Sonntag, 4. Juli 2010

Der allerletzte Wicken-Versuch!


Ach, waren das noch Zeiten, als wir in unserem noch
jungen Garten
hinter der kleinen Mauer unter der Scheinakazie
zwischen Spiere, immergrünem Schneeball und Schneewittchen
im Sommer eine üppig wuchernde weiße Staudenwicke hatten.
Leider hab ich mich damals von dem Ratschlag meiner Mutter
beeinflussen lassen, dass so eine Wicke dort alles überwuchert
und dann die angrenzenden Sträucher vergreisen lässt. Also
wurde sie im Herbst
an den Zaun umgepflanzt, kümmerte noch
ein paar Jahre vor sich hin und verschwand irgendwann aus
unserem Garten. Der nächste Versuch erfolgte mit mehr Wasser
und Dünger an der gleichen Stelle.
Die Clematis am gleichen
Reisigbündel brachte Blüten hervor, aber die Staudenwicke
kümmerte dort wieder. Eines Tages entdeckte ich dann auch
Schleimspuren - kein Wunder, wenn ich dort immer wässere!
Aber es wurde dort am Zaun von Jahr zu Jahr auch immer
schattiger. Also noch ein Versuch
neben der Teichmauer vor
der
White Flight. Wenn der Ginster verblüht ist, und die Wicke
dann am Fuß der Rose blüht! Aber auch an diesem kräftigen
Pflänzchen konnte ich mich nur wenige Tage erfreuen: Als die
frischen Triebe der
Taglilie verspeist waren, wurde die Wicke
die neue Lieblingsspeise und ward im nächsten Jahr
auch nicht noch einmal gesehen ...

Aber ich wurde ja doch wieder schwach.
Und nun startet hier unter dem Flieder ...

auf dem Beistelltisch der wirklich allerletzte Versuch!

Sie bleibt im Topf und hat nun die Möglichkeit
im natürlichen Rankgerüst - dem Flieder zu klettern.


Einen winzigen Blütenansatz hat sie ja schon.
Und vielleicht sucht sich ihre Saat dann später
auch mal ein genehmes Plätzchen ...

Fotos: S.Schneider



Aber
so üppig wie in unserem sonnig-heißen Vorgarten
werden sich die Wicken hier nie entwickeln können. Dafür
werden die gefräßigen Nacktschnecken schon sorgen! Nur
das konnte meine Mutter damals ja noch nicht ahnen. Sie
hat trotz Schneckenkorn
in ihrem Garten jetzt übrigens
überhaupt keine Staudenwicken mehr. Obwohl ich ihr schon
zahlreiche Ableger aus unserem Vorgarten ausgebuddelt habe
und auch in jedem Herbst dort Saat verteile. Und selbst die
Duftwicken-Saat bei ihr im Topf, mit einem Schutzwall aus
Schneckenkorn in angemessener Entfernung, hat arge
Probleme durchzukommen.



Kommentare:

Babara hat gesagt…

Ich habe es ganz aufgegeben mit Wicken. Leider! Aber der Frust war jedesmal da, wenn nach anfänglichem geglücktem Keimen der Samen, plötzlich die jungen Pflänzchen über Nacht wieder verschwanden...trotz Schneckenkorn und ähnlichen Abwehrmechanismen. Und nun schaue ich eben neidvoll über Gartenhäge und schaue mir die Wickenpracht anderer "glücklichen" Gärtner an.
Liebe Grüsse,
Barbara

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Barbara
Tröste Dich, mein Versuch wird wohl auch scheitern: Bis jetzt hatte ich erst eine winzige Blüte. Obwohl der Flieder nun gekürzt ist und der Topf mehr Sonne bekommt.

Duftwickenssat werde ich wohl im nächsten Sommer mal auf dem Hof in Töpfen probieren - da scheint es selbst den Schnecken zu heiß zu sein. Eventuell pflanze ich da auch die weiße Staudenwicke hin. Im Wildwuchsgarten hätte sie keine Chance. Denn da tanzten trotz Sommerhitze ab 22 Uhr die Nacktschnecken auf der Betonfläche ...