Freitag, 1. Mai 2009

Eigentlich wäre heute wieder offene Pforte bei uns...


... aber als wir uns spätestens Anfang dieses Jahres für verbindliche
Termine für
die offene Pforte Hannover hätten entscheiden müssen,
war unser Jahresplan noch vollkommen ungewiss. Auch ist der Garten
inzwischen in die Jahre gekommen. Und es erfordert im Vorfeld doch
Einiges an Arbeiten, um den Garten für 40 bis 70 Besucher 3 Stunden
lang zu öffnen: Der Steg ist baufällig, so dass Besucher einbrechen
könnten. Die Betonplatten am Teichrand wackeln teilweise schon so
sehr, dass sogar Wolfgang bereits im Herbst 2007 mit einer Rand-
platte in den Teich gestürzt ist. Und dann gibt es da außerdem
noch das Problem, dass Wiese nicht gleich Wiese ist. Auch ich
hätte nie erwartet, dass zum Beispiel Gänseblümchen so schwer
bei uns im Garten zu kultivieren sind, Wiesenkerbel Jahre braucht
bis er sich heimisch fühlt, und das kleine Ehrenpreis, dass vor dem
Umbau den Rasen um diese Jahreszeit in Violett hüllte, nun erst
ganz spärlich wieder zum Vorschein kommt. Aber für alle, die jetzt
den realen Spaziergang durch unseren Wildwuchsgarten vermissen,
haben wir wieder reichlich Fotos gesammelt:

Also fangen wir ganz rechts unter der Korkenzieher-
weide hinter der Garage an. Dort, wo man als Besucher
den Garten am 1. Mai 2008 betrat.


In diesem Jahr blüht bereits der Rhododendron, den meine Mutter
vor einigen Jahren nicht haben wollte. Aber leider hatte sie ja
recht mit Ihrer Entscheidung. Bei ihr ist inzwischen der älteste
Rhododendron in diesem Frühjahr eingegangen und ein weiterer
wird wohl noch folgen. Die Zikaden schwächen ihre Pflanzen zu
sehr. Aber sie ist es auch leid, dagegen anzuspritzen. Da hat es
diese Fehlfarbe dann doch etwas besser bei uns.

Eine Fehlfarbe ist zur Zeit immer noch die Blutbuche
unseres Nachbarn. Fast täglich verändert sie noch
ihren rötlichen Farbton.

Die Wiese ist noch kurz, Hedi Grimm wird
wirklich zur Wiesenrose und der Teich legt los.

Endlich ein großer Wiesenkerbel!

Ein paar winzige Vergißmeinnicht haben sich
zwischen den Gräsern ausgesamt.

Das Kaukasus-Vergißmeinnicht gedeiht am Wiesenrand.

Das winzige violette Ehrenpreis erscheint.

Auch der Gundermann durchzieht die Wiese.

Der Sauerklee ist umgezogen. Unter der
Kiefer war es auf Dauer zu trocken für ihn.

Die Traubenhyazinthen aus der letztjährigen Frühjahrs-
Deko fühlen sich anscheinend in der Wiese sehr wohl.

Das Efeu erobert die Wiese und das Tischbein.
Aber nach dem Foto wird es in seine Schranken
gewiesen. Hier wird nicht geklettert!

Und hier unser einziges, einsames Gänseblümchen.

Dafür blüht unsere Sauerkirsche jetzt wieder!
Clematis montana begnügt sich nun nicht mehr nur
mit dem Wachholder hinter der Teichmauer.

Saat der weißen Malve ist im Steinfeld am Teich aufgelaufen.

Und zur Binsenlilie gesellen sich Günsel,
Vergißmeinnicht und allerlei Kraut.

Der Eisenhut wagt einen neuen Versuch,
nachdem er im letzten Sommer gefällt wurde.


Vor der Bank am Teich erscheinen Akeleien, Spornblume,
Vergißmeinnicht und Habichtskraut. Bald sitzt hier wieder
nur noch eine kleine Maus ...

Die Krebsscheren erheben sich vom Teichgrund.

Der Fieberklee blüht endlich mal mit 13 Rispen
im Teich. Sonst hatten wir fast immer nur Blätter!

Nun mal ein Blick auf den baufälligen Steg.
Diese beiden Mittelbalken sollten möglichst
nicht mehr betreten werden. Nach 8 Jahren
sind diese beiden allseitig mit einem offen-
porigen Holzschutzmittel behandelten Kiefer-
balken ihrem Ende recht nah. Aber Lärche
war uns damals einfach zu teuer. Wahr-
scheinlich werden wir irgendwann auch nur
die morschen Balken ersetzen.

Den Günsel zieht es aus dem Beet
in die Sumpfzone am Teich.

Über ihm steht die Dünenrose am Teichrand.

Neben der Stacheldraht gehört sie zu den
frühblühenden Rosen in unserem Garten.

Jedes Mal freue ich mich ganz besonders über die Ginsterblüte.
Leider haben wir wenig Glück mit diesen Sträuchern. Auch in
diesem Winter ist einer bereits eingegangen und viele kränkeln.

Der Tannenwedel ist wieder auf Landgang.

Die kleine Bachbunge konnte ich aus
dem verlandenden Teichstück retten
.

Die gelbe Sumpfdotterblume hat fertig geblüht ...

und beginnt mit der Saatproduktion.

Die Baumpäonie hatte 13 Knospen, wie im letzten Jahr.

Aber dieses Mal kommen alle so prachtvoll zur Blüte.

Das Mädesüß im Teich hat interessante Blätter.

Auch der Eidechsenschwanz ist in diesem Stadium reizvoll.

Ebenso wie dieser Blätter-Mix aus Schneeglöckchen,
Walderdbeeren, Funkie, Sommerknotenblume,
Salomonssiegel, Pfingstrose, Magnolie, Clematis
und Ettenbühler Glöckchen.

Und hier unter der Sauerkirsche hinter der Teichmauer
ist links der Teichfilter und rechts die sterbende Ecke.
Hier verlieren wir seit einem Jahr zahlreiche Pflanzen.
Aber davon berichte ich später einmal. Diesen Bereich
hinter der Sauerkirsche betrete ich jetzt nicht
. Da wir
hier immer noch nicht aufgeräumt haben und jetzt die
Zecken bei jedem Schritt durch das hohe Gestrüpp
auf mich lauern würden ...

Also lieber zu etwas Erfreulichem: Die Hostas
hinter dem Teich sind noch fast makelos.

Und eine von zwei Pfingstrosen ist auch wieder da.
Aber ob sie blüht? Wahrscheinlich kommt sie mit
dem ständig neu nachgemulchten Boden bei uns
nicht zurecht. Also ist sie eigentlich ein 'Unkraut,
das hier nicht hergehört', wie Peter Lustig es in der
Folge der 'Unkrautgärtner' in der Serie Löwenzahn
vor ewigen Zeiten so treffend formulierte ...

Der Weg am Teich wird schmaler.

Aber für Allegra wird der Teich
jetzt immer spannender.

Der wild wuchernde Günsel nochmals,
jetzt vom Teich aus betrachtet.

Und auf der anderen Seite des Steges
die Hasenglöckchen am Wiesenrand.

Nun wieder links in den Hochwald. Hier hätte ich noch reichlich
Arbeit gehabt, um all das Material rechtzeitig zur offenen Pforte
zu shreddern. Teilweise liegt hier hinter dem Korb noch etwas
vergessener Winterschutz, vertrocknete Zweige und Buchsbaum
von der Osterdeko.

Rechts des Weges liegen zur Zeit die großen dornigen Zweige,
die nur geshreddert und dann auf den Kompost oder in den
Hochwald geworfen werden. Das Material möchte ich nicht auf
die anderen Flächen verteilen, um danach unverhofft in die
Dornen zu fassen ...

Weiter hinten, vor dem Komposthaufen für die Schnecken,
befinden sich Äste vom Taxus aus dem Garten meiner Mutter.
Die werden bei uns in der Kompostumrandung verbaut.

Und kurz bevor es unter den Obstbäumen
den Weg zur Mirabelle entlang geht, fällt
uns eine Maiglöckchenblüte auf.

Fürchterlich schwer zu fotografieren. Zumindest an
diesem Standort. Aber es ist bis jetzt die einzige
Blütenrispe in unserem Garten. Und so kurios es auch
klingen mag, Maiglöckchen mögen anscheinend unseren
Waldgarten überhaupt nicht. Zu dunkel & zu trocken.

Und zurück auf dem Weg zum Steg!

Den Teil unter den Obstbäumen sparen wir heute aus.
Der war
am 1. Mai 2008 wesentlich interessanter.
Auch blühten zu dem Zeitpunkt
die Narzissen, von
denen jetzt nur ein paar Blätter zu entdecken sind.

Die Säcke rechts im Wald warten auf ihre Waschung.
Sie dienten unserer Mitbewohnerin auf dem Balkon
als Sicht- und Winterschutz für ihre Kübelpflanzen.
Leider sind alle Pflanzen auf dem Balkon verfroren.

Nur ihre weiße Hochstammrose hat überlebt.
Die hatten wir nämlich links im Hochwald
zusammen mit den anderen noch nicht im Herbst
gepflanzten Rosen im Buchenlaub eingesenkt.

Fotos: SchneiderHein


Nun ist dieser Post doch wieder um 10 Bilder länger geworden,
als ursprünglich geplant. Und für die restlichen 60 Fotos sollten
wir wohl besser noch irgendwo noch eine Trennung finden ...



Kommentare:

michi 2412 hat gesagt…

Glaubst Du, dass Ihr am 21. August einen Tag der offenen Pforte für 2 Besucher machen könntest??

Da wär ich nämlich so nah wie nie in Eurer Gegend!!

Liebe Grüße Michi

SchneiderHein hat gesagt…

@ Michi
Ja, aber gerne!

michi 2412 hat gesagt…

Super!!!!!!!!

Freu mich schon :-)))))

Frauke hat gesagt…

wunderschön wie du dich auch an Wildpflanzen freuen kannst,
ich hatte bisher auch keine Gänseblümschen im Garten, dann bekam ich vor zwei Jahren ein Tütchen zum Geburtstag,
wir haben mehr trockenrasen als Rasen und ich sähte sie dort aus, wo mein Mann das Holz gespalten und gelagert hatte
und nun breiten sie sich schon anderer Stelle im Garten, es wird nicht gewässert oder gedüngt
nimm Saat ab es klappt bestimmt, wenn man es nicht erwartet
Frauke

marl1 hat gesagt…

Nicht geöffnet, aber doch besucht...;-))
Die wiesenkerbe ist so schön!

Johanna hat gesagt…

ja- der Frühling ist schon eine schöne Jahreszeit, nur hier in Schweden immer viel kürzer, allerdings sind wir dieses Jahr ca 2 Wochen früher dran als im letzten Jahr, es gab im April dann doch nicht noch mal Schnee, wie sonst immer....
Jetzt regnet es... mal sehen wann ich es wieder in den Garten schaffe...
Garten-grüsse aus Schweden
Johanna

GRUENZEUX hat gesagt…

...wieder sehr schöneBilder! Ich mag das wild-romatische und ehrliche in eurem Garten! Das sieht man auch mal ein Blatt liegen und Gänseblümchen und Günsel gehören einfach auch dazu - das finde ich klasse! Meine Stacheldrahtrose hat auch ihre erste Blüte geöffnet! Auf deine Rosenbilder freue ich mich schon jetzt!

Viele Grüße
gruenzeux

Elke/Mainzauber hat gesagt…

Hallo Silke,
na - das war doch nun ein schöner Spaziergang. Aber wie kannst du diesen herrlichen Rhododendron nur als "Fehlfarbe" bezeichnen? Da geht mir doch glatt der Hut hoch.
Lieben Gruß
Elke

Ute hat gesagt…

Das Problem mit den Gänseblümchen hatte meine Nachbarin auch. Bei uns wachsen sie in Hülle und Fülle und sie hat ihre extra im Garten von Verwandten ausstechen und einpflanzen müssen, um welche zu bekommen. Es gibt vielleicht noch andere Wege, aber es hat geklappt! So eine Dünenrose habe ich im letzten Jahr in meinen Vorgarten gepflanzt und sie zeigt jetzt auch ihre Blüten. Wenn ich dann nach eurem virtuellen Rundgang das letzte Bild sehe, habe ich ja wirklich das Gefühl, im Wald zu stehen. Ein schönes Wochenende wünscht Ute

Bella hat gesagt…

Mir gefällt es, daß Du auch ein Auge für die Wildpflanzen hast und sie einmal in den Vordergrund stellst, ich finde nämlich, sie gehören einfach zu einem Garten dazu.
LG Bella

HaBseligkeiten hat gesagt…

....schön, der "virtuelle Maigang´" durch Euren Garten, liebe Grüße, Heidi

Barbara hat gesagt…

Die Fehlfarbe des Rhododendrons wäre für mich DIE Farbe gewesen, als Ausgleich zu den paar weissen die hier blühen ;-) ! Das Bild des sich um's Tischbein rankenden Efeu hat mir ganz besonders gefallen....ein optischer Genuss! Die Dünenrose kenne ich nicht, sie gefällt mir aber auch sehr. Stelle fest, dass ich je länger je lieber auch die einfachen Blütenformen mag. Gänseblümchen blühen hier in Mengen, sie sind ebenfalls sehr willkommen (auch im Salat als Deko!). Wie gut, dass du diese virtuelle offene Gartentür gemacht hast, so bin ich auch in den Genuss gekommen auf diesen, wie immer, sehr schönen und abwechslungsreichen Gartenrundgang!
Mögen eure Hostas auch weiterhin so unversehrt bleiben (wahrscheinlich ein unrealistischer Wunsch, oder?).
Liebe Grüsse, Barbara

Hillside Garden hat gesagt…

Wie hat Grünzeux gesagt? Das Ehrliche . .. genau, das ist es . Der Garten ist von einer unglaublichen natürlichen Schönheit!

AL

SchneiderHein hat gesagt…

@ Frauke
Leider haben auch Wildpflanzen ihre ganz eigenen Ansprüche. Ich habe schon zig Gänseblümchen aus Wiesen umgepflanzt!
Und selbst der Weißklee fühlt sich bei uns nicht richtig wohl - es ist anscheinend dort zu schattig. Denn vor einigen Jahren hatte ich für diese kleine Wiesenfläche mal 2 Kg Weißklee-Saat zum Geburstag geschenkt bekommen. Über 2 Jahre verteilt habe ich dann immer mal wieder nachgesäät. Das Ergebnis ist dürftig. Nur in der Schale auf dem Gartentisch fühlte er sich anscheinend wohl.
Man kann den Pflänzchen eben nicht diktieren, wo sie zu wachsen haben ...

@ Marl1
Deine Fotos von Wiesen sind aber viel schöner! Schade, dass wir solche Blütenpracht nie in unserem Stückchen Wiese haben werden ...

@ Johanna
Auch hier ist es im Vergleich zum letzten Jahr wieder früher - manches allerdings auch später. Schön, wenn man jetzt dank der Blogs vergleichen kann. Ich freue mich schon auf neue Fotos bei Dir!

@ Gruenzeux
Den Begriff 'ehrlich' finde ich prima! Nun brauche ich nicht mehr viel im Garten aufzuräumen, da er dann einfach nur Ehrlich ist ;-)
Ich kannte bis jetzt nur den Begriff 'in Würde altern', der das Leben auch ungemein erleichtern kann, und eben auch alten Dingen schöne Seiten abgewinnt ...

@ Elke
Das Thema hatten wir schon im letzten Jahr bei den gelben Buschwindröschen in der Wiese! Du weißt aber ganz genau, was ich damit meine... Und im Endeffekt hat es der Rhododendron jetzt ja wirklich besser bei uns, als im Garten meiner Mutter. Der gehen leider jetzt reihenweise die Rhododendren wegen der Zikaden und dem trockenen Winter/Frühjahr ein. Aber bei ihr im Garten hätte die Farbe eben viel schöner gepasst!

@ Ute
Zu Deiner Dünenrose, habe ich ja schon etwas geschrieben...
Wald, bald wieder grüne Hölle, wenn ich nicht bald wieder die Schere in die Hand nehme!

@ Bella
Eigentlich konnten mich Wildpflanzen schon immer mehr begeistern als Zierpflanzen. Nur zwischendurch habe ich das in der ersten Gartenbegeisterung wohl mal vergessen. Aber immergrüne Gehölze machen den Garten dann ja auch im Winter attraktiv und bringen oftmals heimische Pflanzen auch besser zur Geltung.

@ Barbara
Wenn sich der Rhododendron so leicht umsetzen lassen würde, würde ich ihn Dir gern durchs Netz schicken. Bei Dir hätte er bestimmt einen günstigeren Standort. Aber ich mag ihn dort unter der Weide jetzt auch gern!
Zur Dünenrose lies besser meine Warnhinweise vom 13. Mai. Aber wir würden sie immer wieder nehmen. Auch Double Cream und Double White sind traumhaft. Haben bei uns aber leider einen ungünstigen Standort.
Ich arbeite hart daran diesen Blog mit reichlich Spaziergängen durch die verschiedenen jahreszeiten zu füllen ...
Nur der Garten braucht ab und an auch mal meine ordnende und gießende Hand. auch wenn ich mir in diesem Jahr das Düngen wohl mal sparen werde!?

@ Sigrun
Aber nicht mehr lange. Wenn ich nicht bald anfange zu schneiden, dann ist die scheinbare natürliche Schönheit nur noch grüne Wildnis. Aber ich wachse ja mit den Aufgaben ...