Freitag, 16. Juli 2010

Auf dem Servierteller



Walderdbeere auf Helleborus argutifolius im Waldmeisterbett.

Das waren noch Zeiten, als wir unter den Obstbäumen ein
Erdbeerfeld hatten, und der
Waldmeister eine kleine Fläche
unter dem Efeu-Apfelbaum einnahm! Jeden Tag gab es den
Sommer über reichlich Erdbeeren und Walderdbeeren zum
Naschen. Eine Lobeshymne auf diese kleine wild wuchernde
Pflanze mit den schmackhaften Früchten habe ich vor ein
paar Tagen hier gefunden. Doch irgendwann eroberte der
Waldmeister das Erdbeerfeld und trieb
sie in die Flucht.
Inzwischen sind die Kinder der Erdbeeren auf die andere
Seite der Betonfläche ausgewandert und haben sich ein
sonniges Plätzchen im
kleinen Rosenbeet vor der Himalaya-
Zeder gesucht. Allerdings immer wieder dicht gefolgt von
dem Waldmeister. Nun sind es viel weniger Früchte die es
zu ernten gibt, obwohl sich die Pflänzchen im Laufe der
Jahre überall im Garten verteilt haben. Das brachte meinen
lieben Wolfgang wohl auch dazu vor ein paar Wochen ein
Schälchen Erdbeeren für den Salat lieber im Supermarkt
zu kaufen, anstatt unsere Früchte zu ernten. Mit der
Begründung:
'Die lassen sich so schön fotografieren ...'

Dieses Bild stammt jetzt allerdings von mir. Und nach
dem Foto war die Erdbeere weg!

Foto: S.Schneider


Kommentare:

Die Gärtnerin hat gesagt…

Was für ein hübsches Foto! Überhaupt mag ich eure Bilder immer sehr, sie zeigen, wie schön es auch im Schattengarten aussehen kann. VG

Frauke hat gesagt…

Walderdbeeren sind ja eine Kostbarkeit
Erdbeeren wandern auch bei mir im Garten, dies habe ich mit Ziererdbeeren erlebt
und die Erdbeeren im Obstgarten sind
bleiben nur zwei - drei Jahre in ihrem Quartier, dann werden sie zu klein, weil der Boden ermüdet
Frauke

Sophie hat gesagt…

Da werden Kindheitserinnerungen wach!
Wir hatten damals im Garten ein kleines Wäldchen unde der Waldboden übersäht mit Walderdbeeren.....leider hat mein Großvater dann einen Carport dort hingesetzt und alles musste der Betonfläche weichen :(
Liebe Grüße und einen schönen sonnigen Tag wünscht dir die Sternensucherin ;)

luna hat gesagt…

Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen Wald- und Scheinerdbeere?
Jedenfalls haben auch wir diese Früchtchen im Garten und ja, sie wandern.
Dein Foto gefällt auch mir sehr!
Lg Luna

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Luna
Die Scheinerdbeere blüht gelb, hat dickere Blätter und Ausläufer, lässt sich meiner Meinung nach schwerer aus dem Boden entfernen, scheint besser mit Hitze & Sonne klarzukommen, und an die etwas größeren und kugeligeren Früchte habe ich mich noch nicht herangetraut. Auch Tiere scheinen die Früchte nur im Notfall zu fressen. Während ich mich bei den Walderdbeeren immer ranhalten muss ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Da muß ich doch auch gleich mal schauen gehen - denn ich sehe wohl immer Walderdbeerblätter bei mir im Garten, jedoch nie die Früchte, lediglich die der Golderdbeere, die aber doch andere Blätter hat.
Wenn sich einmal eine Pflanze auf den Weg gemacht hat, ist sie unaufhaltsam, sofern man sie lässt ... aber Waldmeisterflächen hätte ich auch ganz gern im Garten, besser als Giersch. Obwohl wir den ja im Frühjahr verspeisen - insofern ... *lach*

Lieber Gruß
Sara

PS:
Die Golderdbeere ist wohl eßbar, soweit mir bekannt, jedoch mehr oder weniger ungenießbar bzw. wenig schmackhaft. Meine Mutter hat sie aber früher mit in Marmelade verarbeitet. Ich mag sie nicht! Die Pflanze ist wirklich sehr zäh, kaum aus dem Boden zu bekommen!

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Sara
Waldmeister kannst Du von mir als Rollrasen bekommen! Da gibt es bestimmt im Herbst ein paar Quadratmeter, die ich problemlos bei mir hochnehmen kann. Da sind dann bestimmt auch noch ein paar Walderdneeren und andere bei Dir im Waldgarten passende Pflänzchen drin: Immergrün & Gedenkemein. Und den Beinwell, der gut gegen Giersch ist, den hast Du doch auch noch nicht!? Dann war da noch die Kermesbeere und noch was?

Die gelbe Erdbeere hätte ich so gern auf der Nordseite vor dem Badezimmerfenster! Aber bis jetzt mag sie dort nicht wuchern. Die Waldsteinie habe ich dort wohl sogar wieder wegen Lichtmangel & Trockenheit verloren. Aber seitdem der Ahorn dort gefällt werden musste, könnte es jetzt doch klappen. Ich muss mich nur mal wieder mehr um die gelbe Seite des Gartens kümmern ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

Liebe Silke,
wow, das wäre toll! Das ist ja unbezahlbar ... im Gegenzug könntest Du gern "Rollrasen" mit Golderdbeeren bekommen. Ich habe hier, wie ich finde, nicht so die passenden Stellen dafür und da, wo sie wächst, stört sie mich. Aber wer weiß, ob ich sie dort ganz ausrotten kann??
Des weiteren kann ich mit Ahorn, Kastanien, Holunder "handeln" *lach* - sogar Mini-Walnußbäumchen hatte ich kürzlich entdeckt ...

Immergrün Vinca minor wächst hier in weiten Teppichen - hab' ich wohl noch gar nicht im Blog gezeigt? Vom Waldmeister habe ich bisher 1 Pflanze gesehen, die hier angegangen ist. Sie entwickelt sich gut.
Beinwell hatte ich mir auch 1 Pflanze (man ist ja bescheiden!) von einer naheliegenden Wiese geholt, der ist ebenfalls super angegangen. Trotz der Witterung - die Hitze und Trockenheit hat ihm gar nichts ausgemacht.

Der Giersch lag hier übrigens ziemlich darnieder während der Hitze, den könnte man wohl glatt damit töten.

Ja, die Kermesbeere und diese weisse Kerrie ... obwohl ich ja selbst Samen gefunden hatte. Aber inzwischen habe ich, da ich es nicht dokumentiert habe, vergessen, wo ich die eingesteckt habe. Es waren doch so einige und ob ich die aufkeimenden Blätter dann hoffentlich nicht ausgerechnet für Unkraut halte??

Lieber Gruß
Sara

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Sara
Sehr gerne! Wie viele Quadratmeter brauchst Du? Dann sollten wir aber trotzdem umpflanztauglicheres Wetter abwarten bis der Waldmeister-Rollrasen den Garten wechselt. Kann ich Dir gerne frei Haus liefern. 1. liegst Du ja fast an meiner Fahrstecke 2. ist mein Auto bis auf den einen Termin im Jahr IInspektion/TÜV eh' immer dreckig durch die ganzen Pflanzentransporte 4. Habe ich die passenden großen Transporttaschen 5. möchte ich Deinen Garten doch irgendwann einmal gern im Original sehen und 5. würde ich nach so langer Zeit mal wieder bei der Gärtnerei vorbeischauen, die mich damals mit vielen Pflanzen für meinen weißen Vorgarten versorgt hat ...

Doch, das Immergrün hattest Du schon gezeigt. Nur wuchern diese Bodendecker alle inzwischen durcheinander - eine prima Pflanzgemeinschaft! Hast/brauchst Du es in weiß - kleinblütiger - oder in dunkel-violett?

Beim Beinwell meinte ich den niedrigen cremefarben und den weißen mit einem Hauch von Blau in den Glöckchen. Den hellbauen habe ich noch nie umpflanzen können. der ist immer wieder eingegangen. Du hast Dir sicherlich den höheren rosa aus der Wiese geholt ...

Gelbe erdbeere kann ich mir immer wieder bei meiner Mutter mitnehmen. Die hat das Unkraut nämlich irrtümlich in ihr rosa Heidebeet gepflanzt, wo eigentlich nur die rosa Erdbeeren sein sollten. Mehrmals im Jahr kämpft sie nun dagegen an und wenn ich Lust habe und das Wetter stimmt, dann bekommen sie bei mir eine zweite Chance.

Vergiß es - Giersch schadet die Hitze überhaupt nix! Ich hatte ihn irrtümlich gleich 1984 aus dem Wald mitgebracht und in meinen weißen Vorgarten gepflanzt - blüht ja schön weiß ;-)Was hat meine Mutter schon gegen ihn gekämpft. Der Vorgarten bekommt ab Mittag volle Sonne und Straßenhitze. Er lässt sich nur eindämmen ...

Die Nüsschen der Kerrie liegen hier noch rum. Dann sollte ich sie wohl besser in einen Topf setzen!

Ja, den Garten fegen! Da geht es mir wohl ähnlich wie Dir. Manchmal stört es nicht - das ist eben auch Natur! Aber da ich morgen Gartenbesuch bekomme, hat es dann auch etwas mit 'Anstand und Stil' zu tun keinen verwahrlosten Garten zu präsentieren. Gestern haben wir zumindest den vertrockneten Trieb der Belvedere aus dem Flieder herausbekommen - wirklich fast ein Kampf wie in Dornröschen! Und dann noch rechts und links etwas freigeschnitten, so dass ich zumindest wieder bis zur brombeerhecke komme. Ich hatte 2 Stunden mit shreddern veranschlagt - Wolfgang plante 3 Stunden ein und nach 4 Stunden waren wir ohne fegen fertig. Nun muss ich heute so manches noch aufräumen. Diesen Sommer wird es wohl immer eine extreme Mischung sein: Denn den abgesägten Ast lassen wir wohl auf der Betonfläche liegen und da sich so viel in den Fugen dort ausgesamt hat, was wir mögen, darf da auch Laub liegen bleiben ...

Herz-und-Leben hat gesagt…

danke, das war eher ein Scherz. Ich muß das Ganze ja auch bewältigen/bearbeiten können und ich komme so schon kaum hinterher. Bei mir wartet noch ein Sommerflieder darauf eingepflanzt zu werden, sofern meine Herren mal bereitwillig ein Loch dafür graben. Dann muß ich noch diverse Kleinigkeiten, wie Maiglöckchen in die Erde bringen, die ich von meiner Mutter bekam.
Unter diesen Umständen wäre für mich 1 qm schon viel ...
Das mit dem schmutzigen Auto kenne ich - wenn man Kinder hat, bleibt es eh nicht aus und meine sind noch dazu Pfadfinder ;-)

Immergrün habe ich hier nur das gewöhnliche blaue, das violette sowie das weiße finde ich natürlich besonders schön.

Ja, ich habe den "gewöhnlichen" Beinwell aus der Wiese, der wirkt aber leicht Blau - ich muß doch mal meine Fotos anschauen, denn jetzt blüht er ja nicht mehr.

Tja, das dachte ich mir fast mit dem Giersch - er liegt nur platt darnieder, wird sich aber bestimmt sehr bald wieder aufrichten, so beständig wie er ist! Die Blüten zwicke ich aber immer wieder ab, damit er sich nicht noch weiter verbreitet.

Zur Kerrie: Ja, das Problem ist manchmal, weil man den jugendlichen Zustand der Keimlinge nicht erkennt. Bei Wildkräutern geht es noch, da habe ich eine Fibel von Sch*ring und man kann das auch auf einschlägigen Internetseiten finden.

Das sehe ich auch so - mit dem Stil usw. - aber man muß auch in der Lage dazu sein. Letztes Jahr fast um diese Zeit konnte ich gar nichts mehr im Garten machen und meine Männer "sehen" vieles nicht - wem soll man das dann zum Vorwurf machen?
Ich muß mich dann da auch öfter auf den passablen Zustand der Terrasse und eine gemähte Wiese beschränken, das andere ist eben Wald und da gehts nur, so gut es zeitlich und kräftemäßig geht ... und ich bin eben doch auch ziemlich oft zu unterschiedlichsten Zeiten und dann auch relativ lange unterwegs. Da schafft man dann grad noch die Hausarbeit drinnen ...

Ein abgesägter Ast kann doch auch ganz reizvoll sein, besonders wenn sich daran so einiges anlandet. Ja, ich gehe jetzt auch wieder raus - hier gibts immer viel zu tun - wenn ich schon mal zuhause bin.

Herz-und-Leben hat gesagt…

doch noch vergessen ;-) ... irgendwas ist immer ...
Wollte nur sagen, Du kannst natürlich gern kommen, da finden wir dann mal einen Termin per Mail. Gerne wenn es etwas kühler wird. Brauche ja auch noch ein Zeitfenster, damit es hier halbwegs annehmbar aussieht *lach*

Lieber Gruß
Sara

SchneiderHein 2 hat gesagt…

@ Sara
Bei mir brauchst Du da echt keine Angst haben - bei uns lebt der Garten auch im Haus: Hereingewehte Blätter, Spinnen ihre Netze usw. Ich war mal anders drauf, aber selbst in der unordentlichsten Gartenecke lässt sich was interessantes entdecken - z.B Licht- & Schattenspiel oder vertrocknete Blätter ;-)
Aber die Pflänzen sollen ja auch eine Chance haben gut anzugehen! Wenn das Wetter sich nicht ändert vermute ich nicht vor September ...
Aber wenn es zeitlich passen sollte, kannst Du gern vorher den ordentlicheren Teamwork-Garten kennenlernen!