
Zecke am Hosenbein mitbrachte. Aber 'Dank' des heutigen Ergebnis-
ses von Wolfgang wurden unsere beiden Katzen und wir seit dem
12. März 2011 nun bereits mit über 100 Zecken, Nymphen bzw. den
fast nicht erkennbaren
Larven konfrontiert. Durch das extrem
trockene und recht heiße Frühjahr hatte ich insgeheim gehofft
diese Zahl erst am Ende der Saison zu erreichen.

Auch wenn es der Garten sehr nötig hätte, habe ich bisher
darauf verzichtet, den Garten mit dem Schlauch zu bewässern.
Ebenfalls habe ich mich mit der Gießkanne in diesem Jahr sehr
zurückgehalten. Inzwischen zeichnet sich schon ab, dass es uns
einige Pflanzen kosten wird. Aber so ein feucht-warmes Klima
durch die zusätzliche Bewässerung des Gartens ist für alle
drei
Zeckenstadien
ideal. Denn so gibt es noch häufiger die Gelegen-
heit auf Wirte zu lauern. Und je früher sie dann zu der not-
wendigen Blutmahlzeit kommen, um so schneller können sie
die nächsten Stadien erreichen und sich vermehren...

Unser Garten weist inzwischen kaum noch stark besonnte Flächen
auf. Und auch das Mulchen der Beete mit geshreddertem Material
aus unserem Garten bietet den winzigen Krabbeltieren ideale Lebens-
bedingungen. Für die gleichmäßige Verteilung der Plagegeister im
Garten sorgen dann Mäuse, Igel, Marder, Vögel und Katzen.

Bei meiner Suche im www nach Zecken-Bekämpfungsmitteln für
den Garten, bin ich auf
die Zeckenrolle gestoßen. Auch wenn wir
trotz unserer grauen Katzendamen einige Mäuse im Garten haben,
so kann ich mir kaum vorstellen, dass unsere Mäuse das Material
aus den Zeckenrollen zum Bau ihrer Nester benutzen werden. In
unserem Garten scheinen Igel die weit aus effektivere
Zecken-
schleuder
zu sein. Aber trotzdem ist die HP der Ixogen-Zeckenrolle
lesenswert, da dort zahlreiche
Tipps zu einer eventuell zecken-
freieren Gartengestaltung
gegeben werden. Allerdings käme nach
heutiger Erkenntnis eine Zecken-Barriere aus
Rindenmulch für
uns nicht in Frage. Doch wenn wir 1996 bei der Anlage unseres
Gartens geahnt hätten, welche idealen Lebensbedingungen wir
den Zecken einmal bieten würden, dann hätten wir damals
sicherlich einen ganz anderen Garten geplant ...


Nachtrag Montag 30. Mai 2011:

Da der Garten immer durstiger aussieht, habe ich am frühen
Nachmittag zur Gießkanne gegriffen und hatte bereits nach dem
Verteilen der ersten 10 Liter 4 Nymphen auf der Hand. Sie
hatten wahrscheinlich am Gießkannengriff vor dem Regenfass
auf mich gewartet.

Das hat mich nun wieder dazu bewogen das Internet zu durchforsten.
Nachdem ich in einem Gartenforum nun diverse Beiträge vom Zecken-
Gartenbesitzer Harald W. gelesen habe, konnte ich mich fast gelassen
zurücklehnen. Denn auch er führt bereits seit einigen Jahren Zecken-
Statistiken auf seinem Grundstück in der Eifel. Allerdings liegt das
bejagte Areal an einer Wiese und ist ca. 500m von einem Wald ent-
fernt. In seiner Statistik der Blutsauger trennt er seine Beute sogar
noch nach Larven, Nymphen und ausgewachsenen Zecken. Im Jahr
2010 waren es nach seinen Angaben 22 Adulte, 205 Nymphen und
2770 Larven. Immerhin 2800 potenzielle Gefahrenquellen weniger
als im Jahr 2009! Da erreichte seine Zählstatistik sogar 105 Adulte,
1393 Nymphen, 4323 Larven = 5821 Zecken.

Aber der Rentner Harald W. hat ein anscheinend recht erfolgs-
versprechendes Zeckenfanggerät entwickelt! Und nachdem ich
die Forums-Beiträge auf Gartenforum.de von Harald W. ab Nr.69
komplett gelesen hatte, versuchte ich es anschließend mit einer
wesentlich simpleren Zecken-Fangmethode: Dazu habe ich nur
einen weißen getragenen Socken über das Ende eines Besenstiels
gezogen und ihn am Bündchen mit einem Gummiband befestigt.
Den Socken habe ich sodann im sonnigen Bereich in der Nähe des
Gartentischs über die Wiese gezogen. Davon fühlten sich jedoch
nur 2 Nymphen angezogen. Doch im bereits beschatteten Bereich,
in der Nähe der Betonplatten vor dem Treppenhaus, versammelten
sich beim Durchstreifen der niedrigeren Wiesenflächen auf etwa
1,5 qm in ca 3 Minuten 23 Nymphen bzw. Laven sowie eine ausge-
wachsene Zecke. Ich hatte Mühe sie schnell genug mittels kleiner
Taschentuchstückchen zu greifen und in mein mit Nitroverdünner
gefülltes Marmeladenglas zu befördern. Die meisten Tierchen sind
einfach zu klein, um sie zwischen den Fingernägeln aufzunehmen
und schnell zu zerquetschen. Außerdem ist es uns schon häufiger
passiert, dass die Winzlinge beim Auflesen plötzlich zu Boden fallen
und unauffindbar bleiben. Daher hat sich die Taschentuch-Variante
und das schnelle Abtöten im Nitroglas bewährt. Irgendwo im www
hatte ich gelesen, dass die Tierchen einfach zur Entsorgung in
die Toilette geworfen und runtergespült wurden. Ich bin mir aber
sicher, dass diese Methode genauso 'vernünftig' ist, wie Nackt-
schnecken in Nachbars Garten zu werfen oder in nahegelegene
Wiesen oder Wälder auszusetzen. Denn so ein Zeckentier ist zäh
und findet bestimmt irgendwann in der Kanalisation eine Ratte.

In Beitrag Nr. 100 schildert Harald W. seine ersten Erfahrungen mit
dem
Zecken- und GrasmilbenKonzentrat von Neudorff für Rasen-
flächen. Vielleicht werden wir das Mittel im zeitigen Frühjahr, wenn
die Wiese noch niedrig ist, nun doch testen. Allerdings scheinen wir
damit auch viele andere Insekten zu töten. In der
amazon-Produkt-
beschreibung
heißt es 'nicht bienengefährlich'. Aber weiter unten
bei den Anwendungs-Hinweisen steht ganz am Ende der Begriff
'Umweltgefährlich' ...

Leider dauert es wohl wirklich noch einige Jahre, bis Zecken
mit
Schimmelpilzen bekämpft werden können.

Also werden ich nun wohl häufiger mit weißen Socken, Taschen-
tüchern und meinem Nitroglas bewaffnen, um im Schatten auf
Zeckenjagd zu gehen. Oder ich schicke Wolfgang für ein paar
Fotos mit kurzen Hosen in den Garten ...


Kommentare:

Herz-und-Leben hat gesagt…

Puhhh, das ist ja der reinste Krimi ;-(
Jetzt habe ich mich doch noch festgelesen ...
Also, da würde ich wohl das Handtuch schmeißen ...
Das würde ich nicht aushalten! ;-) So viele Zecken ....
Ich hab' gestern nur eine einzige große Zecke gesehen. Diese Nymphen habe ich wohl überhaupt noch nie gesichtet. Wir scheinen auch nicht so anfällig dafür zu sein.

Jetzt aber ... gute Nacht!
Sara

Elke hat gesagt…

Meine Güte - das klingt ja fürchterlich. Ich glaube, da würde ich keinen Schritt mehr in den Garten tun.
Lieben Gruß
Elke

Gartenfee hat gesagt…

Hallo Silke,
jetzt habe ich aber auch mit fast angehaltenem Atem Deinen Bericht gelesen...das ist ja fürchterlich! Wir haben hier mit Zecken zum Glück so gut wie gar nichts zu tun, obwohl wir Rindenmulch im Garten haben und unser Grundstück direkt an einen Grünstreifen und dann an die Felder angrenzt. Liegt es daran, dass die Landwirte hier genügend Insektizide auf die Felder sprühen...? Unsere Katzen sind auch so gut wie nie von Zecken befallen. Unser mittlerweile 14 Jahre alter Kater hatte in seinem ganzen Leben erst ca. 4 Zecken und Lillifee in 7 Jahren noch keine einzige. Ich kann mir vorstellen, dass so eine Zeckeninvasion den Aufenthalt im Garten richtig vermiesen kann. Würde sich das Problem denn lösen, wenn der Garten durch Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern mehr Sonne abbekäme?

Liebe Grüße von Bärbel

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Wo eine Zecke ist, da könnten im Laufe der Zeit auch mehr entstehen. Denn theoretisch reicht ja eine vollgesogene erwachsene Zecke aus, die sich in Bodennähe verkriecht. Dann braucht es ja wohl nur noch ein paar Mäuschen und schon beginnt es. Sei froh, dass Ihr keine Igel im Garten habt! Wahrscheinlich hätten wir weniger Probleme, wenn wir nie Igel gehabt hätten. Aber stattdessen haben wir sie ja auch noch gern in der Wiese durchgefüttert!

Ja, es hat wirklich etwas von einem Krimi. Denn gestern früh habe ich innerhalb von 2 Minuten mit meinem Socken 80 Larven und Nymphen aus etwa 2 qm Wiese hervorgelockt. Das war die Fläche wo ich vorgestern die 26 Tierchen gefunden hatte. Und heute früh nach dem Regen waren es nochmals 50Krabbler. Mittags, als dort die Sonne ins feuchte Grün schien, waren es nur noch 15 Stück. Sie bevorzugen also wirklich feuchte-schattige Stellen zum Auflauern. Ich vermute, später am Abend könnte ich dort wieder erfolgreicher sein. Und morgen früh ebenso ...
Allerdings zeichnet sich bei uns - genau wie bei Harald W. ganz deutlich ab, dass kaum ausgewachsene Zecken zu finden sind. In der Wiese sind mir seit vorgestern 3 adulte Tiere begegnet. Nymphen, etwa 1mm groß, waren vielleicht 15 bis 20 dabei und der Rest - also etwa 150 waren Zeckenlarven. Das heißt, dass es vielleicht nur ein einziges Nest in der Wiese gibt. Denn auch wenn ich es nicht glauben wollte, in einem Text habe ich gelesen, dass eine Zecke 500 bis 3000 Eier im Bodenbereich ablegt. Also scheinen wir aktuell mindestens 2 Zeckennester in der Wiese bzw. im Mulchweg zu haben. Den Link hänge ich hier schon mal am Ende an. Aber ich werde auch auf die Gefahr, dass ich mit dem Thema nerve noch mindestens einen Post dazu machen und den Link dort einfügen. Auch wenn der Text auf einiges hinweist, was wir unwissentlich falsch gemacht haben. Mal wieder selbstgemachte Leiden - wie bei den Nacktschnecken.
Fest steht, wenn ich nun nicht konsequent dran bleibe, ist der Garten über Jahre komplett durchseucht. Denn eine Zecke kann einige Jahre ohne Blutmahlzeit überleben. Unter günstigsten Bedingungen dauert die Entwicklung von der Larve zur ausgewachsenen Zecke jedoch nur 6 Monate - im Garten durch die Wirtswechsel wohl eher 3 bis 4 Jahre. Also eigentlich eine nahezu unsichtbare Zeitbombe. Zumal, wenn ich daran denke, dass ich vor ein paar Jahren Igel mit über 7 Zecken bei uns im Garten gesehen habe ...

SchneiderHein hat gesagt…

@ Elke
Bei Harald würde ich mich auch nicht in den Garten einladen lassen. Oder nur dick eingemummelt und mit Zeckenspray eingenebelt.

Und inzwischen ist Wolfgang auch die Lust an Gartenfotos vergangen. Bei den Bärenbildern am Teich hatte er sich auch ab und an Zecken eingefangen. Kein Wunder, wenn dort die Tiere zum Trinken vorbeikommen. Zecken sind ja äußerst intelligent, wenn es darum geht geeignete Plätze zu finden.
Ich bin mal gespannt, ob Du am Teich vielleicht auch irgendwann Probleme bekommst. Aber dort scheint es ja recht sonnig zu sein. Allerdings lauern sie bei uns auch im sonnigeren bereich am Teich ...

@ Bärbel
Ich habe auch nicht behauptet, dass jeder Rindenmulch durchseucht ist. Eventuell waren es bei uns auch nur wenige Säcke, die wir nach dem Pflanzen der Rosen im Herbst zum Anhäufeln nahmen. Denn vor ein paar Jahren beim Frühjahrsschnitt einiger Rosen, die ich zuvor mit Rindenmulch angehäufelt hatte, liefen mir zeitgleich mehrere Zecken oder Nymphen über die Hände.
Es sind sicherlich viele Faktoren möglich. Vielleicht sind sogar die Eichhörnchen dran schuld, die bestimmt auch auf dem Stadtfriedhof umhertoben und durch alle Gärten klettern. Warum soll da nicht mal beim Nüsse verbuddeln eine 'reife' Zecke bei uns im Mulchweg abgesprungen sein.
Auch mag der Gedanke abwegig klingen, aber wir haben viele Jahre von diversen Baumschulen Bäume, Sträucher und Stauden in unseren Garten gepflanzt. So manche Baumschule liegt zwischen Wiesen und Wäldern. Da kann auch mal eine Nymphe oder ein Zeckengelege eingeschleppt worden sein.
Denn bei den Nacktschnecken ist uns das sicherlich damals mehrmals passiert. Seitdem ich beim Pflanzen darauf achte, bin ich verwundert, wie oft ich kleine Schnecken oder ganze Eigelege in den gekauften Töpfen entdecke.

Mag sein, dass ihr durch die Insektizide auf den Feldern weniger Probleme damit habt. Vielleicht auch deswegen weniger Igel? Allerdings an das hungrige Mäuschen unter dem Futterhaus kann ich mich noch erinnern ;-)
Und ganz ehrlich, bei 4 Zecken ist die spannende Frage, was da dann doch schon in den anderen Stadien eventuell irgendwo lauert. Ausgewachsene Zecken sehe ich auch recht selten. Nymphen schon eher und lauernde Larven sind im Garten für mich auch nicht erkennbar. Ich habe bei @ Sara noch etwas mehr dazu geschrieben.
Und hier im Anschluß habe ich mir mal ein Horror-Szenario ausgemalt, was wir wohl tun müssten, um wieder einen fast zeckenfreien Garten zu haben ...
Leider vermute ich, dass die Schritte wirklich sehr einschneidend und konsequent sein müssen. Eigentlich heißt es wohl mehrmals mit Chemie bekämpfen und dabei viele andere Insekten mit abtöten. Und danach den Garten gegen die potenziellen Gefahrenquellen = Tiere abzuschotten und ihnen keinen attraktiven Lebensraum mehr zu bieten.
Wir wissen wirklich noch nicht, wie wir nun in Zukunft mit dem Garten umgehen. Mit etwas schneiden, um ein paar besonnte Flächen zu erhalten, wäre es nicht getan. Da müssten schon der ganze 'Wald' gefällt werden. Aber die nächsten einschneidenden Schritte sollten gut überlegt werden.

SchneiderHein hat gesagt…

Hier kommt nun gleich der angekündigte Link. Wenn es danach geht, ist wirklich jede Maus, jeder Igel, Vögel und auch die Eichhörnchen, die am Boden Nüsse verbuddeln eine potenzielle Gefahrenquelle. Und genau betrachtet heißt es weg mit dem naturnahen Garten. Kein Fallobst mehr für die Tiere und auf keinen Fall mehr Schlafplätze und Winterquartiere für Igel anbieten:

http://www.evascholl.de/texte/Zecken%20PCN%20oct06.pdf

Eigentlich müssten wir unseren Garten Brandroden ;-) Oder zumindest bis auf die Bäume alles bodennah abschneiden. Dann den ganzen gemulchten Boden zur Müllverbrennungsanlage schaffen, damit mit dem Material nicht andere Gärten verseucht werden. Danach mehrmals den ganzen Garten und die runtergeschnittenen Stauden- und Strauchreste mit dem Neudorff-Mittel einsprühen. Auch sollte der Garten möglichst statt einem durchlässigen Zaun mit einer Mauer versehen werden, damit die zeckenbesetzten Tierchen aus der Nachbarschaft nicht mehr in unseren Garten gelangen können. Den Teich sollten wir in dem Zuge möglichst auch aufgeben, da er zumindest noch Vögel und Eichhörnchen zum Trinken anlocken könnte. Und danach könnten wir uns dann überlegen wie unser neuer möglichst sonnig-trockener Garten aussieht, wo wir dann am Besten die nächsten Jahre unter dem Sonnenschirm in der knalligen Hitze auf der Betonfläche sitzen. Die Pflanzen, die diese Prozedur noch überstanden haben, dürften dort wohl wieder wachsen. Aber so einen Garten brauchen wir dann wirklich nicht mehr ...

Doch ändern müssen wir etwas, denn bei der rasanten Entwicklung sitzen wir sonst bald nur noch im Haus. Und wahrscheinlich wären wir dort auf Dauer auch nicht mehr sicher, da Zecken auch bewußt Wege mit 'Wildwechsel' aufsuchen. Das bedeutet, dass es für sie ganz einfach ist von der Wiese durch die Tür zum Treppenhaus zu krabbeln, um dort auf uns zu warten. Ich hatte ja schon vor ein paar Jahren eine Zecke in etwa 80cm Höhe an der verputzten Türleibung gesehen. Doch damals vermutete ich, dass sie von unserer kleinen Maus abgesprungen und bereits durch Frontline geschädigt war. Doch warum saß dann vor ein paar Tagen ein Tierchen vor dem Treppenhaus auf der Alu-Stuhllehne?

stadtgarten hat gesagt…

Das ist ja wirklich horrormäßig! Ich glaube, ich könnte den Garten in so einer Situation überhaupt nicht mehr genießen!
Was mich aber auch schockt ist die Tatsache, dass viele Faktoren von Euch auch bei uns eine Rolle spielem: Rindenmulchwege, Igel und Eichhörnchen im Garten.... Glücklicherweise haben wir sehr viel Sonne und wenig Schattenstellen.
Ganz herzlichen Dank für die umfassenden Informationen!
Liebe Grüße, Monika

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ohje, nee, da würde ich wirklich streiken!

Bei meinem Mann und mir habe ich festgestellt, daß sie an mich viel weniger rangehen als an ihn. Insgesamt aber hält es sich bei uns wirklich in Grenzen. Ich brauche nicht mit Gummistiefeln den Garten zu bearbeiten. Das könnte ich im Sommer sowieso nicht, gehe viel lieber in kurzen Hosen - und wenn ich im Garten gearbeitet habe, gehts eh unter die Dusche, da spült man das alles schnell wieder ab, sollte sich was festgesetzt haben.

Meine Mutter sagte immer "süßes" Blut mögen diese Viecher ;-) - da bin ich wohl eher sauer *lach* Auch von Vitamin B in Verbindung mit Mücken jedenfalls war schon die Rede ...

Also, meine Großmutter hatte früher auch Igel im Garten, aber die Menge an Zecken haben wir nie gekannt. Gewiß hatte ich damals auch mal einen Holzbock, wie man das damals nannte - aber das war ein einziges Mal. Und ich war immer draußen - im Garten und halbnackt ... von meiner Oma weiß ich überhaupt nie, daß sie mal eine Zecke gehabt hätte oder von den anderen Familienmitgliedern ...
Von daher glaube ich so nicht, daß es an den Igeln liegt - da kommen mehrere Bedingungen zusammen ...

Das mit dem Browser habe ich bei mir noch beantwortet - ich habe die Stelle für die Einstellung der Schriftart gefunden.

Liebe Grüße
Sara

SchneiderHein hat gesagt…

@ Monika
Seitdem wir uns über Zecken besser informiert hatten, konnten wir wieder ganz gut damit umgehen. Im Prinzip ist ein Gartenbesuch jetzt so ähnlich wie ein Spaziergang durch einen zeckenverseuchten Wald: Vor dem Haus, auf dem Steg und auf der Betonfläche sind wir noch relativ sicher. Den Rest des Gartens genießen wir dann eben überwiegend aus der Ferne ;-) In den anderen Bereichen sollten wir uns gut verpacken und möglichst zusätzlich noch einsprühen oder gleich danach komplett absuchen. Diese Flächen bearbeiten wir fast nur noch in der kälteren Jahreszeit ...
Auch die 40 Tierchen an Wolfgang waren noch erträglich. Nur nach den Berichten von Harald W. im Gartenforum wurde ich nun doch wieder nachdenklicher. Und seit gestern Abend weiß ich, dass wir irgendwo unter unserer Rose am Haus ein Zeckennest haben. Gestern Abend um 20 Uhr konnte ich dort innerhalb einer Minute 100 Tierchen auf meinen Socken locken und eben um 9 Uhr nochmals 150. Davon waren höchstens 25 Krabbler ca. 1 bis 2mm große Nymphen und ich entdeckte nur eine einzige ausgewachsene Zecke. Da werden wir nun doch zum Neudorff-Mittel greifen müssen!

Im Nachhinein weiß ich, dass wir wohl im Sommer 2004 ein Zeckennest unter dem Gartentisch hatten. Da krabbelten etwa 30 durchsichtige Tierchen an meinem Bein hoch. Aber so ein Gelege soll ja leider aus 500 bis 3000 Eiern bestehen ...

Übrigens ist der Garten unserer südlichen Nachbarn wesentlich sonniger und weniger bewachsen. Dort gibt es eine große Rasenfläche, die ständig kurz gehalten wird und wenige Beete am Rand. Aber auch dort höre ich jetzt immer häufiger, dass sie sich bei der Gartenarbeit Zecken einfangen.

Wie und wann die Tierchen in unseren Garten gelangt sind, lässt sich nicht feststellen. Jedenfalls habe ich vor 2004 weder bei meiner Mutter noch in unserem Garten eine Zecke gesehen. Und zu der Zeit bin ich wirklich ständig in beiden Gärten durch die Beete gekrochen.

Vielleicht solltest Du sicherheitshalber mal diesen Test machen:
http://www.zecken.de/die-zecke/zecken-fangen/
Allerdings konnte ich sogar mit einem weißen getragen T-shirt kaum Zecken aus der Wiese locken. Mit meinem Socken auf einem Stab jedoch unzählige kleine Tierchen innerhalb einer Minute.

Und eben stellte ich gerade fest, dass die Zeckeninfo-Seite inzwischen ergänzt wurde. Um Waschbarkeit von Zecken und Gefriertests:
http://www.zecken.de/forschung/zeckenhaertetest/

Ich wünsche Dir, dass Dein Garten wirklich noch lange davon verschont bleibt!

SchneiderHein hat gesagt…

@ Sara
Das Thema, wie es früher mal war hatten wir ja schon vor längerer Zeit ;-)
Im Nachhinein bin ich froh, dass ich über 40 Jahre den Garten in BS und hier in Hannover vollkommen unbeschwert genießen konnte. Genauso bin ich als Kind oft im Wald gewesen und habe mir nie ein Tierchen mitgebracht.
Unser erster Kater in BS hatte nur 1x in 19 Jahren einen Holzbock. Und Herr Katze hatte seine erste Zecke mit 10 Jahren - 2004 im Fell.

Nun ist es halt anders und es macht Sinn damit vernünftig und ohne Panik umzugehen. Die Durchseuchung scheint wirklich ganz unterschiedlich zu sein. Aber auf jeden Fall breiten sich die Krabbler immer weiter aus. Sicherlich spielt die Klimaveränderung dabei auch eine Rolle. Außerdem zieht es immer mehr Tiere aus Wald und Flur in die Siedlungsgärten. Und wer weiß schon, was man sich durch Pflanzen und Mulchmaterial eingeschleppt? Auf jeden Fall wird die Verbreitung der eventuell noch wenigen Zecken dadurch begünstigt, dass naturnahe Gärten nun mal seit einigen Jahren immer mehr Trend liegen.
Wir hatten hier ja auch schon 2002 ein massives Nacktschneckenproblem, als andere noch über ein paar Schleimer jammerten.
Ich bin mir sicher, dass sich in den nächsten Jahren die Gärten wieder verändern werden. Von dem früheren Wohngarten sind wir jetzt jedenfalls leider weit entfernt.

Zu Deinem Umgang mit den Zecken in Bezug auf 'die dusche ich ab!' sagte Wolfgang spontan: 'Das Atom koche ich ab!' Bzw. 'duck and cover' - wenn die Atombombe kommt. Falls du die Infofilme aus den 60ern aus Amerika kennst ...
Meine Zecke in der Kniekehle konnte ich jedenfalls nicht abduschen. Und alle anderen, die ich bisher unter der Dusche auf der Haut krabbeln sah, hielten sich ebenfalls prima an mir fest ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Hihi, naja, ich dusche ja nicht extra wegen der Zecken sondern nach schweisstreibenden Arbeiten ist das für mich selbstverständlich. Denn normalerweise dusche ich frühmorgens - denn auch der Schweißgeruch soll die Zecken ja anziehen ... vielleicht verhindert mein Körperöl auch, daß sie mich "mögen" ;-) Aber ich habe auch nicht so "süßes" Blut - sicher aufgrund der Ernährung ...

Es ist ja nun so, daß Zecken zunächst über den Körper wandern, um eine geeignete Stelle zu finden. In jedem Fall duscht man - wenn - dann noch wandernde Zecken ab.

Sicher hatten wir das Thema "früher" schon ... aber ich denke, so viel anders ist es auf dieser Welt nie - es kommt eben immer auf die sonstigen Bedingungen mit an. An DEN Klimawandel glaub' ich so auch nicht - solche Phänomene hat es auch schon immer gegeben.

Nee, ich gucke wenig fern, von daher kenne ich vieles nicht.

Übrigens - ich teste gerade mit weißen Tüchern, ob da irgendwo Zecken sind - aber nichts da ... das Tuch bleibt reinweiss ... aber daß es hier auch - vereinzelt - Zecken gibt, habe ich ja auch schon erlebt.