Mittwoch, 14. Juli 2010

Kein Wunder ...


...dass wir Zecken vor der Teichmauer haben:
Denn der Bereich vor der Teichmauer ist nicht nur
eine
sehr beliebte Igel-Rennstrecke - sondern jetzt
auch eine kleine 'Rotlicht-Meile'. Denn dort werden
sogar zwischen Gans und Bank abends um 8 Uhr Igel-
kinder gemacht! Dabei hat er
seine Auserwählte so
geschickt zwischen Deko und Bank eingekeilt, dass
es für sie kein Entkommen mehr gab. Er hält sich
jedoch dabei dezent im Hintergrund.

Schon am vergangenen Samstag wurde diese, oder
eine andere Igeldame morgens um 8 Uhr in der Wiese
am Futternapf sehr massiv von einem Igelherrn um-
worben, so dass sie sich erst gegen 10 Uhr in ihre Schlaf-
gemächer unter dem Taxus am Steg zurückziehen konnte.
Doch 8 Stunden später wurde sie bereits wieder gnaden-
los von ihm bis zum Futternapf am Haus verfolgt und dort
auch recht schnell gestellt. Dass wir derweil in nur 1m
Entfernung vor Treppenhaus saßen, war dem sonst recht
scheuen Kerl in dem Moment vollkommen egal ...

Foto: S.Schneider


Kommentare:

Brigitte hat gesagt…

Ja, die sind richtig aufdringlich und geben keine Ruhe.

Gestern abend stand der Igel übrigens bereits um 19.30 Uhr auf der Matte. Alleine allerdings.

Ich finde es schön, was man alles so beobachten kann. Das ist halt auch Natur!

LG, Brigitte

broceliande hat gesagt…

Was bei euch das Igelmännchen macht, veranstalten hier die Entenmännchen - allerdings frei öffentlich mitten auf der Kuhwiese, grins.... LG christina

Kleine-creative-Welt hat gesagt…

arme Igelin... ja die Männer - grins - ob es mir gefallen würde, so umworben zu werden???
ich glaub, dieses Jahr ist auch wieder ein Igel in unserem Garten - hab es verdächtig rascheln hören gestern abend - vor 2 Jahren hatten wir ja eine ganze Familie hier - so süß - jeden Abend hab ich sie mit Katzenfutter gefüttert -
lg. Ruth

Elke hat gesagt…

Pfui Spinne - äh, Igel, bei euch geht's aber auch zu! Und dann auch noch so hinterlistig. Aber ehrlich, ich wäre froh, ich hätte mal wieder ein paar Igelchen im Garten.
Lieben Gruß
Elke

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Brigitte
Natur ja, aber wie ich Dir schon bei Deinem Igelbesuchs-Post geschrieben habe: Eben sehr 'verstädterte' Igel. So wie sich viele andere Tiere ja inzwischen auch in Siedlungen und Städten ansiedeln und sich dem Leben dort anpassen. Wir stellen immer mehr fest, dass Igel, Drosseln und Eichelhäher das Zusammenleben mit uns schätzen. Und wenn wir nicht rechtzeitig die inzwischen selbstverständliche Zusatzversorgung bereitstellen, dann werden die Drosselkinder mit Fischfutter versorgt, und Igel und Drosseln statten uns Hausbesuche ab. Der Igel kommt nachts unbemerkt in die Küche und dringt dann sogar bis ins erste OG vor. Und ein Drosselherr hoffte in der Küche unserer Mitbewohnerin etwas zu finden.
Die Tür zum Garten (Treppenhaustür)schließen, ist für mich im Sommer unvorstellbar - zumal ich ja über jede Minute froh bin, die Allegra mal die Pfote vor die Tür setzt. Außerdem mag ich das Raumklima bei geöffneter Tür. Mit den Insekten, die dadurch ins Haus kommen können wir problemlos zusammenleben. Und im Winter bei eisigen Temperaturen müssen wir ja leider wegen des Baufehlers im Dach eh' die Tür aufreißen. Da kommt ja dann sogar auch mal das Rotkehlchen ins Haus ...
Tiere sind sehr anpassungsfähig. Und wenn es Rosinen gibt, dann lernen sie schnell sich die herauszupicken bzw. fordern sie sogar ein!

Unsere Igel-Gesellschaft war in den letzten Tagen auch häufiger allein unterwegs. Darum war ich so erstaunt, dass plötzlich die Gans wackelte. Aber gestern Abend hatten sie schon wieder eine lange Nacht in der Wiese ...

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Christina
Vor vielen Jahren waren die Igel mal mitten in der Nacht auf der freien Rasenfläche unserer Nachbarn zugange. Damals dachten wir allerdings, dass das Schnaufen und Umkreisen mit Revierkämpfen zu tun hätte. Denn so öffentlich lebten sie damals ihr Liebesleben noch nicht aus. Inzwischen scheint der Futterplatz am Haus wohl ihre Spielwiese zu sein - Liebe geht durch den Magen ... Und durch die schönen Sommerabende, die wir vor dem Haus verbringen, sind wir jetzt fast immer live dabei.

@ Ruth
Bisweilen erscheint die Dame sehr genervt. Aber so nah habe ich bisher ja nie das Liebesspiel der Igel erleben können. Und ich bin mir auch nicht sicher, wie viele Igeldamen hier nun beglückt werden. Wir hatten in einem Jahr mal 2 Igelmütter mit jeweils 4 Kindern im Hochwald.
Zufüttern werde ich dann auch wieder. Nur kein Katzenfutter mit Soße. Leider hatte ich erst später erfahren, dass Igel von den Katzenfutter-Soßen Durchfall bekommen können. Und soetwas hindert die Kleinen ja dann daran 'winterfest' zu werden ...

@ Elke
Bin ich doch auch! Aber wenn Du im Frühjahr Igel mit um die 7 Zecken siehst, und dann die Vorstellung, dass aus den Zecken wohl etwa 50 Larven entstehen, die hier optimale Lebensbedingungen finden und kaum Feinde außer mir haben. Ich habe ständig Zeckennymphen auf der Haut selbst beim kleinen Gartenspaziergang. Und 6x haben sie haben mich in diesem Jahr doch schon wieder erwischt. Deren Wunden entzünden sich auch und heilen ebenfalls nur langsam - dazu die Borreliose-Gefahr ...
Wie fast überall im Leben gibt es eben Vor- und Nachteile!

Brigitte hat gesagt…

Silke, ich finde das schön, dass du die Türen geöffnet lassen kannst. Das könnten wir hier aus vielerlei Gründen nicht tun. Ich glaube, viele Katzen kämen übernacht und würden sich Spielzeug und Futter vom Kater holen. Dies macht der kleine rote Kater inzwischen mit einer Selbstverständlichkeit, wenn wir die Türe offen lassen. Die Igel kämen sicher auch rein, gestern wieder hinter einander zu zweit.
Ich bin nicht begeistert, dass ich kein Futter mehr draußen stehen lassen kann, was ich ohnehin wegen des Geruchs nicht lange tue. Die Igel finden in unserem Garten, ebenso wie sicher auch bei dir, vielerlei, dass sie fressen können. Ob es nun Wildschweine sind oder wie in Nordamerika Bären, wir sollten es nicht fördern. Wenn wir sie je im Stich lassen oder vergessen, dann wären sie irgendwann hilflos. Und das fände ich dann nicht so gut. Ich befürworte artgerechtes Leben für die Igel. Du weisst sicher, was ich sagen will.

Lieben Gruss, Brigitte

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Brigitte
Darum ist es auch nur ein Zufüttern. Da ich, wie ich Dir ja schon geschrieben habe ungern Katzenfutter wegwerfe, dass unsere Katzendamen aus welchen Gründen auch immer ablehnen.
Außerdem ist dieser Sommer hier wirklich ungewöhnlich trocken, so dass viele Vögel wohl wirklich Probleme hatten/haben ihre Jungen aufzuziehen. Jedenfalls steht das Futter nur eine sehr kurze Zeit in der Wiese - egal zu welcher Tageszeit. Schnecken und Fraßspuren sehe ich auch kaum noch. Die sitzen in den tieferen Erdschichten und warten auf bessere Zeiten ...
Nachbarskatzen sind da bei uns zur Zeit nicht schnell genug. Alt wird das Futter hier nicht. Und die Sache mit dem Geruch - heutzutage riecht das meiste Feuchtfutter ja schon fast wie Sonntagsbraten ;-)

Seitdem Oskar nicht mehr lebt, trauen sich Fremdkatzen hier zum Glück auch kaum noch ins Haus - der hatte ja auch ältere Rechte als Maus&Allegra und frech wie Oskar war er ja ohnehin -stolzierte geradewegs zur Futterbar in der Küche. Da mussten wir ihn häufiger aussperren und leider die Tür zumachen.

Früher hatten wir auch versucht unsere Mädchen spätestens gegen 20 Uhr im Haus zu haben, da Maus uns sonst so manche Nacht bis 3 Uhr morgens wachhielt, bzw. wir sie dann doch mal aussperrten und immer wieder rufend durch die Nacht stapften, um ein graues abenteuerlustiges Kätzchen zu suchen. Doch sie wird älter und kommt jetzt meist gegen Mitternacht nach Haus. Und Allegra ist zur Zeit erst gegen 20 Uhr gartenfit ...

schweizergarten hat gesagt…

*kicher* sieht sieht auf dem Bild aber nicht so glücklich und befriedigt aus ;-)
In unserem Erdhaufen haben wir letzten Herbst eine Igelmama und 5 Junge gefunden. Was hatten wir Freude! Bei uns sind sie regelmässig zu Gast, wir hören sie aber meist nur und sehen nix ;-)

jetzt weiss ich auch endlich was du mit den "Bären" gemeint hast..in meinem Piraten-Post...
Die sind ja süss!

Hier sind immer wieder wunderschöne Bilder zu bewundern - Kompliment!

LG Carmen

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Carmen
Na, dann könnt Ihr Euch bestimmt auch wieder über Igelkinder freuen! All' die Jahre zuvor waren sie bei uns auch zurückhaltender. Aber inzwischen scheinen wir ihnen fast egal zu sein. Im Gegenteil - unsere Nachbaribn wurde vor ein paar Tagen fast im Liegestuhl sitzend angemacht. So nach dem Motto: Bring' endlich Futter raus! Was immer noch nichts?
Und die Igeldame an der Gans scheinte sich auch nicht daran zu stören, dass ich sie einige Minuten mit der Kamera beobachtete. Aber besonders glücklich sah sie wirklich nicht dabei aus ;-)

Was, unsere Bärenwelt war Dir bis jetzt unbekannt? Ich gebe zu, das ist inzwischen auch ein Grund, warum wir unseren Garten gern verwildert haben. Früher gab es verlassene Grundstücke, wo ich gern gespielt habe - und aus der Bärenperspektive geht das in unserem Garten auch. Nur ihr Seepferdchen wird Nelleke wohl in unserem Teich nicht mehr bekommen können. Und Hasenmaus wird wohl nur im eisigen Frühjahr, wenn die Krebsscheren noch nicht aufgetaucht sind. Seine Seebären-Prüfung auf dem Teich machen können. Aber ob dann die Seebären gerade Landurlaub haben ...

rebelledejour hat gesagt…

Wie süß! Die kleine Igelin habe ich erst auf den zweiten Blick gesehen. Gut das Ihr Gatte sich im Hintergrund gehalten hat, sonst wäre Eure Seite ja gar nicht mehr Jugendfrei:-), aber ein wenig unbequem muss das für die Dame schon gewesen sein oder?
Einen Schönen Tag wünscht Ina

Herz-und-Leben hat gesagt…

Ist ja drollig! Dazu muß ich nachher noch die ausführlichen Kommentare lesen.
Schade, bei uns sehe ich nur selten Igel, obwohl es hier auch welche gibt. Wir haben aber keinerlei Futter draußen, mangels Haustieren und weiter hinten im Garten ist es auch einfach zu dunkel, um abends noch etwas erkennen zu können.

Lieber Gruß in den Tag
Sara

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Ina
Ja, es schien wirklich unbequem für sie zu sein. Aber der Herr hat wohl häufiger die Tendenz sie irgendwo in die Ecke zu drängen. An der Teichmauer hinter dem Kupferkessel habe ich es schon häufiger schnaufen gehört ...
Und Du meinst, ich werde abgemahnt, wenn ich hier noch weiter unten die drei Bilder einstelle, als er sie am Futternapf abends um 8 Uhr überfallen hat ;-) Allerdings wollte ich zuerst noch das morgendliche Umwerben einstellen. Doch da fällt mir die Bilderauswahl so schwer, dass ich das Thema vorerst verschoen habe ...

@ sara
Weiter hinten im Garten hätte ich auch Bedenken futter hinzustellen, denn dann besteht doch die Gefahr, dass sich auch Ratten und anderes Getier angezogen fühlen. Daher gibt es nur das Schälchen in der Wiese vorm Treppenhaus. Inzwischen sind die Igel ja so daran gewöhnt, dass sie sogar ins Haus kommen, wenn nicht genug draußen steht. Ein Igel ist ja sogar nachts bis ins 1. OG vorgedrungen und stand dort vor 3 verschlossenen Türen.Das konnten wir an den kletterspuren auf dem Treppenteppich erkennen ...
Gartentiere sind eben erstaunlich anpassungsfähig und auf ihre Vorteile bedacht.
Es gibt ja Studien, nach denen die Städte sogar zu Naturschtuzgebieten erklärt werden müssten, da sich dort prozentual pro Quadratmeter mehr gefährdete Tiere aufhalten als in den extra eingerichteten Naturschutzgebieten.
Dashatten wir ja auch in den 90ern auf Amrum am Strand festgestellt: Die Austernfischer brüteten lieber in der Nähe unserer Strandguthütten anstatt im extra abgegrenzten Naturschutzgebiet ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Hinten würde ich auch kein Futter hinstellen, aber ich meinte generell ist es dort bei uns viel zu dunkel, um sehen zu können, außer bei Vollmond. Denn hier treiben sich - wenn - dann die Igel wohl eher dort bei den Holzhaufen herum.

Ist ja drollig, daß die schon bis ins 1. OG kommen und das noch auf Treppen. Aus meiner Kindheit weiß ich aberm, daß Igel zumindest bis ins Erdgeschoß gekommen waren.

Ja, die Tiere passen sich an. Bekanntestes Beispiel sind wohl Amseln/Drosseln und der Fuchs hat ja längst auch schon Einzug in die Wohngebiete gehalten ...